Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1929-02-12 · 2 (12.2.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
5 (1929)
Issue
2 (12.2.1929)
Date
1929-02-12
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4891256-5444712-5444923--0395-4891589
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nummer 2 Sitzungen t>cii des Ty» 1. Mittwoch, de Anwesend waren die A. Cohn, Gotthol Dr. Leoy, P e l s, Äemetnbeblatt! der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Delegierten - 5l ollegliums >agogc»»T<crbandcs. Seite 7 r 9. Januar, abends llh r. Herren O f s e n b u r g . >Vorsitzender; . 3- Heckjch^r, Dr. Lanzlron, *». k, , v v. Schlesinger, Weissberg. £at« schuldigt Herr I. Flsirsveim. Erster Punkt dex Tagesordnung war die Wahl des V ü r o s für das neue Geschäftsjahr. Vor Eintritt in die Wahlhandlung gab Herr Prt Schlesinger zugleich n imens seiner freunde die Erklärung lab, dag für sie die Tatsache bestehe, dag es dem bisherigen Vorsitzenden nicht gelungen sei überall objektiv zu verfahren, «penn sie auch seinen guten Willen zur Ob- ' lcttivilät nicht bestreiten wollten. Er und seine Freunde würden daher um der Selbstächiung und der Ehre willen lei der Wahl des 1. Vorsitzenden rosige Zettel abgeüen. Daraufhin würde Herr Offenburg mit 5 gegen 3 Stimmen zum l. Vorsitzenden gewanlt, der die Wahl annahm und dabei erklärte, er fühle sich von dem gegen ihn erhobenen Vorwurf frei, werde sich in Zukunu aber noch mehr als bisher bemühen, unparteiisch zu sein. Bei dieser Gelegenheit dankte er dem Sekretär des Verbandes für die Unterstützung, die ei ihm in der Geschäftsführung des Kollegiums angedeihen lasie. 3um 2. Vorsitzenden wird, nachdem Herr Dr. Schlesinger abgelchnt hat, im 1. Wahlgange Herr St Cohn, nachdem auch dieser abgelehnt hat, cm zweiten Wahlgange Herr Weissberg gewählt. Zum l. Schriftführer wird mit 5 gegen 4 Stimmen Herr Gottbold, zum 2. Schriftführer Herr Cohn, und als dieser wieder ablehnt, Herr Heckjcher gewählt. ' Der Vorstand des Verbandes hat dem Kollegium seine Aemterverteilung süri das neue Geschäftsjahr mitgeieilt, Zum l B o r f i tz e n d e n ist Herr Abraham H e ck s ch e r, zum stellvertretenden Vorsitzenden Herr S. Leoy, zum Vorsilzanden der Synagogen - Kommission Herr Alexander Leoy gewählt worden. Die Einführung der neugdwählten Vorstandsmitglieder Alexander Levy undf Dr. Hugo Zuntz wird von der Tagesordnung abgesetzt. da gegen oie Neuerung der Einführung Einspruch erhoben worden ist. — Auf eine bereits früher vorarbrachte Anfrage bei; Herrn Dr. Schlesinger erklärt Hhrr Heckscher bezüglich des den Kultusverbänden zufallenden zehnprozentigen Gemeindesteueranteils, dag die Zahlung an die Kultusoerbände nicht pauschalweise nach einem Schlüssel erfolgt, sondern auf Grund der Feststellung der tatsächlichen Summe der von den Mitgliedern der einzelnen Kultusverbände gezahlten Gemeindesteuern und unter Zugrundelegung der von den Kultusverbandrn aufgestellten Mugliederlisten. In eine Kommission, welche zusammen mit Mitgliedern des Veroandsoorstandes mit Verlreterii der Gemeindebehörden über Abänderungen des Terbandsstatuts beraten soll,! werden die Herren O s \ e n b u t £ und Dr. Schlesinger eütsandt. In Sachen der vmn Vorstand, der Gemeinde angestreblen Einführung des jüdischen! Religions-Unterrichts an den höhehar der Voisstand des Verbandes dem dag er in der Angelegenheit augenblickm wolle. Da der Vorstand Gründe >ür mitteilt, beschliegt das Kollegium durch urg und Dx. Schlesinger mit dem _ , „ , „ „ i nehmen, um dann in einer Sitzung qm 23. Januar die Angel, genheit weiti r zu beraten. Damit schließt um yt 11 Uhr die ösjeutliche Sitzung. 2. Mittwoch, den A3. Jan lnr, abends 8% Uhr. Anwesend waren unter dem Voi sitz des Hirrn Oj f e n b u r g die Herren Cohn, Heck scher, G olthold. Dr Schlesinger. Weihberg; ferner als Kommissare des Verdandsvorstandes die Herren Kleve und AlexandersLevy. Der Vorsitzende begritzte vor Einlritt in die Virhandlungcn Herrn Alexander Leor, der an die § stelle des in jahrelanger Arbeit und durch Begründung der Lensians- und Fürjorgekasse des Verbandes verbleiten Herrn Willy Hirsch getreten sei, und sprach die Hossnung aus, dag der neugewählte Vorsteher, der sich durch feine Mitwirkung bei einer die gesamte Zudenheil Hamburg« bewegenden Angelegenheit verdient gbmach: habe, auch dem Synagogen-Verband wertvolle Dienste leisten werde. Herr Leoy erwioertr m l Worten des Dantes für das ihm entgegengebrachte Be traten. Zn -ihm lebe ein traditionelles Interesse für Gemeint! und Verband,,und in Erinnerung an seinen Erohvater und stimm Vater, von denen ersterer im Dele» aierten-Kollegium^ le j:er<r im Vorstande des Verbandes gelessen hätten, habe er sein Amt übernommen, das er in verständnisvoll» und