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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1927-05-10 · 5 (10.5.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
3 (1927)
Issue
5 (10.5.1927)
Date
1927-05-10
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Nummer 5 Seile 4 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Mit gutem Recht stellen wir fest: unsere befindet fidj in anjsteigender Entwicklung. Schule 2. Tie Finanzen der Schule. - > (Berichterstatter: R. Bach rach.) Die Einnahmen an Schulgeldern sind gering geblieben; hauptsächlich wegen der Not des Mittelstandes und der unteren Stände der Bevölkerung. Tie Lehrkräfte, die bisher bei der Ortskrankeukasse versichert waren, werden jetzt! bei einer Gesellschaft, die mehr, leistet, versichert. Tie Gemeinde hatte 1926 für die Schule 96 659,32 Mk, zu Wahlen. Tiefer finanziellen Leistung entspricht ihr innerer Wert, sic ist eine berechtigten Anforderungen ent sprechende . Anstalt, wie der vorhergebcnde Bericht er wissen hat. , ' Abrechnung über das 43. «chuljahr vom 1. Januar bis 31. Tezcmbcr 192t» Einnahmen Soll ,Vt Ausgaben Soll Ist . Sckulgelv•. 7 000 7 753 90 Gebälter.... os 100 76 562 41 Büchergeld ■ 5 000 1 995 — Sekretärin ■ ■ 2950 2 97« 45 Gemeinde- s' 11 > O 059 32 Schulwart 2 05o 2 7!*6 84 Hausb.Schule 1400 1 797 «7 V'el'rmittcl.. ■. 7 20(i 7 218 37 Beleuchtung > und Hebung 3000 22*!*» 49 Hauswirlsch. und. Gerät- : schäften.... 3500 3525 3s i Trucksachen . 900 «s,; 41 * Betrieb der Haush. Schule 1 259 1 185 78 Invaliden- Versicherung 1 1(9 240 80 ' Srtskrankenk 4 2(0 29*5 74 Bens.-Verein 750 >60 61 Schulart! und Heilnrirtel.. . t 88425 Außerordeml. Ausgaben.. IW» 1 711 99 Sonderausgaben 210- M. 1O6408 22 M. K648 22 i 3. T as Jugendamt der Gemeinde. (Berichterstatter: Paul Levn.) Tas Jugendaint hat die Ausgabe, alle für sorgerischen Maßnahmen für die jüdische Jugend Hamburgs zu rresfän, die erforderlich sind und nicht von anderer Seite getroffen werden, gegebenenfalls 'mit diesen anderen Stellen zusammenarbeiten. Solche fürsorgerischcn Einrichtungen sind: 1. das Kindererholungsbeim Wilhelminenhöhe, in dessen Kleinkindcrabteilung fortwährend eine Reihe vom Kindern untergebracht werden, für welche, das -Jugend amt aus den verschiedensten Gründen die dauernde oder vorübergehende Fürsorge übernommen hat, 2. der Kindergarten der Agudas Jisroel Jugend gruppe, zu dessen Kosten das Jugendamt durch einen monatlichen Zuschuß von 175 Mark den weitaus größten Teil beiträgt, äußer, einem vor kurzem bewilligten ein maligen Zuschuß von 650 Mark für Neuanschaffungen, 3. der Mädchenhort, welcher der Töchterschule in der Carolinenstraße, 4. der Knabenhort nebst den Handfertigkeilskursen, welche der Talmud. Tora Rtalschule angegliedert sind, 5. der gemeinsam mit dem Humanitären Frauen - verein und den Schwesternlogen eingerichtete Nachhilfe-, unterricht, zu dessen Kosten das Jugendamt beiträgt, .6, die Schulspeisung, sie zerfällt in zwei Abteilungen: a)i die Frühstücksspeifung, bestehend je Kind aus einein Fünftel Liter Milch und einem Brötchen. Die Kosten hierfür sind von dem wohltätigen Schulverein bereit gestellt, und b)'<das