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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1928-03-10 · 3 (10.3.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
4 (1928)
Issue
3 (10.3.1928)
Date
1928-03-10
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nummer 3 Gemei» deblatt ver Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Seite 5i Am Sonnaberd, dem 18. v. M., verschied! plötzlich Iber außerordentliche Profx sor an der Hamburgischei Aniverlität, Herr Dr. phil. et med. Hugo Carl Plaut, ein Mannvon europäischem Rufe, d;n er sich ebenso sfhr duni seine menschlichen Eigenschaften wie dutch stille und selbstlose (»elehrtenarbeit, insbesondere auf den Gebiete der Piszforschu ig, erworben hatte. Don der seltenen Verehrung, deren Prof. -Plaut sich erfreute, zeugte nicht nur ' >cr Ehrende Nachruf, be t Rektor und Senat der Universität hm widmeten, sovdcrn auch die Trauerfeier in Ohlsdurf, tzu welcher Veitreter ter Hochschulbehörde. Professoren und Stüdiörejnde der Hambu fischen Universität, der.Direktor und die Aerzteschast des Espendorfer Krankenhauses und zahlreiche Aerzte aus Hamburg und Altona erschienen. Als erster sprach Rabbiner Dr. Italiener, welcher die Stellung des Verstarb rnen zur Religion und seine Betätigung im jüdischest Leben schilderte, kann gaben die Herren Pros Dr. Kleinschmidt, Dlkan der Äledizinischcn Fakultät. Prof. Dr. Brauer. Direktor les Eppe idorser Krankenhauses, und Prof. Dr. Delbmnco,!Vorsitzender der Dermatologischen Gesellschaft ihrer und der T:auer der! von ihnen vertretenen Institute über den Heimgang Profe Plauts bewegten Ausdruck, wobei sie feister edlen mestschlichen Persönlichkeit wie seiner wissenschaftlichen Bedeutung die höchste Anerkcnnizng zuteil werden ließen. ' . Die Trauerfeier rpar von ergreifenden Gesängen des Israelitischen Tsnpelchors umrahmst Herr Prof. Plaut hat sich in früherfn Jahren auch im Dienste der Gemeinde bewährt; er war! jahrelang Mitglied des Vorstandes oes Altxnhauses und gehörte dem Repröfentauten-Kollegium vpn 1918—^1920 an. In der Kriegshilfe-Arbeit, welche die Kommission für das Wahlfahrtswesen . entfaltete, wirkte er an leitender Stelle mit und zeigte sich hier als der Philanthrop, als der er auch sonf vielfach im stillen gewirkt haf. Auch in der Verrpaltung »es hiesigen Knabenwaisenhauses ist er in früheren Jahren t> itig gewesen. | Der Heimgegangene, der Soln des Leipziger Bankiers Gustav Plaut und Vater des hiesi,en Rationalökonomcn Prof. Theodor Plaut, studierte ursprün glich, ein bei Juden früher seltener Fall, Landwirtschaft, spcter Botanik. Zoologie und Tierheilkunde. Nachdem er bis 1897 in Lejpzia als Arzt wirkte, siedelte er nach Hamburg.über und widistae sich hier vor rillein dermatologischen und bakteriolog ichcn Untersuchungen. Die' Gesellschaft für Krebs- und Tubeikulolefrtschung ernannte ihn zum Direktor des Pilzforfchuns sinstiticks im Eppendorfer Krankenhaus. Er veröffentlichte eine große Anzahl bakteriologischer Arbeiten, richtete Studiinkurse leist. die 1 ooti Medizinern aus der ganzen Welt be ucht nstirden, ui^d galt als bedeutendster Pilzfachmann EutopiH. * Eine der markantesten Persorlichkcitcht Unserer Gemeinde, der Statistiker und Nationalökonon Raphael Ernst Man. hat am 21. v. M. fern von Hamburg ezn 70.lLebensjahr vollendet. Es entspricht so ganz der Wesensart des Jubilars, daß er sich durch eine Reise allen Ehrungen mtzogen hat, deren er wegen seiner wissenschaftlichen Verdienste wie Wegen scsncr ganzen Persönlichkeit so würdig ist. 1! Raphael Ernst May ist der Begründer der „Produktion", eines Wirtschaftsbetriebes, der sei re Theorien in überzeugender Weise in die Tat umelesctzt hat. Weit Aber Hamburg hinaus bekannt geword/n ist Play aber dr rch seine statistischen Arbeiten, die er an den verschiedensten Stellen mröffcntlicht hat. Im Kriege hat er dem deutschen Volke mancherlei Dieyste geleistet, von welchen die Oeffentlichkeit c llerdinas nicht viel erfahren hat. Auch jüdische Materien Hut unser Jubilar bearbeitet: unsere Leser werden sich gewiß noch seiner Untersuchung Uber die Verteilung der Hamburger Judcin auf die einzelnen Kultusverbände und ihren Anteil an der Gemeindesteuer entsinnen. Auch feiner eingehenden Studie über den Anteil der Bekenner der einzelnen Konfessionen an den Hteresvikichtigen während der Kriegszeit, die gerade durch ihre wissenschaftliche Art eine der besteiz Waffen gegen die Angriffe aus! die deutschen Juden wurde, sei an dieser Stelle anorkennenv und mis herzlichem Danke gedacht. Möge dem bescheidenen, stillen Gelehrten noch manches Jahr und mancher Ertrag seiner Forschungen veschiedew