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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1928-12-14 · 12 (14.12.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
4 (1928)
Issue
12 (14.12.1928)
Date
1928-12-14
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Gemeindet» UM & Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Nummer 12 Abschnittes, der eine abschileßende Würdigung von Pöbels Persönlichkeit geben soll, hier anzufügen. I „Aus all diesen persönlichen Zügen und den Lichöpfungen seines Geistes ersteht das Bild eines lauteren, gei tig schönen, bedeutenden und produktiven Mannes, der unserer Zelt und unserem Geschlecht, leider nur für so kurze' Zeit Schönheit, Glanz, Belehrung und Anregung verliehen hat. kine Figur, die allen urjüdischen Elementen Bestes verdankt und durch die Gnade des Schicksals von vornherein zu eine- Harmonie prädestiniert war, die nicht auf niederer Ebene, sondern in lustigen Höhen schwebt, war für wenige Jahrzchnte Besitz der Judenheit. Ls ist unser Glaube und unser, Hoffnung, dag diese Gestalt lallen, die sie gekannt haben, niemals entschwindet und auch kommenden Generationen nicht unbekannt sein wirb. Wir, die wir ihn noch kannten und seine i Schüler waren, müssen seine Lehren am Leben ei halten und in seinem Geiste weiter denken. Denn es ist fir die Zukunft des Judentums von hoher Bedeutung, dag. die seltene Synthese von vielfältigsten Kulturelementen oierschiedener Herkunsr nicht ephemer bleibt. Ueber den Reichtim am Elementen hinaus aber ist die einzigartige Verbindung, die künstlerisch-geniale Zummmensassung. selbst eine Bereicherung unserer Kultur, ja die eigentliche Leistung eines mo- , : deinen Denkers, sofern er Philosoph oder religiöser Denker oder beides ist. Gelingt es uns, die Produktivität d.es jüdi- \ schen Lebens und! Sinnens wach zu erhalten und fmtzusetzen, dann ist 3£ o 6 e Irs Werk nicht ohne Nachfolge, ist es vor dem Untergang beschützt und gehört sein Andenken gewitz der Ewigkeit an. ' Der Elternabend des Jüdischen Schulvereins, der am!',. d. Mrs. stanfands wurde von Herrn D. Frischmann in Vertretung des durch Krankheit verhinderten Vorsitzenden, Herrn D. Münd.est mit einer Ansprache eröffnet. Der Schul- ' verein bestehe nunmthr 10 Jahre und habe während dieser Zeit ssine immer wachsende Zahl von Kindern, zum größeren Teil aus nicht orthodoxe« Familien, zu ersassen vermocht. Neuerdings. nach Einführung des jüdischen Religions-Unterritchs in drei Privatschulen und nach Einrichtung von Kursen für. die reifere Jugend, belaufe sich die Zahl der durch dze Lehrkäfte des Jüdischen Schulvereins unterrichteten Kinder auf annähernd 250. Rabbiner Dr. Italiener sprach dann über „Die Aufgaben dqs jüdischen' Religions-Unterrichts". Die wichtigste Aufgabe söi, gottesfürchtige Menschen heramzubilden; dieses Ziel könne für Juden nur erreicht werden hurch Entwickelung der jüdischzreligiöfen Eigenart. Bibelkundej Geschichte der Juden, Hebräisch und liturgischer Gesang sind Diejenigen Fächer, die in der Schule besonderer Pflege bedürfen. Ger Schulunterricht muß durch das religiöse Leben in der Familie dje notwendige Ergänzung «inden. Erforderlich ist in der Gegenwart in besonderem Maße! die „Erziehung derlErzieher". Rrt Nachdruck wird die Wahrhaftigkeit im Religrons-Unterri, >t betont; die gesicherten Ergebnisse, der Wissenschaft dürfen de n denkenden Schüler nicht verschleiert werden. ' An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache, die in einer einmütig angenommenen Entschließung gipfelte. Der Vorstand der Genxinde soll ersucht werden, die nur Einführung der Unterrichts in den ordentlichen Lehrplan eingeleikeicn Maßnahmen derartig zu 1 Unterricht mit Beginn des neuen Schi werden kann. jüdischen Religions- Ser staatlichem Schulen beschleunigen, daß!, der iljahres aus, enommen a.>e Von dc oei : U". Reue n beTr.ur:, Jutenu «n'.s'.a Ce'i idle--..! Z Mit £i. ncl:;: ~ di'ci'ie Rcligion-schulc Schuito": -dlaender ammtor- 7n I0I, der Reuen! Dammlor Bericht zu: Die Reiigionss a m?n l r - S y n a g o g e ist. seit ihrem ugcnd - Geb . .chan der Reuen i c» nnl den Oirunblaicn des tra u machen, sie im heiligen Schr che- Bewußliein dhrch die Ken » m. Bolle- und feister Literatui fid Schülerinnen werden vertrau n. mit Th'nach und schließlich^ trum unter Berücksichtigung alle regelnden Vorschriften. — In Äbesid'..!r'e" r:.r Schülern der oberen iGumnasialkl il Schu:e:'.tl..''