Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 7 (10.7.1928)
- Date
- 1928-07-10
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 76% known words query
- IRI
…/4891256-5444708-5444895--0319-4891520- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Selm 1× ep/1045700
OCR text
Nummer 7 allein, was bisher a» weichen und deshalb denken: „Nur iit's n freien fvoinposilionen nitzer alte Tonarten r nimmt. Adonai mol diesem Gl diele geschrieben wurde, ab je» einigen wphl einiges 5iop -zerbrechen verursachen mögen, Sci muh da an die Worte von Hins Sachs Gcineüideblatt l>ct Deutsch - Israelitischen Gemeinde. cht. leicht zu behalte», und d rs ärgert unsere Alten." Merl vürdigcrwcise fügen sich trotzdem diese ^Seite'7 - »die Bcrionungen ein, bei d msn Nor c »er Ehasoiius Melodien zur (»rhndlage cli. zwei ä 'scliomru, ein Nilornel für Orgel und das daraus folgende ivaj’cluillu, die beilien letzten sind zwei wirkliche N«> nnetlstückchen.! Das Aus und lLitheben deß Thora ist meines Erachtens die grotzzugigile Arbe und oerrät. das, hier ein c fiter Mu liier am Werke war. i!r hemmungslos, wirklich inspiriert, eine reine musikalische Spruche spricht, ohne auä, nur im gesingslen zu konstruieren. Nur einige wei ige Themen, die illerdings in ihrer Melodik jeh: originell jund weit ausgespcnnt sind, fügen sich liier zu eilten musikalischen stilejinheitlichen Bgu. der in feiner Wirkung, olne in billigte, kleinliche Untermalung-z» verfallen oder gar esfcklvolle Aentzerlichkeitcn zeichnen.zu wvl len, den tertliche» B> rwurf infgenialet Weise gelöst lsat. Bon den sieben ^eduschauä lit jede, einzelne in frhrpr Art thematisch recht origii dl ersunqen und stellcnwciie t er t innni scheu Tcsitvorlage wunderbar anäeiafzt. ^Auch hier iil wicideium der Orgelpart durch >e vornehme kontrapnnklvchc Bthand lung des Ein.zejsliinine i von hohem musikalische» Wei t. Eines hätte Nornitzcr hier rermeiden! hönnen. Das Und lie funcn Ehaionüs Nezitative hi cchuy eloltviiu in Nenner 4. 5 und 6. Sch erblicke da i i eine gew ne Stilloiigkcit 'bei de: sönck obwaltenden moderne t Schrcibtöefe dieser Stücke, (>aiz ein heitlich und stark in di r Erfindung iil wiederum die Neduichoit Nummer 8 mit Chor. Necht anspruchsvoll für den tärlieten den Nkangkörper und den Soliden. ick doch jeder einzeln: Salz von crleicner NIangsch inheil. , Da. wo Nornilzcr alte Weikjeil bearbeitet, wie bei df'il-.'Ii, hat man sofort die t nbedingte iGewiszbeit. dasz er wie kaum ein zweiter das Einfü!,lungsverntöien in den Stil düier alt-.i, Tonarten beätzt. Sä möchte djjeiv edlen Perlen linieces Elm ionus in solcher Bearlckitung als! ältklafsische Mnüt bczei Imen: denn dann erkennen ui: erst die >gkinze Schönheit dieser tNu'ik. wenn iie uns so kricka I I ir cntgilgrnlcuchtet. Sch möchte hier fugende rechts charakteristische Sticke unerwähnt lassen. En deutsches Neujahrsliech „Sabces Numniet 12, in dem!lo nitzer diejNauich Haichonoh kNcariw Melodiq verwendet Nil einem fttjgaliich gearbeiteten Mittel latz. Es iit das eine e,r ckiminuings und gehaltvolle Nom poii1ion.i Der ganzer Bailoralcki ntnung gehaltene k'wikki» rali iit ein von tiefstcr Znnigkeif Ibeieeltes Stück. Neck t jinter enant sind auch die B almenrezitalive Nummer 27 inb 28. Bon dejD Trauunasg,! i igen iit wieder 'Nummer 32 boruch liab» eine choristische ' Inditarbcrt jmit einem gewaltige!! Hö'ie punkt und einem Schluf, der wfe ein echtes Benedict is >airs klingt. Endlich, cinmc l ein lioruckki Imbo, der nicht i i>r aus einigen aneinanderger il! len Akkorden besteht! <jum Schlusz fühije ich noch ejnige Nompositioiien wohl ursprünglich nic >8 auch von der Allst!» über einer gleichrhnti i die in ihrer Harmonik das gan:e Stück bcengcji haltiam uchenden Sel gesängc. 