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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1928-02-10 · 2 (10.2.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
4 (1928)
Issue
2 (10.2.1928)
Date
1928-02-10
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Seite 6 Gemeindeblatt der Deutsch-Jsr, »elitischen Gemeinde. ihre Ueberzeugungstrcue. Im Zinne unseres täglichen Gebetes "rn'T möge die Absicht die Mitglieder des Kollegiuins einen, mir ihren Beratungen dem Frieden des Berbandes zu dienen Bei, der darauf sölgenden Wahl des Büros werden Herr Otfenburg mit 6 gegen 3 Stimme», die aus den Namen Flörsbeim lauten, zum Vorsitzenden, Herr Weißberft mit h gegen 4 Stimmen, die Herr Gotthold erkält, nachdem Herr Cohn ertlärr hat, eine auf ihn fallende Wad! nicht annekmLn. zu können, zum stellvertretenden Vorsitzenden, sodann durch Zuruf die Herren Cohn und . G o t t h o l d zu Schriftsiilircrn gewählt. Herr Offen Kurg übernimmt den Vorsitz mit. Worten des Tankes für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Cr widmet dem bisherigen Vorsitzenden, der erklärt habe, ans gesundheitlichen Gründe» sein Amt nicht fortführen zu können, für feine, sechsjährige verdienstvolle Tätigkeit Worte des Dankes und bkr Anerkennung: er bedauere, dies nicht in seiner Gegenwart tun zu können. Auch' er betont, das; die Wahlkämpfe setzt der Vergangenheit angehören müßten: ■ in ihrer Arbeit seien sämtliche Mitglieder des Kollegiums, wenn iie auch Anregungen von außen zugänglich sein müßten, nur ihrem Gewissen verantwortlich. Er verspricht, sein Amt unparteiisch zu führen, und bittet alle Herren, ihn zu unterstütze». Cr schließt mit der Hoffnung, daß des Himmels Segen auf der Arbeit des Kollegiums ruhen und sie fördern werde. Darauf tritt das Kollegium in seine Beratungen ein, in denen Sach- und Geschäftsordnungsbebatten in bunter Folge wechseln. Die Genehmigung des Protokolls der letzten Sitzung wird vertagt, bis die neuen Mitglieder einen Abdruck erhalten haben und sich über die letzten Beratungsgegenständ'c orientieren konnten. Ebenso wird die Beratung des V o r a n.i ch l a g s für das Jahr '19 28 vertagt, da der Bericht tes Prüfungsausschusses noch nicht vorliegt und auch die neuen .Herren noch nicht im Besitz des Abdruckes des Vorauichlages jsind. — Von drei zur Verlesung gelangenden Briefen des Vorstandes, ist nur einer von besonderem Interesse: er betrifft : 'ieinungsoerschiedenheiren mit dem für die S Y n a g o g e i'l l u ü si r a ß e zum Mitglied der Synagogen-Kommissio» gewählten Herrn M a n n h e i m und den Barmbecker Verbandsinitgliedcru überhaupt. Auch die B e r a t u n g hierüber wird >< e c ti ( t, bis die. Herren sich insormiert haben. Im Anschluß hieran wird ein Antrag H e ck s che r—Dr. Lanzlron angenoiymt’n, sämtliche dem1 Kollegium zugehenden Briefe und Anträge des Vo Standes in Zukunft den Sitzungseinladungen be^w. Tagesor »iringen als Anlagen beizujügen. Die Wahldn in die' einzelnen Berwaslungskommisfionen des Verband 's. denen Mitglieder des Kollegiums angehören, werden and An rag' des Vorsitzenden vertagt, der mit den Herren des Bü ws iick». zunächst über Vorschläge für die einzelnen Wahlen schlüssig werden will. Es kommt dabei zu scharfen Auseina iderseyungen zwischen dem Vorsitzenden und Herrn o l t h p l d Seile, welch Kollegin n ausgeschiebenen