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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1930-04-10 · 4 (10.4.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
6 (1930)
Issue
4 (10.4.1930)
Date
1930-04-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nummer 4 Gemeindeblatt 6. Jahrgang der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg DaS Gemeindeblatt erscheint am 10. eines jeden Monats und wird allen Mitgliedern der Deutsch -JSraelittschen Gemeinde zu Hamburg kostenlos zugestellt. Hamburg, 10. April 19305 Druck. Verlag und Geschäftsstelle: M. Lehmann, ABC-Hof, ABC-Straße 57. Fernspr.: Sammelnummer C 4 Dammtor 0737. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Syndikus Dr. N. MNalhan, für den Inseratenteil: L.Knudsen, beide in Hamburg Anzeigenpreis 50p. 6gejp. Noap.-Zeilr. Bei den Wahlen zum Repräsentantenkollegium der Gemeinde haben erhalten: 1. die Liste des Vereins felbständizer jüdischer . Handwerker und Eewerbetreibeni ier zu Grob« , Hamburg von 1906 e. B. 2. die konservative Eemeindeliste sAchduth) 3. die unvolitifch-konservative Liste! 4. die Liste der jüdischen Sozialisten 5. die der jüdischen Volkspartei 6. die liberale Liste 1034 . 913 1065 260 1337 2151 gültige Stimmen. Ungültig sind 65 Stimmen. Es erhalten danach die für verbunden erklärten ersten beiden Listen 7. die unpolitisch-konservative Liste 3. die der jüdischen Volkspariei, 4 und die liberale Liste 7 Sitze. Die Liste der jüdischen Sozialisten erhält keinen Sitz. An Stimmen haben! erhalten: 1, 1. Aus der Liste des Vereins der selbständigen jüdischen Handwerker und Gewerbetreibenden zu Groh-Hamburg von 1906 e. V. 1. Bernhard 2. Wa'drma 3. Eerson 4. Robert 2. Aus der K 5. Alerandrr! Leon 6. Dr. Ma» Plaut 7. Jacob Reich N. H. Offenburg Samson lGoldschmidt Joseph Bachrach Edgar Frank Moses L^winsohn Heinemann 15 548 Stimm Graetz 5 336 toppelmann 4491 saacsen 3577 nservativen Gemeindeliste tAchduth): 9 630 Stimmen 5 893 3 000 2 772 1 833 1354 ■ „ ' j 580! 452 3. Aus der Liste der Unpolitisch-Konservativen: 8. 9. 10. Dr. H»ao Meyer Dr. I. Mod'gemuth 4. Philipp Peine W. Hirsch Abraham lHeckscher Aus der Liste 8 564 Stimmen 6 537 6 201 4 74? . .. 3 771 der jüdischen Äolkspartei: 11. Morde Caro 12. Simon Horewitz 13. Dr. Ernst Kalmus 14. Dr. Edgar Marr Dr. Waitdr Pinner Dr. Erich!, Michaelis Berl Wemberg Dr. Lazay'Eolodeb Magnus Mannheim Dr. Samuel Stiebe! Dr. Alfred Unna Martin Salinger Dr. Rudolf Möller . Dr. Heinrich Straub 5. Aus der Li te bcp Jüdischen Dr. N. T>sta Dr. 3. Tieplitz Marcel L w Albert Kc ufmann ,6. Aus der Liste der Liberalen: 15. Alfred Lisser «"TB. Anni Bauer 17. Dr. Lilli Meyer-Wedell 5 273 Stimmen 5 062 4 360 3 922 3 082 2 918 2 692 ... 2 615 1 492 1672 1284 1130 1 085 849 Sozialisten: 2 343 Stimmen 1829 1696 „ . 1412 8 549 7 818 5 084 Stimmen 18. Dr. Siegfried Urias 3 713 19. Kurt Nathan 3 624 20. Dr. Ernst Lorwenberg ' . 3 384 21. Dr. Ludwig Frankel 3 326 Paul' Koretz Julius Schindler Dr. Arthur Liopmastn Hugo Knobloch Raphael Bachrach Jacob Ball jr. Mar Stern Mar Alerander; - Dr. Heinrich Oppenheimer Dr. Rudolf Magnus Dr. Felir Abraham 3190 3157 2 820 2 754 2 690 2 558 , 1979 1557 1 485 ' 1354 1186 Die mit Nummern versehenen 21 Kandidaten sind somit gewählt. Hamburg, den 23. März 1930. t ‘ Vorstand der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Die konstituierende Sitzung des Kollegiums wird voraussichtlich am 23. d. Ni. stattsindest. Petzach-Gedanken. Von Dr, Alfred Veis. Wir leben in einel Zeit de? Schlagworte mannigfaltigster Art. Es gibt dabei Worte, die sich wie ein roter Faden durch die jüdische und deutsch-jüdische Gedankenwelt der letzten 150 Jahre hindurchziehcn, die nur in den einzelnen Zeitströmungen ihren Namen und ihre Bedeutung nach auben hin geändert haben, innerlich aber die gleiche Bedeutung beibehalten haben! Vor allem gilt das von dem Wort, auf das der! Grundton unseres Pebachfestes abgestimmt ist. von nnn Befreiung, Freiheit. Unsere Urgrobväter nannten es nach den Zeilen Mendelssohns und in der Zeitepoche Gabriel Riehers „Emanzipation"^ und „Assimilation" und verstanden darunter ihre Befreiung aus der materiellen Und ideellen Sklaverei eines bis in die Neuzeit weit hineinragenden mittelalterlichen Ghettos unter einer Anpassung an die sic umgebende Kultur- und Eeisleswelt. Unseren Grobvätern und auch noch zum Teil unseren Vätern schwebte fs vor unter dem Namen einer Reform und Erinnerung. Uns selbst schwebt es vor Augen besonders seit den Stürmen, der politischen und geistigen Novemberrevolution von lSjiq als Recht des einzelnen, als Recht der Gemeinschaft. Seinen besonderen Ausdruck hat es dann gefunden in dem Recht, das 'die beiden Gemeinschaften suchten, die am längsten in der Entwicklung unserer modernen Anschauung von jüdischem und allgemeinem Freiheitsrecht zurückstehen mutzten: im Recht der Frau und im Recht der Jugend. Auch vor den Mauern unserer Gemeinde haben Frauen« und Jugendrecht nicht Halt gemacht. Ver« treterinnen der jüdischen Früuenwelt, Vertreter der jüdischen Jugend sind jüngst auch in unsere Gemeindevertretung eingezogen. Sie wollen und sollen Mitarbeiten im Sinne der Zielsetzung, die unser gröber Lehrer Mose vor dreieinhalb Jahrtausenden an der Wiege der jüdischen Gemeinschaft beim ersten Pebach-Feste auf die Frage Pharaos „Wer sind die Menschen, die in die jüdische' Freiheit hinausgqhen wollen?" in die Antwort gekleidet hat: irjprai Irma urvuaai trjaa (2. Mos. 10,9). Mit unseren Alten und unseren Jungen, mit unseren Söhnen und unseren Töchtern wollen wir gehen!

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