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Die Gegenwart · 1870-11-18 · 47 (18.11.1870) · p. Seite 419

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Journal
Die Gegenwart
Volume
III (1870)
Issue
47 (18.11.1870)
Date
1870-11-18
Page
Seite 419 (sequence 7)
Language
German
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Verlustliste jüdischer Soldute« im deutschen Heere. (Aul de« „Hebrrw") , (Fortsetzung). Schlacht bei Bisubille, 16. August. (Brandend. Füs. Reg. No. 35.) Füs. Josof Baumann aus Berlin, leicht verw. Streifschuß am Kopf. Füs. Wilh. Seelig auS Giesen, Kr. Ostpriegnitz, Schuß in die rechteHand. Unterof. Emil Salamon aus Berlin, Schuß in den linken Unterschenkel und iu die Hand. Füs. Wolf Wolfs an- Ber-, tin; todt. Reservist Eduard Hirsch auS Jütenbock, todt. Schuß durch deu Kopf. Füs. Simon Kristeller auS Kutlau, Kr. Glogau schwer verw. Granatspl. in die rechte Hüfte. Füs. Richard Ehrlich auS Berlin, leicht verw. Schuß in den Arm. Füs. Gottlieb Jonas auS Berlin, schwer verw. Schuß in die Hüfte. Füs. Josef Hirsch au- Berlin, schwer verw. Füs. W. Stein an- Berlin, schwer verw. Schuß in die Hand' und in die Seite. Füs. Julius Herzberg aus Prenzlau, vermißt. Füs. Josef Gödel auS BakerSdorf, vermißt. (Branden, burger Husaren Reg. No. 3). Husar Joachimthal auS Dros. sen, verw. Husar Siwund au- Berlin, todt. Husar Freu« denfeld au- Tuchrow. leicht verw. (Zweites Brandend. Inf. Reg. Ro. 12). Gren. H. Sommerfeld au- Berlin, verw. Gest. W. Seelig au- Forst, Kr. Sorau todt Schuß durch den Kopf. Gren. Samuel Sigismund aus Kuschten, Kreis Meseritz schwer verw. (Fünfte-WestphLl. Inf. Reg. No. 53. MuSk. Simon Hirsch au- Loblenz, schwer verw. Schuß durch den Kopf. Musk. Michael Goldberg aus Neukamp, Kreis Duisburg, schwer verw. Schuß in den Kopf. (Westph. Feld Artill. Reg. No. 7). Kanonier Mose- Frankenstein au- Büschenau, Fürstenthum Detmold, schwer, verw. Schuß durch den Arm. Kanonier Benjamin Salomon aus Lank, Kr. Cre» feld leicht verw. Schuß am Finger. (Fünftes Brandend- Inf. Reg. No. 48). MuSk. Samuel Nicket aus Göritz, Kr. Sternberg; verw. Musk. Emil Block aus Berlin, Streifschuß am Halse. MuSk- Samuel Abraham aus Rohrbcck, Kr. Arnswalde, todt Schuß durch den Kopf. Musk. Julius Kalisch auS Kl. Worfelde, Kreis Sternle, Schuß in den linken Fuß. Schlacht bei Weißruburg, 4. August. (Viertes PofenscheS Inf. Reg. No. 59). MuSk. Samuel Korn aus Kabylagora, Kreis Schildberg; vermißt. Laz. Gehülst Wolf Schneidemann aus Porgozella, schwer verw. Füs. Simon Szymankiewicz auS Kawcze, Kreis Kröben; schwer verw. Musk. Simon Kupferberg aus Rawicz, Kreis Kröben Schuß in die rechte Hand und linken Fuß. Musk. Julius Eohn aus Kröben, todt Schuß durch die Brust. MuSk. Fabian aus Jatroschin, Schuß in den linken Fnß. Musk. Abraham Neumann aus Kempen, vermißt. Füs. Samuel Brauer aus Bojanowo sch. verw. Füs. Martin EliaS aus Glienicka, Kr. Adelnau leicht verw. Füs. CaSper Fabian auS Bestwin, Kr. Krotoschin, leicht verw. Schlacht bet Metz. 31. August. Trompeter David Kohn (Dragoner) aus Paffarge, Heilsberg, schwer verw. Schuß in die Brust. Kunst, Theater und Literatur ---D aS Reue Blatt No. 48 Vierteljährlich nur 12' ', Sgr. enthält: „Der große Bumler" Von W. Hildebrant. — Pont u Mouffon. — Hochzeitsreise.— „Ein aufgefangener Brief-.