Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 1 (10.1.1928)
- Date
- 1928-01-10
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. 4- Nummer 1 sich dem an. iflm sei nicht bekannt, daß in irgend einei^ deutschen Gemnnde eine derartige Gepflogenheit herrsche. Herr Schloß ist für den Antrag Tr. Spitzer. Die Kosten seien nur gering, man müsse auch in. späteren Zeiten . den Wortlaut dir einzelnen Reden Nachlesen können. Herr Schindler rät von der Annahme des Antrages ab, die Mitglieder des Kollegiums würden sich beengt fühlen, wenn sie wüßten, daß jedes ihrer Worte genau stenographiert würde. Tie.Regei^ im Kollegium wären nicht vorbereitet wie Parlamcntsreden. .sondern ergäben Zieh aus den Bc-i ratungen. Er bitte daher, cs bee dem bisherigen Bcr-> fahren zu' belas en. Nach einer Entgegnung des Herrn Tr. Spitzer loird der Antrag mit. allen gegen zwei! Stimmen abgclchink. 2. Tie Mitteilung des Vorstandes betr. die Amtsniederlegnnglches Herrn Flövshei-m und den, Eintritt des .Herrn Me id'elfvn in das Kollegin»! wird zur Kenntnis l genommen. > 3. T'em | Kol egiuin liegt ein Antrag des Vörstan-! des auf Erstarrung d e s '§ 5 2 der Verfass» n g! der Gerneinde vo , welcher die Besteuerung der Gemeinde-! angcbörigen in Form von Zuschlägen zur Reichseinkom; inensteuer vorschrpibt. von dem aber die außerhalb Hainburgs wobncndin Gemcindcangehörigcn nicht erfaßt 1 werden. Es Han;c:t sich hierbei zum überwiegenden Teil > um Gemeindcang hörige, welche an der Besteuerung durch, die Gemeinde sc.oft das größte Interesse haben, weil fic' nur dadurch ih^e Gemeindeangehörigkeit und die mit j dieser verbundenen Rechte, insbesondere solche auf Grabstätten.-bewahren können. Im Interesse dieser Gemeinde-j angcbörigen beantragt dev Vorstand bei dem Kollegium folgenden Zusatz zum § 52: „EcincinLlcmgchörige, wclchc der Veranlagung durch die hamburdüchen ,Jinanzbehördcn -nicht unterliegen,! werden unter sinngemäßer Anwendung des Absatzes 2 von' der Leiltlicrlsngskoinmlsnon veranlagt." i Aus Ansrages des .Herrn Tr. Frankel nach der Bedeutung dieser ’ Bests.mninng und der Zahl der in Betracht koininetzden! Personen stellt Herr Tr. Tannenwald fest, daß co sich um etwa 100 bis 120 auswärtige Gemcindeangehöri;e handle, welche fast sämtlich in .Ham-, bürg gewohnt hätl nr und nach ihrem Forlzug, zum größten! .Teil in die vreußiichcn Elbvororte, der Gemeinde weiterhin angehören wollten. Ein anderer Teil sei aus dem eben erwähnten Grund« verpflichtet, Gemeindesteuer, zu zahlen. Ter Antrag des ilorftandes wird angenommen. 4. Auf Antrag des Vorstandes der Gemeinde wird! beschlossen, den § 13 der Satzungen der Tepofiten - I lasse milder Stiftungen,l um den gesetzlichen Borschrislen zu genügen, dah n zu ergänzen, daß jede Aenderung der Satzilngen der Genehmigung des Senats bedarf. 5. Ter Borstand der Gemeinde beantragtmit Rücksicht aus die Perlegung des Beginnes des Gemeindesteuerjahres aus Üen 1.‘ Juli, für das erste Halbi'hr 1926 von der 2msstellung eines neuen Haushaltuugsplanes abzusehen i und den Voranschlag für 1927 aus das erste Halbjahr 1928 grundsätzlich zu übernehmen mit der Maßgabe, daß die Gehälter und Ruhegehälter. welche bisher nach Maßgabe der hainburgischen Gesetze gezahlt werden, in Zukunft nach Maßgabe der neuen Gesetze, die seit dem 1. Oktober 1927 in Kraft sind; gezahlt werben. Ferner beantragt der Vorstand, daß. der , Hauptstelle für jüdische Wanderarmensürsorgc im ersten Halbjahr 1928 statt 125. M 250 M, und dem Pro Falascha-Konzite einmalig 300 M gezahlt werden.. Der Antrag wird bewilligt. Im Anschluß hieran beantragt Herr Schloß, der Israelitischen Mädchenreal schule eine Subvention von monatlich 1000 M zu gewähren. Die Frage der Subventionierung der Schule dürfe nicht mit der Frage der Fusion der beiden jüdischen Mädchenschulen verquickt werden. Tie Verhandlungen hierüber könnten unabhängig hiervon weitergeführt werden. Tie Gemeinde.dürfe nicht zulassen, daß eine Schule vbn solcher Bedeutung infolge Geldmangels schließen müsse. