Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 11 (10.11.1930)
- Date
- 1930-11-10
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Nummer l 1 Seite 4' samtjudentums und nimmt lebendigen Anteil an den Bestrebungen seiner Erneuerung. Wir geben jetzt ans Werk zur Errichtung eines schlichten, aber mit Gottes Hille von religiöser Wärme and' jüdischem Gebt erfüllten Baues. | Gestpatten Sic. das; ich mit einem persönlichen Wunsch schliesze. ,!der ja nichts anderes ist. als der Ausdruck eines Empfindens, das uns im Gninde wobl alle in diesem Augenblick beseelt. Meine Augen baden lange Sabre unseren, jetzigen Tempel geschaut, mein Her; bat in diesem Heiligtum Stundeif böchster Werbe und innerer Bescligung erfahren. Möge es auch uns Aelteren von der Borsehung vergönnt sein, mit den Mitgliedern >lnd freunden unseres Verbandes in diese«> neue Heiligtum ringizfehen. 'Das walte Gott! Die Urkunden über die Grundsteinlegung. t'w" k _ d »N . I U >1 Iw. t _ IH C i I I *_ x~ 'zzNrn - Ni rr-z z; n'z'-:* "ins - W 1 I I .il . I- - Uw — — —> »C»^^ v%^** wt iii. _> I wp > ij ->»< „ - — ,. |N i <N ri”i rv- 118126 vzn~!*z'_~V-n‘ "*r* 'z^.zz nzzz "i zz y^N •nzz1 i-'nriirz I VN 1 I Ci I — - w — — i l i> - . i f I | — — — 1 li«, u. _ . J I. 11 1 I . l.x . il--« |i < il 1 p’. 1^ . 1 i_ _ i Ni 1 in I?>i I l„ .•z*'r."h r'z r':z~ ’i'T nz*vz tn *::nv >z ”:*z *~zv nt r'z ^:z"N°? 'rrzN 'Z v - < i > - 1^ ■« . »> - -- - - -1 u u. . *- - ”~z? 'fi-iZN'* nrZNZ n*n VIZZ n'PZ’>n?z n~T iz r";”“' n-zrn r'z-" 'mz“: r»s* N'zri’n rrnH vz'zv'- 'rz“N" "-:zz^ “'ri Tri"»\*rih 1 I —» * »» v* “ *■ k * —»«« '4~ ' L_k -rk\ . Lm .*«. —. C d I —fcN —' .' * I I I . M *«. -w k i\ . 1 «. - N «ilnli — 1 I 'IIJ« rns;1? 2Tiiy:r'?SD'x ^vi' »n isnn 2"x'rr p •k"S'1 ^i3sn2 lixmycVye^yr nx7t'v'^>rrri7'rr , 1 rni*? 2°rin arr 'r?n 'as n nann sa ii:n n nana •njKanys^i’sayu n*a7'C'^yN"irx Übersegung. Sm Aamesi «stolles. Ai». Sonnlag. dem 19. Dttober 191,n. baden im Beisein von' iHörtretern des il'orstandes der Deutsch Ssraelitischen «iemeinde und der Bebörden der Stadt Hamburg hier in der Dberstrcm,« 118 126 die Vorsteher des Ssraelitischen Tcmpel- 'irerbanaer.in einer ,seii der ^lot und der Bedrängnis 'ur das! deutsche Volt und die Deutschen Süden den Grund' lein fü^ bin neues Gotteshaus gelegt. Mcgi diele Grundsteinlegung ein segcnverbeüiendcr Aniang unv ies uns mit Gattes Hilfe vergönnt sein, das seinem ■.'uiricti geweihte Haus;u vollenden. Gott schütze uns alle, di''' wir'in Treue um diesen Bäu UNS mühen, und gebe, das: wiri bald in ihn ein;ielicn. ihm;u dienen und ein Ge- 'äilecht beran;u;iebeii. das. treu unserer heiligen Debre, sein ^'ebetz vollbringt in frommem Tun. Auf das; jung und alt in Eintracht;usammensteben, roib der Prophet es verheitzen, und oieieri neue Tempel in Wahrheit groj; und heilig sei. Amen.;. i }. i'JJtoi. ft, l..- — -) Scü/.'O, 6—i Sei. 60, 2 — i Ses. 1, 8 i Sei. 42. 5 — '» 1. Mos. 31, 48 — ■ Pialm |27. I > Vgl. 5. Moi. 3, 28 '» Sei. 42, 21 — - ) Psalm'8o, ii — >i) Maleachi 3, 24 — ■-) Haggai 2,9. rrz Hamburg, den 19. D ttober 1930, das ist der 27. Tischri 5691 nach jüdischer Zeitrechnung. Sm Vertrauen auf den allmächtigen Gott legen wir in schwerer 3ei1 den Grundstein;u dem Neubau eines Tempels auf dem Grundstück Dberstratze 118 26. Unser deutsches Vaterland und insbesondere unsere Vaterstadt Hamburg find durch den verlorenen llrieg hart betroffen. Wenn wir trotz der aus uns lastenden Sorgenheute das Wert in Angriff nehmen, das mit Gottes Hilfe in Sabresfriit beendet sein soll, so folgen wir einem unabweisbaren Zwang. - i Unser jetziger, im