Mittagessen, welches von der Volks küche geliefert wird und für dessen Beschaffung sich eine freie Kommission gebildet hat; 7. die Religionsunterrichts-Kurse auf dem linken Atsteruscr für die Schüler der dortigen Volks- und höheren Schulen, 8. ritueller Haushaltungsunterricht für die schul entlassenen fortbildungsschulpflichtigcn Mädchen, 9. mehrere Sprach-, Literatur- und Handfertigkeits kurse für junge -Mädchen, die für die Teilnehmerinnen völlig oder teilweise honorarfrei sind, 10. die Berufsberatungssteile, die vor kurzem nnter tätiger Mitwirkung des Jugendamtes durch Vereinigung zweier bisher getrennt arbeitender Stellen, geschaffen wurde, und für welche die Gemeinde Räume zur Verfügung gestellt hat, 11. eine Reihe von einzelnen Fürsorgcfällen wer den lausend von dem Jugendamt, teilweise in Verbin düng mit dein Städtischen Jugendamt, eingehend und mit der größten Aufmerksamkeit betreut. Es handelt sich hierbei um verwaiste, verwahrloste, gesundheitlich gefährdete Kinder, bip vom Jugendamt in den hiesigen oder auswärtigen Waisenhäusern, in. Heimen oder Erziehungsanstalten oder in privater Pflege, je nach Lage des Falles, untergebracht werden. Tie vom Jugendamt bctScüten Kinder bleiben in dieser Fürsorge über die Zeit der Schulentlassung hinaus bis zur völligen Ausbildung im Beruf. y\2. Eine besondere Abteilung im Jugendamt beschäs ligt sich mit der Erholungs- und Heilfürsorge für die Jugend von der Geburt bis über die Zeit der Berufsausbildung hinaus. Alle Kinder, für welche auf Grund vcrtranensärztlicher Untersuchung ein Bedürfnis vorliegt, werden vom Jugendamt zur Erholung oder zur Heilung fortgeschickt, ganz gleich, ob die Eltern oder die sonst So,rgcvcrpslichtcten nichts oder nur zum Teil zu den Kosten beitragen können. Im vergangenen Jahre haben nahezu 100 Verschickungen stattgcfunden äußer nach Wilhslminenhöhe und Segeberg nach Nauheim, Kreuz nach, Türrhcim, dem Schwarzwald, insbesondere nach Schwäbisch .Hall, sowie an die Sec nach Kolberg und Norderney. 13. In den großen Ferien wurden eine Tagesferien tolonie und, außerdem Tageswanderungen für größere Knaben und Mädchen organisiert. Tas ist nur ein Ausschnitt aus der umfassenden Tä rigkeit des Jugendamtes, der, um ein klares Bild von ihr zu gcl'en, durch vielfache Einzelheiten ergänzt werden müßte. Hierzu reicht die für den Bericht zur Verfügung stehende Zeit nicht aus. Ten Vorsitz im Jugendamt führt Herr Alfred Levh, die Geschäfte werden geführt von Herrn Tr. Nathan. Aufgabe der Jugcndpflegerin im Jugendaint, der Schwester Thekla Picard, ist die dauernde Fürsorge für die vorschul und schulpflichtigen Kinder; durch ihre Mitwirkung bei der Tätigkeit der Schulärztin in der Töchterschule und des Schularztes in der Talmud Tora Real schule hat sie dauernd einen Ueberblick über die gesund hcitliche, geistige und seelische Entwicklung eines großen Teils der hamburgischen jüdischen Jugend. Tas Jugendamt erforderte 1926 einen Aufwand von 55 241,12 Mark, von denen 21931,34 Mk. durch Heranziehung^ behördlicher Stellen (Wohlfahrts-Jugendamt, Krankenkassen usw.) durch eingehende Verhandlungen beschafft wurden.

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