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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1927-01-10 · 1 (10.1.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
3 (1927)
Issue
1 (10.1.1927)
Date
1927-01-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Stummer 1 3. ' ineindevlatt dev De»itfr -Israelitischen Gemeinde zu Hambü Das Gemeindeblatt erlchcM am IO. eines jeden Monats und wird allen Mitgliedern der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg kostenlos zugestellt. Hamburg, IO. Jan,' ,r J927. Druck! Verlag und Geschäftsstelle: M. Lehmann, ABE-Hof, ABC-Straße 57. Fernsprechers Elbe 7910, 791 l,. Vulkan »683. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Syndikus Tr. R. M. R a t h a n, für den Inseratenteil: E. Loos, beide in Hamburg Anzeigenpreis 60<) p. Ogefp. Nonp.-Zeile. Personalien. Für die hambnrgischen Wohlfahrtsbchördc», deren Arbeit ohne die ehrenamtliche Mitarbeit von Ang -hörigen . aller Slrcifc der Bevölkerung nicht geleistet werde« könnte, ist in« 'Aufträge des Senats eine künstlerische.- ßlnfcttc geschaffen worden, die als Weiche» der dankbaren 4 ncrken »ung langjährigen verdienten ehrenamtlichen 4) ilarbei texn überreicht werden soll. In dkr Untcrschris ,)Für treue Arbeit im Dienste des Volkes" kommt zun Ans druck, unter welchen^ Voraussetzungen und i» ivclchcm Geiste die Plakette vergeben wird. Tic in Bronie ans geführte Plakette ist 13 Zentimeter hoch^ und 9 Zcnti incter breit und zeigt in schöner Forineinheit ein rn Zug von Menschen, der daS werktätige Volk symbolisiert. Am .NenjahrStag ist die"' Verteilung dieser zum ersten Male erfolgt. Unter den auf Barsch Wohlfahrtsamtes und! des Jugendamtes ausgez Männern und Frauen befanden sich von Angish unserer Gemeinde Plakette ag des eren origen e chne der Vorsitzende des Vorstandes, Herr A l f r e d der Vorsitzende des LO. Bezirks' des städtisches, amles, Herr Jacob Flörsjhcim, die Vorfivest Israelitischen .Humanitären grauen VeiciiiS,! 2 i d o n i c Werner, sowie» die .Herren 2 B l ä f.t n e r, Sieg! n u n d L e s e r und 4k a l l, Offen bürg, welche ans eine . fünsundzwanz ehrenamtliche Tätigkeit als WohlfahrtS bezw. «'«leger zurückblicken. De» also Ausgezeichneten ausrichtigcit Glückwünsche! : > i ttebejr das Jrrationa und im J»i Von Rablnner Tr. . Immer mehr st cht man den Fesseln, in welch uns der bat, zti befreien. Jminer mehr es ist, wenn man den Verstau! Wertmesser macht fir alle lichcn Leben, wie dadurch s den Minschen unent!»ehrlich s stand zi m Opfer fal en. Ge seinen Verstand gbrauchen Gaben, die Gott ihm v sich ihre : bediene. Uni, sicherli diesen -Standpunkt, wenn es. erkennest" (5. Mos. 4j, 39). ohne ge!»ankenmäßige Erfassun von ihr keinen richtigen Begri waren es ja die jüdischen Reli alters, die sich der Aufgabe Zeit in Uebereinstim» ung zu des Judentums. Es war ihn e in der Religion dentnin. >. Caro, Köln jn unserer Zeit sich von ationalismuS geschlagen sieht man ein, wie falsch -das Denken allein znm schkinungen im nensch manche Werte, )ie für fd, dem kritische, Ver!