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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1928-04-10 · 4 (10.4.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
4 (1928)
Issue
4 (10.4.1928)
Date
1928-04-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Kummer 4 4. Jahrgang Genreindeblatt der Deutsch - Israelitischen Cemeinde zu Hamburg Das Gemeinheblatt jeden Monats und der Deutsch-Israel t Hamburg kost rürd erscheint am 10. eines allen BiitgliederN ischen Gemeinde zu! istos zugestellt. Hämburg, I«. April 1928. Druck, Verlag und Geschäftsstelle: M. Seiminn,.ABC-Hos, ÄBC-Straße 57. («mfvr.ji SaMmelnuminer C 4 Tammtor 0737. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Syndikus Tr. N. M. N a t h a n, für den Inseratenteil: E. Loos. beide in Hamburg Anzeigenpreis (iO-) p. 6gesp.^onp.-Zrile. Pon. Drei Mornenle. lern ha rd S. Jacobson In des Haeada findet sich der Bericht am Seder« bend Bitterkraut Opferlamm gem einsam verzehrte. meh ein Stück vom Opferlamm, Nazzo und Wir. die darbringen köniKn, sollen Mazzo und Bittsrkrauh zusairmcn essen ”!Z7' „zur (Srinjnerunj an Heiligtum wi«^ Hillel". Birgt diese VorsU)rist >außer ihrem Wortsinn nicht noch einen andere»? Versuchen wir eine symbolische Tiutung, die ihr tief bedeutsamen Si n n auch für die Gegen wart geben kann.!! ^)as Opserlo nun weist hin ans die ISrae geschenkte Freih«i^'os kann Symbol sein füi liche Fsteiheitl Mazzo! heißt ungesäuertes Brot. Das Schlechte, das die Midrqschweisheit im „bösen Trieb" personifiziert, s wird im Talm id T7X'" „die Hefe genannt. Das sfehlen des Gärungsstoffes, das Fernscin vom! Schlechten h^ißt bildlich gesprochen „ungesäuert Die Mazzo ist hin. symbolischer Aysdruck für Reinheit Bitterktaut wird von der Hag« da. selbst gwcutet als Erinnerungszeichen an das Leid Israels, fPoraur ist ein Symbhl fürs Leid jeglicher Alt. Hillel. nicht ur erste^ der größten geistig« n Persön lichkeiten des Jldmtums. auch uiywobcn von daß Hillel wir kein /von Gott die s i t t dem Hei ligenschein einer lollkommen reinest, demütigen, mensch lichen Selnstvolb nimng, hat diese Symbolgegenstände zu sammengerwmmen und gemeinsam verzehrt. Hier offen bart sich uns seine Lebensauffassung die er in >cr Thora vm:schrrst bngedutet findet „nebst Mazzo » yd Moraur sollensie cs genießen." Tie Jpeen >sr Freiheit, der sittlichen Reinheit und der Erziehung dutch das Leid müssen im, Menschen zur Synthese gebrach/werden, sie müssen gemeinsam an seiner sittlich cn Vollendung arbeiten. Tie Willens freiheit Ist tie Voraussetzung für jede innere Ent Wicklung im Menschen, sie soll alxr in den Dienst des Guten, des sitilich Guten gestellt werden, oll seiner Verwirklichung hiencn. Mit den «Tiefen des Libens wird der Mensch durch das Leid bekannt. Leiden ist Offenbarung Gtttes/ „Und durch mein Leiden ei schaue ich Gott" sprach de!« Leidensdulder Hiob.. Vergegenwärtigen wir uns ch der feierlichen Stimmung der Sedernächte dieft Gedanken, diese Lebenscrfassüng Hillcts, so kommt ein Lichtschimmer des Heiligen in unsere iseele; sic werden ^nnz -,Z* „eine Erinnerung an das Heiligtum"! s! Illuftrierle Kaggadah-Äandschriflen. Von Rabbinc? Tr. Italiener.' Leine religiöse Schrift ist neben der Bibel und oem Gebetbuch so zn»r Volksbuch der Juden geworden wie die Plgßach Haggadah. Schon äußerlich zeigt sich dieses sowohl in der Häufigkeit, i mit der. sic geschrieben bezw. gedruckt wurde, wie in der Vorliebe hervorragender Autori röten, den Inhalt des kleinen Buches zu erläutern. Tas geschah insbesondere auch durch' die Aünänger der Mystik: manche uralten, bis in die Zeit bo? ,zweiten Tempels znrückrcichcndcn, Bräuche der Seberfeier, von .Heinrich Heine 'äks „märchenhaft geheimnisvoll" bezeich net, boten den Mystikern willkommene .Anknüpfung-? punkte .für. die Darlegung ihrer Gedanken. Nichts aber macht die Beliebtheit der Haggadah so anschaulich wie eine Betrachtung der. Illustrationen, die dein Text vielfach beigegeben sind.. Mehr als hundert H a.n d sch r i st e n r bcr illustrierten Peßach Hagadah befinde» 'sich allein in öffentlichen Saiyinlungeir, wie viel wertvolles Material, in Privatbesitz'vorhanden ist. läßt sich noch ni ht einmal schätzungsweise angeben. Auf die illustrierten Truck ausgaben möchte ich .in diesem Zusammenhänge nichr näher cingchcu. .Hingcwicscn sei nur auf die t693 er. schienene A m st e r d a m e r Kupscrstichausgabe, die un seren jetzigen gedruckten Haggadoth ihr Gepräge gegeben hat, sowie auf die älteste 1320 in Prag erschienene Holzschnittausgabe, die nach 100 Jahren in prächtiger Ausstattung von Heinrich Löwefili Verlage rou Joseph A lt m an n-Berlin neu heransgcgeben ist. Ti« j üngste Verösfentlichung auf dem Gebiete der Haggada) Ilsustra tron ist die sogen. Offen bachcr Haggadah. die. bon Tr. G u gge n h erm heransgcgeben, eine kos bare Be reicherung unserer Haggadah Literatur, darstcllt. Tw .Haggadah Handschriften, die teilweise sehr kunstvoll . geschrieben und ausgemalt - uns vielfach in wunderbar leuchtenden Färbest erhalten sind, gewähren nicht nur dem rclgiiös gestimmten Juden, .sondern auch jedem kultur und .kunsthistorisch Intercsiierten eisten hohen ästhetischen Genuß. Tenn die von den Künstlern ver ' wandten -Stoffesind keineswegs nur der engeren .reli giöfen Welt der Juden enknommen, sondein entstamme» in so reicher Fülle dem allgemeinen Strom njittcl ältcrlichcn Lelums, daß sich so leicht niemand ihrem Reiz zn entziehen vermqg. 1 Rekn äußerlich lassen sich zwei T y p e n von illu 1) Tie nachstehenden Ausführungen bilden einen Auszug aus der Einleitung zu dem vor einigen Monaten km Berlage S\. W. Hierlemann-Lcipzig erschienenen Werke „Tic Tann 'städter Penach-Haggadah" Cod. ,or. 8 der Landesbibliolhct zu Tarmstadt aus dem 14. Iahrhuiwert, herausg« geben und ' erläutert von Bruno Italiener unter Mitwirkung von Aron Freimann, August L. Mayer und Adolsi Schmidt.' Mit einer Gesamtbibliographie der illustrierten—Hüggadah «Tertband». Ter Tafelband erscheint voraussichtlich im. Septcriber d. I. I

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