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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1927-10-10 · 10 (10.10.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
3 (1927)
Issue
10 (10.10.1927)
Date
1927-10-10
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nummer 10 Gemeindeblatt der Deutsch-JSraelitischen Gemeinde. . .! > Leite i Die Gründung Iclncs Jüdischen Sport- und Turli-Lereins, Hamburg, ist oollp ij en. . j Allen Sportlich nbcit, Jugendlichen und Erwachsenen ist nuniychr zur körp reichen Ertüchtigung Gelegenheit geboten. Sämtliche Tur t]| und Sportarten sollen nach und nach nusgebaut werden. > Nur ein Ziel tat der neue Verein: Körperliche Ertüchtigung seiner Mitglieder. 3l*it sind kein reifer Kampsoerein. Wir wollen nur allen denen Gelegenheit zum Sport und Turnen geben, die aus persönlichen Anschi uungen einem anderen Verein nicht beitreten können. Wir bauen der Verein aus mit dein Ziel, jugendsrijchen Sport unserer jü tischen Jugend zu,m Vedürsnis und zur Freude zu machen, körperliche Ertüchtigung und Vewöhrüng der Zugend und dm Erwachsenen zu geben. Wir wollen alle vereinen, Knaben und Mädchen. Männer .und Frauen, aus tag sie sich durch Spor! und Turnen, durch sreigewählte Disziplin und Selbstzucht zu stolzen, wackeren Menschen entwickeln. Der Einladung zue ersten Hauptversammlung des Vereins am 18. Mai roarerv Personen gefolgt. Zn dieser Versammlung führte Herr Dr. Fürth etwa folgendes aus: „Vor mir liegen B riefe, in denen die Gründung eines neuen jüdischen Sport- und culltoereins als überflüssig, schädlich und unrichtig bezeichnet wird.' Der Verein ist aber gegründet, und es ist zwecklos, zu prüft n, tob die Gründung richtig oder unrichtig, zweckmäßig oder unzweckmäßig war.. Ausgabe dieses Abends i|t es vielmehr, das Ziel des neuen Vereins darzulegen und den Weg, def er zur E rcichung seines Zieles einschlagen .will. Es besteht schon e n jüdischer Turn- und Sportverein, der Var Kochba. Seine Organisation und seitie Leistungen sind jo gut und anerkannt, das; ich persönlich es jüt ein großes Unrecht halten wurde, wenn ein Zude dieser jüdischen Arbeit. Abbruch zu tun »ersuchte. Warum haben wir trotzdem einen iteitlen Verein gegründet? Es gibt sehr viele Juden, die aus persönlichen Anjchauungsgrllnden nicht in den Var Kochba eintreten. Es bleibe dahingestellt, ob hie Gründe berechtigt oder unberechtigt sind. Es gibt cbeitsoviele Zuden, die auch aus. Gründen >ersöirlicher Anschauung, leider nicht, in nichijüdische> Sportvere» e eintretcn. Auch hier ble be, dahingestellt, ob mit Recht od> r Unrecht. 'Nur rechnen 'wir mit eben diesen Zuden, sie wolltn wir zur körperlichen Ertüchtigung, zum Sport und zum Turnen heranziehen. Einzigstes Ziel unteres Vereins ist also die törz erliche Ertüchtigung unserer Knaben und Mädchen, unserer Männer und Frauen.! Wir wollen möglichst alle ersajjen, die aus den angeg chenen Gründen bisher dem Sport jerngedlieben sind. Hierzu n t notwendig völlige Neutralität aus den Gebieten inneriüdisch r wie allgemeiner Politik und ein völliges Sichjernhalien von rel giösen 'Meinungsverschiedenheiten. Selbstverständlich wird der 'Verein, als jüdischer Verein, das Religionsges'lz achten und wahren und nichts unternehmen, was religiöse Anschauungen verletzen lönnte. Er ist ein Sport- und Turnverein; jede ‘ Tendenz lut ihm sern zu bleiben. I, Nur unter der Bedingung einer solchen 'Neutralität ist der Verein gegründet worden, und die Personen, die seine Gründung durch ihre Unterschrift unterstützen, haben ihre tlnterjchri't nur aus Grund meiner persünl chcn Bürgschaft für völlige Neutralität des Vereins gegeben. , . Damit sind Ziel und Art des Vereins sestgelegi. Daher ist uns jeder Jude willkommen, der das Ziel der körperlichen Ertüchtigung mit uns erstreik. Es ist beabsichtigt, je Hach den Wünschen der Mitglieder, die verschiedensten Abteilungen!.— für Turnen. Schwimmen, Leichtathletik, Bojen, Rhythmische Gymnastik, Schlagball, Fuszball, Faustball — einzurichten.