Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 7 (10.11.1925)
- Date
- 1925-11-10
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. von Frau Dr. Gotthohd benannt -Jvier tWtciu kolonien zu je 40—50 Kintkern für jciifincji Monat unter» gebracht und außerdem noch während der großen Schulferien alltäglich eine Tageskolonie von bedeutend größerem Umfange verpflegt werden. _ . j . Die günstigen' Ergebnisse dieses einen Sommers, lvelchd die Wiederaufnahme des.B'trieches im Sommer l02l durchaus bestätigte; veranlaßten die StiftMg, diele Besitzung endgültig den.Zwecken der Kinderckrholungssüriorge zst widmen. Hierzu aber mußten die Baulichkeiten, die im Frühjahr!i>24 -noch durch den Auiban der beiden Stockwerke und die Er-, richtung einer nach ärztlichen Angaben au^ge^ührten Liegehalle. eine wesentliche Erweiteitnng erfahrckn hatten, c nein durchgreifenden Umbau unterzogen werden, um sie, ii sbesondere iy gesundheitlicher Hinsicht, chri!m Zivecke entsprechend zu gestalten. Dieser Ümbau in in der ersten Hälfte des laufenden Jahres nach eingehenden Beratungen mit SachPrständkgen und UeberwiNdung mancher Schwierigkeituitter der Leitung des Architekten S. Engel erfolgt; z den Köllen des U m b a u s w n d der damit v!e r b N n de n e »Ergänzung d e r >E i n r-i ch t u n g haben zahlreiche Freunde uitd Gönner, der Gemeinde nyd iushesondere^der jüdischen Äugend, denen hiermit ernent i ü r ihre U n t!e r - . stütznng geda,rkt lei, beigetrag e n. " n . - i '! s, - Maßgebend nir den ge'amten-lllmbcui War, wie selbstverständlich ist, der Zweck der Anstalt: ne soll ein Kindererholungshcim lein, welchem eine K leinest inderabteilung arsaegliedert ist. Daraus ergibt sich von selbst, maß Licht und Lust ''eine Räume erfüllen und daß es in sesner Einrichtung einfach aber sauber, trimlich und wohnlich kein mijß. Diele Forderungen sind, wie> die Benicher jüngst test- Kellen konnten, in vollstem Maße Erfüllt. Auch gegen! die Unbilden der Wittening ist Schutz; geschaffen: alle' Räijme des Hauses sind an eine Zentralheizung angfsckilosien. I Da? Aenßere des Haules hat wei dem Umbau weinig ränderunaen erfahren. Seine bjreite nach der Wedelerchaawdr--rieruhtete Front ist dadurch freundlicher gewor!>en, daß die stch^wShrer^ ganzen Länge erstreckende Glasvera rda ans der rechten Seitd>üner onenenj landhausmäßigen, mit Blumenkästen eingesänmten' Terrasse Platz gemacht -bat, die belpnder? in den Abendstunden einen.angenehmen Aufinthaljt än freier Lickt bietet. — Der^alte Hauseinqang ist geblieben. Ein geräumiger. Vorplatz pimmt die Besucher änf und leitet mm Treppenhanle hin.";Rechterhand liegen die Helsen Schlanäle. die durch?lnsteilnng des einen. Saales cntstackden stnd. Die zwei größten dieser Säle können mij je 'IT! ein kleinerer mit 0 Betten-belegt werden. Mbrn den Sälen liegt ein Schwestern- bzw- Annichtsz immer und ein einge'chomger Flüaelban mit den Wcsschräun en, zwei Bgdezin^nern, drei B^an'ebädern und den Toilettep. - Die Küche befindet sich ebenfalls im Erdgeschoß neben den link? vvm Korridor gelegenen Speileftial, lo daß ein Mi ldestaniwand an Bedienung erforderlich fst. Der- Speise- >Na' bat die stattliche Länge von 14.50 und leine Breite non 0 Metern. Von der großen Küche führt eine Treppe in vie Mi cbküche, die in halber Höjj§ 'zwischen Erdgeschoß imd Keller liegt, Svene- und Vorratskammer, Kartoffel- Md Kohlenlager, Stiefelputz- und Heizungsränme füllen diewn aus. * : Im ersten Stock, der ziemlich weitgehende Umänderungen erfahren bat, ist durch die in Geschoßhöhe erfolgte Abdeck,mg de? bisher als Schlasraum benutzten, Saales -ein heller freundlicher Saal gewonnen worden, der, zunächst als Lesesaalsgedacht, im