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wird der Antrag mit Zustimmung des Herrn Schloß einem Ausschuß, der sich mit dem Vorstand der Gemeinde in Verbindung setzen soll, zur Prüfung übergebem Gewählt werden die Herreik Schloß. Tr. Kalmus und Tr. Fränkel. Im Anschluß hieran werden der Talmud T o r a - Realschule für das Jahr 1927 3000 M nachbewilligt und der der Schule für das erste Halbjahr 1928 nach dem Voranschlag znstchcude Betrag um 6000 J6 erhöht. Tie Nachbcwilligung ist erforderlich geworden durch die zum 1. Oktober eingetretenc Erhöhung der Gehälter und Pensionen, durch Einrichtung einer Hilfsklasse, sowie durch einige, anhere einmalige Ausgaben. Einen erheblichen Teil der Mehrausgaben hat die Ober schulde Hörde übernommen. Tie Erhöhung des im Voranschläge vorgesehenen Betrages für das erste Halbjahr 1928 wird teils veianlaßt durch die eben erwähnte Erhöhung der Gehälter, teils durch die Ncubeschassung von Lehrmitteln für die Volksschule und verschiedene größere Ausgaben für im untcrrichtlichcn Interesse, erforderliche Arbeiten im Schul gebändc. Aus dem ausführlich begründeten Antrag des Vorstandes der Schule ist hcrvorzuheben, daß der Ausbau der Volksschule abgeschlossen.ist und daß Ostern 1928 zum ersten Male Schüler die oberste Klasse der Volksschule' verlassen. Ter Antrag hebt aber hervor, „daß mit der formalen Eristcnz von vier Volksschulklasscn der innere Bildungswcrt der Volksschule noch nicht garantiert ist. daß vielmehr bei dem hohen Stande des öffentlichen Volksschulwescns in Hamburg noch die Hauptarbeit in pädagogischer Hinsicht zu leisten ist. Tie Schulleitung glaubt zwar, daß durch die Neueinstellung von zwei jüngeren seminaristischen Lehrern die Lchrerfrage im großen und ganzen gelöst ist. möchte sich aber nicht verhehlen. daß in pädagogisch - methodischer Hinsicht die elementarsten Forderungen, die an Arbeitsräume und Lehrmittel zu stellen sind,, noch nicht erfüllt sind. Tie behördliche Anerkennung der Volksschule, die im Lauff des kommenden Jahres unbedingt erreicht'werden müsse, sei aber nur dann möglich, wenn dieser innere Ausbau und dix Angleichung an die öffentlichen Hamburger Volksschnlcn vollendet sei. Aus Mangel an Mitteln habe dieser Ausbau bisher unterbleiben müssen. Tie Einnahmen der Schule hätten sich seit 1925, seit Beginn dieses Aüsbaues, in keiner Weise erhöht, obzwar doch gerade in - diesen Jahren durch die Umstellung der gesamten Schulverhältnisse auf den Friedensstand die Ausgaben ständig gewachsen seien." — Ein Beitragsgesuch der Schwesternvereiuigungen der Logen für einen von ^diesen zu des gründenden Montessori-Kindergarten wird dem Jugendamt der Gemeinde zur Erledigung überwiesen. 6. Ter Vorstand beantragt, für das Jahr 1927 der Kommission für das Wohlsahrtswesen 22 000 Jf, der, jüdischen Mittelstandshilfe 5000 M, dem Altenhaus der Gemeinde 3000 M und dem Mädchen-Waisenhaus Paulinenstift 2000 Ji nachzubewilligen. Die Bewilligungen werden von dem Haushaltungsausschuß, wie Herr Tr. Fränkel in dessen Namen berichtet, befürwortet und vom Kollegium genehmigt. Tas Kollegium spricht bei dieser Gelegenheit auf den Antrag des Haushaltungs-Ausschusses seine Ansicht dahin aus. daß