Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 2 (10.2.1930)
- Date
- 1930-02-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Nummer 2 HabbiDer'S^tD:ri Lu Berlin. K. Iahrgan; Gememoeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg DaS Gemeindeblatt erscheint am 10. eines jeden Monats und wird allen Mitgliedern der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg kostenlos zugestellt. Hamburg, IO. Februar 19.10. Druck, Verlag und Geschäftsstelle: M. Lehmann, ABC-Hoi. ÄBC-2traße 57. Fernspr.: Sammelnummer C 4 Dammtor 0737. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Syndikus Dr. R. M. N a t h an. für den Inseratenteil: E Loos. beide in Hamburg i Anzeigenpreis 50 <3 p. Ogejp. Ronp.-Zeile. Wahlen zum Repräsentanten-Kollegium > der (Gemeinde. Die Wahlzeit des gegenwärtigen Repräsentanten-Kollegiums endet am 15. März 1930. Termin der Neuwahlen wird hiermit auf den 23. März 1930 anberaumt. Zum Wahlkommissar hat der Vorstand Herrn Rechtsanwalt Dr. Hermann Samson, zum stellvertretenden Wahlkommissar Herrn Rechtsanwalt Bernhard David ernannt. Hamburg,! den 7.1- Januar 1930. Vorstand der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Unter Bezugnahme auf die vorstehende Bekanntmachung wird mitgeteilt; daß die Wahlen zum Repräsentanten-Kollegium der Gemeinde am 23. März d. I., voraussichtlich in den Stunden von 9 bis 18 Uhr. stattfinden werden. Angesichts der großen Anzahl von Wahlberechtigten wird eine erheblich größere Anzahl von Wahllokalen erforderlich sein als. in den früheren Jahren. Dementsprechend vermehrt sich auch die Zahl der für den Wahlvorstand benötigten Beisitzer. Herren und Damen, welche bereit sind, ehrenamtlich das Amt eines Beisitzers in einem Wahlvorstand zu übernehmen, werden gebeten, sich im Gemeindebüro schriftlich zu melden. Telephonische Meldungen können nicht entgegen genommen werden. Ich bitte, bei den Meldungen mit anzugeben, ob die Bereitschaft für die ganze Dauer der Wahlhandlung oder für die Zeit von 9—13 bzw. von 13—18 Uhr erklärt wird. > Bei der Zuweisung des Wahllokals wird auf etwaige Wünsche tunlichst Rücksicht genommen. Der Wahlkommissar Dr. H. Samson Rothenbaumchaussee 38. Und neues Leben blüht aus den Ruinen. Von Dr. Jacob Eoldberg. , :iEnp5 ruwn ov ns *vot Gedenke des Sabbathtages ihn zu heiligen! Zum wichtigste»! Bestandteil des Judentums gehört der Sabbath, der uns Juden in den Jahrtausenden des Galuth seelisch, geistig und körperlich aufrecht erhalten hat. Leider muß man jetzt vielfach die Beobachtung machen, daß weite Kreise unserer Glaubensgenossen durch die schwere Wirtschaftskrise unserer Zeit von der Beachtung dieses sittlichen Postulats abgebracht werden. Man soll über sie den Stab nicht brechen, sondern sich in die Lage dieser Bedauernswerten versehen, die vor die Eewissensfrage gestelltwerden, wenn es ihnen nicht gelingt, eine fabbathfreie Stelle zu bekommen, entweder am Sabbath zu arbeiten oder sich und ihre Familie Rot und Elend preiszugeben. Es genügt nicht, zu sagen: „Gehen.Sie doch zur Wohlfahrt", sondern cs ist unbedingte und wichtigste Aufgabe, aller interessierten Kreise, den jüdischen Arbeitnehmern Verdienstmöglichleiten zu schaffen, damit sie auch den Sabbath halten können. Viele sind hierzu bereit, nur zu oft hat jungen Leuten der Führer gefehlt, der sich um ihre Rot kümmerte. Es soll