Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1927-01-10 · 1 (10.1.1927) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
3 (1927)
Issue
1 (10.1.1927)
Date
1927-01-10
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4891256-5444702-5444822--0166-4891383
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ite 4 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. bet Antrag des Herrn Tr. Lanzkron auf Bildung einer ständigen, aus Mitgliedern beider Kollegien bestehenden Bau-Kommission angenommen Herr Tr. Lanzkron erklärt sich damit Einverstanden, daß dieser Kommission auch die Prüfung der Synagoge Kohlhöien übertra gen wird. J Tie Beratung des Haushaltsplanes für. 1927 wurde mit Rücklicht auf die vorgerückte Zeit vertagt, . nachdem 11 i_. des Etats einstweilen bewilligt worden waren.; Ter öffentlichen folgte eine - geheime Sitzung.! Nummer 1 Die Mary-Marcus-Ltiftung. t Cwn Iayre l9s»5i feierte Frl Mary Marcus ihr.40 riges Amtsjnbiläui» als Leiterinder Israelitischen chterschule. Bei dieser Gelegenheit 'wurde der ver nten Jubilarin ein Kavilal als Zeichen der Anerken nstng und Tankbarkcit zur Verfügung gestellt, das von Körperschaften per Gemeinde, Freunden, ehemaligen Lehrer insten und Schülerinnen gesammelt war. Tieses Kapital sollte als Grundstock einer Stiftung dienen. Die deuNamcn der Jubilarin tragen und dauernd erhalten sollte. Fräulein Poarcns wurde anheiingcgcben, den Zweck der Mary .Mla reu s Stiftung selbst zu bestimmen. . . sie entschied stich dafür, die Zinsen des Kapitals schul, enflafscnen jungen. Mädchen, die mindestens die letzten drei Jahre dze Israelitische Töchterschule besucht halte», -wahrend ihrer Minderjährigkeit zugute kommen zu lassen, und zwar als Beihilfe zur Erlernung eines Berufes öder zur Unterstützung in Fällen unverschuldeter Not. —, Tas Kapital wurde bei der Tepositenkasse milder Stil uingen der Teutsch-Israelitifchen Gemeinde belegt. Zur Verwaltung der Stiftung wurde ein Kuratorium gebildet, das ' fayungsgemäß aus zwei Mitgliedern des' Schulvorstandes, den Herren Tr. Julius Lippmann f. A.- und Tr. N. L a b o w s k y, und zwei Mitgliedern des Lehrkörpers, .Herrn I. Gold sch midi s. Ä. und Fräulein A n n a N e u st a d t. bestand, und dessen. Vorsitze Fräulein Marcus auf Lebenszeit zuerkanut wurde. Zur Zeit gehören der stiftungsverwaltung an Fräulein . M ä r c u s als -Vorsitzende, Fräulein N e u st a d t als Ehrenmitglied, und stellvertretende Vorsitzende, die Herren Tr. N. Labowsky und. R a p h cre l Bach rach vom Schulvorstande und Herr M. W o lf.c'r m an n und Fräu lein Benjamin vom Lehrkörper. Um die Stiftung schnell leistungsfähig zu machen, wurden nach kurzer Zeit Jahresbeiträge eingerichtet, die hauptsächlich von ehemaligen Schülerinnen geleistet wurden. so konnten die Zinsten zum größten Teil dem Ka vital zugefchrieben werden. Tieses ging aber wie alle übrigen Kapitalien in der. Inftalionszeir leidet verloren : welche Aufwertung cserfährt, .ist noch unbestimmt. . Tie Beiträge aber erwiesen sich als eine sehr segens reiche Einrichtung. sie setzten die Stiftung in den stand, in. jedem Jahre, auch während der Kriegs und Nach kriegTzeit, eine. Anzahl Schülerinnenfayungsgemäß -zu unterstützen. Im Jahre 4924, beim Ausscheiden aus ihrem Amte, wurde Fräulein Marcus die große Freude, daß das Stif tuitgskapital erneuert und vermehrt wurde. — In einer demnächst einzuberufenden