Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 11 (10.11.1930)
- Date
- 1930-11-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Stummer 11 ' | HabWDrHfüHltep I . k. Jahrgang GemeMoeblatt 1 der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg Das Gemeindeblcktt erscheint am 10. eines jeden Monats und wird den Mitgliedern der Deutsch - Israelitischen Gemeinde zu Hamburg kostenlos zugestellt. Hamburg, 10. November 1900. Druck. Verlag und Geschäftsstelle M. Lehmann. ABC-Hos. ABC-Straße 57. Fernspr.: Sannnelnummer C 4 Tammtor 0737. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Syndikus Tr. N. Ri. Nathan, für den Inseratenteil: L.Knudsen, beide in Hamburg Anzeigenpreis 50<3 p. tigesp. Ronp.-Zeile. Franz Rosenzweig. Einem Grl 0 ßen Zu m G e d ä ch t n i s. Den Gros ihr Wort u NIVSZ 1'viv 1'rr tioamsT jn in vn'vvvi onnan di errichten wir keine Denkmale: ii> ihr Werk sichen ihr Gedächtnis. Aon R. M. Nathan. - / ' J Am 12. Dezember . 1920 ward in Frankfurt a. M. in dem ersten Ehrengrab, dati die dortige Israelitische Gemeinde aus ihrem neuen Begräbnitzplatze bereitstellte, der Man»'zu Grabe getragen, dessen 'Name über diesen Zeilen steht, Uran z R ose» - zweig. Äiium ein Wort ward bei der Bestattung gesprochen, und dennoch würde der fremde, der wie jener einsame, der Landessprache/!M unkundige Wanderer zufällig 'in jjJ die Trauergenleinde getreten wäre, an der durch diese gehende Bewegung empfundifn haben: dort wird, ein Großer zu Grabe getragen. Auch diejenige»,, zu denen sonst die Kunde von Uran; Nosenzweigs Heimgänge drang, wurden dessen inne: ein Großer hatte diese Erde verlassen. Sit wurden dessen inne, auch wenn von dem unsterblichen Werke des Toten, von seine», „Stern der lZrlöjung", bislang nur der Name an ihr Ohr drang; auch wein» von der unermeßlichen Fülle seines Schrifttums, mit dem er sich in die Reihe der Dichter und Weisen ebenso gestellt hatte, wie sein erstes Werk ihn in die Propheten der Iudenheit und der Menjchheit einreihte, sie keine Kunde erreicht hätte: auch, wenn bis dahin die neue Bibi lüberfetzung, dig er, den Tod vor Augen, im Verein mit sein,m Frelinde Ri art i!n B u b e r schuf und mit welcher er unsere alte Bibel der deutschen Iudenheit auss neue schenkte, ihnen bis dahin unbekannt > geblieben war. Sie mußten dessei: inne werden. Denn einzigartig, wie der Heimgegangene, war die Trauer um seinen Verlust. Wer jetzig nach nahezu Jahresfrist, wieder liest, was unter dem Eindruck seines Todes niedergeschrieben wurde, wird , ergriffen nicht nur von der ganz besonderen Art der Worte, die seinem Gedächtnis gelten, und die. sich so ganz.und gar von den sonst übliche» Nachrufen unterscheiden, sondern vor allem von der überwältigenden Einheitlichkeit des Empfindens, die in den dem Toten gewidmeten Gedenkworten immer und immer wieder zum Ansdruck kommt.') Auch unsere Gemeinde trauerte upd trauert um Franz >) Vgl. Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. Di. vom Januar 19:>0 - - Jüdische .Wochenzeitung für Kassel, Hessen und Waldek vom 13. Dezember 192!» — unser (hemeindeblatt vom Januar 1!>30 — die Rosenzweig-Runimer der im Philo-Verlag lVerlin) erscheinenden Zeitschrift „Der Morgen". — Vgl. jetzt ferner: Eugen Mayer, Franz Rosenzweig. -Eine Gedenkschrift. Frankfurt a. M. 1930. Franz Rosenzweig. Ein Bulch des Gedenkens. Berlin 1930. 