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Die Gegenwart · 1870-09-16 · 38 (16.9.1870) · p. Seite 341

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Gegenwart
Volume
III (1870)
Issue
38 (16.9.1870)
Date
1870-09-16
Page
Seite 341 (sequence 1)
Language
German
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tftm «tonnirtfür Pra-r W-»,jährig fl. 5.- H-lbjährig „ 2.50 vierteljährig,, 180 m Pistzusendung: Gazjährig fl. 5.50 H-lbjährig „ 2.75 vierteljährig „ ILO Für- AuSlandr Ganzjährig 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Inserate werden dil« ligfl berechnet. Israelitische Wochenschrift für politische, sociale und religiöse Interessen. Erscheint an jedem Jreitag. Rrdaktia, M*|. »iflrlian Pr»,, Sti* irr,affe Ar,. 408—1 »»bi» alle Vrirfe *. Grldsrnßnnge» |» richten find. Zuschriften »erde, franco erdete». «». nujkripir »erde» det Nichtverwrndnng anf Brrlangrn jedoch unsranlirt znrnikei' stattet. Ur. 38. Prag 16. September 1870. ///.Jahrgang. Die prager Josestadter Haupt- und Anterrralschule, die prager Stadtgemeinde, und die . isr. Lultusgemeinde-dieprasentan). Nach der vertragsmäßig erfolgten Auflassung der Josefstädtrr Haupt- und Unterrealschule durch die Stadtgemeinde, hatte die prager isr. CultuSgemeinde-Reprüsentanz in einem Anfall von Gehirnerschütterung nichts Eiligeres zu thun, ihrem Kanzleidirettor dem LandeSschulrathe Herrn Dr. Wiener daS Leid zu Nagen über den fällig gewordenen Wechsel der Auflassung der Iosefstädter Schule, den doch die prager CultuSgemeinde ihrer Zeit durch ihre Vertretung aceeptirt hat. Man könnte sich nun fragen, meinen es die in der Repräsentoth Ton angehenden Herren TedeSco, Wiener, Raudnitz und ihre Papageien wirklich ehrlich mit dm Iosefstädter Juden, oder interessiren sie sich so sehr für das Iosefstädter Viertel? In Anbetracht der Leistungsfähigkeit vorgenannter Herren und ihrer Schwärmerei für das Judenthum könnte man Feuilleton. Memoiren eines jüdischen Seminaristen. IV. ES war gegen Ende Dezember 186", al» in den Räumen der jüdisch-theologischen Seminar-Synagogr eine zahlreich besuchte Versammlung abgehalten wurde. Nicht nur dir Männer und Jung, linge auch die Repräsentanten de» s. g. „zarten Geschlechts" waren hier vertreten. Unsere alten Freunde der Direktor T. und seine wunderschöne Ehrlirbste, Dr. ft... Prof. 3** und die übrigen „Professoren" der Mucker-Anstalt. die Curatoren L. M. und M—ch, die „Hörer" in corpore — etwa 50 verkrüppelte Gestalten, — dann einige Bummler und Witzbolde die sich über die drei Haare deSOhrrabbinerS T. die er ä la BiSmark mit solcher Meisterschaft zu scheiteln wußte, daß sie wir 12 Haare auSsahrn, moquireu wollten, alte Naaren di» in der Jugend ein Tröpfchen Judaica getrieben und jetzt sich alS Lamdonim') und Geonim') geriren möchten — waS sie allerdings bezüglich der hebräischen Bildung der — S r m tnaristrn wohl sein konnten — und noch obendrein die Gattinnen der Lehrer und Curatoren wie die Geliebten der Jünger der Anvon jenen Herren kaum glauben, daß sie für den Fortbestand einer, wenn auch dem Namen nach konfessionslosen de l'aeto aber konfessionellen Schule sich so sehr erhitzen; liegen ihnen jedoch die Interessen der Josephstadt, deren Bevölkerung eine gemischte ist, so sehr am Herzen, dann hört ihr Wirkungskreis auf, der sich doch nur ausschließlich auf die Interessen der jüdischen Gemeinde beschränken sott. Demnach, da krtnes von beiden angenommen werden kann, ist das Recht, das di« CultuSgemeinde - Repräsentanz bezüglich der Iosefstädter Schule für sich in Anspruch zu nehmen glaubt, nicht-anderealeine Anmaßung, die vielleicht nur den Zweck haben soll, zwischen Stadtgemcindc und isracl. CultuSgemeinde rin unleidigeS Behältnis anzustreben. Wenn dieß wirklich angestrcbt werden soll, dann bedauern wir die CultuSgemeinde ihrer Vertretung wegen, die keine anderen Zwecke verfolgt als.Reibungen in Permanenz zu erhalten. > So wie die Diplomaten der Josesstadt in feiner Berechnung ihre Aemter in der Judengcmeinde mit ihren politischen Bestrebungen in Einklang zu bringen wissen, um so die Juden zu täuschen, so wußten diese Herren ,auö der jüdisch-deutschen Gesellschaft" in planmäßiger Berechnung schon im Landtage die Herrschaft über daS jüdische Bolksschulwesen statt, in herausfordernden Coftümcn, ellenlangen Chignon» und geschminkten Gesichtern — sic alle, alle kamen, e» fehlte auch kein einziges theuere» Haupt. Die kleine „Schul"'» war zum Erdrücken von dieser sauberen Gesellschaft; voll gepfrost dürfte eS erlaubt sein, die herrlichen Verse Schillerauf diese Gesellschaft anzuwenden, so möchte» wir zu« Illustration der Situation folgend« Worte hier anführen: Bank an Bank gedrängt, sitzen, — ES brechen fast dir S tä»der"> Stützen. — Herbeigksirömt von fern und nah. Der Mucker Bölkcr wartend da. Dnmpfbrausend wie de» Meere» Wogen, Bo» L.wimmelnd wächst t>»r Ban In weiter stet» geschweiften Bogen Hinauf bi» in de» Himmel» Bla». ch ch ch Wer zählt dir Sch.neimt die Namen, Die gastlich hier zusammenkamcn? Bon Posen» Stadt, der Donau Strand. Bon Stettin, vom Ma g va ren-L and. Bon tstzerreich» entlegener Küste. ' Don allen Nestern kamen stc Und horchen von den, Schangeruste De» Chore» granser Melodie.- Ja, c» war „de» Chore» graule MelodieI" Wa» war daß ') Talmudischr Gelehrte. ') Genieß. ') Synagoge. *) Tie Sitze her Gcmeindimilg'ieder.

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