'Nummer 4» U gedacht sind. Das it: waani j s’tillossi, Nummer Bioline, Orgel und ei ic Altckinine. Dif'es einer ganz eigenürtig m Nlangwiflung. EiNc sehniuchlsyolle nicht enpcnwollende xUselodie. sowohl von der Bio inte als Schwing n: Nummer und Nurimer 42, Die tt überichri, den, lind un n iit in.ih er motivi'chci sie verbreitet eine wchi mung. d ummer 41, in seinen chorischen Au grosz in der Linienfü» vielen Stellen recht l Werke ehrlichen 'innehmen in warmblütigen niiJit ende" , . m , die für den! E.ebniuch im EioUcjsdfieitcke für ne getragen, schwebt gewisseiniahe» ch dahin chreitcnden Orgelbeg ei nng. Nicht zur Nuhe kommen sann, bevor ick. Es iit wirklich aus einer uifau ucht heraüs geboren. — Drei-Trater ll und 4st. sind gewollt in Siriitan stiininunä getaucht - <Oi sink hernieder, Nacht der i.'icp:!). Die teil ichen llnterlagxn? 'Numiiier .40, Erhebe, Seele, »cine jb, Was )iit der Bcenich auf Eiken, r beweine», sie und geborgen, . Truck lingt dafslr geeignet, und die Pc liik mrchsührUng incisterhait g einig dl lütig weihevolle, trostspendende dKas iit delf Bcenich auf Erden' fbau ganzj modern, fast atonal »>ng der eiuzelnen Stimmen11 nt> erb im Luiammenklang. Hie sich Lkoriiitzer wieder tcjnz als Mrüt/er der Satzkunit. Aus dem ganzer, dklerk Zvarnitzers habe ich ‘mjr Wesentlihste hcrausg, halben, lim es einer kurzen, kt Betracht ing zu unter ziehe». Was uns aber an der» sanitschasfen Lkornitzers so stark interessiert und hi: seine "" ' " .einer itz, , iit, Imii wir es hier mit Muük zu, tün haben. Das-absolute hbt, lim rrird Iper an tiisit das t>»c- .Uiiimcn dieies. Musikers dokumentiert sich aber in der meiner' haften Behandlung des Ehor- und Orgcliatzes. Zkornitzcr schreibt modern, aber modernim beiten Sinne des 'WZortes. nicht willkürlicki losgelön von jeder Uebcrlieferung, sondern sein tkeilworl iit. wie das eines jeden guten Bkusikers. auch des modernsten: „Berachtel mir dfe Meister nichf und ehrt mir ihre Jhinit." > Stilverschiedenheit, der veiichiedcnen . Zkompositionen ick unverkennbar, das liegt wolil ..gröjzercn Swüchenrauinrn ihrer einzelnen Zlonwoütion erkennen men eine unbedingte Einheitliihkcit in Stil und Aurban. Das ick ein Stil, der als Sana togenmuiik in Sonn. Bkelodik und. Harmonik durchaus neuar halb dieses d8erk als einen ül!: unierer geistlichen Musik bezeichnjen. . Es ick wohl anzunclnnen. das; e^ deshalb aut gröjzere Widersprüche iloszen kann .Das war, vor allem in der Zi u n it, immer io, wenn jemand es wagte, in seinen Schvp'Ni:- gcn die althergebrachten Eckeiie . zu verlassen unb eigene 'Wege zu geben. Aber Stillstand ist und bleibt nun einmal Nückgang. Möge dieies von echten künstlerischen Sifteniionen getragene 'W>ekk nicht nur bei deli interessierten B!u!ikern unh Zkantoren anregend und mögen endlich einmal die weite geregt werden und sich daraus grohe. heilige 'Ausgabe gibt, Silterejie ati'zubringen hir ihre die iie b sher io stiefmütterlich behaneigene geistliche Muiit dclt haben. Aus dem Briefe eines Äand'erbeMers. Die ^jentralnelle jüdische 'AZanderkürsorge.kür' .