Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 44 (28.10.1870)
- Date
- 1870-10-28
- Page
- Seite 394 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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der Sprache de» Lande», dem e« angehört, eingeschrieben wird. Die Zahl der alljährlich zu ernennenden Ehrenmit- . glieder soll auf 2 beschränkt werden, da» heurige Jahr btl« det hievon eine Ausnahme. In Aussicht sind genommen: Die Herren Aron Kornfeld in Goltsch-Jenikau (Böhmen), Justizminister Cremieux, Albert Cohn in Frankreich und Sir Mose» Montifiore in London —p— V Spende« Die Buchhändlerin Frau Sara PaschrleS hat anläßlich der Hochzeitsfeier ihrer Tochter, der großen Hofsynagoge einen Borhang für die VundrSlade gespendet. Derselbe, sich in der Farbe und Ausführung von den bisherigen unterscheidend, ist als ein wahre» Kunststück aus dem Ornamenten -Atelier der Frau S. Kuh hcrvorgegängen. Der Borhang von violetter Seide mit silbernen Bouquets besät, hat in seiner Mitte ein schwarzsammeteS Feld, da» von goldenen Arabesken und einer Krone geziert, die WidmungSschrift zeigt. — Herr Jur. Dr. Bendiner hat anläßlich seines ChrentageS dem israel. Nächstenliebeverein 150 fl., dem israel. Kreuzerverein 50 fl. gespendet. ** Pokal. Zu Chrrn der am 30. d. M. stattfinden, den HochzeitSfeier des Herrn Dr. Ludwig Bendiener, wird demselben als Borstandömitgliede des israel. Kreuzrrvereines, ' vom Borstande desselben rin prachtvoll gearbeiteter groß.r, silberner Pokal überreicht werden, dessen Anschaffungskosten auS den Mitteln der Borstandsmitglicder bestritten wurde. Der Pokal führt in einem Schilde die Inschrift: „Bom Borslande dem isr. KreuzervereineS zur Erinnerung an den 30. Oktober 1870." *** Ein chronologische» Zusammentreffen. Ein nicht genannt sein wollender Gelehrter gab zu zwei, dem gegenwärtigen Papste Pius IX. verhängnißvollen Jahreszahlen folgenden Eommentar. Im Jahre 1860, conform der jüdischen Zeitrechnung (2",n) 5620 verlor der Papst einen Theil seiner i<änder. Diese Jahreszahl entspricht den Wörtern oWit Sxj; im Jahre 1870, conform der jüdischen Zcitrechnung (*?• nn) 5630, verlor der Papst die römische Herrschaft. Diese Jahreszahl entspricht den Wörtern D'Spr,' Snj mit ' geschrieben. ' ist die Zahl 10, die Zeit von 1860 bi«, 1870 also 10 Jahre. %* Mllonpost. Der hiesige Kaufmann W. hat dieser Tage von seinem Schwiegervater R. au» Pari», einen Brief mittelst der arrostatischen Post erhalten. Es wird in demselben die Berproviantirung der belagerten Stadt auf Monate hinaus, so wie der Muth und die stoische Haltung der Pariser ausgesprochen. Inland. Israelitischer Ileligionrunterricht. Die Angelegenheit wegen de» Rcligionsuntenichics für die israelitischen Schüler am wirn. Lrvpoldst. Real-und Obergymnasiuin ist nunmehr cndniltm fntiAifhfii llfbir ^nr(fhlflii hfr brr litischen KnltuSgemeinde wurde Dr. Samuel Hammerschlag als israelitischer RrligionSlehrer Seitens der Kommune anerkannt. Die Kosten trägt einstweilen die KultuSgemeinde. Zu bemerken kommt noch, daß an genannter Anstalt 62 Perzent von den Schülern mosaischen Glaubens sind und daß der Religionsunterricht gleichzeitig, natürlich in Parallelklassen mit jenem der Katholiken erfolgt, damit den anderen Unterrichtsgegenständen keine Zeit entzogen wird. — Herr von Kö, n i g» w a r t e r hat für die vom Dr. Ludwig August Frankel ins Leben gerufene Blinden-Erziehungsanstalt auf der hohen Warte einen Gartengrund von 2000 Quadratklaftern für 20.000 fl. angekauft. Das demnächst auf diesem Grunde aufzuführende Gebäude wird nachbarlich an die eben im Aufbau befindliche meteorologische ReichS-Anstalt angrenzen und eine neue Zierde der hohen Warte bilden. — Der Borstand der jüdischen KultuSgemeinde hat. wie wir