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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1928-09-10 · 9 (10.9.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
4 (1928)
Issue
9 (10.9.1928)
Date
1928-09-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nummer 9 ©cm der Deutsch - Israelis t ejrfc Das Gcmeindeblatt erscheint am 10. eines jeden Monats und wird lallen Mitgliedern der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg kostenlos zugestellt. \0 7aX 10. Eevtember blatt 4. Jahrgang eineinde zu Hamburg Hamburg 02H. Druck, Verlag und Geschäftsstelle: M. Leßsmann, ABE-Hos, ABC-Ilraße 57. Aernlvr.: Sammelnumtner C 4 Tammtor 0737. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Syndikus Dr. N. M. N a t h a n, für den Inseratenteil: E. Loos, beide in Hamburg Anzeigenpreis Kvf) p. 6gesp. Sionp.-Zeilr. Ablösung von Rausch-Kaschonah-Glückwünschen. Zur Ablösung von Rausch haschonoh - Glückwünschen nehmen wir Spenden entgegen, welche je nach Bestimm munü der Spende vohltätiaen Zwecken bezw. Pen in der Gemeinde bestehen )cn Wohlfahrtsanstalten zugeführt wer den. Soweit die S;ender rwev die Verwendung der von ihnen gezahlten Ablisungsbeträge n-ick)t selbst pestirnmen. wird der Vorstani )er Gemeinde entscheiden. Die Ablösung svendcn werden erbeten in lar an die Kasse der Gemeinde, wochentäglich von ‘Jt-1 Uhr, oder an dds Postscheck! p»i to der Gemeiiwe; Hamburg 4üU. oder an mnes der Koiiten der Gemeinde bei der Deutschen Bank oder der | -Dresbucrj Bank, Depositcnlasse. Har vestchude. Die Namen derjenigen, welche chre Rausch haschonvh- Glückwünsche bei Uns ablöscji, werdest von uns in den zu Rausch haschonoh Erscheinenden Mitteilungen, außerdem in der Lkthbernummer des G em ein d c b l a t t e s» bekqnnt gegeben werden. In Anbetracht der Not vieler Hilft gung nach „ .-bedürftiger buten wir. dtr vorstehenden Anr Möglichkeit zu cnssprechen. Bor stand der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Gemelnschasl. Volt Rabbiner Dr. Italiener. Zn den letztenj Wochen sind während der Thoravorlesung wied» rholt die Wor;c vom ^npn dv. von dem „Taze der Ge meinre" erklungeis Wir vermeinen) den. Sinn der Worte erst richtig zu begi ifen im sichte der ernsten Zelt, die wir jetzt zurchlcben. Neujahr unp Versühnungstag sind „Tage, der Gemeinde", Tage der Geineinschast. da auch derjenige Jude, der während des ganzen Jahres nur in sehr loser Verbindung mit sljinem Judentum stand, sich auf die Quelle besinnt, der er dös Beste seines Wesens verdankt. In dieser Hinführung zur Gemeinschaft lieg: zur Zeit viellcicht die grüßet : Kraft bbjr Hohe» Feiertage. Ter An blick der vor Gott stehenden Gemeinde — jeder Einzelne mit i einer besondetm Not und seinem besonderen Hoffen — und doch alle pevcint in dein Bewußtsein, zusnmmep zu gehören als Mensel en durch die gleiche Vergänglichkeit vor dem Einen, der al ein dauernd ist, zusammen zu gehören als Juden durch dcs gleiche Schicksal,: alle umbiandet von der gleichen Feintsyast, alle verbunden dr^rch d»n gleichen Will rj. sich nicht z» beugen, sondern wie die Väter auszu harr» n auf dem Pasten, a.uf den die Vorschunst sic gestellt — ein s »scher Anblick hat etioaä ,@rof}cä;an sich. eS il ein Bild, das uns von Jahr zu Jabr aufs ^Neue erhebt; das sich unsci cr Jugend r »vergeßlich in diq Seele prägt. Eines freilich sollte nicht übersehen werden: dauernd'» Wert! empfängt dse'es Bild icrft daitn. wenn es nicht auf die wenigen Stunden des Gottesdienstes beschräntt bleibt. Ter Gc>st der Gemeinschaft muß aus dem Gottesbause in den Alltag strömen. Aus dem Tage der Gemeinde muß das Jahr, muß das Leben der Gemeinde werde». In der Gegenwart erscheint dieser Wunsch nicht boss nungslos. Von allen Seitc^r rickönt der-Ruf: Zurücks zr i Gemeinschaft; sehr laut erschalft er im politischen t” den. Immer energischer wird die Forderung erhoben, ii nerhälb jedes Volkes den We ck des Einzelnen nicht w-e früher nach dem zu bemessen, vas er besitzt, sondern na h dem, was er gibt, der Ge mei n sch ast gibt, in deren"MiNe er lebt. Innerhalb des großer»'» Verbandes der- Völle familie mehren sich die Bemühungen, den schrankenlosen Egoismus des einzelnen Volkes durch Eingliederung in die Weltgemcinschail der Natioinen unschädlich zu machen. Auf g e i st i g e »n und künstlerische m Gebiete ist deutlich eil e Abwendung von dem bloßen Subjektivismus zu Gunsten, der Hingabe an einen höchster objektiven Wert zu beob achten — eine verheißungsvolle Vorbereitung für eine neue religiöse Welle, für die Verwirklichung der Forderurig der Religion: Hingabe des Einzelnen aft Gott. Ja, selbst auf wirtschaftlichem Geb etc. wo naturgemäß der.Egois inns seine Position am zähesten verteidigt,- zeigt sich in der immer häufiger werdenden Bildung von Zusammen jchlüssen der Wunsch, eiurr noch größeren Vexschänung des Wirtschaftskampses voizubcugen. Am stärksten freilich ha der Gedanke der Gemeinschaft die Seele der, neuen Jugend entflammt. Tie „Bünde" der verschiedensten religiösen und, politischen Richtungen, die opferwillige Hingabe» des E nzelucn an die Idee des Bun des. sind glückliche Vorzeichen für eine Renaissance unserer Kultur, für eine Rückkehr zu der uralten Forderung, daß der Einzelne für die Gemeinschaft sich opfern muß. eine Forderung, die in dem bekannten Dichterworte von dem' „Stirb und Werde" ihre klassische - Formulierung ersah ren hat.! Keine Religion) in der dieses Gedanke mit größerein Nachdruck betont wüiche, als im Judentum. Nicht nur. daß —hebenbei gesagt — das nfbcn1'jitifrte Tichterckvorr sich bereits im Talmud findet: .Mas soll der Men-sch tu», daß er lebe'? Er,lerne sterben" (T»>»id 32 a) .— alle unsere Gebete, an den-'.Hohen Fei»:rtag:n zumal, sind Gemein schaftsgebete. Unser Vater — w i r haben gesündigt Höre Israel, der Ewige un se r Gott —. Tahcr die Kraft der Gebete.- Ter Einzelne vergeht; Wert und Dauer «mp sängt er nur-durch die Gemeinscjaft, für die er lebt. Ter Tropfen zerstiebt — aber de« zum Meere drängende Strom — er bleibt. ■ - - Weil dieser Gemeistschastsgcdnnke unter uns Juden dauernd lebendig war, darum hat dus Judentum alle Stürme der Weltgeschichte zu Überwinder vermocht. Tie von dem religiösen Wi len der! Einzelner zusammengchaltcne 'jü dische Gemeinl»e hat sich stärker erwiesen als die mächtigsten

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