Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 10 (10.10.1926)
- Date
- 1926-10-10
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4891256-5444694-5444813--0144-4891364- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 4 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. ' f ' ' bürg zeigen, was wir allgemein seit langem wissen, daß nämlich brie meisten jüdischen Ehen in einem späteren Alter geschlossen werden und daß sie im Durchschnitt außerordentlich kinderarm sind. — Ebenso würden von Interesse sein statistische Ermittelungen über die Konfession der Insassen der staatlichen Erziehungs-, Pflege- und Krankenanstalten; inbezug auf-die Staatsttankenanstalten Friedrichsberg und Langenhorn würde sich beispielsweise bei einer Konfessionsstatistik auch für Hamburg der verhältnismäßig große Prozentsatz Nachweisen lassen, den die Juden aus den verschiedensten Gründen, die hier nicht zu erörtern sind, zu den Geisteskrankheiten stellen. (Die in einer späteren Nummer des Gemeindeblattes zum Abdruck gelangende Tabelle über die Verteilung der jüdischen Bevölkerung Hamburgs auf die einzelnen Stadtteile weist für Langenhorn 1^ Männer und 15 Frauen nach, in denen allen wir wohl Pfleglinge der dortigen Staatskrankenanstalt erblicken dürfen.) — Eine Konfessionsstatistik der Arbeitsuchenden nach Alter und Berufsgruppen würde vermutlich ergeben, daß infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse auch bei den Ham burger Juden der Selbständigkeitsdrang zurückgegangen ist und daß die jüdische Angestelltenschaft von dem Angestelltcnabbau ebenso hart betroffen wurde wie hie Angestelltenschaft im allgemeinen. — Eine ganze Reihe andere Probleme, die sich bei dem Studium unseres Jahrbuches aufdrängen, kann hier auch nicht andeutungsweise genannt werden. Eine größere Anzahl von Tabellen des Jahrbuches bringen wir im folgenden im Originaltexte oder im Auszuge, je nachdem sie für uns Interesse haben, zum Abdruck, und schließen daran einige kurze Bemerkungen. 1. Tabelle II, 24 behandelt das Glaubensbekenntnis der Eheschließenden im hamburgischen Staate im Durchschnitt der Jahre 1919 bis 1924. Ihr ist zu entnehmen, daß' in den genannten Jahren von 1000 eheschlicßenden Männern 860 evangelisch, 68 katholisch, 20 jüdisch und die restlichen 52 anderen Bekenntnisses waren. Auf diese 1000 Männor kommen 17 jüdische Frauen, von denen 14i Nach der gleichen Tabelle Nummer 10 Glaubensgenossen und die restlichen 3 evangelische Männer heirateten. entfallen auf 1000 heiratende evangelische Männer 3, auf 1000 katholische Männer 5 Jüdinnen; auf 1000 heiratende evangelische Frauen 5, auf 1000 katholische Frauen 9 jüdische Männer. — Aus 1000 Juden, die zur Ehe schritten, kamen 708 Jüdinnen, 242 evangelische, 27 katholische und 23 andere Frauen; auf 1000 heiratende Jüdinnen 796 Huden, 153 evangelische, 21 ka tholische und 30 andere Männer. Diese Feststellungen ergeben, daß von 1000 Juden nur rund 70 Prozent Jüdinnen heirateten. Ta weiter von 1000 Jüdinnen nur 20 Prozent nichtjüdischs Ehemänner finden, so sind schon hierdurch 10 Prozent der Jüdinnen zur Ehelosigkeit verurteilt, ei^Prozentsatz, der sich noch dadurch erhöht, daß ja nicht alle ehefähigen jüdischen Männer zur Ehe schreiten. 2. Tabelle II, 48 gibt eine Altersstatistik der Verstorbenen für die Jahre 1919 bis 1924 nach dem Glaubensbekenntnis und stellt den Durchschnitt dieser Jahre dem Durchschnitt der vorangegangcnen 5 Jahre (1914 bis 1918) gegenüber. Wir geben die Tabelle hier unten wieder, soweit sie die jüdischen Gestorbenen betrifft. Sic zeigt eine geringe Sterblichkeit in den ersten Lebensjahren, (die aller dings, wie schon einmal hier dargelegt wurde, teilweise nur eine Folge der geringen Geburtenzahl bei den Juden ist) — eine noch geringere allerdings in dm folgenden bis zum vollendeten 30. Lebensjahre. Auffallend ist, daß in der Altersstufe von 60 bis 70 Jahren die Sterblichkeit der .Frauen geringer als die der Männer ist. Das ist eine allgemeine Erscheinung, die sogar bei den Katholiken noch mehr erkennbar wird: die Zahl der in der genannten Altersstufe sterbenden Katholiken übertrifft die ihrer Glau bensschwestcr« in manchen Jahren um mehr als das Doppelte. Ob die-Ursachen für diese Erscheinung bereits erforscht und welche sie. sind, entzieht sich unserer Kenntnis. (Schluß folgt.)^ Hm Jckhre Alter der Gestorbenen in Jahren (Hestorben überhaupt bis l' 1 bis 5 5 bis 15 15 bis 30 30 bis 60 60 bis 70 über 70 m. W. m. m.r m. w. IN, - w. m. w. m. w. III.; w. 4 >v. zusammen 1919 9 7 2 1 4 5 9 - 12 50 47 53 33 64 66 191 171 ' 362 iß 20 13 4 - , 3 4 3 12 * 11 43 42 36 31 54 59 162 153 315 1921 7 5 i> . 3 3 2 4 11 44 44 39 25 39 52 141 142 283 , 1922 11 4 1 2 2 - 6 4 46 47 54 29 52 84 172 170 342 1923 7 7 1 i - 1 4 7 30 29 47 43 42 68 141 156 297 1924 1919 1924 im Durch- 11 4 3 i i ' 9 3 42! 34 45 ' 40 58 59 —h 16p 141 310 schnitt 1914 10 5 2 2 2 | 2 9 8 42 40 46 33 52 l 65 163 155 | 31* i 1918 5 3° 3 4 l : 3 9! 6 49 i 37 41 35 60 66 1618 154! 322 Beerdigungen auf dem Begrübnisplatz der Gemeinde in Ohlsdorf. September. 3. Blogg, Hertha, Angestellte, Hütten 112; 27 I. 6. Halberstadt, Hirsch, Bundesstr. 35; 84 I. 7. Winterfeld, Joseph, Marcusstr. 17; 70 I. Loewenstein- Helene geb. Henschel, Heinrich Barthstraße 6; 78 I. Lewin, Minna geb. Lesser, Grindelallee 89; 78 I. Hefter, Samuel, Oberaltenallee 60; 77 I. 8. Suffit, Elias, Arbeiter, Victoriastr. 22; 38 I. Ritter, Siegmund, Kausm., Hesnr. Barthstr. 6; 71 I. 12. Gerechter, Riecke geb. Gerechter- Tehnhaide 141; 72 I. 13. Joel, Rosa, Lehrerin, Güntherstr. 90; 64 I. 16. Glasner, Emmy, Dillstr. 13; 46 I. Beit, Betty geb. Jonas, Moltkestr. 55; 52 I. 19. Luria, Lila geh. Madura, London; 55 I. (beerdigt auf dem portugiesischen Teile des Begräbnis- Platzes^) Philip, Adolph, Hegestieg 14; 83 I. 22. Koretz, Paul, Kaufmann, Bismarckstr. 88; 41 I.