Herren aus der letzterer einen und Herrn P e l s. alif der anderen nur Ersatzwahlen für die aus dem rorgenginmen wissen will, unter; nweiiung der frei gewordenen Aemter an die neuen Herren, während die erneren die Kommissionen insg e s a ln r ne »gewählt sehen wollen. Die Ansicht der Herren ssienbn.g und Gonbold wird zum Beschluß erhoben. Die Wahl zlveier Mitglieder des Verbands-Vorstandes in die Knllus-Koininission, die jedes Jabr, neu erfolgt, wird auf Antrag des Bosiinenden in die geheime Sitzung verlegt,- da Wahlen von nicht dem Kollegium angehörcnden Persönlichkeiten sticht in oisentlicier Sitzung vorgenommen werden solle». Ein! I ii i t i a l i v - A n t r a g H e ck s ch e r, der erst zu Beginn der Sitzung eingelauien ist, das Kollegium wolle festsrellen, daß die.neuen Statuten des Verbandes noch nicht in Kraft feien, findet ne für die sofortige Beratung erforderliche Majorität, gegen d >n'Widerspruch des Herrn Dr. Schlesinger, der hen Antrag für unzulässig, und inkorrekt erachtet und daher.zur Geichäsrsoi dnung erklärt, er werde sich gegebenenfalls' an der Beratung nicht beteiligen. Herr Heck scher erhebt in der Begründur g .seines Antrages Einspruch gegen hie einseitige Abänderung der Staliileii, bei welcher die innere Verbundenheit des Synago;en-Verhandes mit der Gemeinde gar nicht beachtet worden und auf jedes Einverständnis der Gemeindebehörden mit den Slttutenändernngen bewußt verzichtet worden sei. Run 'liege d> r Einspruch der Gemeinde gegen die neuen Statuten vor' und solange dieser nicht irgendwie erledigt sei, könnten die Stc rnten schon wegen der ungeklärten Rechtslage nicht in Kraft gesetzt werden. Ties sestziMellen, ist der Zweck seines Antrag! s. Seinen Ausführungen tritt Herr Pels entgegen; er erör ert den Sinn des A 66 der alten Statuten, aus denen er, nach seiner Meinung' zwingend, folgerte, die Gemeinde habe dtn Slaiüten des Verbandes gegenüber weder efn Genehmigtzngs-, noch ein Einspruchsrecht. Das gleiche folgerte cr Nummer 2 aus der Verfassung de!r Gemeinde, welche den Kultmwerbänden Autonomie gewähre. Diese Autonomie schließe alle' etwaigen Rechte der Gemeinde aus. Gerade diese rein ve standesmäßige Auslegung : der strittigen Paragraphen wird voa Herrn Dr. Lanzkroh eindrucksvoll bekämpft. Die Bestinmung, daß etwaige Abänderungen des Verbands-Statuts vör ihrem Inkrafttreten der Gemeinde zur Kenntnis zu bringen sind, involviere ein Einspruchsrecht der Gemeinde; denn sonst habe die Bestimmung keinen Sinn. Höher als^ die juristische stehe ihm aber die moralische Pflicht, auf den Einspruch der Gemeinde zu hören und die Interessen beider Instanzen zu währey. Die steten Hinweise auf die Autonomie und die Würde des Verbandes hätten erst die Konflikte geschaffen. Eis habe immer gemahnt und gewarnt, aber pnan habe nicht auf ihn gehört. Herr P e l s erwidert daraus, bevor die Frage nqch dckr Bedeutung des werden sei, habe niemand uiid seiner Würde gesprochen Schlesinger und Pels. beschlossenen Aenderungen ssien ordnungsgemäß in setzt, wird der Antrag HeAscher mit 6 gegen 3 angenommen und an den geleitet. Damit schließt um 10>- 66 im Kollegium aufgeworfen on der- Autonomie des Verbandes Unter Protest der Herren Dr. die erklären, die statutengemäß Kraft ge- Stimmen porstand zur Zustimmung weiter« Uhr. die öffentliche Sitzung. Eine zweite Sitzung beä Kollegiums