Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 52 (23.12.1870)
- Date
- 1870-12-23
- Page
- Seite 453 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Oka« «tomitYtfn* Prag» «taiiildg fl. 5 — Halbjährig „ 2.5V vierteljährig,, 1SÜ Mit Postz,sruduag: «aizjährig fl. 5.5V Halbjährig „ 2.75 vierteljährig,, 1.5V Für- Ausland r «auzjiihrig 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Inserate werden billigst berechnet. Die Gegenwart. Israelitische Wochenschrift für politische, sociale und religiöse Interessen. Erscheint an jedem Jreilag. »rbatti-, ,. Mat »tstrati»» Prag, RU* ttrg,ffe«r».4V8—1 »»hi» alle Briefe «eldsenbangr, z, richte, find. Znschrtstri. »erbe, franc, erdete». Ma> »nskripte werbe, bei Richtverwendung „f verlangen jedach! nafranlirt zurittker.l stattet. Nr. 52. Prag 23. Dezember 1870. ///.Jahrgang. Einladung zur Pränumeration ans das erste Quartal 1871 des IV. Jahrgangs der „Gegenwart", welche in größerem Jormale und reichhaltiger vom 1. Jänner 1871 ab fortgesetzt, jedoch schon Freitag den 30. Dezember 1870 ausgegeben werden wird. Pränumcrationsprcise. Vierteljährig. Für Prag sammr Zustellung ins Haus 1 fl. 30 kr. > Für daS Inland mit Postzusend. 1. fl. 50 kr. Für das Ausland 1 Thaler. Inserate werden billigst berechnet. Die Administration der „Gegenwart" Das erste Hehjournal in Gahmen. Wir haben es stets vermieden, dem ersten Hctzjournalc in Böhmen, das sich „TageSbote aus Böhmen" nennt, in diesen Blättern rin ernstes Wort zu rcden.^wenn wir somit uns heute dazu entschließen, mögen uns unsere Leser entschuldigen, wir beabsichtigen zwar nicht aus dem „TageSboten" einen bedeutungsvollen Gegenstand zu machen, wir wollen vielmehr beweisen, daß der „Tagesbote" nicht ein Organ der oeutschen Partei in Böhmen, sondern simpliciter das erste Hetzjournal in Böhmen ist. So lange der „TageSbote" Eigenthum eines unserer Glaubensgenossen war, der den fast gleichlautenden Namen seines Nachfolgers führte, war der „TageSbote" würdig, ein ehrenwerte« Jonrnal genannt zu werden, das, wicwol auch auf specifisch deutschen Standpunkte, nie Veranlassung bot, den Frieden zwischen zwei unser Vaterland bewohnenden Nationalitäten zu stören, ihn vielmehr zu erhalten, wofür auch die Sympathien sprechen, die seiner Zeit jenem Blatte entgegen getragen wurden. Kaum aber ist das Blatt in die Hände degegenwärtigen Eigentümers übergegangen, entbrannte schon die Fackel der Zwietracht, bildeten sich die Unterschiede im socialen wie im politischen Verkehre der Bewohner unsereengern Vaterlandes immer mehr herau-, welche sich iL ÜLgraoti steigerten, bisie an dem Stadion angelangt sind. das man hierzulande ilnerquicklichkeit, in Wien hingegen Anarchie nennt. Um dem Treiben eines solchen Journals Einhalt zu thun, mußten nothwcndigcr Weise pnblicistische Organe entstehen, welche die böhmische Nation vor Verunglimpfung und. Hohn zu schützen hätten, es machte sich gewisscrmaaßen daö Bedürf« »iß der Existenz nationaler Journale fühlbar. Die Kraft dieser wuchs mit jedem Tage, während der „TageSbote" in progressiver Weise an seiner .noralischc» und materiellen Bedentung verlor, wie dieselben unter der frühern Eigrnthttmerschaft sich entfalteten, während er heute nur im Kampfe der Verzweiflung um die eigene Existenz, einem Ertrinkenden gleich, um Rettung schreit, so lange schreit, bis er schließlich doch zu Grunde gehen mnß. Am Besten ist dieser TodeSkainpfdeS„TageSboten" im „Tagesboten" selbst gekennzeichnet. Kein Tag vergeht, wo nicht die wenigen Leser des „TageSboten" mit giftgefchwollenru Artikeln erbaut werden, in denen mit Brrsrrkerwuth gegen die böhmische Nation und Alles, was böhmisch heißt, loSgezogen, Männer von Rang in der Industrie und Wissenschaft in trivialster Weise begeifert und besudelt, Körperschaften deschimpft und selbst die VerfasiungStreuesten, mit der ätzenden Lauge de« Spotte» übcrgossen werden - und dieß Allenur, weil alle diese hart Mitgenommenen an den Fallstafsiaden und Schmokereim de- „TageSboten" kein Wohlgefallen finden. Wie ein Trunkenbold, der „audem Wirth-hauheraus" auf der Gaste die ganze Welt in feine Arme zu schließe»