Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 43 (21.10.1870)
- Date
- 1870-10-21
- Page
- Seite 386 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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386 Haratabdrucke und zwar im Berlage de- Verfassererschienen. In dieser recht lebhaft, mitunter drastisch gezeichneten Skizze Verden da» bewegte Leben im BreSl. Seminar und dessen moralische Seite geschildert, alle dem Breslauer Seminar an« haftenden Mängel, dadaselbst in seiner Blüthe stehende Prolekliondwesen offen und freimüthig gekennzeichnet. Der Schilderung schickt der Verfasser rin Vorwort woran, in welcher die Geißel der Kritik grwuchtige Hiebe auStheilt. Da» Merkchen in 8" Format ist beim Verfasser (BreSlan Oderstrasse V) für 6 Slbg « 30 kr. ö. M. zu haben. — s — — Da» Neue Blatt Nr. 44 (Vierteljährlich nur 12'/. Egr.) ist soeben eingetroffen und enthält: „Die Bande des Blut»." Novelle. Von Adolf Wildbrandt, r— „Aus der Champagne." — „Mademoiselle." Von Ernst Volmar — „Des Elsaß schönere Hallte." Von F. H. — „König Jeromc im Arrest." Don Ernst Eckstein. — „Ein tausendjähriges Jubi- - lüum." Von W. zu Putlitz. — „Allerlei:" Transport verwundeter Soldaten. Der Peterspfennig für unsere Helden.— „Correspondenz." Illustrationen: Die Einnahme von Ehalons. Transport verwundeter Soldaten. Mädchen aus dem Elsaß. Linder auS dem Elsaß. — Vom Theater. Herr Carl Löwe, der vor kurzem im hiesigen deutschen LandeStheatrr als Shylok im Kaufmann von Venedig debutirtc, hat bereit» sein Engagement in Zürich angetreten. Unter Anderem spielte er auch in dem Lustspiele „Eine Gastrolle im Gebirge". Die Züricher Zeitung referirt über Löwe svlgrnder Maßen. Die „Paraderolle" des Ludwig Drvricnt wurde von Herrn Löwe glänzend durchgeftthrt. Er besitzt — wie vorzüglich die Erzählung de- Traume» bewies — eine ebenso große Macht in der Herr« choft über Attitüde, Mimik und Geste, als in der Modulation der Stimme, — Vorzüge, die uns begierig machen, andere größere Eharaktcrzeichnungen von ihm zu sehen. Sein Talent ist jedenfalls bedeutend. Die Wirkung seiner Darstellung war eine tief ergreifende und rief die lebhaftesten Acclamationrn hervor". — Herr Arnau vom Stadttheater in Leipzig wurde vom Direktor des deutschen Landestheater in Prag für drS Fach der Hrldenvätcr auf die Dauer von zwei Jahren engagirt. — Herr DuschcneS auS Prag wirkt bereits feit kurzer Zeit auf der Breslauer Bühne als Hrldentenor und erfreut sich großen Beifalls. vom Mchertische. Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben. HerauSgegrben von Dr. Abraham Geiger Rabbiner der isr. Gemeinde zu Berlin 8. Jhg. Heft 2. und 3. BreSlau 1870 Schlctter'schcn Buchhandlung (H. Skutsch.) Wer auch immer mit der religiösen Richtung (feiger» nicht einve» stunden ft in mag, kann init ^mcm Wissen demselbrn die Produktivität auf dem Gebiete jüdischer Literatur nicht streitig machen. Wir fassen also bei der Bemthcilung vorliegenden Werkes Geiger nicht als Reformer, sondern als Gelehrten in's Auge. Vorliegende beiden Hefte, die zusammen einen Band bilden, bieten in der That keine gewöhnliche Mache, keine wtllkührliche Zusammenstellung, gesucht und gewählt sind die in vorliegender Zeitschrift aufgenommencn Arbeiten und wenn diese nicht ausschließlich Produkte Geigers sind, so sind sie doch unter seinem scharfblickenden Auge acceptirt worden. Dieser Band zerfällt in Abhandlungen. In ihren Rahmen füllt vorerst eine Besprechung über die Synode von ihrem Anfänge bis zur vertagten Synode. In ihr gesteht, der Verfasser zu, daß die zweite Synode, mochten auch nicht die KriegScreignissc dazwischen getreten sein, nicht unter sehr günstigen Auspicicn zu Stande gekommen wäre, tröstet sich jedoch damit, daß die fortschreitende Erkenntniß Ler Zeit doch siegen müsse und weist mit Selbstbefriedigung t auf die Besetzung der vakant gewordenen Rabbinat-sitze in Berlin, Frankfurt a. M. und Pest mit Fortschrittsmännern hin. Nun wenn e» nur da» wäre, dann hätte im Hinblicke auf die Jsrael.