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Die Gegenwart · 1870-10-07 · 41 (7.10.1870) · p. Seite 365

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Journal
Die Gegenwart
Volume
III (1870)
Issue
41 (7.10.1870)
Date
1870-10-07
Page
Seite 365 (sequence 1)
Language
German
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Vt*n «fonnirtfur Prag r Wmzjährig fl. 5.— HÄtzjährig „ 2.50 Lter1«ljährig„ 180 «it Poflzufrudung: Gmzjährig fl. 5.50 Halbjährig „ 2.75 Vierteljährig „ 1.50 Für- Ausland: •MjiäWd 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Inserate werden billigst berechnet. Gegenwart Israelitische Wochenschrift für politische, sociale lind religiöse Interessen. Erscheint an jedem Freitag. «edalti,, ,. tu,!- »istratia, Prag, «ittergaffeRra. 408-1 wohin alle vriese n. Gtldsendungea ,n richten find. Zuschriften werde, franco erbeten. Ma« nuslripte werden bei Nichtvtrwrnduig auf ■ Berlangen jedoch i unfrankirt zurulkrr. stattet. . Nr. Prag 7. Oktober 187V. tll. Jahrgang. EinladunK zur Erneuerung des Abonnement auf daS vierte Quartal der - „Gegenwart Abonnements-Greise: Für Prag. Mt PostMndung. Vierteljähriges dto. „1.30.. . „ 1.50 Für da» Ausland: Vierteljähriges 1 Thaler. Wir^machen die P. T. Herren Abonnenten aufmerksam, daß zur leichtern Einsendung deö Pränumeration«. Betrages die Postanweisungen am vortheilhaftcften zu verwenden sind, wozu bloß eine 5 Kreuzer-Marke genügt. . Nom von einst, Rom von jetzt. Unter den Denkmälern in Rom, die uns ein Altcrthum hinterlasscn, dem der Stempel eines hochfliegenden Geistes ausgeprägt war, ragen noch heute unverwittert und felsenfest die ältesten Zeugen der Demüthigung und des Falles einer einst mächtigen Nation hervor, welche, wie wol zertrümmert und nach allen Zonen der Erde zerstreut, durch das unauflösbare Band der heiligen Religion in einer gewissen Zusammengehörigkeit, gckräftigt und gestählt da steht, gegenüber drohenden Stürmen und Gefahren, welche bitterem Religionöhaßc entsprungen, leider zu allen Zeiten und in aller Herren Ländern, über sie hercingebrochen waren. Wer unter dieser schwer geprüften Ration zu verstehen sei, ist keineswegs die Aufgabe des ErrathenS, welche einer Quellenforschung oder einem Meinungsstreite unterliegt, die Juden wisscn zu gut daß sic es sind, welche daü Merkmal erlittener Schmach an ihrem Namen ttagen, sic wissen es so gut, wie die Völker, welche die große Verantwortung über sich genommen, den begabtesten Volksstamm verfolgt zu haben und sich bemüht, nicht nur dessen materielles Wohl zu untergraben, sondern auch dessen Moral und Geist zu tödtcn und die Juden selbst zu vernichten. Zn Rom, der zwar „heiligen" aber dennoch durch Missethaten entweihten Stadt, haben vor Allem die Verachtung und Verfolgung der Juden ihren Ursprung gefunden, die so lange wie ein drückender Alp auf dem unglücklichen Geschlechte lasteten. Mehr als zwei Jahrtausende hindurch häuften sich hier seine Qualen, seine beiden, bald stärker, bald schwächer, heidnische und christliche Eäsaren, Könige und Päpste wetteiferten im Kampfe um die Barbarei. Von Rom, wo die frommen lehren des Stifters des Ehristenthums Wurzel fassen und dessen Zweige über die Welt aubbreiten sollten, ging er auS der Geist des schmählichsten JudenschimpseS und der barbarischsten Judenverfolgung in daS übrige noch im Dunkel gehüllten Europa. Rom überlieferte jenen Gifthaltigen Geist den Völkern mit dcr Religion, mit den Künsten und Wissenschaften, ja mit Allem, was ihnen das Alterthum als Würdiges, Schönes nnd Nützliches ausbewahrt hatte, und so vermochte durch daS düstere Gewölke nicht e i» Strahl dcr Aufklärung zu dringen, der die mit Blindheit geschlagenen Rationen für die Zdecn dcr Eivilisa- FeuiUrton. Eine Sabbathfeier. II. Der Sabbattag. Gottcsruhe, Sabbatstille! Komm vom Thron dcS Ewigen l Bring' dcr hohen Andacht Fülle In das Herz dcr Feiernden, Daß sic sich der Welt kntschwingc», Hören, beten, danken, singen. ' (S. Ränder.) Gewichen ist die finstere Rächt, um einem heiteren, jungen Morgen den Platz zu räumen. Am östlichen Horizonte steigt de e stralcnde Connenkörper. dcr wohlthätige Gebieter deS Tages, wie in einem Pnrpnrmantcl gehüllt. majestätisch hervor, seine goldenen Lichtfädcn durch die weiten Fenster deö geräumigen Palastes, wie durch die engen Lichtöffnungen dcr bescheidenen Hütte auf dir friedllchcn Celiläfer. Die Natur ist wieder zu neuem Leben erwacht. Die befiederten Sänger in den Gebüschen und Höhen stimmen dem Sterne ihr Loblied an nnd all die kleinen und großen Wese» verkünden, daß Gott den Bewohnern dieser Lrdhälfte einen »eucu Tag geschenkt hat. Tie gaiuc Natur freut fich dcS wieder erweckten Lebcns, gleicht einem großen, Gottcotempel, von lobprc^rndrn Hatlelujahs nun erhabenen Weltenschoptec überfüllt. Alles ist wach, nur in den Wohnungen der Menschen ist noch alles still, ruhind in den sanften Armen des Schlummer-. Auf, 2hr Freunde des Schlafes I Wachet ans! Ter trägen Ruhe ist genug gepflegt. Stehet .auf, bringet dem Sabbattag Lucrn Gruß entgegen l Schauet um Luch, den heiteren Morgenschmimer, dcr sein erwachend Auge dankbar grgen Gott ansschlägt; wie der

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