..n:n Gelegenheit gegeben, durch selbstän>i serafe und dukch ireie Au-iorache. durch gemeinsamem uze Geplant ist für die>» und in den tradition Le'ens. — Parallel lolche für erwachsene das Wsi'en vom Judentum zu geeigneter und -u vcrl:c'en, nhb die Probleme, die dem rer df'chen R-en'chen eiU. egentreten, herauszustellen und Jugendlichen Unterweisung im ixllen Melodien des Thora- und su dieser Arbeitsgemeinschaft l Schülerinnen und schulentlassen^ ynagoge. ynatzocze ule) der Bestie hen rfitionfllen fttum ßu tnisl der zu ktär-- genjacht it Mischdaq jüercn sen!und ige lRe- Bitsuch beheben jüklaren. fhasynuß l »aftosrahunft eine ' Rädchen. brlond f nderi u Im Laufe des Winters veranstaltet der Israelitisch« Tempeloerband im Tempel, Poolftraße 12/13, einen Zyklus von Borrräfteu, . über „Die Stellung des Judentums zu den Kulturproblemen der Gegenwart". Reihenfolge der Vorträge 2—5. 2) Sonntag. 16. Dezember, vormittags 11 Uhr: Staats- und Wirtschaftsprobleme. Rabbiner Dr. Dienemann- Offenbach. 3. Sonntag. 20. Januar 1929,! vormittags 11 Uhr: Das Bildungsproblem. Räbb. Dr. B a e ck - Berlin.') 41 Sonntag, 10. Februar 1929; vormittags 11 Uhr: Religiöse, Strömungen der Gegenwart. Rabb. Dr. Seligmann. Frankfurt a. M. > 5) Sonntag. 10. März 1929, vormittags 11 Uhr: Die neue Jugesid. Rabb. Dr. Lazarus-Wiesbaden. Tie Vorträge beginnen pünktlich: sie sind unentgeltlich und jedermann zugänglich. Vorstand des Israelitischen Teinpelverbandes. ') Der für Spnntag. den 13. Januar 1929, vor-, gesehene Vortrag mußte auf Sonntag. den20. Jansiar 1 9 2 9 verschoben werden. Auch hier steht im Mittelpunkt die Erörterung der Probleme dejüdischen Lebens, die die Jugendlichen besonders bewegen. Dazu kommt ein auf der Methode der Selbsttätigkeit aufgebauter Unterricht im Hebräischen. Zm besonderen wird bei dieser Arbeitsgemeinschaft die Besprechung des Pflichtenkreises der jüdischen Frau berücksichtigt. Als Veranstaltungen der Schule besuchen die Schüler und Schülerinnen der Neuen Dammtor- Synagoge unsere Iugendgottesdienste und die neu ringe ührten Freitagabend-Zusammenkünfte. Die Jugendgottesdienste finden in regelmäßigen Abständen unter aktiv e r Mitwirkung der Jugend statt. Jugendliche üben die Aemter des Vorbeters und des Thoraoorlesers aus. — Die Freilagabend-Veranstaltun.gen finden im.Sitzungsraum der Neuen Dammtor-Synägoge statt. Ein Sabbathtisch wird von den Mädchen bereitet. Nach dem Gottesdienst wird von einem Bar Mizwoh, und zwar immer von einem andern. Kiddusch gemacht. Eine Besprechung der Sidrah, von einer Lehrperson geleitet, gibt Anlaß zur Diskussion, an der sich die Jugend mit Eifer und Freude beteiligt. Nach einer kleinen Bewirtung werden Semiroth gesungen. Das gemeinsame Tischgebet, von einem Bar Mizwoh geleitet, beschließt die Veranstaltung. Für Chanukkah bereitet die Religionsschule der Neuen Dammtor-Snnagoge eine kleine, nur für Schüler und Schülerinnen und deren, Eltern gedachte Feier vor. um die Verbindung zwischen Schule und Elternhaus lebendig zu erhalten. Agnes Wolffson, der zU Ehren der Senat die staatliche Haushaltungsschule Humboldtstraße anläßlich der Vollendung ihres 80. Lebensjahres am 30. v. Mts. Agnes Wolffson-Schule genannt hat, hat sich durch ihr Eintreten für die Einführung des hauswirtschaftlichen Unterrichts in den Lehrplan der Volksschulen ein großes Verdienst um die Erziehung des weiblichen Geschlechts in ganz Deutschland erworben. Sie ist die Tochter J sa ac WolffsonS, des bedeutenden Hamburger Juristen, besten anläßlich der Aufstellung seiner Büste im Gebäude des Hanseatischen Oberlandesgerichis jüngst in den Tageszeitungen und auch an dieser Stelle ausführlich gedacht wurde. In jüdischen Dingen ist Agnes Wolffson niemals hervorgetreten. Georg Caros Lebenswerk „Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Juden im Mittelalter und in der Neuzeit" ist infolge seines frühen Todes unvbllendet geblieben. Seine handschriftlich hintcrlasienen. umfangreichen Materialien sollen jetzt veröffentlicht werden. Der 19!!0 ierschiepene zweite Band ist unter den Nachwelten des Welt lriagcs nicht genügend beachtet und bekannt geworden^ Er ist d«rch jede Buchhandlung zu beziehen. - .; ' . „ x i | - I . " Die „Hamburger^ Nachrichten!" brachten anläßlich der Urauftuhrung des Musiküramas „Debora und Ja'el" eine Besprechung von Pros. F. P f o h l, welche eine völlig schiefe Auffastung des jüdischen Gottesbegxiffes enthielt. Die Erwiderungen, welche die Herren Oberrabbiner Dr. Carleb'ach im ..Hamburger Familienblatt" <Nr. 45 vom 8. v. Mts.) und Rad- ^'"b^Dr. Italiener in der „C.-V.Zeitung" (Nr. 44 vom 2. v. Mts.) veröffentlicht haben, können hier auch nichts auszugsweise wiedergegeben werden; es sei hiermit auf sie aber wenigstens nachträglich hingewiesen.

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