fand Mittwoch, den 17. v. Mts., abends statt. In ihr beschäftigte sich das Kollegium zur Hauptsache mit der formalen und sachlichen Stellungnahme des Berbandsvorstand^s zu dem in der vorigen Sitzung beschlossenen Anträge Heck sich er. Formal erklärte der Vorstand, unter Berufung auf aas. Statut des Verbandes und. die Geschäftsordnung des Kollqgsums, dieses könne in öffentlicher Sitzung nur die auf der Tagesordnung stehenden- Dinge' beraten, erst während der Sitzung gestellte Jnitiativ-Anträge -aber frühestens in dem geheimen Teil der gleichen Sitzung. . Zur Sache bemerkte, der Vorstand, die Tatsache, daß das Statut in Kraft getreten sei, könne durch Beschluß des Kollegiums nicht aus der Welt geschafft werden. Der formale Einspruch des Vorstandes, der übrigens rein sachlich unabhängig von ^dem vorliegenden Falle in. einem besonderen Schreiben zur Kenntnis des Kollegiums gebracht wurde, fand seine Erledigung durch euien Beschluß, die gegenteilige Auffassung des Kollegiums utzier Darlegung ihrer Begründung dem Vorstande mitzuteilen. Hingegen führte die Ablehnung des Antrages Heckscher durch dtn Vorstand zu einer erneuten mehrstündigen Erörterung dts Gegenstandes, in welcher die Herren H e ck f ch e r. Offen» bürg, Dr. L a n z k r o n quf der einen, die Herren P e l s, Tr. Schlesinger, Cohn auf der anderen Seite teils nit den bereits vorgetragenen, teils mit neuen Argumente» d e beiderseitigen Standpunkte darzulegen suchten. Das Kolli gium beschloß in namentlicher Abstimmung mit 6 gegen 3 Srimmen, seinen Beschluß hom 4. Januar aufrecht zu haften, uid mit sämtlichen 9 Stimfnen, die Erwartung auszusprechcn, d rß der Vorstand. Schritte ergreife, um die Meinungsverschieden hüten zwischen ihm und dem Kollegium aus . der Welt zu schaffen. Dieser Beschluß Mächte eine Beschlußfassung über etnen Antrag des Herrn Heck sch er, zum Ausgleich der Diffe renzen die im .Statut vorgesehene Entscheidungskommission cmzurusen, unnötig. j Aus den sonstigen Mitteilungen on das Kollegium ist hervorzuheben, daß den Gemeindegelangl zu pflegen, Kommission weitergegeben! hat, sowie M. Flörsheim und Heck sch er tes Vorstandes für das Jahr' 1928 wiedergewählt worden sind. — 1 eber die Differenzen in Sachen der Synagoge Gluckstraße terichlet Herr Dr. Levy, j Herr Mannheim habe aus ge rnsse mit dem. Amte des>- Synagogenkommissars verbundene Ehrenrechte verzichten wollen, im übrigen aber die volle Stellung eines Synagogenkommijsars beansprucht. Dem habe der Vorstand nicht zugestimmt. Das Kollegium ersucht seinen Vor s tzenden, die Angelegenheit! mit dem BerbandSvorstand zu be s,rechen.! Das Kollegium nahm sodann die Wahlen in die einzelnen Kommissionen der Verbands-Körperschaften vor. Hierbei bemängelte Herr Pel-s, däß die Wahl in die Kommission zur Wahl eines zweiten Rabbiners aus der Tagesordnung der geheimen Sitzung stehe; die bisherige Kommission habe ein tzutes Gewissen und die Oessentlichkeit nicht zu scheuen. Aus ciner Erwiderung des Vorsitzenden scheint hervorzugehen, daß dieser Punkt auf Wunsch des Vorstandes in die geheime Sitzung verlegt wurde; es wird aper auf Antrag des Herrn PelS leschloffen, ihn auf die öffentliche Tagesordnung der nächsten «Sitzung zu setzen. des Vorstandes er dessen Ersuchen, au die Synagogendaß die Herren zu Vorsitzenden

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