Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 3 (14.3.1930)
- Date
- 1930-03-14
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 3 Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Zeile ll ichen Juden, an der alle in Deutschland ansässigen Jude» mit gleichen Rechte» zu beteiligen sind. ' Die Gemeinde und die zu schassende Reichsorganisation müssen in ibrc Arbeitsgebiete den Schutz de« Judentums gegenüber den antisemitischen Tendenzen ausnehmcn, damit er in' wirksamster Form durchgeführt werde - frei von innerjüdischen Kämpfen und getragen von der Autorität der jüdischen Gesamtheit. Wählen Sie Jüdische Voltspartei! Wenn Sie ein reicheres Gemeinschaftsleben wünsche» - wenn Sie für sich und Ihre Kinder die Gemeinde als $>ilfc in Ihrem Judentum gewinnen wollen, dann ■ > Wählen Sie Jüdische Volk spart ei! Der Jüdischen Nolkspartei gehört die Zukunft. Ihr hängen allö diejenigen an, die am stärksten die Pflicht empfinden, das jüdische Leben ist der Gemeinde zu erneuern. Wo sie noch in der Minorität ist, führt sie doch durch die Kraft ihres jüdischen Willens. Wo sie auch zahlenmäßig bereits die Führung errungen hat — wie z. B. in der größten deutschen Gemeinde Berlin — gewinnt die ganze« Gemeinde. Wählen Sic Jüdische Vplks pnrlei! . . Die Jüdische Volkspartei ist Ihre Partei auch deshalb, weil sie demokratisch ist. Nur bewährte Führer des sich erneuernden Judentums sind unsere Kandidaten, die seit ihrer Jugend im Kampf um das jüdische Leben stehen, Z^flen nichts höher steht als ihre Liebe zum Judentum und diefich bei ihrem Wirken ihnen wie jedem Juden verantwortlich fühlen. Das Vertrauen der Wähler in das demokratische Verantwortungsgefühl der gewählten Repräsentanten ist die wertvollste Grundlage des Gemeindelebens. ■ \ ' . Helfen Sie uns zur demokratischen jüdischen Gemeinschast. Wählen <sie Jüdische Volkspartci! Das Programm der! Jüdischen Volkspürtei fdas erste wirkliche Gemeindcprograjnm in. Hamburg) wird vom Büro der (Logenheim, Hartstngstr.!>, Elbe 727) übersandt. Jüdischen Volkspartei auf Anforderung gern Mitarbeiter werde melden r gebeten, sich bei derselben Adresse zu Wahlaufruf für die konserv'atioe Gemeinde. , liste (Achduth). . W ä h l e r u n d W ä h l c r i n n! Das; bisher die Lebensfragen' des traditionellen Judentums innerhalb der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu ihrem Rechte amen, das; alle wichtigen Forderungen und Wünsche, die «on unserer Seite hcrrührten, in großzügiger Weise erfüllt wur!»n, stt ein Verdienst derjenigen Männer, die sich als unser» Vertreter im bisherigen Repräscntantcn- Kollegium der konserv itiocn Interessen angenommen haben. Sie haben — im Bewü -tssein der zahlenmäßigen Schwäche des gesetzestreuen Teiles d:i Gemeindemitglieder — nicht mit Schärfe und in steter Opposition, sondern durch weise- Mäßigung und Toleranz gegesillber Andersdenkenden erreichen können, daß die Institutionen der Gemeinde ihren religiösen Charakter nicht verloren haben, vielmehr i n v o r b i l d l i ch e r W e i s e im Sinne des über Ihnen. vornehmlich m e i n d e*h aus in di " erworben und damit jüdischen Lebe, geschaffen ist. Die Entwicklung legt Zeugnis ab von treter, der grögtmögli Mitglieder eine Vol lieferten Judentums geführt. werden. ist es zu danken, daß das neue Ger I o h n s a l l e mit seiner Bibliothek ein Sammelpunkt zur Erneuerung ns für das Alter und die Jugend icij Mädchenschule in der Carolinenstraße dem erfolgreichen Eneben unserer Verheil Zahl von Töchtern unserer Gemeindeks- und Realschulbildung zuteil werden zu lasten, dw auf st r e n g traditioneller Grundlage aufgebaut ist. Die Schule ist heute auch als Realschule staatlich anerkannt und hat in ihrem Statut einen Pastus, der den tradinioncllen Charakter der Anstalt verbürgt. Unsere Freunde im Kollegium haben sich ferner in rastlosem Bemühen für den gemeindeseitigen Ankauf bes Grundstücks in der Kielortallce eingesetzt und dort unseren o st j ü d i s ch e n Brüdern eine wiü rdige Betstät'te und der Jeschiwoh ein eigenes Heim errichtet. Sie haben weiter der Jugend die Beteiligung an der Eemeindearbcit ermöglicht und die Wahl von 6 Vertretern der Jugendorganisationen in das Jugendamt durchgesetzt. — Getreu unseren Grundsätzen betrachten wir auch für die Zukunft Jugendpflege und Jugendwohlsahrt als eine der