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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1929-12-12 · 12 (12.12.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
5 (1929)
Issue
12 (12.12.1929)
Date
1929-12-12
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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1 Nummer 12 I i Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. , Seite 7 Die Bibliothek mid Lesehalle -er Gemeinde \ tafle; was bis jetzt | im Lande vollbracht sei, lasse ahnen, was in späteres Zeit dort sein werde. Die Erlösung. Palästinas aus her Verödung nahezu zweier Jahrtausende sei Sache dir gesamten Kulturwelt. — Einige Lichtbilder illustrierten dim lÄortrag. Ueber die Jüdin des Orients sprach am 20. v. M. der Berliner Umverlitätsprofessor und Direktor der Staatsbibliothek Dr. Gotthold Weil im Zionistisch-Alademischen Klub. Prof. Weil hat vor kurzem 4>/ü Monate in Aegypten, Palästina, Syrien, Mesopotamien, Persien und Kleinasien zu wissenschaftlichen Zwecken verbracht und dabei auch Gelegenheit genommen, sich mit dem Leben der Juden in diesen Ländern zu befajsen. Der Redner legte dar, dab die in den islamischen Ländern des Orients lebenden Juden geistig und wirtschaftlich zurückgeblieben seien, und führte dies wesentlich auf die islamische Umgebung zurück. Das lei um so mehr zu bedauern, weil das Judentum seine erste schöpferische Zeit gerade im Orient erlebt habe. Eine Ausnahme machten allein die palästinensischen Juden, welche infolge der Einwanderung aus Europa und ihrer dauernden engen Verbindung mit dem europäischen Geistesleben ein bestimmtes Ziel und bestimmte Ideale verfolgten. Besonders interetfant; waren die vielen in den Vortrag eingestreuten Einzelbemerkutigen. so erwähnte dex Redner z. B. bah die sephardischen! Jüdinnen in Kairo wegen ihrer vielfachen Sprachkennfnisse gesuchte Telefonistinnen seien. Man könne in Kairo eine telefonische Verbindung in jeder Kultursprache anfordern, um sie sofort hergestellt zu erhalten. Anden Vortrag schlob sich eine kurze Aussprache, hauptsächlich über wissenschaftliche Fragen, an der sich die Herren Landrichter Leopold, Prof. Markon. Marcus -Harburg und Dr. W. Unna beteiligten. hat in der kurzen Zeit seit ihrer Neuorganisation Anfang, dieses Jahres eine erfreuliche! Entwicklung genommen. Sie umfaht zur Zeit an 18 000 Bände: im Lesesaal liegen an 50 jüdische Zeitungen, darunter 10 aus Palästina, auszer den wissenschaftlichen Zeitschriften, aus. Wie nachstehende Statistik aufzeigt, erfreut sich die Bibliothek eines regen Besuches von Rabbinern, Akademikern, Schrif.stellern, Kaufleulen und Jugendlichen aus allen Kreisen. In vielen Fällen, wurden vom Lei.er der Bibliothek, Prof. Dr. I. Markon. wissenschaftliche Auskünfte für Referate und Dissertationen erteilt. Junge Gelehrte und Studierende benutzen die Bibliothek für wissenschaftliche Arbeiten. Infolge ihres reichhaltigen Bestandes und bedeutender Neuanschaffungen auf allen Gebieten der Judaira.- und Hebraica-Literatur, insbesondere der modernen Belletristik, Geschichtsliteratur, hcbräilcye?. Sprachwissenschaft (Wörterbücher) u. v. a. entspricht die Bibliothek den Ansprüchen weitester Kreise. In dem neu erschienenen 4. Bande der „Encyclopaedia Judaica" wird sie den grötzten Eemeindebibkiotheken Europas zugerechnet. Auch über jüdüche Kreise hinaus gcnietzt sie grobes Ansehen und wird ovn den Professoren der Hamburgischen Universität in orientalischen Wissenschaften häufig benutzt. Ihre Besucherzahl iw den Monaten Juli, August. September und Oktober ergibt folgendes Bild: Juli: 27 Besuchstage ... 429 Besucher August: 24 Besuchstage . . . 474 Besucher September: 26 Besuchstage . . . 586 Besucher Oktober: 25 Besuchstage . . . 488 Besucher November 22 Besuchstage . . .. 