nicht verkannt werden, daß schon vieles getan wird, den jüdischen Arbeitnehmern zu helfen. Seit mehr als 30 Jahren besteht in Hamburg der „Israelitische Stellungsvermittlungsvfrein E. V.", *) dessen Aufgabe es ist. •) Hahntrapp 5 II, H 7 Roland 7306. fabbathfreie Stellen zu vermitteln. Aber wenn seine Arbeit von Erfolg gekrönt sein soll, dann müssen alle ihr Interesse durch Rat und Tat deweisenj. Es iit erforderlich, daß sämtliche Arbeitnehmer sich der Vermittlung de? Vereins -bedienen.' nicht nur diejenigen, die sich nach vergeblicher Stellungssuche schließlich an den Vercjn wenden. Gerade das gut auegebildete. Personal soll lich der Vermittlung des Vereins bedienen, denn nur hierdurch ittnn man die Arbeitgeber daran gewöhnen, ihr Personal auf dem Wege über den Verein zu engagieren. j Natürlich muß man auch versuchen, die Leitungen der Arbeitnehmer zu heben. Ties wird die Firmen, die am Sabbath geöffnet hgben. veranlassen, Personal'mit Sabbath frei einzustellen. Es müßten hier ebenso, wie dies m Berlin der Fall war.' Fortbildungskurse eingerichtet werden. Besonders aber den orthodoren jüdischen Arbeitgebern sollte es sehr am Herzen liegen, in ihren Betrieben Vorzugs wejse solche Leute anzustellen, die unbedingt Wert auf Sabbath frei legen. Es iit uns - verständlich, daß sie ihr langjähriges nichtjüdisches Personal nicht abbaucn wollen, es muß aber mindestens verlangt werden, daß bei jeder Vakanz sabbathhaltende Angestellte nach Möglichleit eingestellt werden. Bei rechtzeitiger Anmeldung wird der Verein immer die richtige Kraft zur Verfügung haben. Der jüdische Angestellte wird immer bereit sein, den Arbeitsausfall, der durch den Sabbath entsteht, durch Mehrarbeit auszugleichen, sowohl am /Sonnabend-Äbend. als auch zu jeder anderen Zeit. Es gibt genug tüchtige Leute, die in fünf Tagen mehr leisten, als andere in sechs. Auch nichtjüdische Firmen müssen interessiert werden, denn mancher würde es sicher, begrüßen, außerhalb der üblichen Geschäftsstunden eine Arbeitskraft zu seiner Verfügung zu haben. Der Verein versucht jetzt, auch in öffentlichen Betrieben, wie z. B. den Elektrizitätswerken, der Polt usw., ähnlich wie in Nürnberg und Berlin bereits mit Erfolg geschehen, Leute unterzubringen, jedoch müssen die Verhandlungen mit den maßgebenden.Behörde» abgewartet werden. Bei gutem Willen kann vieles erreicht werden. Es genügt nicht, nur jährlich seine paar Mark Vereinsbcitrag zu leisten,' sondern es muß: jeder — Job Arbeitgeber oder Arbeitnehmer —, Mitarbeiten. Jeder kannhelfen. Hundertt dem Judentum zu erhalten. Wenn alle die Arbeit der Vereins unterstützen, 'dann muß cs gelingen. Wir bitten um Mitteillung fabbathfreier'Lehr st eile». Talmud-Tora-Realschule G r i n d e l h o f 30. . Wir bitten-dringend um Aufgabe'von Vakanzen, lungsuchende wollen sich an uns wenden. Sprechzeit: Dienstag -5 — 8 U6rv Sonntag 12 — 2 Ilhr. Israelitischer Stellenvermittlungsverein. ■ H a m bürg 11 — Hahntrapp »5 II. 3tel Gemeindeversammlung. Auch ein Beitrag zur „G e me i n d e d e in o kr a t i Von Rechtsanwalt Dr. Sam Dessau. * 3n. diesen Blättern und im Hamburger Familicnblatte ist vor mehreren Monaten! über die Frage der Wahlrechts rcform lebhaft dislutiert worden. Die Frage, obdas in unserer Gemeinde übliche Wahlrecht mit dem Rechte der * Stimmenhäusung oder das mit gebundenen Listen demo-