bedeutungsvollsten Aufgaben der Gemeinde. Unsere Vertreter treten entschieden dafür ein, Mittel bereitzustellen, um die s ch u l^: n t l a s s e » e I u g e n d wirksam zu fördern und ihre berechtigten Forderungen Zu erfüllen. Wir wollen nicht nur Arbeit für die Jugend, sondern mit der Jugend! Von diesem ernsten Willen getragen, haben wir aus unserer Liste den exponierten Führer der jüdischen Jugend Zur Wahl gestellt! wir werven mit der Jugend deren Forde rungeu, die zugleich die unsrigen sind, durchzusetzen wissen. Vor allen Dingen bieten unsere sämtlichen Kandidaten, die alle in ihrem Privatleben in Gesinnung und Tat gesctzcsireu sind, die Gewähr, das; sie sich auch in ihrer gemeindlichen Betätigung von den Idealen bcjs überlieferten Judentums leiten lassen. Wer nicht will, das;-extrem. gerichtete und in; Leben der' jüdischen Oefcntlichteit nicht erfahrene Männer das friedliche Zusammenarbeiten im! Gemeindeparlament durch Be^ lretung separatistischer Tendenzen stören,! wer nicht will, daß dadurch ein Bruderzwist innerhalb der gesetzestreuen Richtung in die Erscheinung trete, der gebt-, u n s c r e n Kandidaten seine Stimme. Wer will, das; die stetige Entwicklung der Gemeinde unter Wahrung unserer heiligsten Guter gesichert wird, wef will, daß der Standpunlt des konservativen Judentums vertreten^und zugleich Einheit und Friede in der.Gemeinde .gewahrt bleiben, > wcrwill, daß unsere jüdischen Ideale - in ehrlicher Verständigung mit anderen -- würdevoll vertreten werden, wähle die M ä ni, er d e r/k o n s esr v a t i v e n G c meindeli sie (A ch d u t hK. d e rer i Wahlausschuß ■3. i: s Moritz. Ezechel. S a l l y Ris- M a i » >> u g o M a i n z. Samson H e ck s che r , Felix Halber stsa dl, David S. G o l d s ch in i b t, R c s e r e n d a r H c r m ck n n Butten-- w i e s c r , A l i o n s I a c o b s o h n,. Manfred 2k o r d e n. Wählt die unpolitische konservative Liste. Die unpolitische konservative Liste will alle diejenige» zusainmensassen, die ves Parleitampfes innerhalb der gcsctzcstreuen Kreise unserer Gemeinde müde sind. Obwohl den verschiedenen jüdiich-politischep Richtungen angehörend, sind die Kandidaten und Anhänger dioser Liste dennoch darin ein i g , daß endlich einmal wieder iil die Hamburger Gemeindctörpcrschasten Mäner eiirziehen müssen, die sich i ii religiösen F r a g e n - n i ch t von p a r l i i p o l i l i s ch c » G'c sichtsp u n t t e y. b e st i m m e n l a ii i c n. Für uns gibt cs in der Gemeinde nur eine Politik: Ueberzeugtcs und standhaftes E i n t r e t c ti; für . Die W a h r u n g des ü b o : l i e f c r l e n Judentums i n.W o r 1 u n d T a t. ll » e i n g e i ch r ä.n k l e Erhaltung des für die Einheit der Gemeinde - erforderlichen und seit 70 Jahre» bewährten- Hamburger Silsteins der g-e trennten K u l l u s v c r b ä n d e , aus das, man in anderen Großgemeindc» stets als Vorbild hinwcist. Den S i n n u n d Wert des Hamburger Sn st e m s und der Tradition den' Liberalen immer und immer wieder d a r z u l e g e n . ist. H g u p t a u f g a b e unserer Kandidate«. Niemals wär diese Aufgabe so wichtig wie jetzt, wo durch de» beginnenden Abbau des Hamburger Snstems die Ein beit der Gemeinde gefährdet erscheint. Diese Einheit lä'ßt sich nur erhalten, wenn die Repräsentanten.nicht durch irgendwelche parteipolitische Bindungen gehemmt find. . 'Wir haben uns bemüht, unser Jdeai der von Partcizwang freien einheitlichen Vertretung aller Konservativen auchin die Kreise zu trägen, die bisher in der Repräsentanz diesem .Zivange unterlagen. Leider ist uns dieses nicht in vollem Umfange gelungen/ Wieder haben sich einige konservative, durch Parteigeist zu stark befangene Herren zu einer Sonderliste zusammengetan. Nacks den Vorgängen der letzten Monate ini Gemeindeparlamcnt, die gelehrt haben, dast Führer jener Liste das vou uns verlangte standhafte Eintreten - für ionfcrvative Grundsätze nicht gezeigt haben, können wir die Wahrung/ der Geincindeinteresjen dieser Grsippe nicht überlassen. Zu lliirecht nehmen diese Herren für sich a l l e i n die Gemeindctieue in Anspruch.! Eine gr'osze Anzahl von Gemkindemitglicdern aus allen konservativen Parteien hat daher die Ausstellung einer eigenen Liste beschlossen^ Tie Ausstellung der unpolitischkonservativen Liste entspricht den Wünschen der überwiegenden