* Baden und Pfalz pervifentlichl das schriftlich, nie dcrgelegte Bekenntnis "eines -jungen Bkanncs, der vor vier Sahren dein diZanderbettel anbeimfiel und 'ich seitdem unter verschiedenen diarnen und mit gefälschten Pavicren im westlichen Europa, beionders^aber in Süddeutichland herningetricben hat. |° '.Ncannbeilin, den 5. Dezember'-1927. •.. Sehr geehrter' Herr Sekretärl Es >'ind 'jetzt vier Sabre hed, datz ich begonnen habe, dies unselige. Handwerk auszuüben. Sck> bin ein Selm achtbarer Eltern, habe auch reiche angesehe ic Bcrwandte hier in D-eutich' land, und es mar nur Abenteuerlust, die mich dazu, verleitete, von Stadt zu Ss^idf,und von D'and zu t'and zu ziehe». Schon in meiner Sugendznt verübte ich' nianche tolle. Streiche, es tarn.der Zirieg, die. dlächkriegszeit. die Snflation.' die mir zu alien ntöglichen Unit-rrcktheiten verholien haben: später taten dies die jkameradtlt, die ich aus' der 'Wtanderichaft keimen lernte. Das waren zumeist routinierte Schnorrer, rasiiniertc Hochstapler, die muh in alle» möglichen Tricks unterrichteten. Das. t.'etxm der Schni>rrer ick nur auf Lüge auigebaul und je bener man lüge» kann, decko gröfzeren Eriolg bat man zu verzeichnei. Pch habe oit schon, die- Leute verdammt, die mich in -dei ersten ^feit mit Eeld unterstützten. denii nur diesen Leuten kanii ich es verdanken, .da» ich zum richtigen Schnorrer geiiordcm bin. Sie haben 'mir den Weg -leicht gemacht. Sch-habe iit. den vier S^itzreii, zirka 500W Bcark ztuaniinengesckmorrt. und aut die leichtsinnigste Art wieder vcrichwendel, Sch Hube nicht nur Privatpersonen, soikdetn auch Sustitutiönen, Bercine und - Süriorgekaiien auf schain-Ioiwte Weise belogen und betrogen, und zwar unter verschiedenen 'Namen. Sch bin zutn Parteiispiclcr, klrkundeNsülicher «indem ich mir. verschiedene-. Päjie ielbck fabrizierte, odjer,erschwindeltet herängewachicn. ' Sn Deutschland, Schweiz, srankreich, Belgien. Holland, batte ich gm meisten Erfolg. Di - 'Arf uiid Wei>e. wie ich zu Werke gikig, iit viel z» komplizi:rt, als da» ich ne auf das Papier zu fetzen imstande wäre Sch bin kein cin-zelner, es Und viele Hunderte, die aur cleiche Art ihr Sortkomnien iüchen. Die Schlimin!tcii find iie, die andere junge Leüteaut dreien 'W>eg ^verlei^cn. Die inciiten können nicht mehr zurück, und die Schuld trifft mei»er Anächt nach nur die. die' E.eld an solche jungen Leute vciabrcjchen und ihnen dadurch dazu verhelfen, diesen schändlichen Lebenswandel fortzuietzen. Ein ganzes Buch wäre'nicht iinckande, die.Nniffe. die eilt einzelner auibringk, zu schildern. Stznen, der die Leute unsexxs Schlages durch'chaut. ick es nicht notwendig, alles zu schildern. Sie kennen die Schlickte, :und deshalb meidet io mancher Slire Naisz lind verlegt sich aus die Landgemeinden, die immer noch glauben,, dasz ihre .Zedäkab am rechten Platze wäre., lüeradc Leute, die glauben, das; iie sich auf diesem tüebiele auskenne». fallen am mkickcir herein. Es gibt nur einen an den -mehr oder niinder Entstehung.. Aber in jcdett wir bis auf.wenige Ausnah' ig ick, und ich möchte des' ndepunkt in der Entwickluwi befruchlettd wirken, sonheru en Mrei'e der Sudenheil ai^- bcsiNneti, das; es für iie die