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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1926-12-03 · 12 (3.12.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
2 (1926)
Issue
12 (3.12.1926)
Date
1926-12-03
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. Nummer 12 außergewöhnlich für dich,'und cs, ist gar nicht so weit. Nicht im Himmel ist es, daß man sagen könnte: wer kann in den Himmel steigen, um es von dort zu holen? Nicht jenseits der'Meere ist es,, um es uns zu bringen? Sondern ts ist ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem .Herzen: du kannst es erfüllen." (5. Mos. l 1 14). Das ist jüdischer Idealismus, Idealismus in der Wirklichkeit des Lebens. Alljährlich, wenn wir die Eha nnkkalichwr entzünden, erzählt »ns ihr Heller Schein von den Ruhmestaten unserer Ahnen. Doch vor -allem mahnen sie uns an die Gegenwart. Ten Dienst. am Heiligen lehren sie uns, den Glauben an die Zukunft, an die' Bcrwirklichung des Ideals. * Nicht lebensfremd und -weltenfern ist die Forde ruirg unserer Religion, sondern nahe ist sic und wohl zu erfüllen. Doch nahe ist sie uns nur, wenn wir die sittliche Äran besitzen, unser. Leben ihrem Dienste zu weihen. Das statistische Jahrbuch für die Freie und Kansestadl Kamburg 1925. . Von Dr. N. SW. Nathan. «Schluß.) i :t. Aus Tabelle X\ 1,1 geben wir die sralistischc Aufstellung über die Zahl der Erdbcstatiungen und der Beisetzung von Aschenrosten ans dem Begräbnisplatze der Gemeinde in Lhisdors ,\ rt E' r e in Gitlergräbern Leichen A'lbknrkir« in Reihengräbern .Leichen iOtteiircitt uiiammou - Iftsf) 71 --?- — 360 1 1 "MO l ii H >» 797 Ivil - 1 89.5 INI 720 *84 IV ui 1900 I » 615 +5*10 i:mm 1905 21 1 12 7f>0!*.i2 19111 > 19 7i»2 I 11'12 1911 1912 <;i 71 '* 16', 172 1 XU 22 | 1913 .v; 1 1 152 . *>')'> 191 t >9 153 224 1915 11 1.31 * 191 191 0 ff 183 i; 245 1917 16 13 - 227 4 '>KS 191" 202 ‘j'.h; 1919 72 ■J* i '165 — 1 26.3 l :\2 91 M» -. 1921 :*l 121 * . 225 1922 *;*; t 2!» 125 n 225 1923 :»*j * 11 IM .7 1 H9 192) .Vj 17 159 i 232 i:*l>i 54 19 111 ii , 22- 1--1 1 925 1-55 3IHI T| 6082 *207 wieder. Sie ergibt, daß aus^jeinem hamburgischcn Teile 8297 Beisetzungen bis Ende 1925 statlgefunden haben. — Beachtenswert in dieser Tabelle sind die Gejamtbeerdigungszifsern für die Fahre 1N17— 1919, in welchen die Beisetzungen über 27>0 iahrlich hinausgehen: in diesen Zahlen offenbaren sich die verheerenden Folgen der Kriegsjahre mit ihren Entbehrungen, 4. Von besonderem Fnterene ist Tabelle 4 des Nachtrages, welche d'e Wohnbevölkerung nach dem Stande vom 16. Juni 1112« in den einzelnen Stadl- und Gebietsteilen von Hamburg, nach der Zugehörigkeit zum Religionsbekenntnis gruppiert. '.-Bit geben die Ziffern für die jüdische Bevölkerung hier unten wieder. Sie zeigt erneut den bereits vielfachbeobachteten Ilcberschuß der weiblichen über die männliche Bevölkerung und gibt im übrigen ein erschöpfendes Bild über die Verteilung der jüdischen Bevölkerung aus die einzelnen Stadtgegendcn. Uebcr zwei Drittel 6553 Männer und 7265. Frauen — wohnen ui den zusammenhängenden Vierteln Eimsbüttcl-Rolhcrbaum- Harocistchude-Eppendorf. die Entvölkerung der älteren Stadtgebiete nimmt zu, während die jüdische Siedlung des linken Älsterufers sich nur langsam entwickelt.*) m. U). Wistadt-Nord . 4*» ‘io „ Süd . ■. , . 23 15 Neustadt Nord.. 429 383 -Süd . . 225 297 St. Georg-Nord . . 234 174 -Süd 129 81 St. Pauli-Nord . . 267 273 „ .. Z üd 131 143 Eimsbüttel . . . 626 7.08 Rotberbaum ■ 2211 2518 Harvestehude ■ . 2236 2445 Eppendorf . . 1450 1594 Groß-Borstel ■ . . 3 4 Fuhlsbüttel. 2> 4 Langenhorn - . 