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Die Gegenwart · 1870-12-02 · 49 (2.12.1870) · p. Seite 429

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Journal
Die Gegenwart
Volume
III (1870)
Issue
49 (2.12.1870)
Date
1870-12-02
Page
Seite 429 (sequence 1)
Language
German
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I Wtz«« «loMnivtfM« Prag r Gcmzjährig fl. 5 — Halbjährig „ 2.5Ü vierteljährig,, I SO «it P»stznsr«duug: «imzjiihrig fl. 5.5Ü Halbjährig „ 2.75 vierteljährig,, 1.5Ü Für- AuSland r Ganzjährig 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Jnlerate werden billigst berechnet. Die Gegenwart. Israelitische Wochenschrift für politische, sociale und religiöse Interessen. Erscheint an jedem Jreilag- | «ehaktia, ». N»«l' nistration Prag, RittergafleRr». 408— l «»bin alle Briefe tt. Geldsendungen ju richten sind. Zuschristeu werde ftanco erdeten. Manuslripte werden bei Nichtvrrwenduvg auf Verlangen jedoch nnfrankirt zurückrr. stattet. Ur. 49. ,_Prag 2. Dezember 1870._ ///. Jahrgang. r vas soll die Kreisrabbinate ersehen. In Nr. 47 Ihres geschützten Blattes wird die Auflassung der Kreisrabbinate zur Kenntniß gebracht. Ich muß in der That gestehen, daß diese« längst erwartete Ereigniß, mit dem gewißermaßen für die israelitischen Gemeinden eine neue Aera beginnt, allenthalben mit Jubel begrüßt wurde. Wie zwecklos, ja wie verderblich die Institution der Kreisrabbinate gewesen, sei hier nicht meine Aufgabe zu erörtern, wicwol man, nach einem alten Proverb, dem Todten die Wahrheit nachsagen zu dürfen, der abgestorbenen Einrichtung der kreiSrabbinatlichen Rundschau so manches nachsagen könnte, waS gerade nicht geeignet wäre,, ein schönes Licht auf jene zu werfen. So lasse man die Todten ruhen und trachte eine neue zweckmäßigere Institution zu Leben zu bringen, wenn man mit ihr nichts anderes bezwecke, als nur dem Wunsche der h. LandeSstelle Genüge zu leisten. ES tritt wol an die Repräsentanz der böhm. Landesjudenschaft die Aufgabe heran, über das Mittel nachzusinnen, das für daS weiland KreiSrabbinat subftituirt werdensolle. Wohl setze ich mich der Gefahr aus, beschuldigt zu werden, der maßgebenden Stelle vorgegriffen zu haben, allein selbst auf diese Gefahr hin, kann es doch nicht verwehrt werden, der subjektiven Anschauung Rechnung zu tragen. Ich habe darüber nachgedacht, wie man den WirkungS¬ Feuilleton. Eine Schwabenschlacht. Niemand hätte eS während drS deutsch-französischen Krieges wagen dürfen, zu glauben, daß nach dem blutigen Siege bei Wörth, «ravrlotte und Sedan nur der Boden Galliens die Arena bilde, tn der zwei der bestcivilisirten Nationen die blutigen Turniere hal. len. daß auch in einem Viertel der böhmischen Metropole eine Schlacht geschlagen wurde. Ob eS im Plane MoltkeS oder in der Diplomatie eines BiSmarkS lag, eine Schwabrnfchlacht zu liefern, ist vorläufig nicht zu ergründen, möglich wird einst die Weltgeschichte hierüber Aufklärung bieten. Bor der Hand ist nur so viel be. kannt. daß die jüdischen Uhlanrn deS deutschen Casino» die Gegnerschaft deS schwäbischen Ritter» fürchteten, und zitterten, daß auch da» Terrain der Präger Iosefstadt für sie verloren gehen konnte. Während so die jüdischen Tirailleur» zu einem Guerillakrieg flch vorzubereiten gedachten, ries sich der