Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 5 (10.5.1927)
- Date
- 1927-05-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 5 \ ’ j r > nuu^jii^r wüuJiWilß der Deutsch - Israelitischen Gemeinde zu Hamb 3. Jahrgang Das Gemeindeblatt eri yeint am 10. eines jeden MonatS und wiri allen Mitgliedern der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg kostenlos zugestellt. Hamburg, l«. Mai 1927. Druck, Verlaaund Geschäftsstelle' M. Lehmann, ABC-Hos, ABC-Straße 57. Fernsprecher«: Elbe 7910, 7911, Vulkan 8883. Verantwortlich für den redaktione Syndikus Dr. N. M. N a t h a n, für den Inseratenteil: E- Loos, beide in Hamburg Anzeigenpreis 60^ p. 6gesp. Ronp.-Zeile. ,41 Levin Lion. Z u seinem 1 0 0. G e b u r t s t ä g e a in 24. M ä i 1927 standen bat, über 35 von davon über 20als Eine gewaltige Zahlen eingeschlossen Das Bild eine>! seltenen Mannes -steigt bti dem Namen Levin Lion ii uns auf. Das Bild eines Mannes, der nahezu 40 Jahre im Dienste der Gemeinde gediesen dem Vorstande der Gemeinde, »essen. Vorsitzender, angehörte. Menge von Arbeit ist in diesen Sie ihrem Werte und ihrfer Be deutung nach zu ersessen, ist unmöglich. Es ist ar dieser Stelle schon einmal gesagt worden, daß hinter der für das Gemeinwohl zümeist die Persönlichkeit Individuelle verschwindet. Dazu kommt, daß Lev in Lion einer Epoche unserem Gemeinde angehört, die bere schichte geworden iß;. noch in dxn letzten Jahren Amtstätigkeit, noch hat die Gemeindevei wachsend,^ die alten großstädtischen Orgai Um so mehr ist tage feiner Geburt Pflicht, weil dieses Arbeit' das ehr aber seit seinem Aus altung, an ^Umfang und Formen^ gesprengt, und ist zu ismus geworden. \ s Pflicht, seiner zum 100. £ u gedenken.^Usid doppelt i ts Geseiner cheiden Inhalt einem denken einher seltenen Persürslichkeit Schrot unabgilt. Terin Levin Lion war ein Wann von echtem und Korn, sonder Furcht.und Tadel; ein Mann, hängig in seinem Denken, von einxm sicheren Selbstgefühl, der freimütig seine Ansicht äußerte; der sein Wort zu führen ftjujjte und sich zu ihm, ist jeder Lage, bekannte. ahrest dies Aber so selbständig er in seinem ganzen Wesen — darf man sagen? ein echter Hanseat — war, erwar auch gerecht: er hatte Verständnis für der anderen Meinung; er ließ sie gelten und er achtete sie. Und was immer und immer wieder aufs neue an ihm fesselte, was ihm die Herzen gewann und seine Gegner entwaffnete und versöhnte, das waren sein unverwüstlicher Humor- und seine bis ins hohe Alter chm Eigene, sich stets gleich bleibende Liebenswürdigkeit, die! fast, sprichwörtlich ge worden waren. ° 1 Köstlich war es, mit Levin Lchn zu plaudern und ihn-von der Vergangenheit erzählen zu hören. Denn er zählen und plaudern konnte er wie nur "wenige. Und schöpfen gus einem unversiegbaren Schatze von Jugendeindrücken und Jugenderinnerungen. Tenn er smannte auch ein Gedächtnis sein, eigen, wie es nur weüige be sitzen. So vermochte er zu erzählen von dem großen Hamburger Brande (1842), den er als Fünfzehnjähriger miterlebte, von der Hamburger >Bürgerwehr> in der er noch selbst Tienst getan hat, von den Fahrten, -die er mit seinem Vater in den Selichaus-Tagen in derf frühen Morgenstunde» nach Altona machte, von Gabriel >Rießer, dessen er sich persönlich cntsann, und was der Erinne rungcn mehr waren. — Und auch seine Bioelverse, seine Pirke owaus». und sogar seine Raschi Erklärungen znm Pentateuch, hatte er im Gedächtnis. Sie verließen ihn selbst a,st seinem letzten Lager nicht; er hatte sie im Gedächtnis und — was mehr ist — er wußte sie Hu zitieren ... Alles in allem: es ist eine Frellde, sich seiner zu erinnern. Wer ihn.gekannt hat, ja, wer ihm' nur einmal wirklich nähergetretcch ist, kann ihn nicht wieder vergessen. —n. Rabbiner Dr. T. Baurberger-Wandsbek. Von R. M. Nathan. Am 1. Juni werden 25 Jahre verflossen sein, seitdem der Rabbiner unserer Nachbargemeinde, Dr. S. Bam» berger, sein Amt angetreten hat. In den weitesten Kreisen unseres Gemeinde wird man mit Freuden diese Nachsicht begrüßen, und alle diejenigen, die diesen ehrwürdigen "Repräsentantcü des Rabbinerstandes jU| kennen die Freude haben, werden mit seinen Gemeindemitgliedern darin wetteifern,, ihm an seinem Jubeltage ihre. Ber^ .ehrung und Wertschätzung zu bezeugen. , Rabbiner BambLrgcr, geboren am 21. Juli 1870 zu Würzburg, ist der Träger eines großen Namens. Er ist der Enkel Rabbi Seligmann Bär Bambergers, der, als der „Würzburger Raw" im Gedächtnis der deutschen, Jndenheit fortlebt. In den Anschauungen dieses Mannes von seinem Vater Nathan Bamberg er, dem Sohne und Nachfolger R. Seligmann Bär Bambergers erzogen, ber