11. Veröffentlichung der Sonmiio-Gesellschaft und: Ernst Simon. Franz Rosenzweig ünd das Jüdische Bildungsprpblem. Korrespondenzblatt der Akademie für die Wissenschaft des Judentums, 1930. Rosenzweig. Und es regte sich i» ihrer Mille der Wunsch, sein Gedächtnis zu ehreli, seinen Rann n in ihr lebendig und die Eriiinerung an ihn und sein Schaffen unter ihren Mitgliedern wach zu halten. Schon wenige Pochen nach seinem Heimgang, am 20. Dezember v. I., beschloß ■ meinde, für das zweite Gemeindb des Heimgegangenen zu seinem der Bildungsäusichus; der Gehaus Iohnsallee 5l ei» Bild ehrenden Gedächtnis zu erwerben. Auf die Mitteilung vbn diesem Beschluß erwiderte aber Franz Rosenzweigs Gattin mit einem änderen Vorschlag, der „mehr in seinem Sinne wäre, als-eine bildliche Darsrellung. Wenn in uiiscrer. Gemeinde der Wunsch bestehe, ihren Mitgliedern zum Bewußjsein zu bringen, wer Fra»; Rosenzweig war, so könne das duirch nichts besser geschehen, als durch Verbreitung seiner Werte. Wenn die Gemeinde Hamburg das fertig.brächte, wäre es elickas ganz Großes." An diese Aeuszerung schlossen sich dann ganz bestimmte Vor-chläge. Unier dem Eindruck dieser Mitteilungen und unter dem Eiiidruck ähnlicher Aeuszerungen aus dem Kreise der Freunde Rosenzweigs entstand dann ein Plali, der in den lemen Wochen feste Gestalt angenomhien har: die Begründung einer Franz Rosenzweig - Gerächtnisstijtung, deren, vorläufig alleinige "Ausgabe di.e Verbreitung seiner Schriiten ist upd die eine buchstäbliche Erfüllung der alten Weisheit ist, deren Wor:e als Motto über diese», auch seinem Gedächtnis gewidmeten Zeilen stehen.' Die F ranz R >) i e n z w e i g - G e d ä ch t n i s sr i f t u il g wird ihre Tätigkeit zunächst aus Hamburg be-chränken, schon deswegen, weil die geringen, ihr zur Verfügung stehenden' Mittel ihr nicht gestatten, ihre Ziele einstweiien weiter zu stocken. Wohl aber lebt in ihren Schöpferitdie Hoffnung, das; andere Gemeinden ihrem Beispiele folgen und,das;;u'einem späteren Zeitpunkt sich >sin Zusammenschluß aller derjenigen Einrichtungen ermöglichen lgsseit wird, welche, das deutsche Judentum zum ehrenden Gedgchtnis Franz Rosenzweigs ins Leben um, für welches der Unsterbliche Unsterbliches geichafjen hat. Eine solche Franz Rosenzweig- G edäch 1 nis - G e in e i 11 i ck> a f t Pürfte zu einem neuen Mittelpunkt jüdisch-geistigen Levens in Deutschland werdest, über den Parteien und ihren Riederungeit stehend, wie Rosenzweig über den Parteien und ihren Riedes rungen gestanpen hat. Sie könnte weiter ganz in seinem Sinne, wie seifte-Gattin ihn in ihrem.oben erwähnten Schreiben zum Ausdruck brachte - durch ihre Mitwirkung an der Veröfsentlichung des literarischen "Nachlasses des Tore» der große» Gemeinde RvenZweigs dasjenige vermitteln, was von seinem' geistigen Erde der Oesfentlichleit noch nicht übergeben ist. ■ ' ■ *1 "An der Spitze der H a in b u rsg e r Fr a n z' Rose n z w eig- G r d ä ch t n i »st i f t u n g steht ein Ehrenpräsidium, dem die Herren Universitütsproieiiur Dt. Ernst E a in i r e r, Herin an» G u in p e r tz, "A l s r e d L e v y, D r. P a u ^l R u b e n und "Mar M. Wartburg angehören. - Dem Arbeitsausschuß gehören unter dem Vorsitz 'des Herrn Hermann Philipp an die Herren Rabbiner "B a in b e r g e r - Wandsbek, Oberrabbiner Dr. E a r l e b a ch - Altona, Rechtsanwalt B. David. Landrichter Dr. F e i n e r. Rabbiner Dr. Holzer, Rabbiner Dr. Italiener, Rechtsanwalt Dr. Louis L e vi y, Dr. Er n st L 0 e w e nberg. Prof. Dr. I. "M ä r k 0 n , W 0 l f g a-n g M e n e r - tt d e w a l d , Dr. R. M. "Rath a n , Dr. Ri a r P laut : die.Zuwahl von Frauen in den Arbeirsausschüsz steht noch bevor/ Die Stiftung nimmt ihre Tätigkeit am I.rhrzeitstag des' Toten jv Kisl hier einer Anregung von Fra» die Pe.ntaleuchüberietzung von Bsuber und Rosenzweig an Ehepaare zur Verteilung bringt, die während'des Sterbejahres sich verheiratet haben. Für die Folgezeit besteht Zunächst die Ad- . "U. > d. Ri., dem ersten w>. dadurch auf, das; sie, auch Rosenzweigs ttzattin folgend.