Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 40 (30.9.1870)
- Date
- 1870-09-30
- Page
- Seite 357 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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l 1 SR«« «t»N«irtfür «aqMrig fl. 5.- HsaMi, „ 2.50 «terkeljährig,, 180 Mit P»flzufe«d«ag: Qttiiättig fl. 5.50 Hltjähkig „ 2.75 vierleljährig „ 1.50 Für» Ausland r G»»zjä'hrig 4 Thlr. HalKjäbrig 2 Tdlr. I»fer»te werden billigst berechnet. Die Gegenwart. Israelitische Wochenschrift für politische, sociale und religiöse Interessen. Erscheint an jedem Jreitag- Redikkt»» ».!U«l« »iftrati»» Prag, RtttergafieRr». 408—1 ««hin ave Briete n. Geldtrnbnngen z» richten sind. Zuschriften »rede» . - sranc» erbeten. Mn« V »nskripte »erde» bet Richtverwenbnag «ns verlange» jebach unfraakirt znritckerstattet. Prag 30. September 1870. ///.Jahrgang. Ur. 40. Einta-nnH zur. Ernenerullg des Abouilkinent auf „Die Gegenwart" Fbormements-Vreise: Für Prag. Mt Postjusendung. Vierteljähriges dto. „1.30.„1.50 Für da» Ausland: Vierteljähriges 1 Thaler. KST Wir machen die P. T. Herren Abonnenten aufmerksam. daß zur leichtern Einsendung deS PränumerationS- BetrageS die Postanweisungen am vortheilhaftesten zu verwenden sind, wozu bloß eine 5 Kreuzer-Marke genügt. i Deutsche Vorposten. In der vielgepriesenen Aera vom Bürgerministerium angefangen bis zum soit disant Ausgleichsministerium war der Wechsel der Ereignisse ein vielfältiger, die durch dieselben hrrvorgerufenen Eindrücke waren bald prägnanter, bald verschwindender Natur, so daß das Chaos unter den Berfas- Feuilleton. Plaudereien (zweite Folge) XI. Während die Windbraut noch vor Kurzem übkr die ährenrrichrn Gefilde wehte und sie zu einem Meere gestaltete, dessen göldrne Flutm hin und her wogen, nunmehr in pfeisendem Tone die Stoppelfelder bestreicht, während die sonst grünenden Blätter von dm Bäumen fallen, um an den Fall des HochmutheS und daS Hinwelken alle» Irdischen zu erinnern, entfaltet sich in unserem jü. disch.politischen Leben daS Cchmockthum zu einer noch nie dagewesen« Blüthe, wie es nur erwarten läßt, daß in so fortschrcitendem Verhältnisse die Echmöckrr sich mrhrm werden wie dir Stern« am Himmel und der Sand im Meer«. Als ich letzthi» den Lehrrrtag besuchte, vo» dem man mit Recht sagen kann, er war rin leerer Tag, da mußte cf eigen« V"** sungStreuen allmälig gewachsen ist und die Verfassung selbst immermehr an Boden verloren hat, der von den Schwindel erregenden Theorien über Freiheit und Gleichheit durchsickert, sich allmälig zerbröckelte. Je mehr Berwirruüh. desto größer schien der Nutzen zu sein, den au« derselben die allezeit Getreuen gezogen haben. \t rathloser man oben war. desto hartnäckiger waren die allezeit Getreuen unten, je mehr Schüchternheit und Angst die Regierung im Anlauft zum „gleichen Rechte für Alle" gefangen hielten, desto ge« steigertet wurden der Muth und die Opposition der allezeit Getreuen, die ihrer Schwäche wol bewußt, sich den Anschein von Riesen gaben und noch geben. In unserem engern Vaterlande Böhmen hat sich da» Her- und Hinschwanken der Regierung am meisten fühlbar gemacht und die Zustände, in ihrer Art einzig, sind lediglich der jedesmaligen einseitigen Parteirichtung der Regierung zu danken, welche die Drutschkn in Oesterreich mit der Rolle der Hegemonisten bedacht hat. Die dadurch entstandene Friktion zwischen den beiden unser Vaterland bewohnenden, zwar ihrer Sprache nach unterschiedenen, durch gemeinsame Interessen jedoch enge verknüpften Nationen, haben Erscheinungen zu Tage gefördert, welche nicht geeignet sind, auf die Juden speziel einen guten Eindruck zu machen. Während die Haltung der Juden in Böhmen im Ganzen keine provocirende war und die unter ihnen hie und da zur Geltung gekommenen Gegensätze allmälig, zumal in letzter Zeit ausgeglichen wurden, was wir bei den letzten Landtagswahlen wahrzunehmen Gelegenheit hatten, nahmen sich Unberufene und solche, die sich dazu berufen glaubten, die Freiheit, da« friedliche Verhältniß zwischen Inden und Nichtjude,, zu stören und einen Zustand anzustrcben, der trotz der Freiheit auf dem thümlich abstcchc» als ein christlicher Redner Herders Ideen der Humanität, deren Einfluß auf die Wistenschaft und Pädagogik entwickelte. ein jüdischer Redner aus einem böhmischen Orte hingegen, seine Ideen der Humanität in heßerischrr und verlänmderlscher Weise dadurch zur Geltung brachte, daß er vereinzelt unter so vielen Lehrern gegen die böhmische Ration loözog, weil er böhml« scheS Brod rflen muß, das ihn so oft vordem Hungertodr bewahrte. Line erbännlichc Erscheinung mit Schnur- und Knebrlbärtchen die. ser kecke Plauderer, der sich noch obendrein erdreistet, Rabbiner heißen zu wollen und mit dieser Berwegenheit nichts anderes bezweckt, als den ganzen Stand zu entwürdigen. . Wenn Sic nun Ihre Betrachtung über die jüdische Jugend anstellen und Ihrer Furcht den gerechten Ausdruck verleihen, daß dir Jugend sich unter dem moralischen Schuß« solcher jüdischer Pädagogen begebend, nicht di« Hoffnung und dir Zierde Israels werde» könne, ist es ander» zu erwarten, wenn der Geist der Zeit solche Blüthen treibt, wie den Herrn floh« aus Littm? An seinen Früchten konnte man den Baum erkennen, wie drffeu Wurzel», von Sei»