sein! 1 *i i, Schwester Anne Bardo vom Israelitischen : Schwesternheim verläßt in diesen Tagen Hamburg, um einqm Ruf als Oberin eines neu errichteten jünischeg Krankenhauses in L e i p z i g zu folgen/ Die Berufung dgr verdienten Schwester erfüllt gewiß alle, die sie kennen, mit stolzer Befriedigung, ist doch .die' ihr zuteil gewordene Anerkennung zugleich eine Anerkennung der Anstalt, der sie angehört. - 1 Schwester Anne ist zeitweilig auch unmittelbar im Dienst« unserer Gemeinde tätig gewesen. In den Jahren 19,19 und, erneut 1923/2.) versah sie das Amt einer Gemeinde-, jchwester; wiederholt hat sie. die Oberin unseres! Pflegeheims auf längere oderlkürzere Zeit vertreten. Wo immer sie aber stand, erwarb sie sich die Zuneigung und dev lebhaften Dank ihrer Pfleglinge und Schutzbefohlenen. Bis ihrem Fortgang von Hamburg begleiten Schwester Pardä unsere herzlichsten Wüstsche. * | ’ ■;il Rach Fühlungnahme mit dst-r .in Berlin gegründetes Jüdischen Kreditbankfür Handel und Gewerbe hat der Vorstand der Gemeinde seine Mitglieder, Herren FÄ^li r e» Lcvy, Jacob Heckscher, Rechtsanwalt David bcaulf tragt/ mit den Vertretern der dafür 'in Hamburg in 'Betracht! kommenden Organisationen, zwecks Gründung einer Filiale dev genannten Bank in Verbindung zu treten. Er hofft.' ramir deist schwer kämpfenden Mittelstand im Interesse der jüdischen Gep. samtheit zu dienen. Afir werden über den Fortgang der SInt Hclegenheit berichten. Hallen-, Turn Turn- und Spo Wieder wie vor zwei Jahren wird Sonntag nachmittags V/, Uhr p bütteler Turnverbaudess Kochba-Fahne hochgehe völkerustg Hamburgs j schlechter — von den I gnd S p o,r liest d t v e r e i n r ,:B a r K es Jüdischest K o cf) bn" e.: SSf . den 2d. ÜJL; chnktlich. an der großen Halle des tzims fBundesstraßes die blau-weiße Bast und wieder wird dann die jüdische!B livische Turner und Sportler beider Ke illlerkleinsten bis zu den ältesten ..grau bärtigen" Aktiven— aafmarschieren sehen. Bott neuem will! de Bar Kochba zeigen, nie ernst es ihm mit der systemati'cheil Körpcrerziehuna der iidi'chcn Jugend wie auch der ältere Jahrgänge ist. Bedeute rde Fortschritte und in den lernen Iahrest. erzielt worden. Der Besuch der Veranstaltung sei daher alle« die an der Ertüchtigung.vor allem des-Heranwachsenden Gesschlechtes Interesse nehmen, angelegentlich empfohlen. ' Am 12. Mai nicht irren, zum d. I zwei werden. Es soll begangen werden als ein stilles Fest der! Fa-/ milie und der Erweckt der Mutter dienen, jüdischen Kreisen' dem keiner weiteren D>!gri bürg unter Führung giös interessierten Kre Gemeinde i st i st vertreten. soll in ganz Deutschland - wenn wi: en Male — ein MnItertng gcreieri nq und der Vertiefung der Ehrfurcht vpf Daß die Feier eines solchen Tages in tiefsten Verständnis begegnet, bedarf ndung. — Der Muttertag wird in Hantier Behörden von allem ioiial und reli- >en gemeinsam vorbereitet. Auch unsere dem vorbereitenden Ausschuß Das Repräfenianten-KoHegium der Gemeinde trat am ll.v. Mi4 Fahre zusammen. B a cli r a ch, B l a 1t; l ■V> c n ui ci n n, f a a Alerander Leon W e i ß b e r g. Bor Eiiikriit kn Herr ' A l i r e d L i > 1 zu feiner erneu Siunng im läu>-.!»d.'n Ajnveiend waren die Herren i ’. I i e zechet, Dr. “v r ,i n fei, H e i n e m g;i i:1, f<e n, K n o b l o ch. Dr. rt a n'z! r o ui, ,1i l ä fr. hie Tagesordnung widmete der Biwiiyende: er, dein am Tage vorder infolge einr-s Unfall-; aus dem. Lehen geschiedenen Mugliede des Kollegiüiw Herrn Leo Meitzde Anwesenden, die sich >u nif 1 e y n. f e l, H i Dr. A'i ichaeli?, s o n, einen lief empfundenen und svoii ihren' Tiheu erhoben batten. den zu. Herzen gehenden Staitriii. Er^ ichilderie die viel'eiiigk Arbeif in Dienste seiner Mnmen'ch.'u und Glau- - eitle besonders oei den iS,-bieten seines. Wirkens, die den Pehrängten und Ber'olgien, den 'Hrinia-loieu,. den Aerinsteu dej. Arnen, gegolten bal-e. Leo Aendelio« fei das _ r.; , v. - - - - ° n u r 1 r -z ü d e ii de» älteren Ge ■ solcher werde er auch in der-Etzflniirrung ellegiiiws iorileben, dem er so kurze Zeis so iah entrissen worden sei. Dann ge- Berlußes/ den die.Gemeinde zu Vegisiiz den Heimgang des Borstandsinilgtiedeg ii erlitten .habe. Lange Fahre habe eit senkte geividmet, vor allem im Revräi'eitdei'se» Suiye er vor seinem Uobertrilt in Borbild eines -neration gewesen: alder Mitglieder des K nach seinem Einkritr dachte der Redner de- Ves FabreS durch Fw s e p h L i P V m a d» Gemeinde seine tanteii-Koilegium, ar deii Borstand der Gameinde gestanden bade. Seine« verdienstvollen Tätigkeit wie seiner schönen, etnfadieu Mejiischlichkeit,

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