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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1928-06-10 · 6 (10.6.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
4 (1928)
Issue
6 (10.6.1928)
Date
1928-06-10
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Gemeindeblatt der Deutsch ehrung, deren sich der Heimgegangene weit über seinen amtlichen Wirkungskreis Hane rühmen dürfen. Anger den Herren Rabbinern Dr. M. Jacobson. Bamberger-Wandsbek, Dr. Italiener erschienen Vertretet des Vorstandes und des Repräscniantcn-Kollegiums der Gemeinde, des Synagogen-'und des Israelitischen Tempeloerbaithes: auch die Vorsitzenden der Nachbargemeinden waren anwesend. Nach einleitendem Lhorge'ang ergriff Rabbiner Dr. Holzer das Wort zu einer von tiefem Empfinden getragenen Gedenkrede. Die Ewigkeitswerte in des Heimgegangenen, Wirken aufzuzeigen, harre der Trauerredncr sich zur Aufgabe gestellt. Diese erblickte er in dem rabbinr'chen ' und dem menschlich-sozialen Wirken des Toten. Als Rabbiner sei er ein Verteidiger des jüdischen Hauses, der jüdischen Lehre, der jüdischen Eeiskeswelt gewesen. In seinem Kampfe für sein, religiöses Ideal und die von ihm erkannte religiöse Wahrheit' habe er, ein Kämpfer auf dem Wallt', wohl manchesmal Wunden daoongelragen, aber er sei zuletzt doch Lieger geblieben Lo hürfc man. ihn dem Abraham der Bibel vergleichen.: denn gleich diesem habe er „Seelen geschaffen"., d. h. Menschen für die Lehre Israels gewonnen, die ohne ihn ihr vielleicht verloren gewesen wären. Als Mcn'ch habe er gewirkt durch die Schlichtheit und Einfachheit seines We'ens. In dem Tun und Lagen des Alltags habe^ man zu der Hoheit seiner Lebensauffassung emporblicken müiien. und in seiner Auffassung wiederum von-den höchücn Dingen habe man die Natürlichkeit und Demut seines Wesens bewundert. Bor allem habe er aewirkr durch seine alle umfassende Men'ch.'nli'be, io dasi sein Bild, das Bild eines fühlenden und sozialen Men'chen, in den Herzen aller derer, die ihn konnten, bleiben werde. — Die Rede machte arn die Trauerocrsammlung einen tiefen Eindruck, der noch dadurch verstärkt wurdet dasi der Redner in den Eingangsworten der Iahrzeit. des verstorbenen Obcrrabbiners Marcus Hirsch b’Tt gedachte. — Mil dem Vortrag des wim bx durch Hertn Oberkantor Gelber, den eine gröfstre Oeffentlich'eit hierbei zirnr ersten Male hörte, fand die Traucrfeier ihren Abschluss. . . Auch die jüdische Presse aller Richtungen har den Verstorbenen in ihren Nachrufen in überaus anerkennender Weise gewürdigt und ocehrt.' — Der Vorstand der Gemeinde hat der. Familie des Verewigten in einem herzlichen, -feine Verdienste und icine Persönlichkeit in gleicher Wein: würdigenden Schreiben die Anteilnahme der Gemeinde ausgesprochen. * Auch der Heimgang Salomon Eoldjchmidts; der am 9. v. M. unerwartet in Wiesbaden dähinging, hat eine in uniercr Gemeinde ebenso einmütige Trauer hcrvorqcruscn, war er doch ein Mann, den ein seltener Adel der Gesinnung. Lauterkeit des Herrcns. Tiefe des Gemüts. Reichtum des Geines, eine erlesene Bildung und eine kunstfertige Hand ein goldener Humor uNd Ernst und Wahrhaftigkeit der Lebensauffassung in gleicher Weiie auszeichnclcn. Wie viele ihn verehrten, wie viele ihn ihren freund nannten, das kam am "'13. o M. bei «einer Bestallung'zum Ausdruck, durch die Zahl der Anwesenden eben!» lehr wiein den Ansprachen, .die alle seine Persönlichkeit zu charakterisieren strebten und doch ihn nicht ganz darzustcllcn vermochten Rabbiner-«Dr. ol ze r schilderte den Heimgegangenen, der. still und sich sekvstUenllaend, seinem Berufe und seiner Kunst lebte, der ein treue»: verstand-' nisooller Bewahrer'unseres alten Erbgutes war und Geist und Herz ausichlosi rür das wertvolle Neue. Er dankte dem^Heimgegangenen dafür, dag er den nationalen Gedanken des Judentums hochgchalien und als Mitbegründer und lange Jahre eifrig tätiges Mitglied der ersten Hamburger Loge des Ordens Bne Brirh deren Ideal verkündet und in die Tat umqefetzt habe. Rabbiner Dr. Jacobson sprach namens der Beerdianngsbrüderichafr der Gemeinde dem Hcimgeaanaenen. mit dem ihn auch persönliche Freundschaft verband. Dank aus für seine langjährige Mitgliedschaft' und gedachte auch des Verdienstes, das Salomon Eoldlchmidt sich als Verfasser einer Geschichte ’ der Brüderschaft 'um diest erworben hat: Herr Salo Unna iorach.nameiss der Familie: Herr Martin Cohen für die Anaeitcllien. Leine Worte waren so recht ein Zeugnis für den Toten, zeigten ne dock, wie er seine Angestellten zu Arbeitsggfährlcn und za Genossen