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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1930-08-11 · 8 (11.8.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
6 (1930)
Issue
8 (11.8.1930)
Date
1930-08-11
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nummer 8 (5 meindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. nicht die anderen vpn der Jugend j ewählt wurden. Diese erwartet von ihnen, dah sie unvoreinj enommen und objeklio Händeln.und stimmen für das, was fiir die Jugend und damit für die Zukunft der Gemeinde wichtig und notwendig iit. Damit würden — iriit den Ausnahmen, die oben genannt wurden — ganz von ielbit die Iugerdlichen im Gemeindeparlament in den entscheidenden Auge iblicten in einer Front stehen: Der Kampf um die Litze im Ri präsentanten-Kollegium ist von der Jugend verhältnismähig lucht gewonnen worden. Der Kampf um die eigene Note ii der Arbeit hat erst noch zu beginnen. Tie jüdische Jugend Hamburgs. die den ersten Kamps gewonnen hat. sollte irre Vertreter zu dem zweiten Kampf mit aller Energie zningen. > I ‘ Tr. Edgar Marr. i * i ' Erwiderungen. j I. 1 I. Die „Aufgaben und Verpflichtungen" der Fuäend im. Gemeindeparlamei t. [ Voraussetzung für ein Mitglied des Gemeindeparlaments — auch wenn es sich um einen jugendlichen Vertreter handelt -- ist die Kenntnis der primitivsten parlamentarischen Gebräuche. Dem Verfasser des Auisätzes „Die Jugend im Geinemdeparlament". Herrn Dr. M ä r r, sei zur Kenntnis gegeben, das; stets . Kommissionssitzungen ebenso wie Fraktionsbesprechungen unter Ausschluh per Ocffenilichkcit abgehalten werden: nur das Arbeitscfgebnis wird zur allgemeinen Debatte dem! Parlament vbrgelegt. Bei diesen Verhandlungen hat doinn jedes Parlamentsmitglied felbjtveritändlich Litz und LtiMme, und jeder Interessierte kann zuhören. Die im - Gemeindeblatt veröffentlichten Protokolle, geben den. Kreisen, die bei den Verhandlungen nicht persönlich zuhören können, die' Möglichkeit. > sich eingehend zu informieren. i , ' Es gibt in Hamburg zwei Turnvereine. Der eine Turnverein iit neutral auf jüdisch-politischem Gebiet und in religiösen Fragen. Es steht jedem Ge neindcmitglied frei, seinen sportlichen Interessen dort nachzugchem Die Notwendigkeit der Eriilenz erd Lportvereins ergibt sich daraus, leitchende Verband, der Bar Kochba, sportlichen Betätigung ein nationalfeinen Llatutcn cinschlieht und somit nicht den Interessen sämtlicher Gcmeindemitglieder gerecht wird. Der jüdische Turn- und Lportvcrein hat. trotzdem er der einzige Lportocrband iit, der jedein Gcmcindcmitglied die Nköglichkcit gibt, ohne politische und religiöse Konflikte Sport auszuüben, weniger Subventionen bekommen als ein Verband, der S o N d e r i n t e r efse n vertritt. 'Dieser Entschlich wurde getragen von der Erwägung, dasz der Bar Kochba eine gröszerc Mitgliederzahl hat. Das Gemcindc- Parlament hat damit, ine politisch feitgelegte Organisation stärker unterstützt als ei icn Verband, der auf Grund seiner neutralen Einitellmtg d e gesamten Interessen der Gemeinde vertritt. — Jedes Mitglied des Gemeindcparlamgnts ist getragen von den; Vertrauen der gejsamtcn Gemeinde .und hat die Verantwörtung, in objektiver Weise ohne fraktionellen Kuhhandel und ohne. Sentimentalität zum Wohle und im Interesse der gesamten jüdischen Gemeinde zu arbeiten. Aufgabe derjenigen, die den Haushaltsplan zusammenstellen, ist. dafür Sorge zu tragen^ dah dieser Plan nicht mit einem Defizit' abscilieszt. Die schwierige wirtschaftliche Lage hat trotzdem ein Defizit mit sich gebracht, dessen Folgen heute noch nicht zu ü >ersehen sind. , Die Verantwortung hierfür tragen sämtliche Repräsentanten, und Schreiber dieses hat mit besonderem Na hdruck bei der Etatberatung darauf hingewiesen. Die dring:nde Notwendigkeit von Abstrichen ergab sich daraus von elbst. Der Vorsitzende de- Landesausschüsses vertritt innerhalb des - Jugendamtes der Gemeinde die Interessen des Landesausschusses, soweit sie mit den Interessen des Jugendamtes zu vereinbaren sind. Es erübrigt sich wohl, auf die Erfolge des Landesausschusses in der Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ausführlich hinzifweisen. Erwähnt seien nur: Mitgliedschaft von Jugendvertretern im Jugendamt, aktives und passives Wahlrecht der1 Jugend, Einrichtung einer Jugendberatung. Schaffung seines Jugendheims. Subventionen des Jugendamtes für Fahrten usw. Die Subventionen des Bar Kochbu als Gesamtorganisation sind keine Frage, die den Lande sausschuh anäeht, ebensowenig wie des neutralen Turnu das; der andere »och b unabhängig von seiner jüdisches Programm in .Seite 7 die Subvention des neutralen Turn- und Sportvereins. Hierbei