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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1926-09-08 · 9 (8.9.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
2 (1926)
Issue
9 (8.9.1926)
Date
1926-09-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nummer 9 2. Jahrgang -Israel chen Gemeinde zu Hamburg DaH pemeinbeblari er'cheint cfti 10. eines jeden Monats und stird. allen Mitgliedern der Deutsch -Jsrae!litisä)en GÜneinde zu Hamburg kostenlos zugeWellt. September Verlag und Geschäftsstelle! N n, ABE-Hof, ÄBE-Straße 57. Elbe 7010, 71*11, Vulkan M. L e Fernst' ruck,; m a rech er: Berantivorllich für den redaktionellen Teil: SvndiluS Tr.R. M. Oc a tb a n. finden Inseratenteil! E. LöoS. beide in Hamburg Anzeigenpreis <>0 > p. Ugesp. Ronp.-Zrile. Dor Gott stehen. Von Gcheimrat Pri^f. Dr. Hermann Crhen. Aus des Verfassers »ackrgelassenci > lüejellschaft zur Förderung der Wisiensch tums.hcrausgegebHieck Werk! „Die -lcli nunsl aus den Quellen des Fndentnme" Das Schlußgebet des Versöhnungslages a t r des Eio de. Anb so einleuchtender, als ergreifender Bedeutung, gebet des Schlußgebetes (Neila) kann nicht bo priesen werden. „Tu gibst die Hand de» F deine Rechte ich auSgcstreckt, zu eint fangen (Rückkehrenden). Und du hast nns gelehrt Gott, Bekenntnis abzulcgcn vor Dir über alle den, anf^ daß wir zurückhaltcn Dom Raube in und Tu uns aufnimmst in vollkommener Ten Schltiß dieses Absatzes bildet das Bekenntfi in das tägliche Morgengebet aufgenoynnen ist wir, was ist unser Leben^ was unsere Liebe, Gerechtigkeit, was unsere Tugend, was unsere Unser Heldentum? . . . Ter Vorzug des Meufih Tiere ist nichtig, denn alles ist eitel." Aber e bei dieser skeptischen Anwandlung, so wenig >4 ihr abschließt. Ter neue Absatz beginnt sogleich mit ),Tu hast abgesondert den Mcnsckstn von hast ihn anerkannt, zu stehen vor Dir." So ist dennoch vom Tiere uisterschiede», und es ist alles insgemein eitel, sondern der Mensch ist ausgezeichnet, ist anerkannt, vor Gott zu st.e Stehen vo.r Gott ist ja einer der technischen den Gottesdienst- Ter Mensch steht tun Goch Selbständigkeit des Mensche» in der .storrelatis» deklariert. In d esem Stehen vor Gott vollste viduum seine Selbsthciligung. Es ist charakteristisch, daß bei dcm.Sü der sonst übliche Ausdruck -der Niederwerfung braucht wird. T ese und das Änicbeifgcn mögen sein! bei der Anbetung, dem seierliche» Beten» Aber bei dem Bekenntnis des Menschen von und bei dem damit verbundene» Bekenntnis trauens auf den guten Gott für die Sündenveifg gehört nicht die Niederwerfung hin, sondern aufrechte Stehen vor Gott. Son.st wäre ohne zeichnung des M önschen vor dem Tiere nichf na aufrechten Gang, und on der Jubeitlgion der Ber- Ucip)ig 101!). ih'Ji eben Tas '.'öiimit I) genug ge isevlebn, und ie Reuigen igcr. unser nnsese Sün Hände, vo: Dir." 5, welches „Was sind was unsere ttrai:, waS en vor'dem bleibt nicht o h eiet mit ere Sie besteht in d Korrektur, cgiiin, und der Mensch keineswegs esondeet, ist Tiefes drücke für 2v wird die i - mit Gott das (sitbi!>en. .'ln;ü»bi ii vi ibekenntnis nicht ge angebracht aus Gottes. er Sünde seines Ver gebnlngl da iclnn hr das die Aus f> ine HU voll deingenfäß be 'ländig. zeugt sich die Würdigkeit des Menschen-für seine Erlösung von der Sünde in dem zwar dimütigen-, aber auch ebenso aufrechten Stellen vor Gott. | „Am Tage, als du standest -oor dem Ewigen, deinem Gotte am'Horeb" {:>. M. 4, lo . Tas ist der Ausdruck für -die Situation des Volkes beim Empfange der Lfstnbarung. Und so ist das Gebet und fein (Gipfel, das Sündezibckemil nrs und die Bitte niiz Vergebung, in diesem Stehen vor Gott, in dieser Auszeichnung des Menschen vgr denz Tiere die Fortsübrn'ng der Envählnng, ,welche die Tfienbarung bildet. ' . . Die Zeitrechnung btzi den Juden. Bon Tr. N. M. Nathan. Wenige Tage noch und wir zählen das stahr 51JK.7.' lind zwar fniST feit Erfchaiinng der Well! Maitcherlei Fragen sstid da zu stellen: Woher stammt diese Zeitrcch uung? Aus welche Traditionen lind Berechnungen stützt sie sich? Hab« die st »den immer nur diese eine Zeitdechnustg gekannt? Wenn nicht, seil wann ist sie Brauch pnd was l>at ihre Einsührii.ng veranlaßt? Haben die studön stüKegandere Zeitrechnungen besessen und wclckie? Atzs diese Frä^ gep wollen die solgendcu Aussührnngen die Antwort geben. . . I. ' . Zuvor. eine andere Frage: was bedeutet die heitrem nung überhaupt, welchen. Sinn, welchen Zweck hat sic jist sie notwendig? Tic Answort-gibt »ns unser eigenes Leben. , Wir bedürfen einer Zeitrechnung, um seine Er eignisse, die unseres persönlichen und des Lelums unstirer Faistilie, ru ihrer zeitlichen Folge und in den Zeilabständen, in denen sie einander folgen, zu gruppieren und in unserem Gedächtnis sestzuballen. Wir - bedürfe» .der Zeitrechnung, um die Reihe der stahre zu messen, die uns von der Wieste. trennen und derjenige», welche uns, nach Menschlicher Erfaluung und Voraiissichl, vom Grabe trennen - mögen. Vergangeizheil und Zukunit: die Brücke, "die beide 'verbig. bot,- ist die Zeitrechnung. - . - Was vom einzelnen Menschen gilt, gilt in noch viel größerem Maste von den Menschensamilien, den Völkern -- und letzten Endes dem ganzen Menschengeschlecht, Unkulii vierte Völker haben keine Zeitrechnung, weil sie sich, ihr:r selbst nickst bewustt sind. Tas Volk, das zum Bewußtst n erwacht ist, das Volk, das seine .ENebncsse in seiner E innernng behält, das beißt, ans eine Vergangenheit, aas. eine Geschichte zurückblickt, bedarf der Zeitrechnung) um ganz wie der 'einzelne Mensch diese Erlebnisse^in ihr r zeitlichen F-lge und in den. Zeitabstqnden, in denen sieeinander folgen, zu gruppieren und in seinem Gedacht» s festzuhalte». Tahcr steht an dem Anfang oder an dcn große,?Wendepunkte» der Geschichte der Völker fast imm r auch der Beginn einer neuen Zeitrechnung: die alten Röm u mdß1

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