Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 4 (10.4.1927)
- Date
- 1927-04-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4891256-5444702-5444828--0186-4891400- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nummer 4 3. OaNflang Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde zu HainhLrg Das Gemeindeblatt erscheint am 10. eines jeden Monats und wird allen Mitgliedern der Deutsch-Jsraelittschen Gemeinde zu Hamburg kostenlos zugestellt. Harn bürg, Iv. April 1927. Druck M. Lehm Fernsprecher Verlag und Geschäftsstelle: > n n, ABCssHof. ÄBC-Straße 57. Elbe 7910, 7911, Vulkan 8083. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Syndikus Dr. R. M. N a t h a n, für den Inseratenteil: E. Loos, beide in Hamburg Anzeigenpreis Kv^ p. Kgesp. Ronp.-Zeile. rgs! uehn:c n hier Volks jüdischen dem jüdisches Religioits n icr An die jüdischen Eltern Hambu Vorstand und Jugendamt der Gemeinde mit Veranlassung, Tbic Eltern der die öffentliches und höheren Schufen Hamburgs besuchenden Schüler auf ihre Pflicht hinzuweisen, ihre Ki jüdischen Religionsunterricht, zuzuführcn. Kein Kind darf ohne Religionsunterricht aufwachscn Religionsunterricht wird erteilt in den schulen: 1. des Synagogen-Verbandes Lieber st raße 4 und Uferstraße 3 (Barmbeck). Anmeldungen lei Herrn Lehrer Wolfermann, Roonstraßc 1, Eli e 5631; 2. des Jüdischen Schulvereins E. V. O b e r rca ls ch u l e Eppendorf, Hegestraße. Anmeldungen bei Herrn Rabbinejc Tr.. Lu brasch, Abendroth« weg 19, Nordsee 5957; 3. der Neuen Dainmtor-Synagoge Oberreal sch Helene!>ulc, Bogenstraße. Ann bei Herrn Rabyiner Dr. Holzer, Jscstr. st' 98^". werktäglich 12—1 Uhr; des Jugendamtes der Gemeinde Lyzeum L seid. Anmeldungen bei Frau R. Weißm Unterrichtslokal, Donnerstag 3—5 Uhr. Die Unterrichtsleiter erteilen jede weitere iramentlich über die Höhe des Schulgeldes, das! ange > eldungen 7, Nord er che ii n n, im ‘llii teilweise oder auch gänzlich erlassen wird. ai T skunll. Wunsch Vorstand und Jugendamt der (stemeiyde. Auferstehung. Bon Oberrabllner Dr. I. Carleöach, Altoüa. Peßach ist das Fest unserer nationalen Volk-werduug; unserer Befreiung aus Aegypterknechtschast. Peßach' ist die Vorfeier der künftigen messianischen Erlösung, da Elijahu, der Prophet, den letzten Glockenschlag * der Menschheitskämpfe ankündigt; Peßack^ist endlich das Fest deh Auferstehung der Toten, das uns den Gedenken der Wiedererweckung in der Natur, in der Geschichti und. im Leben des Einzelmenschen besonders eindringlich ins Be wußtfein ruft.!; Als vor zwei Jahrtausenden die Tochterrcligion vom Mutterschoß des Jiwentums sich losrang, aber di'pchieb ge wordenen großen Feste Israels nicht aufgeben wollte, bot das Peßach der! neuen Gemeinschaft ein schweres Problem dar. Welche Bedeutüng sollte sie seiner Feier geben? Als historischer Besreiungstag war es zu jüdisch national, als Fest der Erlös ungshoffnung konnte es nicht begangen werden, , feit man das Messiasreich als verwirklicht betrachten sollte. Da wählte sic nach jahrhundertelangem Kampfe, dem berühmten Ostcrstrcit, die dritte Bedeutung:. es wurde das Fest der Ans ersteh ung. Das Judentums zu stolz, des Funkciys sich zU rühmen, der von-, dem Herde seines göttlichen Feuers auf frem dem Altäre lohte, schwieg seitdem lieber . von diesem Charakter seines Peßachfcstes. Aber jener Funke war stark genug, eine Welt zu entflammen; kein Wort hat als. Losung die Menschheit so beglückt und erfüllt, als das Zauberwort von der Auferstehung. Aber die Haphtora des Schabbos Chaut hamaued, die dieses Jahr nicht zur Verlejung kommt, deren Ein sktzung schon in die Zeit der Makkabäerkämpse fällt, führt' die gewaltige.- Vision des Ezechiel uns vor Augen, wie die Toten in Bik'ath Dura von ihrem Todesschlummer erweckt werden, und beweist, wie immer die Auferstehung zu der Gedankenwelt des Peßach gehört hat. „Und Gottes Hand kam über mich; hinaus In sturmgewalt'ger Schau trug mich der Geist Und setzt', mich in ein Tal, besät mit Leichen. Führt'> rings an den Geheinen mich herum, So . viel da ihrer lagen ist dem Tal, Au^gedörrt, ganz und gar vertrocknet, - Und sprach zu mir: „Sag',, kann wieder auserstchn, Ti? Menschensohn, hier dies Gebeine?" Ich sprach: „TU großer, mächt'ger Gott allein. Tu weißt es." Und sprach zu mir: „So laß Prophetenruf Ergehen über die Gebeine dort und sprich: - „Ihr toten Knochen, höret Gottes Wort! Tenn also spricht der Allgewalt'ge: Seht^ Ich hauch' euch an, so daß ihr wieder lebt, Geb' euch ein Kleid von Sehnien, Fleisch und Haut Und in euch Odem, daß» ihr ausersteht Und dran erkennet, daß Ich bin. Ich Gott!"' Ta ließ ich . den Propherenruf erschallen — Und horch! ein Knarren, Klappern tönt, ihr Beine f Ihr füget eines euch dem andern an. Ich blick' erschreckt, sieh, Sehnervspannen - sich, Fleisch kommt herauf, es' dehnt sich eine Haut lieber den Leibern, noch des Lebens bar. ‘ Uno sprach zu mir: „Zum Lebcnsödem sprich. Sprich, Menschensohn, prophetisch zu dem Odem: „So witl's der allgewalt'ge Gott: von allen Vier Seilen,. Lebcnsödem, komme gehaucht Hinein in die Gemordeten, sie weckend." Und wie befohlen, tönt Prophetenrus. * Ta kam in sie des Lebens warmer Hauch, Sie leben, stehen auf, auf ihren Füßen, Ein großes,'großes Hser, schier ohne Zahl!"! "Eindringlicher kann 'oCjr Gedanke der Auferstehung nicht ausgesprochen werden, großartiger nicht die Ur krgft des prophetischen Geistes, der über alle Unmöglich keiten menschlichen Erwartens hinweg das Tqte..belebt, das Erstorbene auftegt, zii neuem Dasein sich'.uKH char stellen. Diese Vision. ist aber um so bedeutsamer, . als sie nicht an die Geheimnisse des Jenseits rühren>:will, sondern mitten hineingreift ins irdische Leben. Wer^sind die Toten, die mit Schauder und Entsetzen als ein tpirrer Haufen von Skeletten uns vor die Augen geführt werden?