handelt es sich um Gchneindeangelegei heitcn, bei deren Erledigung die' Interessen hei gesamten Gemeinde Und nicht diejenigen des Landesausschusfes allein mojzgcbend sind. Der ■ Vorwurf, den Herr Dr. Märr mir als Vorsitzendem des Landesausschusses macht, muh! ich infolgedessen auis jchärfite ziirückweisen. Es liegt mir fern'.'den Bar Kochba in irgendeiner Weise zu benachteiligen. Btwieien habe ich dieses durch die Zustimmung zu einer Subvention für den Bar Kochba. die wesentlich gröber iit als die für den mir angeblich „sntnpathischeren" neutralen, im allgemein:» Interesse der Gemeinde liegenden Sportverein. Als Vertreter der Jugend fgsse ich meine Aufgabe inner-* halb der Gemeinde in dem Senne auf, dch es sich um eine veranlwörtungsbewuhle Tätigkeit zum Wahle der jgefamten Gemeinde handelt. Es iit aüfzcrordentlich bedauerlich, -dahein Repräsentant der Gemeinde, der zur gleichen Zeit,dön Einspruch erhebt, einen neuen Geilt in des Repräsentanten- ' Kollegium hineinzutragcn und sich als Ver rctcr der! Jugend, die für diesen neuen Geilt einrrilt, fühlt, rtit seinem 'Worten beweist, dah er nur als reinlr Interesse; Vertreter i austritt. Würde die gesamte Jugend diesen Weg.gihen. so würde sie ihren 'Aufgaben und den Erwartungen, die ihre Wählerschaft an sie gestellt hat^ untreu werden. Mein Kampf mls Jugendlicher gilt dem Gesamtwohl der Gemeindemilglicder underfordert eine objektive, gerechte Beurteilung aller zu lösenden Fragen. K h r t 2! a l h a n. ' . II. Herr Dr. M a n iit üb§r die Haltung ,der Jugcndvertr.eter in der Gemeinde" enttäuscht. 'Waruch'? 'Weil wir der von ihm als Vorsitzenden seines Vereins 'Bar Kochba geforderten subventionserhöhuilg nicht zügeliimmt haben. Glaubt Herr Dr. Marr wirklih, das; die Jugend, dein gegenseitigen und ausschliehlichen ' Protektionismus I der Jugend will? Nein! Die Jugerd erwartet joo» ihren 'Bertre- . kern — das hat Herr Dr. Marr zugegeben —, dah sie jede 'Vorlage gewissenhaft, übe prü'cn. Für. die "Vertreter der Jugend gilt der seibltverltäi dliche Grundsatz — wie 'für jeden oerantwortungsbewuhtpnj Repräsentanten — bei 'Abstimmungen sich nur von rein! sachlichen Erwägungen -leiten zu. lassen. Es iit uns Ehrenpflicht, für die Belange der Jugend mit aller Energie zu kämpfen. Aber taktische Klugheit gebietet oft, zwischen dem. was erwünscht, und dem, was notwendig und-, erreichbar in, zü differenzieren. Wir dienen der Jugend am beiten, wenn wir uniere Forderungen nicht einseitig überspitzen, sondern mit dem Blick -"auf. das Ganze in den Nahmen der G e sä m t i n I e r e i i e n der Gemeinde harnionisch eingliedern.! In; der fraglichen Sitzung Harle ich -beantragt, dein politisch neulra,len „Jüdischen Turn und Sportverein" ndcm ich nicht anch'höre», die ilini bereits früher gewährte Subvention von 1300 j;.u wieder zu bewillige». Die vorübergehende Reduzierung hatte den im Aufnieg begriffenen jirngcn 'Verein gehindert,. 'leine Jmrilute zweckentsprechend aus- und uinzubanoii. Dein 'Anträge des Hausbalts-- ausschusics. dem Bar Kochba' 200u j;.it ,u gewähren, habe ich mich angelchlossen. nachdem im Vorjahre dessen Subvention um 100 erhöbt worden war. Diele unparteiliche Leistung der Geweinde ist uinio-beachtlichcr, als die Einrichtung des Bar Kochba wegen seiner zionistischen 'Rote für die Mehrzahl der lportliebendcn Gemeindemilglicder nicht in Frage, kommt. Nicht die Leistung zwanzigjähriger 'Arbeit kann beji der augenblicklichen finanziellen Situation der Gemeinde die Höhe einer Subvention bestimmen: die zwingende Notwendigkeit allein rechtfertigt die' Inanspruchnahme von Genseindcmilteln. Dah die geforderte Erhöhung der Subvention ifür die „Eriilenz des Bar Kochba dringend benötigt" weiche. erscheint merkwürdig in einem 'Augenblick, in dem er sich gerade anschickt. Vorbereitungen zu einer Jubiläumsfeier ganz grohen Stils zu treffen. Wer die Mittel aufboingen kann, -Vereine aus ganz Deutschland, ja sogar aus autzerdcutschen Ländern einzuladen und seine Vertreter aufzunelimen, «und -dies in heutiger . ' Zeitll, wer die Mittel für 'Auslandsreisen und Teilnahme an 'Auslandswettspielen beschaffen kann, der sollte klugerweise unterlassen, wcgfn der ^.dringend benötigten .Eriiteuz- Mittel'" in die Oefientlichkeit zu flüchten. Herr Dr. Marr beruft sich schliehlich noch aus meine am 11. Mai d. Js. anlählich der Einweilmng eines Ruderbootes,des Bar Kochba gehaltene 'Ansprache. Ich habe derzeit dem Bar Kochba die Glückwünsche dos Repräsentanken- Kollegiums überhracht und seine sportlichen Erfolge gern anerkannt und gewürdigt. Ich schloh meine damaligen 'Aus- . Führungen mit den Worten: i

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