Bedarfsfall noch 13 Kindc-rbetten aufnehmpn Nummer 7 kann. Von ihm aus b^tzytt man einen großen Balkon, der auch im ersten Stock den! Aufenthalt im Freien ermöglicht, mit einem Ausblick ans dcin in weiter Ferne dahinfliötzenden Elbstrom und den das Hefm umgebenden wogenden Kiefernwald; ein idyllischer Platz! nach dem Empfinden eines jeden, der einmal auf ihm gestanden hat. —Den großen Saal umgebe» links und rechts einb Reihe Räumlichkeiten, welche als Synagoge, Bureäu, Schwestern-, Kindergärtnerinnen- und Krankenzimmer dienen. Ferner enthält das erste Stockwerk KkNderspielzimmer, tun Jwlierzimmer für infektiöse auke, sowie Bade- und Toilettenräume. Der z-veite Stock enthält eine Anzahl geräumiger Zim-. r für ein, zwei und d^ei Betten für die Aufnahme Erwachsener und jugendlicher! Personen, die keiner^Aufsicht mehr bc )ürfen, nebst besonderen Bade- und Toiletteyäumen, sowie ipeii'ezimmer, welches durch.einen Speiseaufzug ebenso wie auch der erste Stock — von der Küche aus direkt bedient werden kann. - Im A,ltteil des -Gebär des ist, zwar auf gleichem Flur, gber abgeschlossen vom Betrieb des Heims und durch eine besondere Treppe erreichbar/ -eine Hausmeisterwohnnng aus 2 Zimmern, Küche und Nlwenbäumen eingerichtet. In einem Sondergebäude untergebramt ist^die Wäsche- und Plättküche. Die große, Liegehalle, ein) freiliegender, Heller, lichtdurchfluteter Bau, der durch Schiebefenster je nach der Witterung geöffnet oder geschlossen werden kann, ist unverändert gebliebem . -Ein ausgedehnter Par-k, der allerdings poch der Aufforstung und tnancher! Pflege bedarf, enthebt die Besucher des Heims der Notijiendigkcit, die umliegenden Waldungen aufzusuchen. III. \ Unser Heim trägt den Namen: Kindererholungsheim Wilhelminenhöhe. Damit ist gesagt, daß es in erster Reihe erholungsbedürftigen Kindern zur-Verfügung stehen soll. Und da es jetzt dreßlerforderlichenfalls aber auch vier geräumige Säle mit zusammen 58 Betten besitzt, so können in ihm eipe große Anzahl Knaben und Mädchen gleichzeitig Platz siyden. Eine Anstalt solchen Umfanges hat den verständlichen Wunsch, nicht nur in den wenigen Sommermonaten, in welchen naturgemäß der Andrang am größten ist. Kinder in ihren Mauern zu sehen; vielmehr, wird ihre Verwaltung sich bemühen,, auch in den übrigen Monaten des Jahres einen, wenn auch verkleinerten Betrieb zu unterhalten. Nun fehlt der jüdischen Schuljugend nicht nur Hamburgs, sondern auch dts übrigen Deutschlands, etwas, was eine große Anzahl deutscher, namentlich großstädtischer Schulen, schon längst besitzt! ein Schulheim. In solchen Schulhesmen, die größtenteils, wenn auch mit Unterstützung der Schulbehörden, der Juckend- und Wohlfahrtsämter, von den Schulen bezw. ihren Schülern selbst unterhalten werden, verbringen ganze Schulklassen, begleitet von mehreren ihrer Lehrer. Wochen und Monate. Und zwar auch während der Schulzeit, wie denn auch die eigentlichen Aufgaben der Schule in den Schulbeimen keineswegs vernachlässigt zu werden ^rauchen. Im. Gegenteil, in mancher Beziehung erfährt die Pflege der Aufgaben der Schule in den Schulbeimen eine wertvolle Vertiefung: Heimait- und Naturkunde können, fern dem monotonen Getriebe der Großstadt, im^Schnlheim viel eifriger gepflegt, die; Fähigkeit zum selbständigen Beobachten kann in der freien Gottesnatur viel stärker entwickelt werden a^s in den engen Wänden selbst des modernsten Schulgebäudes. Auch starhe sittliche Werte können im Schulheim weit eher erzeugt 1^»- gepflegt werden als in dem großstädtischen Sckmlbetrieb: das Gemeinschaftsgefühl, das Gefühl des VerbuNdeyseins erwacht und' erstarkt in den Schülern hier viel eher als anderswo. So ist der Gedanke