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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1929-04-24 · 5 (24.4.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
5 (1929)
Issue
5 (24.4.1929)
Date
1929-04-24
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Kemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Nummer 5 einer Nachbewilligung von 8800 3t.H bedarf, um Ausgaben bestreiten zu können, deren Notwendigkeit sich erst itn Laufe des Rechnungsjahres ergeben hat. Mit der Inbetriebnahme des neuen Gemeindehauses Iohnsallee 54 sind die bisher in den Räumen der Israelitischen Töchterschule und der Talmud Tora Realschule untergebracht gewesenen Horte für Mädchen und' Knaben ju einem Hort vereinigt und in Vas Gemeindehaus verlegt worden. Diese völlige Umstellung des, Hortbetriebes hat die Berufung. einer Iugendleiterin und die Einstellung zweier Praktikantinnen erforderlich gemacht. — Ferner hot das Jugendamt seit dem vergangener Sommer die Deckung - des Fehlbetrages übernehmen müssen, den das freie Komitee für die Schulspeisung infolge des durch die Wirtschaftslage verursachten Ausfalles an Beiträgen aufzuwenen hat. Die Schulspeisung bat die Aufgabe, allen Kindern der jüdischen Schulen Hamburgs, die darauf Anspruch erheben, oder von den Schulärzten hierfür heitimmt werden, ein aus Milch und Brot bestehendes Frühstück zu gewähren: ferner wird von ihr die Speisung der den Hort besuchenden Kinder bestritten. Wesentliche Unterstützung erfährt die Schulspeisung durch den Wohltätigen Schulverein: die Speisung der Hortkinder erfolgt von der Bolksküche der Gemeinde aus. von der sogleich die Rede sein wird. Ferner hat das Jugendamt dem Landesaus'chuß der jüdischen Jugendorganisationen auf seinen Antrag noch zu Gewähren von Zuschüssen zu Wanderungen und Fahrten an bedürftige Jugendliche IlOO j;.U bewilligt. Insgesamt hat sich jedenfalls em Bedarf von 8800 .7t. U ergeben, der zunächst von ihm eistgeworben wird, wenn auch damit zu rechnen ist, daß der Betrag nicht oder, nur zum Teil in Anspruch genommen wird, weil Ersparungen an anderen Etatsposten erwartet werden und ’ vielleicht auch indirekte Staatszuschüsse, zu den Kosten des Kinderhortes, die bereits beantragt sind, noch im Laufe des Etatsjahres eingehen. - Auch die Bewilligung dieser 8800 Jt.U wird vom Borstande beim Kollegium beantragt. Seil vielen Jahren entfallet die Bolksküche der Gemeinde «Rentzelstroße 13) eine von der großen Oeffentlichkeit zwar wenig beachtete, aber in Wirklichkeit überaus segensreiche Tätigkeit im Dienste der unbemittelten Schichten unserer Gemeinde. Die Volksküche speist täglich an 125 Personen zu Mittag, avßerdem erhielten während der Kältepenöhe 55—60 Personen täglich ein warmes Abendbrot.') > Außer für ihre eigentlichen Gäste und die den Hort des Jugendamtes der Gemeinde besuchenden Kinder, z. Zt. im Durchschnitt 60 80 Knaben und Mädchen, liefert die Bolksküche schon seit mehreren Jahren während der Dauer der großen Ferien für die an der Tagesferienkolonie teilnehmenden Kinder c durchschnittlich täglich an 230) ein warmes Mittagessen, das in doppelwandigen Gefäßen küchenv>arm an die Tägesferienkolonie geliefert wird. Während der Peßackitage werden die Besucher der Volksküche morgens, mittags und abends beköstigt. So stellt die Volksküche eine soziale Leistung der Gemeinde von nicht leicht zu überschätzender Bedeutung dar. Die Einrichtung der Volksküche, namentlich die der eigentlichen Küche und Speisezurichtungsräume, entsprechen seit langem nicht mehr dem Bedarf. Es find umfangreiche Verbesserungen und Ergänzungen notwendig, für welche der Vorstand auf Ersuchen der Leitung der Volksküche die Bereitstellung von 2500 .Tt.H, durch das Kollegium beantragt. Endlich haben die Kommission für Las Wohlfahrtswesen und die jüdische M i t t e hst a n d s h i l f e beim Vorstande die Nachbewilligung von 15 000 3tM bzw. 4000 77LH beantragt. Die Kommission für das Wohlfahrtswesen erklärt. das, sie trotz größter Sparsamkeit mit dem im Voranschlags bewilligten Betrage von 140 000 3t.% für das Jahr 1928 23 nicht auskommen könne. Der hartem lang anhaltende Winter habe nicht allein viele Eristenzen vollständig brachgelegt, sondernauch viele Krankheiten zur Folge gehabt. ^Die Kommission mutzte mit erheblichen Mietesowie mit Feuerungszuschüssen eintreten: außerdem verursachte die Erhöhung der Feuerungspreike wesentlich größere Ausgaben, als vorauszusehen war. ■ In ähnlicher Weise begründet die Mittelstandshilfe ihren Antrag auf Nachbewilligung von ') Während der Kälteperiode dienten die Räume der Volksküche ohne- Unterschied der Konfession auch als Wärms- Hallen, wobei den Besuchern kostenlos ein warmes Getränk zur Verfügung gestellt wurde. 