ß soll auch der Mensch rauch er ist eine der lliehcn hat, dc mit er Ereilt auch das Jndcniuiist imer betont: „T i sollst sne richtige Erkenntnis, dder Religion kann man z-erhalten, und vo: allem Itsphilosophcn.des Mittel kneten, daS Tenkcn ihrer L e v ii: Jugend de des läuten m ii e l an H. igjahrige Waisen »n iere Dringen mit den!ci:i ernstes, ein Lehren heiliges so manches, was über stand Faßbare’ hinaus Anliegen, den Nachweis zu iühren, daß eine solche Per söhnunkt nicht nur. möglich, sondern auch notwendig sei. Aber wehe n it s, wenn wir den B e r st a,n d a l l e i n zum Gon erheben nich neben ihm nichts anderes gellen lassen. Er gleicht dann einem reißenden Bach, der bin hendc, srlpchtbarc Gefilde ttberllutet und alles Lebe».- er tötet. Vor ihm. hat nichts Bestand, was ans einer höheren Welt hineinragl in. ..unser Dasein. Alles, was uns Weihe nnh Erhebung verleiht, was unserem Ge mütslcben förderlich ist, existiert für ihn nicht. . Und so haben wir es erlebt, daß gerade -die Religion inner feinem kalten Hauche so stark gelitten hat, daß gerade - sie von der anslösenden Tendenz, die ihm eigen ist, foj stark betroffen wurde, denn die- Religion kann nur da ' leben, 'wo man auch dem Geheimnisvollen, über das endliche Sein Hinansragenden Vcritändnis ' entgegen bringt, wo auch ein göttliches Ahnen durch 'die Seelen der Menschen geht und diese sich werden gegenüber der Ergebenheit des Allgewaltigen, des Unendlichen: ' Ja, in der. Religion gtt't ec alles Gedanklick>c, durch den Ve geht, so manches Irrationale, »ioie die Wissenschaft es zu nennen pflegt, und wollten wif dieses ans der Reli gion aüsscheidep, wirwürden sie um ihr Tiefstes briki gen, tv«r Würden ihr die Seele rauben. Denken wir lim-1 an jLH’iii Begriff, der jeder -Religion zu Grunde liegt, an pot't.! Mit dem Verstände können wir nickst, beweisen, paf; Gott ist. Seitdem der große Philosoph .staut den Machwcjs erbracht hat, daß. alle die Beweises die man früher glaubte für das Dasein Gottes beibringen zu können, auf falschen Schlüssen des TeiilkcnS beruhen, ist die'e. ILrkeiintstis allgemein, diirckigernngen. Ob wir auf die Schicksale der Menschen und Völker-'blicken, ob wir in der ^kaiur ^Umschau 'halten, nitgendS wird unser Verstand Gott cnltbecfen; er reicht nicht hinaus über diese endliche Welt. Gatt, der lebendtge Gott, ist eben kein durch das Denken > gesundener, abgeleiteter Begriff. Das mag der Gott des Philosophen sein, der in erhabener Muhe thront über des Welt, ohne aber Macht über die Manschen Herzen ktusznüben. Ter wahre Gott, er lebt in den i ..Herzen her Menschen, er ist die st rast, die geheimnisvoll in allenz wirkt und doch nicht von dieser Well ist. - Wenn Tn ihnnicht erlebst, wenn Tn nicht die Gewißheit . ' hast,' daß er über Dir wacht, und hineingreist in'Dein Menschenleben, wenn Tn ihn nicht schaust in dem Werde» und Vergehen alles Irdischen, dann besitzest Tu ihn nicht. . Die - Religion ist es auch, die uns hinaushebt über I.' diese Welt des Seins in ein Reich des Sol lens, dfe!. uns Pflichten anferlegt, die erst, unser wahres Menschen i tum begründen. Ein Ideal, ein Ziel schwebt Dir sterd! -. vor Augen, dem Du nachzustreben hast. Werde .immer besser, immer vollkommener, aus daß Du immer mehr , eist > Ebenbild Gottes werdest. Höre nicht auf, zu ringe« j . : . I i i i

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