Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1929-10-02 · 10 (2.10.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
5 (1929)
Issue
10 (2.10.1929)
Date
1929-10-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4891256-5444712-5444936--0473-4891659
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nummer 11 ner- £u Berlin S. Jahrgang Geineinoeblatt der Dl rutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg -l! c tt Das Gemeindebl> (eben Monats uni i der Deutsch- Hamburg -Jsr« e! r.ls< ^scheint am 10. eines wird allen Mitgliedern itischen Gemeinde zu nlos zugestellt. Hamburg, 2. Oktober lS2S. Druck, Verlag und Geschäftsstellen M. Lehmann, ABC-Hof, ABC-Strahe 57. Fernspr.: Sammelnummer C 4 Tammtor 0737. Verantwortlich für den redaktionellen Teil:1 Syndikus Dr. 31. 3)1 Nathan, für den Inseraten teil: E. Loos, beide in Hamburg Anzeigenpreis 503 p. Kgesp. Ronp.-Zeile. -U Kl Ihre haben durch meinde abgelöst H <-ch! ickwünsche zum Jahreswechsel »den für Wohlfahrtszwecke bei der Gerl :> S: S: cu nrilie :>r und und Se Se He Le He Her rer und Frau S a I 0 Back. „ Dr. S. B. Bamberger, M. Bauer, Gotthard Benschcr, Frau S. B u 1 t e n w i e s e r. Dr. Moritz Coh n, Frau E r n st Fink, „ „ Dr. Ludwig Frankel, „ Leo Elückstad 1. „ „ Bernhard Heinemann. „ G u st a v Heinemann. Feit Hirsch. . Goltlieb Jacobson. „ „ Dr. Ernst Kalmus, M. Lehmann, Verlag, Rechtsanw. Dr. Leonhard Leon. . und FrauA leiander Le'vy, „ Alfred Leon,' „ Heinrich Leon, Prof. Dr. Isaak Markon, Frau James M a t h i a s 0 n. „ M a n f r i e d Mendel. S. Nachum, ,. Dr. N. M. Nathan. M. Peritz. Thekla Picard. Frau Zahnarzt Dr. Erich Popper, Dr. I. Schumacher, Dr. Bruno Tannenwald. Adolf Wart sch. Joseph Wechsler, iir rr und Schwester und Weitere C p scheinenden Milt Borstand enden werden in den am 3. Oktober ereilungen bekannt gegeben.') der Deutsch-Israelitischen Gemeind«. um neuen Jahre! Von Stildl rabbiner Ar. Paul Rieger-Sturigan. ll eres Jahr bringt neues Hoffen T ei rem Leben steht die Pforte Ein:r neuen Zukunft offen. eues Jahr will neue Taten. Neue Arbeit wird gefordert: äen sollst du neue Saaten. Neues Jahr ist neuer Segen. Will zu neuen Paradiesen, Führen dich auf neuen Wegeii. Werdct neue Menschen! Der Wort inn des Namens des Neujahrsfestes „Rausch haschonoh": Allfang des Neuwerdens, der Erneuerung, der inneren Wandl mg. erschlieht den tiefsten Gedanken der Festzeit. Nicht A iederholung, nicht der ewige Kreislauf der Wiederkehr, To: idern Erneuerung ist seine Botschaft. Es predigt di« Mahnung, die einst Mose in das markige Wort gefaht hpt: „Werdet neue Menschen!" (Psalm 90). 1) Abgesch offen am 1. Oktober. Mit den üblichen Klagen über die böse Zeit wird keine Wendung zum Besseren bewirkt. Kein Mensch nt> imstande, das Schicksal durch Klag:» zu meistern. Das Neujahrsfest aber weist uns den Weg. über das Schicksal zu triumphieren. Nicht was'das Schicksal aus uns macht, sondern was wir aus dem Schicksal machen, ist das Entscheidende. .Glück kann verderben, Leid kann beglücken. Sei nicht Sklave des Schicksals, sondern sein Meister! Alles Leben heiht wandernd sich wandeln. Es wandert der Len; und wandeltsich wandernd in blühenden Sommer, in goldenen Herbst. Es wandern die Sonnen,, die Welten. Es wandert und wächst der Mensch aus Unrast in Ruhe - und Reife. Alles Werden in der Natur hat iein Gesetz in sich. Das Werdegesetz der Menschen heiht: „Werdet neue Menschen!" ■ Was tut Menschen der Gegenwart neu werden soll? Die Liebe, das Pflichlbewuhtsein. der, Idealismus! Reue Liebe tut ihm not, um aus der Stickluft des Hasses in den freien Gottcsodem reinen Menschentums zu wandern. Liebe öffnet! die Augen, dah wir int Menschen den Nächsten, im . Nächsten den Bruder sehen. Sie offenbart die feinen Zusammenhänge zwischen den Menschen, wie-eng unser Schicksal mit dem des Nächsten verwebt fit, wie unser Glück von dem des Nächsten abhängt. Wir brauchen neue Liebe. . R e tt e s Pflichlbewuhtsein tut dem Menichen der Gegenwart not. Pflicht ist das Gefühl für Gegenieitigkeit. Sie führt die einzelneit zur Einheit, sio weckt mit detz Erkenntnis der Verantwortlichkeit den Gemeinschaft-willen: lebe so, dah dein Bruder mit dir lebe! Die Menschheit gleicht heute den Menschen beim Turmbau zu Babel: einer versteht die Sprache des anderen nicht mehr: jeder kennt'nur sich, und darum-' bleibt der Turmbau Stückwerk. Sie müssen einander verstehen lernen, und der Führer zu solchem Verständnis des Nächsten ist neues Pflichlbewuhtsein. 9t e u e r Idealismus tut der Menschheit not. Die. Zeit krankt an der Käuflichkeit. Sie-kennt den.Marktpreis für alles. Das Geld ist der einzige Wertmesser, denn die Gegenwart ist ideallos geworden. Es gibt ein wundervolles Wort bei Wilhelm Raabe: „Schaut nach den Sternen!" Das Weltall ist an und für sich dunkel — die Sterne tragen das Licht in die Welt. Dunkel wie das Weltall ist das Leben. Gottlob, dah es Sterne gibt, das Dunkel zu erhellen. Jede gute und jede böse Stunde hat ihr eigenes Licht. Liebe und Treue, Ehre und Recht sind unsere Sterne. Sie geben dem Leide seinen eigenen Glanz und der Freude ihr heimliches Leuchten.' Die Menschheit braucht das Sonnenlicht. das den Alltag verklärt. Sie braucht den Ausblick zur Höhe. Denn, ohne Ideale ist das Dasein nicht lebenswert. ' ■ * Das ist die Botsckmt des neuen Jahres: Meistert, das Schicksal! Vergeht nicht über die Güter der Erde die ewigen Güter! Werdet neue Menschen! Der Gottesdienst der Synagoge. Von Else Schubert-Christaller.') . Der Göttesdicnst "bet Synagoge ist rin besonders klar geprägtes Gegenüberstehen von Gott und Mensch. Kein Mittler, kein Priester, kein von <stott eingesetzter Verwalter von Sakramenten erleichtert oder verwischt diese Tatsache. Der Gottesdienst ist deshalb in der Hauptsache Gebelt Die Vorlesung aus der Thora mit anichliehendev kurzer Predigt steht wohl im Mittelpunkt der Handlung, tritt aber aif Bedeutung 1 hinter dem Gebet zurück. _; ■ - M Einleitung aus der unter diesem Titel erschienenen Schrift der nicht jüdischen Verfasserin.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.