friseplii^r Zusammenarbeit mit! seinen Mitren Staarsschulen Kollegium mitgeteilt, lich nichts unternehm:n diesen Entschluh nicht die Herren O l s e n b 1 Vorstand Fühlung zu gliedern tm Vorstand« 1« hre» gedenk«. Er hoffe, zur Stärkung des Verbandes, zur Harmonie mit der Gemeinde, den Nachbargemeindcn und allen, die mit dem Verband in Berührung kom^ men, beitragen zu können. Der hauptfächlichste Gegenstand der Tagesordnung betraf die Einführung des jüoychen Religionsunterrichts an den höheren Siaats>chuten. Herr Kleve gab hierzu die Erklärung ab, dass der Vorstand anlässlich der Entwicklung der Angelegenheit weitere Schritte nicht mehr für zweckdienlich erachte, während Herr Facob^Heckscher von dem Bescheid der Ober>chulbchörde (vgl. S. 4) Kenntnis gab. In Uebereinstimmung mit Herrn Kleve fügte er hinzu, dag sie Angelegenheit bei diesem Stand der Dinge keine Sache deo Verbandes mehr seif die orthodoxen Mitglieder der Gemeind Behörden würden selbstverständlich wie bisher in vollstem Ma ze für die Interessen der Orthodoxie einireten. Herr Dr. Schlesinger erklärte sich mit den Ausführungen der Vorredner nicht in jeder Hinsicht einverstanden;'die finanziellen Bedenken seien zwar erledigt, sie hätten aber, wenigstens für ihn. nicht die einzige Rolle gespielt. Er wünsche nicht, dag die Gen einde für die Einrichtung eine» liberalen Unterrichts eintrete, darin erblicke er eine Gefahr für die jungen Seelen. Er bct Herrn Heckscher, unter Bezugnahme aus seine Zusage, das Jr teresse der hamburgischen Huden» beit zu wahren. Die Erörtern m endete mit der Zurückziehung eines A n l r a g e s der Herren Cohn. Pels und Dr. Schlesinger, der die Einrichtung des Unterrichts an den höheren Schulen durch den Synagogen-Verband selbst und die Anstellung einer erzenen Lehrkraft bezweckte. Es folgten dann noch'eine Reihe von Wahlen in Kommissionen des Verbandes und einige kleinere Bewilligungen von Subventionen. - In der Erörterung über diese letzten kam wiederholt die SorgeMber dies wenig günstige Lage des Verbandes zum Ausdruck. Schlug 9% Uhr. ' ftritbfhta i 1 Der neue Palästin 3m März 1923 brach 00 des Regisseurs Josef Gal dem Toten Meer auf. Mündung des I 0 r d a n s m 0 n - Gebirge zu unternehmen, dieser abenteuerlichen Fahrt, bewohnte, ja zum Teil von Gegenden fübrfe, sind nunmehr genannten Film zu sehen, mit um bi I'jisracl auch kulturhistorische 2 Bilder von grosser Schönheit führen am Salzmeer durch will' ”■ ,r vergessene Klöster träumen, d< Dörfer beduinischer Fischer un> das sich auch heute nicht an >ers abspielt Zeiten. Aber schon ist der jüdische Pionier Gegenden vorgedrungen, und Palästina, afilm in Hamburg, l' Jerusalem unter der Leitung T s e r eine Filmervedition nach eine Kamera-Reise von der zu seinen Quellen im H e r - Wundervolle Bilder von die manchmal durch ganz un- Europäern noch me betreten« in dem in der Ueberschrift dessen Herstellung sich die Palästinafonds. der keren b ij'sod und der keren kajemet erdienste erworben haben. von'den Klippen Felsenschluchten, in "welchen n heiligen Fluh entlang, durch in das Leben der Nomaden, als in biblischen auch bis in diese tn grandiosem Gegensatz zu der neuentdeckten römischen Ruinenstadt D j e r r a s ch entrollen sich packende Aufnahmen vom Aufbau des grossen Elektrifizi-'rungswerkes, das der Ingenieur Rüthenberg zur Kraftversorgung Palästinas baut. Am Ufer des Tiberiasfees blüht bereits ein Kranz neuer jüdischer ^Siedlungen und auch noch im äuhersten Norden des - Landes, an den Abhängen des Herrn on. begegnet matt den Hirten neuer jüdischer Kolonien. Um diese Iordanrcise.. bas ergreifende Kernstück 'des Films, gruppieren sich Bilder von Arbeite- und Festtagen aus den jüdischen Dörfern und buntbewegten Szenen aus den Städten, von denen betonbers der Gegensatz von Jerusalem mit den Festen seiner orientalischen Juden und Tel Awiw, dem emsigen Zentrun. der zionistischen Kolonisation, stürfste Wirkung.ausüben. Ein ganzer Akt ist den „Heldinnen des Aufbaus" gewidmet und bringt Aufnahmen von der heroischen Arbeit der Pioniermädchen beim Strassenbau und in den landwirtschaftlichen Schulen. Reizende Ausschnitte aus dem Wirken der Kinderfürsorgestellen schliehen diese Reihe ab — besonderes Interesse aber werden wohl die Aufnahmen von Haifa auslösen, «0 eben mit dem Bau eines Hafens begonnen wird, der den ' Ort zum Weltwirtschaft» sichern Zentrum des vorderem Orients macht und wo erst vor wenigen Wochen ein grosszügiger Bodenkauf des keren kajemet I'jisrael die sozialen Grundlagen der rapiden Entwicklang gesichert hat, welche schon die Bilder dieses FUm» deutlich zeigen. Der Film gelangt Sonntag, den 17. ds. Mts., 11V« Uhr. im Waterloo-Theater, Dammtorstr.. zur Aufführung. 4

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.