Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 9 (10.9.1929)
- Date
- 1929-09-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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A-ryMLl-L i i BaWitaßP-feHiiDap zu Berlin. Gemerndeblott 5. Jahrgang der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg DaS Gemeindeblatt erscheint am 10. eines jeden MonatS und wird allen Mitgliedern der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg kostenlos zugestellt. Hamburg, IO. September 1929. Druck, Verlag und Geschäftsstelle: M. Lehmann, ABE-Hof, ÄBC-Strahe 57. Fernspr.: Sammelnummer C 4 Tammtor 0737. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Syr dilus Dr. N. M. N a t h a n. für den Jnsera«nteil: E. Loos, beide in Hamburg Anzeigenpreis p. 6gejp. Ronp.-Zeilr. Palästina - 1K. Zionisten Kongreß - ]ewish-Agency Von Pr. „Dieses Leben, zu kurz". Will Lebendigkeit der Schritt gehen. Dah lichen Funktionen am Ende der trö die über sich hinau In Palästina. F. Danziger. Jerusalem. Men. eele, meine Herren, ist für unsere Seele viel dah das körperliche Leben und die , das Seelen - Lebe» einen migleidjcn diese Unabhängigkeit der beiden menich eststellbar ist. beklagt er. das; sic aber etliche Ausgleich für alle diejenigen ist. denken und damit'erst lebendig bleiben können, das will Goethe damit sagen. 2n Palästina Ergreift inan viele Spruchweisheite», viele Erfahrungssähe, die man sonsthin aus der täglichen Erfahrung leicht konzipiert, erst richtig, und gewinnt däbei» Denn es ist schwer darüber ins klare zu kommen, welche Fülle der Gesichte sich hier auf kleinem Platz zusammen drängt, wie viels> itig das Banale und das jenseitige Streben zu beobach en sind, wie die Erscheinungen neben und gegeneinander anp> allen, verlöschen oder fortleuchtcn. Um das denjniigen klar machen zu lönnen, die noch kernen oder nur i inen gelegentlichen Blick nach diesem Land' einer — wie. mir sicher scheint — bedeutenden Zukunft getan haben, muh man vielleicht besser ein pdar kurze Bemerkungen als lange Betrachtungen versuchen, auf die Gefahr hin, unpräziszu werden^ Hier hängt alles Urteilen und Urteil in viel höherem Mähe als in Europa von der Art des Bekchauens ab. „Tb jcktiver Wert" würde allzuschwer festzustellen sein, weil die Einheitlichkeit des Milieus völlig fehlt, weil fast alle Nationen der Welt hier Vertreter haben, alle verschiedener Tradition und Erziehung. Und alle diese leben hier in nicht g e r i ch» , — poligegenüber such selbst enderungen die es für Richdo our best. Der Franzo j e. Import wird das nicht a^uf den Alltag teter Stimm un tisch oder religiös — dem Land, das end von Tag zu Tag Ae unterworfen wird. jedes Auge nach einer tung viel schneller als sonst ein Land in seiner Erschein'ing ummodeln. Wenn in Hgmburg ein neuer Häuserblock, eine interessante' Pflanzung »entsteht, cs verändert nur dielen Platz selbst und seine Anwohner nehmen ruhig Kenntnis davon. In Palästina ist der gleiche Änlah ein grohes Ereignis, das form und eindrückbilsend für das ganze Land wird mit Schwingungen weit über Vfe Welt hin. Die Autoren, sagen wir Juden, Hauen — PalSstlnensiudte Landithafl Radierung von Hermann Siriick eine Unternehmung enlstelill. Der Stil ist ein kühner Schritt - Europa neuesten Dälums nach dein Trient — Landkauf und i Haus — eine Eroberung des Landes: der Erbauer ein Stück K o n g u i st a d o r — das Geschäft, das darin betrieben werden ioll: ein Weg in die Zukunft: etwa Eröffnung einer Fabrikatur, die neu ist, die jüdische» Arbeiter» Leben verspricht, die Einwanderung erhöhen kann: chls Geschäft betrachtet: immer ein grohes N i s > t o. das im Falle des Scheiterns alle jene "Attribute vernichtet und stiefe Depressionen auslöst. Und »nn von ein paar anderen Beschauern betrachtet: Ein Araber: Sie rücken vor, wieder etwas Neues, sic haben früher in unseren Häusern gewohnt: so werden die Mieten fallen. _ E i n Englünde'r: Pei uns stehen in einer langen Strahe lauter gleiche HäNier: die Judenmüssen jeder etwasanderes habe» — i interessant. Steuererleichterung, eigene» Schienenstrang habest sie bereits beantragt. We. \vjll Desttich c. Italiener:. Unserem gerade, nützen. Die Kirchen: Sind da» nun eigentlich Israeliten oder Kommunisten — in j:dem Fall:' unsichere Elemente einer un ' gewissen Zuiunsk. Wie läuft das aus'? Wir müssest uns 'vorsehen: bauen wir Bibelhäuser. Häliser für christliche junge Leute, die Augen offen hallen. Der Tourist: Vor zwei Jahren war hier nichts, alles ist hier verändert. Welch'eist Fleih, welch Mut,, erstaunlich. Woffür eigentlich'? S>e''arbei ten -doch lehr schwer, was wird aus ihnen, wer sorgt für ihr Alt«!r? Ucberall anders häl ten sie es leichter.. Was den ken sie selbst, wa^ hoffen ne'? Was hoffen wir eigentlich'? E.twsas wird hier doch. Was war' hier vor 10. vor 5, vor 2 fahren? Aber wo ist die bewegende Idee'? Nationalis mus nach diesem Krieg'? Tder Nulze der jüdischen Nation nach all dem, was jichiichc Ge schichte war'? Dieses Leben scheint für unsere Seele viel zu kurz. Ein anderer: Schön'? Ja. aber die Schweiz ist schöner. Hier regnet cs nicht -andaueriid. Warum die Jugend hier 'io blond ist und blauäugig merkwürdige Untreue der Na tur gegenüber dem jüdischen Tnp. Hebräisch, merkwürdig, aber nicht gerade geeignet für den Könner mit der groszen Welt. Wo liegt eigentlich die Zukunft dickes 'Landes? -Die Orangen? Engländer und Ju /