vernehmen, einige eingreifende Beränderungen aus dem Gebiete der Schule beschlossen: ersten» eine Restriktion de» Unterricht» im Hebräischen für Diejenigen, die sich durch da» bisherige Ausmaß überbürdet fühlten, dagegen eine Erweiterung desselben in abgesonderten Klaffen für Diejenigen, die die hebräische Sprache gründlicher erlernen wollen; zweitendie Einführung eines sabbatlichen Gottesdienstes für die Schüler der Religionsschule; drittendie Aushebung de- Schulgeldes. — Für die Stelle einejüdischen LandeöschulratheS ist in Folge Aufforderung des Ministeriumfür Kultus und Unterricht, einen Kandidaten zu präsentiren, Herr Dr. Maximilian Engel vorgeschlagen worden, der seit dem Jahre 1848 Mitglied de- Vorstandes der jüdischen KultuSgemeinde ist und seit dieser Zeit insbesondere dem Schulwesen seine eifri« ge Thätigkeit erfolgreichst gewidmet hat. Die Mittheilung, nach welcher gegenwärtig bei der n.-ö. Statthalterei, „unter Beiziehung der gewählten Mitglieder" vorläufige Besprechungen über die OrganisirungSarbeiten der Landesschulbehörde stattfinden sollen, ist eine durchweg irrthttmliche. In der nächsten Woche werden die mit der Kostitnirung des n.-ö LandcSschulratheS und der BezirkSschulräthe in Verbindung stehenden, bis jetzt noch unerledigten Personalfragen berathen werden. Ausland. Verlin. Nach 12 jährigem Assessor«! ist endlich Herr LaSker zum Rechtsanwalt beim hiesigen Stadtgericht und zum Notar im Departement des KammcrgerichtS mit dem Wohnsitz in Berlin ernannt. — Eine alte sehr reiche jüdische Dame in Berlin, die noch trotz ihres vorgerückten Alters und ihrer abgeschlossenen Lebensweise an den Zeitereignissen regen Antheil nimmt, hat wie die „Ger. Ztg." schreibt, seit 25 Jahren, seitdem ihr Mann todt ist, ihr HauS mit keinem Fußtritt verlassen. Es soll die» darin seinen Grund haben, daß die Dame bei dem Tode ihres Mannes ein dahingehendes Gelübde abgelegt hat. Eine große prächtige Wohnung in einem Hause der Potsdamerstraße allein mit ihrer Dienerin wohnend, welche schon lange bei ihr ist, gehört es ferner zu den Sonderlichkeitcn der Dame, daß sie ihren Verwandten und^ zahlreichen Freunden nicht erlaubt, länger als eine halbe Stunde bei ihr zu verweilen. Nur bei zwei Veranlassungen war die alte Dame in diesem Jahre auf ihrem Balkon sichtbar geworden: Bei den Begräbnissen W a l d e ck' s und T w c st e n' S Zwei Aerzte in Posen Stabsarzt Dr. H e r; f e l d und Ober-Stabsarzt Dr. Hirschberg, haben daeiserne Kreuz erhalten. Beide sind leicht verwundet, befinden sich jedoch wieder beim Truppentheil. Der Letztgenannte erwarb sich schon im Feldzüge des Jahres 1866 den rothen Adlerorden mit Schwertern. Die Aerzte des 5. Arme--Corps sind auch die Herren DDr. Juliusberg, Saulsohn*, . Schis t a n (inzwischen verstorben) uod H e r z f e 1 b auL Kosten mit dem eisernen Kreuz deeorirt worden. (Isr. W.) Dem Rabbiner der Gemeinde in Magdeburg ist vor mehreren Tagen von Ihrer Majestät der Königin Augusta ein anerkennendes Dankschreiben für seine am Bettage gehaltene patriotische Predigt „der heilige Krieg" zu Theil geworden, was aus dem Grunde hervorgehoben zu werden verdient, weil diese Predigt ganz besonders die nach einem siegreichen Kriege zu erhoffende volle Gleichstellung der Israeliten scharf betont. Der jüdische RegimentSarzt Dr. Rosenthal von hier hat bei Beaumont das eiserne Kreuz dafür erhalten, daß er trotz der einschlagenden feindlichen Kugeln seine menschenfreundliche ärztliche Hilfe Freund und Feind unausgesetzt zu Theil werden ließ. Dem hiesigen Vorstande ist vom Rabbiner der Borschlag gemacht worden, bei den kleineren Nachbargemeinden in Stadt und Land genaue Erkundigungen über die in diesem Kriege gefallenen Glaubensgenossen einzujichkn, da die Namen derselben auf einer