— Der Krieg und die deutsche BotkSstimmung. Von Oscar Blumenthal. — „Allerlei": Prinz August'von Wartemberg. Keine Milch. — „Correspondenz." Illustrationen: Prinz August von Württemberg. Per Extrapost. Pont h- Mouffon. AuS Malta, wird von einem dort weilenden Oesterreicher geschrieben: Herr Hofkapellmeifter Prof. Julius Sulzer, welcher sich durch seine eminenien Leistungen als Opern« dirigent an de« hervorragendsten Bühnen Jtalleuß einen glänzenden Ruf erworben, hat von Mailand auS unter mehreren brillanten EngagementSanerbieten rin Engagement an das »önigl. Hoftheater in Malta angenommen und ist de« reitS dort in voller Thätigkeit. Sulzer hat mit der Leitungder Meyerber'schen „Afrikancrin" seiue Stellung "äNgeßeton und mit dem Enthusiasmus, welchen die „Afrikanerin" in Malta hervorgerufen, gleichzeitig seinen vorangegangen Ruf und alle Erwartungen, die sich daran knüpften, weitaus übirtroffen. Am Schluffe der Vorstellung wurde er unter demonstrativen Beifallsbezeigungen vom überfüllten Hause wiederholt auf die Bühne gerufen. DaS Publikum ruhte nicht eher bis der Künstler dem allgemeinen Verlangen dankend Folge gab. Sulzer hat, trotzdem er die „Astikanerin" früher nie dirigirte, bei der Generalprobe die Partitur bei Seite gelegt und die Aufführung aus dem Gedächtnisse geleitet. Vom Sücherttsche. Die Inschrift quf dem Denkmal MesüS Königvon Moab. (9. vorchr. Jahrh.) Mit einem Anhang betreffend die Grabschrift des sid. König- Eschmunazar übersetzt und erläutert von Dr. S. I. Kämpf Professor der semitischm Sprachen und Literaturen an der k. k. Universität in Prag. Mit einer lithografirten Tafel. Prag 1870 Verlag von F. TcmpSky. (Schluß) Bevor der Verfaffer zur sprachlichen und sachlichen Erläuterung der Inschrift übergeht, wirft er sich die Frage apf, ob die Inschrift authentisch und glaubwürdig sei. Was ihre Authenticität betrifft, sprechen für dieselben die verschiedenen Urtheile, zu welchen die sprachlichen, historischen, topografischen und orthographischen Momente Veranlassung boten. Einem Falsator, meint der Verfasser, wäre eS unmöglich gewesen, ein solche« Denkmal mit einer solchen Inschrift anzufertigen, ein derartige- Wagniß hätte auch ersterem keinen Gewinn gebracht, überdieß machen der Lapidarstil so wie der Inhalt der Inschrift die Echtheit deS Werkes unzweifelhaft. Anderverhalte es sich, nach der Anschauung de-Verfassers mit der Glaubwürdigkeit, die erst bewiesen werden muffe. Diese führt zur Frage, ob denn Mesu in der That der Mann war, als den er selber in der Inschrift sichauSgiebt. Hier beginnt schon die Forschung des scharfsinnigen Verfassers. In der Inschrift spiegelt sich die Großsprecherei Mesa's ab, ein Charakteristikon der Moabiten, die die Schwäche der Ruhmredigkeit besaßen. Hier benützt es der Verfasser zwischen den Hellenen als heidnischem Volk und den biblischen Persönlichkeiten eine UnterschcidnngSlinie zu ziehen. Für das Alter der Inschrift findet der Verfaffer auch einen Stützpunkt in ihr^r Sprache selbst, die trotz ihrem phvnizisch arabischen Colorit so ziemlich an das biblische Hebräische streift, klar und faßlich wie dieses, prägnant wie ihre Schriftzeichen ist, wodurch sie eben von dem Phönizischen zu ihrem Vortheile absticht. Ganz anders hingegen findet der Verfasser die sid. Grabschrift des Königs AschmanczerS (Aefchmnnazar») roh nnd plump, in der Schrift fast dis zur Unleserlichkeit. In religionshistorischer Beziehung findet der Verfasser eine Lösung der Frage betreffs dereligiösen Verhältnisses des Reiches Israel zum Reiche Jrhudah oder, prägnanter gesprochen, zum normalen Jah-CultnS. Daß in Nebo der Jah-EultuS in Uebung gewest», geht auS der Inschrift mit Sicherheit hervor, selbst wenn die Ergänzung Kle Iah nicht ersichtlich wäre. Der sprachliche und fachlich« Eommentar de- Verfassers bleibt hinter den fruhern Begründungen ganz und gar nicht zurück und die Dechifnrun> der Inschrift so wie die TranSskriptiouen der beiden Facht-

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