Sabre 1844 eingeweihter Tempel Poolitratze 12 13 entspricht, schon was die D'age des Baues betrifft, in keiner Weise mehr den an ihn gestellten Anforde-I rungen. Wenn wir uns jetzt anschicken, die Stätte zu verlassen, an der unsere Väter und wir fast neun Jahrzehnte hindurch gebetet haben, so fühlen wir uns doch den früheren Geschlechtern eng verbunden. Sn dankbarem Stolz wollen wir . das von den Vätern begonnene Werk der Erneuerung des Sudentums fortsehen, denn ’nb ma?yb> n» „Zeit ist's, für Gott zu wirlen." Um kommenden Geschlechtern einen Abris; der Geschichte des Ssraelitischen Tempelverbandes zzi übermitteln, fügen wir die zur Sahrhundertfeier 1918 erschienene Festschrift, die der verewigte Oberrabbiner Dr. David llcimdörfer verfaszt hat, sowie ein zur Zeit noch in Gebrauch befindliches Tempelgebetbuch bei. M « Aus der Geschichte des Baues seien folgende Punkte hervorgehoben: Bereits um die Sahrhuiidertwende plante man in Hinblick auf das neue jüdische k!8olmviertel in den Bezirken Notherbaum, Harvestehude. Grindel und Eppendorf den,Neubau eines Tempels. Dukch freiwillige Spenden wurde ein Baufonds von ca. 600 000 .H aufgebracht, beider verhinderte der Ausbruch des Krieges 1914 18 die geplante Ausführung. Der vloiids ging infolge' der nach dem liriege eingetretenen Geldentwertung fast vollständig verloren. Es ist das Verdienst des Herrn N! a x M an, das; mit dem Nest in schwerer Nachkriegszeit das Grunditück Hallerilratze 78 für den Tempel erworben wurde. Sm Herbst des Sahres 1927 gab Herr Nechtsanwalt Dr. Siegfried Uriäs auf Grund eines Projektes, das die Ausführung des Baues in verhältnismäjzig billiger und doch würdiger Form in Aussicht stellte, die Anregung, den langgehegten Plan endlich zu verwirklichen. In einer am 2. Oktober>1927 im Hause des Herrn oieiwfricb Freundlich ilatlgchabten Sitzung beschlos; der Verwaltnngs-'Ausschutz einitimmig die. Ausführung des Baue^. Es wurde eine Bau-.Fommiision eingesetzt, an deren Spitze Herr Dr. Siegfried Urias trat. Da sich mit Nücksicht auf die Grütze und Dage des Platzes Hallerstrajze Bedenken ergaben, wurde das Grunditück Obcrstrahe 118 126 von dbm hamburgischcn Staate durch einen Vertrag mit der Finanz-Deputation im August 1929 erworben. Die-Finanzierung ist gewährleistet durch Beleihung der drei dem Ssraelitischen Tempel-Verband gehörigen Grundstücke Poolstrasze 11 14 und Hallerstratzc 78 unter Garantie der Deutsch- Ssraelitischen Gemeinde in Hamburg, die in der Sitzung des NcpräsentantenSlollcgiums der Deutsch Ssraelitischen Gemeinde^ vom '17. Juni 1929 auf Grund eines einstimmigen Beschlusses dem Tempel-Verband autzerdem ein Darlehen von 250000 ./'.^ vertraglich zpiagtr. Sm September 1929 wurde ein engerer Sdeen-Wekkbewerb unter prominenten jüdischen und nichtjüdischen Architekkbn ausgeschrieben, zu dem insbesondere alle Hamburger jüdischen Architekten hinzugczogen wurden. Das Preisgericht erkannte in der Sitzung vom 22. Dezember 1922 den Herren Architekten Dipl.-Sng. F e l i i A icher- Hamburg den ersten. Divl. Sng. F r i tz H a ii d a u e r- Niünchen den zweiten und dem Dipl.-Jng.-Nobert Friedmann-Hamburg den dritten Preis zu. Die Bauausführung wurde den Herren Architekten Dipl.-Snq. Feltr Ascher u,,d Dipl.-Sng. Robert Fricdmann gemeinschäfllich übertragen Am 26. September 1930 wurde mit dem Bau begonnen. Am Sonntag, dem 19. Oktober 1Q30, konnte in einer schlichten, ernsten Feier der -Grundstein gelegt werden.' gez. Heinrich ücoi). gez. Mar S. Frank. 1. Bors. 2. Vors, gez. Rabbiner Dr. Italiener. ') d. h. dieser im Grundstein niedergelegten Urkunde.