jüdisch-deuts^e Schwabe die ganze »ergangen heit in» «edächtniß zurück, und da sie zufällig sehr unbedeutend ist, hatte er auch da» «edächtniß nicht so sehr tn Anspruch strhmrn müssen. Bangen Herzen» wollte er schon all sein kreis der Lokalrabbiner, unter gleichzeitiger Verbesserung ihrer Stellung erweitere, ohne die Autonomie der einzelncn Gemeinden zu schmälern oder gar denselben, etwas aufzubürden, was am Ende noch drückender wäre als das längst verpöhnte KreiSrabbinat. Man kann in der That annchmcn, daß jede größere Gemeinde bereits einen Lokalrabbinrr besitze, dessen Thätigkrit sich ausschließlich nur auf seine Gemeinde, der er die Berufung zn danken hat, beschränke und aus eben dem Grunde oft sein Leben kümmerlich friste. Dem wäre in erster Reihe damit abzuhelfen, daß eine derartige Gemeinde als eine Hauptgemeinde anzuschcn sei, der nicht nur die in ihrem Umkreise liegenden kleineren Gemeinden, in denen der Lehrer die Rolle eines Rabbiners in unberechtigter Weise spielt, sondern auch die hie und da zerstreuten Insassen zuzuzählen sind, welche zur Erhaltung deS LokalrabbinatS beizutragen verpflichtet wären. Der Lokalrabbiner müßte natürlich so gestellt sein, daß er den ReligionS- und hebräischen llnterricht der jüdischen Jugend in den kleineren Gemeinden überwache, in denselben von Zeit zu Zeit Inspektion halte, sich jedoch für solche Fnnktioncn von einzelnen Gemcindemitgliedern nicht bezahlt mache, da doch für den OrtSrabbincr derartig gesorgt sein müsse, daß er seinem Stande angemessen lebe und nicht InspektionSkosten aus seiner Tasche bestreite. Nach' geschehener Centralisirung wird sich die Zahl der wirklichen Localrabbiner Herausstellen, die der Repräsentanz der böhmischen LandeSjudcnschaft nahmhaft zn machen sind. Sämmtliche somit anerkannten Loralrabbiner wählen unter Sehnen, all sein Denken in deS Lethe stillen Strom versenken. Der stadträthliche Himmel schien sich ihm zn umwölkcn, Alle» um den edlen Schwaben ringsumher in einen schwarten Flor zu kleiden, auS dem fcucrigc Buchstaben durchschimmcrten, die den Namen „Ludwig der fromme" kenntlich machte». DaS Schwäblein erfchrack zitterte, bebte und so träumte der dünn gewalkte Ritter, einem AuSrufungSzeichcn ähnlich, wie der Hase mit offenen Auge», eS zog vor ihm vorüber daS Nebelbild deS stadträthliche» Elifium», durch da» er ein DingSda an dem Knopsioche de» fchwalbenschweifigen Krak» gesetzt, dessen Schosse siattertrn wir die Hintcrsiügel einer plätschernden Ente. Kämpfend für den hril'gen Herd der Götter sieht sich der schwäbische Hektor fallen und als Retter de» deutschen Baterlandrö zu dem styg'schcn Fluß hinabstcigrn. Engel auf der Erde! schrie er. sich auf dem Bauche krümmend, schirme mich mit Deinen haibleinwandnen Flügeln, rette mich, nimm hin diesen Beutel, thue Gute» und — — bete für meine arme Seele. Und er winselte und jammert« und ttrf: Pestrr Assekuranz herbril nicht mein Leben, aber nur mein stadttäthliche» Leben versichere, dir Polizze wird gut bezahlt. Und Sie Herr Doktor Aunim schützen Sie mich vor dem Durchsall, ein Pülvrrchen, rin Pülvrrchrn! Und siehe der Engel überreichte ihm einen Orhlzweig und die Assekuranz versicherte ihn 8it fi&luti! und brr Feldschere ktifiirte ihm einige

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