-Gemeinden deganzm Central - Europa» der Trost de- Derfasirrs nicht viel auf sich. Unmittelbar an diese Besprechung.schließen sich: „Synodalarbeiten über die.daS Ehegebiet betreffenden Vorschläge" an. Der Advokat Lehmann hat eS in erster'Reihe mit der Gültigkeit der Civiltrauung, zu thun, in zweiter Reihe mit der Anerkennung der Ehchwischeu Juden und Christen, in dritter Reihe mit der Ehescheidung, in vierter mit der Unterlassung der Trauung an gewissen als Unheil bringend bezrichnetcn Tagen und in letzter Reihe mit der Wiederverheirathung einer Wittwe, bevor das etwa zmückgcbliebene Kind ans erster Ehe daS zweite Jahr zurücklegt. Diese Fragen werden von Herrn Lehmann zu Synodalanträgen geformt und vom juridischen, weltlichen Standpunkte aus behandelt, während die biblischen und talmudischen Fundamente als gar nicht vorhanden bettachtet werden nnd mitunter bloß einige Commentare nachbiblischer Zeit zur Staffage dienen müssen. Einen weiteren Beitrag der Zeitschrift bilden die Annalekten von Dr. Zunz. In diesen wird da» Wort inn (das Schwein) hagadisch gedeutet. Bon größerem Interesse sind „die Säule des Mesa," „das Königsbuch des KalonymoS" von M. Steinschneider, „da-Targum zur Chronik." Außer diesen Abhandlungen bietet vorliegendes Buch auch Rccensionen und eine Umschau über verschiedene sehr gediegcndc Werke und ausländische Zeitschriften, — R— M i s c e l l e n. X Bevölkerung von Oestereich. Die Resultate der Volkszählung vom 31. Dezember 1869 liegen nun vor, und ergeben die interessante Thatsache, daß die Bevölkerung OestcreichS trotz deS Verlustes von zwei Provinzen, der seit der letzten Volkszählung eintrat, noch immer nahezu vierzig Millionen zählt. Die Bevölkerung hat sich im Vergleiche zur Zählung von 1857 (31,993.013 Bewohner) um 3,679.060 vermehrt, da Oesterreich nunmehr 35,943.592 Bewohner hat (das active Militär mit 271.762 dazuberechnet). Böhmen, welches 1857 4,702.525 Bewohner hatte, zählt jetzt 5.105.682, also um 400. 157 Bewohner mehr. Mähren, welches im selben Jahre 1,867.094 Bewohner hatte, zählt jetzt 2,011.406, also um 144.312 Bewohner mehr. Schlesien, welches 1857 443.912 Bewohner hatte, zählt jetzt 511.581, also um 67.669 Bewohner mehr. Bukowina, welches 1857 456.920 Bewohner hatte, zählt jetzt 511.964, also um 55.044 Bewohner mehr. Dalmatien, welche» 1857 404,499 Bewohner hatte, zählt jetzt 454.516, also um 50.117 Bewohner mehr. Galizien, welches 1857 4,597.470 Bewohner zählte, hat heute eine Bevölkerung von 5,417.343, also beinahe um eine Million ~(819.873) Bewohner mehr als vor 13 JahM^ Tirol, welches 1857 851.016 Bewohner zählte, hat jetzt 878.524, also um 27.508 Bewohner mehr. K ü st e n 1 a n d. welches 1857 520.978 Bewohner hatte, besitzt nun eine Einwohnerzahl von 583.535,, also um 62.557 Bewohner mehr. K r a i n, welches 1857 451.941 Bewohner zählte, hat jetzt 463.273, also nm 11.332 Bewohner mehr. Kärnten, welches 1857 332.45t» Bewohner zählte, hat jetzt 336.400, also um 3944 Bewohner mehr. (Diese Provinz hat am wenigsten an Bevölkerung zugenommen.) Steiermark, welche» 1857 1 Million 56.773 Bewohner hatte, besitzt nun 1,131.309 Bewohner, um 74.536 mehr wie in früheren Jahren Salzburg hatte 1857 146.769 Bewohner, jetzt 151.410, Vermehrung 4641 Bewohner. O estereich ob der EnnS 1857 707.450 Bewohner, jetzt 731.541, also eine Vermehruug von 28.091 Bewohnern. Oestereich unter der EnnS 1857 eine Einwohnerzahl von 1,681.697 und jetzt 1,954.251, eine Vermehrung der Einwohnerzahl, wozu Haupt-