Versammlung wird die Vor fitzende einen genauen Bericht über die bisherige Wirk iamk^it der Stiftung abstatten. An die 'Gründer und Gänger der Stiftung werden hierzu Einladungen ergehen; außerdem wird der Zeitpunkt in den Mitteilungen der Gemeinde bekannt gegeben werden. Besonders erwünsijht wäre' der Besuch dieser Versammlung durch recht viele lehemalige Schülerinnen. - ' Bei Errichtung von Testamenten wurde es seit je in jüdischen Kreisen in gleicher Weise als religiöses Gebot wie als Herzenspslicht empfunden, der Armen zu gedenken. Ganz besonders unsere Gemeinde verdankte testamentarischen Vermächtnissen zu einem großen Teil den Aufbau ihres Stiftungswesens, aus dessen Erträgnissen sie in' weitgehendstem Maße und in verschwiegener Weise .Hilfe spenden! konnte, insbesondere solchen Hilfsbedürftigen, die ins ällgemeineu sonst auf Unterstützung nicht angewiesen nünien. Auch die Wohl sahrtsanstalten der Gemeinde verdanken teils solchen Ver mächtnissen ihre Begründung, teils bestritten sie aus ihren' Erträgnissen einen erheblichen Teil ihres Bedarfes. Nachdem die Inflation den stolzen Bau unseres Stif tungswesens erschüttert hat, ist es unsere und die Auf gäbe der künftigen Generationen, diesen Bau wieder von neuem zu errichten. Wesentlich zu diesem Werkebeitragen würde es, wenn bei Errichtung von Testamenten an Üie gute hamburgische Tradition angeknüpft und in jedem Testament mindestens ein Vermächtnis für einen wohltätigen Zweck ausgesetzt würde. Es gibt der Wvhlsahrtszweckc so viele, daß jedermann in der Lage ist, eine Einrichtung oder eine Anstalt zu bedenken, der sein besonderes Interesse und seine-Sympathien gelten. Wir sind aber auch zu sachgemäßer Auskunft über für dernswerte Wohlfahrtszwecke und stber Lücken auf dem Gebiete der WohlfahrtSbestrebungeu, deren Ausfüllung erwünscht wäre,- jederzeit bereit. Vorstand der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Leffentliche Quittung. Wir erhielten an Spenden: 20'Mk. von ungenannter Seite für arme jüdische Kranke, 20 Mk. von Herrn H. K. und ebenso 20 Mk. von Herrn M. Sch. für wohltätige Zwecke, - 25 Mk. von Herrn Max Rosenberg, i. F. M. Rosenberg u. Co., für arme Kinder zum Chanukkasest, ausländische Noten im Werte von 25 Mark von Fräulein F. S. zugunsten des Krankenhauses der Ge meinde aus Dankbarkeit für eine mühevolle Behandlung, 1 50 Mk. von Herrn K. L. zugunsten des Kindererholungsi- Heims Wilhelminenhöhe, 50 Mk. von N., N. für den Verein zur Speisung arnrer israelitischer Kinder, 7o Mk. von Herrn W, W. anläßlich des Iahrzeitstages feines Vaters, und zwar 30 Mark für das Krankenhaus und 40 Mark - für das Altenhaus der Gemeinde, 75 Mk. durch Herrn Wolf Blatt, Agathenst'r. 3, aus einer Streitsache zugunsten des Paulineu -stifts, lliOMk. von .Herrn Fritz N-eufeld, u. zw. je 50 Mk. für die Heiden hiesigen Waisenanstalten, 150 Mk. von Herrn Rechtsanw. Tr. C. Heck sch er an häßlich des Iahrzeitstages seiner Gattin Marta geb. Klau, und zwar je 50 Mark für die Jeschiwah und die beiden hiesigen Waisenanstalten, je eine Nähmaschine von zwei Seiten, die ungenannt bleiben wollen, von einer dieser Seiten außerdem _ einen 'größeren Posten Nähgarn für die Rähstube unserer Kommission für das Wohl fahrtswesen. Für alle diese Spenden sagen wir hiermit öffentlich verbindlichen Tank. .Vorstand der Deutsch-Israelitischen Semeiiche.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.