635 Besucher Vortragsabend in der Ostjüdischen Vereinigung. In der Opjüdischen Vereinigung sprach vor kurzem Herr A l f r ed Lrsser über die Bebrütung der Jewish Agency, die in der Zusammenarbeit der zionistischen und eines bedeutsamen Teils der nichtzionistischen Judenheit beruhe. Der Redner widmete dem Führer der zionistischen Organisation, Professor Weizmann, der »m das Zustandekommen der Agency sich insbesondere dadurch verdient gemacht habe, datz er sie gegenüber den Widers änden in den eigenen Reihen durchsetzte, Worte besonder:r Anerkennung. Die Grundlage der Aufbauarbeit in Palästina erblickte er in idealer-Hinsicht in der geschichtlichen Verbundenheit des Judentums mit dem Heiligen Lande, die poch immer in den Herzen der einzelnen Juden wirksam sei. und politisch und rechtlich in dem vom Völkerbund bestätigten Mandat. Für die europäische und amerikanische Judenbeit biedeute der Palästinaaufbau und ihre Mitarbeit an diesem! Werke das Gegengift gegen die das Judentum zersetzenden; Einwirkungen der nichtjüdischen Umwelt. insgesamt: 124 Besuchstage 2612 Besucher d. i. je'Tag durchschnittlich an 21 Besucher. Der Leihverkehr für dieselbe Zeit bietet folgendes Bild: Juli 220, August 229. September 280, Oktober 221, November 250. Bände, insgesamt 1200 Bände. Zur Zeit, Anfang Dezember, sind gegen 400 Bände ausgeliehen. Es ist beabsichtigt, von Zeit zu Zeit an dieser Stelle über die Neuanschaffungen der> Bibliothek zu berichten. Besonders hingewiesen wird auf die Anschaffung umfangreichen geschichtlichen Materials über die Vergangenheit der Drei- Gemeinden. sowie von Büchern, die in Hamburg, Altona und Wandsbeck gedruckt wordtn sind. Ferner verfügt dje Bibliothek über eine vollständige Sammlung der gesamten jüdischen.Jugend- und Kinderliteratur in deutscher Sprache. Die Bibliothek, die in ihtem Umfang der Bedeutung der Hamburger jüdischen Bevölkerung entspricht, füllt eine lange empfundene Lücke im Leben der Gemeinde aus. Sie bildet ein geistiges Zentrum im jüdischen Hamburg und dürfte bei weiterer Entwicklung bald über ihren jetzigen Rahmen hinaus gewachsen sein. _ Die Frauengruppe des Central-Bereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens veranstaltete am 25. v. Mts. ihre erste Arbeitsgemeinschaft in dem von Rabbiner Dr. Italiener geleiteten Zyklus „Gegenwartsfragen, behandelt vom Standpunkt des Judentums. Das Thema lautete: Naturwissenschaft und Religion. Herr Dr. Italiener ging aus von der Renaissance, die sich zur Zeit auf religiösem Gebiete bemerkbar mpcht, und steckte die Grenzen ab zwischen Glauben und Wissen.. Im Laufe der lebhaften Aussprache wurde auch das Verhältnis von Kunst und Religion eingeend erörtert- Auf Wunsch der Teilnehmerinnen soll Montag: den 16. d. M., ,dgs gleiche Problem eine weitere Behandlung erfahren. — I Die starke Beteiligung des grössten Teils der Anwesenden an der Erörterung zeigte das lebhafte Interesse für die von dem Leiter bei Arbeitsgemeinschaft angewandte Lehrweise. Eine grobe Anzahl Anmeldungen in die Frauenaruppe bestätigte bin Eindruck dieses Abends. Im Verein selbst, b vo« 1906 hielt Herr D Beifall aufgenommenesn Moses Mendelssohns:! der Redner den Werde! schildern, und reicher die Anwesenden empfju Dr. Veis, auch einer zu halten, zum beredt r id. Handwerker und Gewerbetreibender r. Alfred Veis einen mit grobem Vortrag über das Leben und Wirken Anschaulich und ausdrucksvoll wutzte ang Mendelssohns seinen Zuhörern zu eifall lohnte ihn. Der Dank, den den, kam in dem Wunsche an Herrn Vortrag über „Nathan den Weisen" Ausdruck. Das Jugendamt der Gemeinde hat Freitag, den 29. o. M„ mit Veranstaltung von <’ Freitag-Abend-Feiern für alleinstehende Jugendliche begonnen. Tie Veranstaltung selbst bedarf keiner Begründung: sie soll allen demjenigen, eine Verbindung mit iljren, Glaubensgenossen ermöglichen, welche den Wunsch nach einerlSjunde jüdischer Gemeinschaft haben.! Das Jugendamt erläbt aufGrund des bei der Gemeinde bestehenden Kartenmaterials besondere schriftliche Einladungen an die hierorts lebenden alleinstehenden Jugendlichen. Es ergeht aber hiermit an alle Jugendlichen die herzliche Einladung zur Teilnahme. Mit!,Rücksicht auf die beschränkte Anzahl der verfügbaren Plätzi ist schriftliche Voranmeldung dringend erwünscht. Die Freitag-Abend-Feiern finden statt im 2. Gemeinde- Hause, Johnsallee 54. Jugendamt der Gemeinde, Rothenbaumchausee38. _ Dame» und Herren, welche bereit sind, an den Freitag-Abend-Feiern des Jugendamtes durch Vorträge, Vorlesungen oder in anderer Weise mitzuwirken, werden gebeten, sick bei uns zu melden. Jugendamt bei Gemeind«.

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