15 Klein-Borstel 4 Shlsdorf •... 7 4 Alsterdorf. 5“ Winterlinde . . 335 320 Barmbeck 271 273 Uhlenhorst .. .. 207 197 Hohenfelde. 2öo Eilbeck. ... 166 148 9332 > 9890 m. . w. Übertrag 963-2 9890 Borgselde . Hamm . Horn .. Billwärber-Aussä'l. Billbrook. Moorsleth-Stadt ■ Zteinw.-Waltershf. Klein-Grasbrook ■ Veddel. Finkenwärder . 170 n 23 157 12 .17 I Stadt Hamburg . 8611 101*2 Schiffe in Hamburg > StadtHbg.m Schiffen 9612 10182 Geeistlande Marschlnnde ... Bergcdörs . Geesthacht . Eurhaven .. Landgebiet.... Hamburgischcr Staat 9679 1022.') l!l 6 13 1 ' 28 I I 67 43 Gemeinden, der Kultusin den Jahren 1911 bis hier vollinhaltlich znni Ganz überraschend, und zwar wohl sür jeden, der sich einmal die Frage nach der jüdisck>en Seelenzahl Hamburgs vorgelegt hat, ist die Angabe des Jahrbuches, daß nur 9611 jüdische Männer »Nd 10 182 Frauen, also insgesamt 19 793 jüdische Personen in Hamburg ansässig sein sollen. Diese Zahl scheint uns der Nachprüfung sehr zu bedürfen,' jedenfalls chird sie allgemein viel höher angenommen: wir kommen hierauf unter Ziffer 5 noch zu sprechen. Interessant in auch die statistische Feststellung (Tabelle 6), daß von den in der Stadt Hamburg am 16. „Juni 1925 Ansässigen 1 reichsdentscher und 8 nichtreichsdentsche Männer, sowie 3 Nichtreichsdeutsche Frauen, also! insgesamt 12 Personen Hebräisch, und 6 bezw. 5 nichtrcichsvcutschc Akänner bezw. ' Frauen Jiddisch als ihre Muttersprache angegeben haben, die aber sämtlich auch deutsch verstehen. 5. Der Abschnitt XX des Jahrbuches ist den Religionsgemeinschaften gewidmet, und in ihm intereisiert uns besonders die Tabelle 10. welche nach von der Gemeinde dem Statistischen Landesamt eingereichten Unterlagen einen Uebcrblick über die Zahl der Mitglieder der beiden hiesigen verbände'stind der rituellen Handlungen 1924 gibt. Wir bringen diese Tabelle Abdruck, um einige Bemerkungen an sfe anzuschließen. Ausfallend ist zunächst sowohl bei der Gemeinde das starte Anwachsen der Zahl der besteuerten Eömeindeangchörigen wie beim Snnagogen-Verband das seiner Mitglieder: in den zehn, Fahren von 1914—1924 steigt die der Gemeindesteuer-Pflichtigen von 4163 auf 8902, die jZahl der Mitglieder des Synagogen- Verbandes von 974 ausI715: d. h. die j Gemeinde hat in diesen Fahren die Zahl ihrer Steuerzahler mehr als verdoppelt, mäh rend der Synagogen-Verband seine Mitgliederzahl immerhin um 76 Prozent gesteigert hat. Diese Tätsache könnte zu irrigen Schlüssen führen, wenn man die in Rtde stehende Tabelle sür sich allein betrachtet. Fn der Tat schließt auch ein-Statistiker in der jüngsten Nummer der Zeitschrift für ^Demographie und Statistik der Fuden (Fg. 1926, Heft 1—3, S. stll) aus unserer Tabelle, „daß die Zahl der Fsraeliten in Hantburg stark zngcnommcn haben muß", -was seines Erachtens „allein auf bedeutende Einwanderung neuer jüdischer Elemente zurückzusühren sein" kann. Daß dieser Schluß aber durchaus in die Frre geht, ergibt sich allein aus der unter 4 mitqctcilten Feststellung, daß die Zahl der in Hamburg lebenden Fuden am 16. Funi 1925 nur 19 793 betrug. — Die von dem erwähnten Statistiker irrig gedcntete Erscheinung beweist wieder aufs neue, mit welcher. Vorsicht statistische Feststellungen bewertet und erklärt werden müsse»: das nötige Anwachsen der Zahl der Gemeindesteucrzahlcr ist. wie jeder Kenner der ciirschlägigen Verhältnisse bestätigen Innn, *) Summe der in der Alt- und Neustadt. St. Georg und St. Pauli lebenden Fuden und Füdinncn: 1181 bezw. 1101, der aus dem linken Alsterufer lebenden 1507 bezw. 1171.

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