> Die Einrichtung einer Abteilung hängt ah von der ausreichenden Zahl von 'Meldungen. Für Lehrträfte, Turnhalle und Sportplatz st gesorgt. Zur Regelung des Vor nnslebens haben wir ein .Statut ausgearbeitet, welches als seinen alleinigen Zweck „die körperliche Ertüchtigung der Mitglieder durch Turnen und Spört" bezeichnet. Mitglied kann jeder Jude und jede Züdin vom sechsten Lebensjahr ab werden. Der Beitrag beträgt monatlich 1.50 .-Ii, jüt Jugendliche unter 18 Zahrtn. vierteljährlich 2 ,1t. für Geschwister tritt eine Ermäßigung ein. Nach diesen Ausführungen erfolgten mehrere Aiifrageu. die beantwortet wurden, u. a. ein Hinweis darauf, das; der Verein zu Verwechslungen mit deni§ Var Kochba führen könne. Herr Dr. Fürth erklärte, dag dann defr Name des.Vereins (Jüdischer Turn- und Sportverein e. V.. Hamburg) geändert werden müsse; er betrachte diese Aenderung als einen selbstverständlichen Akt der Loyalität gegenüber dein Var Kochba. gegeii welchen!leinerlei Gegnerschaft beerbsichtigt sei. j ' . I, ■ Zn tzer nachfolgenden Mitgliederversammlung wurden die Ztatnten settgettellt und der in Attssicht genommene 'Name des.Vereins abgeändeih^ in den Namen: Hamburger jähst scher" Sportu n d -i ii v ii d e r/eti ii e. V. Zn den Vorstand iwurden gewühlt die Herren Dr. Fürth. 1. Vorsitzender, Dr. llrias, Vorsitzender des Vaterländischen Vundcs jüdischer Frontsoldaten. 2. Vorsitzendes. P. Al a r l. Schatzmeister, ’ injö Fräulein Z l i e 'N athan. Schristsührerin. - ' ' Ausschließlich der torporativ beigetreieiien Vereine zahlt der Verein bereits über 1.'>0 Personen. “ Der vorliegende Bericht ist absichtlich ciiigeihend und teilweise wörtlich wiedergegeben, um der interessierten Liefsentlichkeit ein klares Bild zu geben. Aber allen Vätern und Müllern, die bisher achtlos an dem Streben unserer Zeit nach lörperlicher Ertüchtigung vorübergegangen sind, rufen wir . zu: „Auch ihr m ü ß t teilnehmen, an der Gesundung aller, auch ihr müszt dazu beitragen/das; Knaben und 'Mädchen; Mävner und Frauen durch Sport-und Turnen/durch sreigewählte Disziplin und Selbstzucht sich: z» stolzen, mackeren Menschei: entwickeln. Hierzu ist es nötigj das; ihr selbst und eure Kinder - in Sport- und Turnvereine ' eintrcttt, sei es in den Var Kochba, sei es in nicht-jüdische Vereine, sei. es in unseren H a in b u r g e r jüdischen Sport- und Tur n v e rein e. P.. dessen Ziel und Weg hier llargeleat worden ist, und der fest darauf baut,- das; ihr zu ihm lomint,;ans Liebe zu euch selbst, aus Liebe zu euren Kindern, ilm selbst ein Gegen gewicht gegen die entnervende Arbeit des Berufs und des groszstädtischen Lebens zu schaifen. Bcerdiguugc» auf dem Begräbnisplakr ,. der (Gemeinde i» Ohlsdorf. Sepkrmber 1927. 2. Glaser, liuumi geb. Müller, Grindelberg 77; tl-1 F. l. Grtineirald, Siegfried, Kau im., Schöne Ansaielit U >; - ‘iti Zabre: Lindner, Lall», Artist, Böhmtensu. >!>: »>!> F . 0 v. .Halle, Ilse, .Holielnitcliausseb >-'!>: l Mo». Z, j Leun, Martha geb. Mamelok, Hambntgerstt.- ^'!a:i^ l l Jahre. , f ’ Abrahatitsohn, Morip, Kansmanti, Eppendorserland strasze K4; 1 l F.!>. StPtfpiC’, Bertha, Borustv. 22; «>!-! F . '! 11. Fiedler, Moses, Kausm., .Hainburgerslr. 7l F 12. Play, Sophie geb. Lvetvenberg, Wtve., Lelimipeg M: 77 Fahre. 1 l. Kansmann, Babelke geh.' Fipr», Wirre., Tillstr.!»i: 7l Fahre. IK. Lcvi, Leopold, Kansni., Bistnarckslr. lli-'i: ■<■’> F. 21. pa,n Elees, Clara geb. Seimiger, Wwe., Werdet ' strasze 52; «>!> F. ' 22. Gr.ftttki», -Hirsch Abraham, Kaust»., Fsestr, 7,7: t',."> F 2i>. Goirdon, .Helene, Laugeuhoru^ tld> F. - Philipp, Beruhend, Sedanstr. 2l>: K'« F. .'!(). Warisch, Helene geb. Wiener, ZHausastr. >1: Ol F. Ferner: ein lotgebvreucS Mädclien. i llcbcriiftttiiHfcn: S. Foel, Csiljer Erna geb. Sodelntaiin, Tel Aipitv, »ach l Leipzig; 27 F. 20i Schtvarz, Morip. Sedaustr. 2:>, nach. .Hanuvper; 7l> F. 27>. Tavidsohn, Belt» geb. Ephraim, Wive., Martini strasze -12, nach Scharmbeck Ssieriiolz: Kt» F. , 'S-, »- i- - i 'Z'T i i Bcerdigungsbrüderschask der Leutsch-Fsraelitischeii Gemeinde Bersanisitlntig N':”-'“ "'"'Z pn 'Z 'X Sonntag, bi'ir l,ti. Oktober, abends 7' ... Uhr iyt (Keuteinde'hanse, Mothettbanmchanssee Der Borskand. M. TaPtd, Borsihender l 59

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