der Welt seines Geistes machte. . Als letzter iprach Herr Dr. M ü l l c r - R a st a t t; er zog durch «seine göwaltige Rede die ganze Trauerveriammluna in seinen Bann und fand für das Innerste von Lakomon Goldschmidts reicher Persönlichkeit die glücklichsten Worte. * Die Herren Raphael Bächrach und Adolf C a s p a r n sind in dckn Vorstand des Israelitischen Temveloerbandcs gewühlt worden. -Israelitischen Gemeinde. Nummer 6 Kindererholunqsheiin Wiltielminenhöhe. Die Kleinkinderabteilung des Heimes ist das ganze Jahr geöffnet. Aufnahmen finden zu jeder Zeit statt.' Die zweite Ferienkolonie beginnt Monntag, den 2. Juli. Anmeldungen Montags von 4—6 Uhr bei Frau Elfe H a m l e t, Schlüterstraße 52. Frau Emma Levy, gcb. von Lon, ist anstelle der verewigten Frau Bertha Levy, geb. Alexander, zur Ehrcndame des Altenhauses der Gemeinde gewählt worden.!. Die Herren Dr. med. Raphael M ö l l e.r und Joseph Löbenstein sind anstelle des freiwillig ausgcschiedenen Herrn Herbert Gotthold und des verstorbenen Herrn Siegfried Levy zu Mitgliedern des Vorstandes der Alten und Reuen Klaus erwählt worden. . * .! In den G l t e r n r a t der Talmud Tora-Realschule würden gewählt die Herren Raphael Pljaut, Markus Wolfermann, Dr. Siegfried Barluch, Aron Auerbach und Dr. Isaac Caro, und die Damen Frau Julius Philipp, Frau Max D a n i e l i Frau Siegfried Levy und Frau Liegfr. Halberst adt: in den Elternrat der Israelitischen Töchterschule die! Herren Alexander Nörden, Ivan Emanuel, Ernst Fink, die Damen Frau Tilly Zuntz, Frl. Eextrud Benzian, «Frau Toni Iotkowitz, Frau R oss a Heilbrunn, Frau Hanna R e n d s b u r g und Frau!B c t t y H c r z. *!! Anstelle des verstorbenen Herrn Hermann Rüben wählte die Kommission für das Wohlfahrtswcscn der Gemeinde ihr Mitglied Herrn B c r n h ah d Phtlip zum Siechenpflcg^r. Das größte wcrbesporiliche Ereignis Hamburgs, der traditionelle A lst e r - S t a f f e l l a u f^ brachte dem Hamburger Bar Kochba einen glänzenden Erfolg. Der Verein konnte sich trotz schärfster Konkurrenz unter ca. 100 startenden Mannschaften den tz. P l a tz im Gesamtklasiement sdas vorletzte Mal den 23.!) erobern und in der 2. Kiasie des Hamburger Lcichtathletikoerbandes (Nichtligavereine) als Sieger Lurchs Ziel gehen. Für diesen Sieg durfte der Bar' Kochba den silbernen Pokal des „Hamburger Fremdenblomes",!der als Wanderpreis dreimal in beliebiger Reihenfolge gewonnen werden muß. zum ersten Male in Empfang nehmen. Dieser grofze Erfolg, .der nur durch eisernes Training und ünbeugsamen Kampfes--und Lieqeswillen errungen werden kannte, hat ^in der breiten Ocffcnllichkeit stärkstes Intfresie gefunden und dem Bar Kochba oiefe neue Sympathien eingebracht. — Die Schülermannschaft des Bar Kochba konnte als zehnte unter 32 gestarteten Mannschaften auch ins diesem Jahre wieder einen ehrenvollen Platz erringen. — Im Schönheitswettbewerb für die am schönsten geschmückten Wagen der Vereine erhielt der Bar Kochba den 7. Preis zugciprochen. Die Bedeutung des Muttertages wurde am Schabbos B’har li'ihukkaussai in den Priedigten der Herren Rabbiner eingehend gewürdigt. In dfr G^ncindesynagoge Born platz schilderte Herr Oberrabbinar Dr. Spitzer an Hand von Aussprüchen der vier Stammihtter und Bibeiworten, die sich auf die letzteren beziehen, den unendlichen Reichtum des Mutterherzens Zum Schlug, wies der Redner auf« die uns allen gemeinsame Mutter, die Lehre des Judentums^ hin, deren treue Hut Voraussetzung sei für die Erfüllung der Verhciszung Gottes im Wochenabschnitt, dag er deü Bundes der Väter und des Landes Israel gedenken werde. — Im Tenfpel ging Herr Rabbiner Dr. Italiener aus von deist 3. Buch Moie, das an diesem Sabbath zu Ende gelesen wurde. Das 3. Buch Mose verdiene den Namen das „Buch der Mütterlichkeit" im Hinblick auf die Fülle von Vorschriften, die aus« mütterlichem Geiste geboren seien. Auf den Segen wahrer.Mütterlichkeit hätten auch unsere Weisen hingewiesen im Anschluß an den Satz des 3. Buch Mose, der auch am Versöhnungstag zur Verlesung gelange' .Mit diesem soll Aron in das Heiligtum kommen" — „mit diesem", das bedeute mit dem „Verdienst der Stammütter". Das Iudcntum.lehre, alle wahre Versöhnung der einzelnen Menschen miteinander, der Klassen 'und Völker sei ohne den Geist echter Mütterlichkeit nicht möglich. Diesen Geist in unserem Lebeir zur Verwirklichung zu bringen, sei die Mahnung des Muttertages. —_ In der Neuen Dammlor-Synagoge führte Herr.Rabbiner Dr. Holzer ei-wa folgendes aus: Di« Anregung, die

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