4000 .Tt.H. Beide Anträge werden vom Vorstände den, Kollegium zur Annahme empfohlen, welches auch nach kurzen erläuternden Mitteilungen des Vorsitzenden des Vorstandes. Herrn A l f r e d L e v u, die sämtlichen vorstehenden vier Anträge genehmigt und auf Antrag aus der Mitte des Kollegiums der Kurzentrale 2000 Jt.W bewilligt. ' Die in Hamburg am 4. und 5. Juni stattfindende Weltkonferenz jüdischer Frauen, über welche wir in der vorigen Nummer des Ecmeindeblattes <S. 5) bereits berichteten, betrifft ein weiterer Antrag des Vorstandes. Unter Berufung auf die soziale Einstellung unserer Gemeinde hat die Vorsitzende des Hamburger Ortskomitees. Fräulein Werner, den Vorstand und das Kollegium um ihre Teilnahme an den Verhandlungen und um Unterstützung der Vorarbeiten gebeten. Der Vorstand beantragt die Zustimmung des Kollegiums dazu, daß die Gemeinde für die Veranstaltung des Kongresses einen Betrag von 1000 Sft.H zur Verfügung stellt. Das Kollegium entspricht ohne Erörterung diesem, vom Vorsitzenden als eine repräsentative Pflicht bezeichneten Anträge. Die Mitglieder des Kollegiums B a ch r a ch. E z c ch e l und Weißberg beantragen, die Jahressubocntion der Jeschiwa von 5000 JtM auf 10000 .AK ju erhöhen. Die Jeschiwa besteht seit ungefähr 8 Jahren: vier Dozenten, und zwar die Herren Rabbiner Dr. Jacobson, Jafse. Dr. L i ch t i g und R a b b i n o w sind an ihr tätig. Ihr Etat beläuft sich auf 26 000 Jt.H jährlich. Von diesem Betrage erhält sie 5000 .'/t.H von der Gemeinde, einen geringeren Betrag vom Synagogen-Derband. rpährend der Rest bisher durch'private Wohltätigkeit bestriltxn wurde. Die heutige wirtschaftliche Lage macht es aber unmöglich. diese Summe weiter auf diesem Wege auf zuoringen. Es ist allgemein bekannt, daß die Jeschiwa Großös in der Verbreitung jüdischen Wissens leistet: vielen Kreisen, die ihre Kurse besuchen und Wert auf gründlichen Unterricht in religiösen Fächern legen, hat sie Belehrung und reichen Segen gebracht. Die Gemeindebehörden haben sich lobend über ihre Erfolge ausgesprochen. Tie Anstalt hat stets eine völlig unpolitische Haltung eingenomstren und trägt durch ihre wissenschaftlichen Ziele zur Versöhnung der Gegensätze bei. Herr Rabbiner Rabbinow ist vielen hier lebende» Juden der geistige Führer und Berater, und für die religiöse und moralische Stärkung vieler Kreist unentbehrlich. Auch die anderen Dozenten, insbesondere Rabbiner Dr. Jacobson. haben durch Unterricht für die Jugend viel dazu bei getragen, nach dem Niedergang während des Krieges wieder züdisch-religiöses Leben in viele Familien zu bringen. Die vorgeschlagene Erhöhung soll dazu dienen, die Gehälter der Dozenten sicherzustellen. Der Antrag wird,' nach kurzer Begründung durch Herrn E z e ch e 1. und nachdem der B o rsitzende Bedenken gegen eine so erhebliche Beihilfe ge äußert hat. die einen wesentlichen Teil des Etats der Jeschiwa ausmache, dem Vorstande der Gemeinde zwecks Beratung bei Aufstellung des Haushaltsplanes für das 'Jahr 1929/1930 üherwiesen. Die dem Kollegium in einer besonderen Vorlage vom Vorstande vorgelegt« Abrechnung des Rechnungsjahres Januar 1927 bis Juni 1928 wird einem ans den Herren Alerander Levy, Offenburg und Schindler gebildeten Ausschuß zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen. Die Abrechnung wird im Gemeindeblatt nach ihrer Genehmigung durch das Kollegium zur Veröffentlichung gelangen. Der Vertagung verfällt ein Antrag des Vorstandes der Gemeinde auf Beitritt der Gemeinde zu dem geplanten Verbände der Gemeinden Schleswig-Holsteins und der Hansestädte, der, wie bereits in der jüngsten Nummer des Gemeindeblattes <S. 4) berichtet wurde, durch Umwandlung des Verbandes der Gemeinden Schleswig-Holsteins entstehen soll, und über dessen Aufgaben und Ziele an der erwähnten Stelle das Erforderliche gesagt ist. Die Gemeinde hat dem Verband bisher als außerordentliches Mitglied mit einem Jahresbeitrag von 1000 Jt.H angehört: der Vor stand beantragt jetzt, den Beitrag mit Wirkung vom 1. Juli 1929 an auf 2000 :7t,il festzusetzen. Herr Dr. Spitzer wünscht erst das Statut des Verstandes kennen zu lerne», bevor er sich zu dem Anträge des Vorstandes äußere, während Herr Alerander Levy beantragt, einen Teil der der Gemeinde in dem Ausschuß des Verbandes zustehenden Sitze durch Mitglieder des Kollegiums zu besetzen^ die das Kollegium selbst erwählen solle. Zu einer Beschluß-

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