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Die Gegenwart · 1870-09-02 · 36 (2.9.1870) · p. Seite 331

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Gegenwart
Volume
III (1870)
Issue
36 (2.9.1870)
Date
1870-09-02
Page
Seite 331 (sequence 7)
Language
German
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fremden Sprachen verlegt, besonders auf da- Italienische, sind bereits mehrere italienische Komödien erschienen. Sein , neuestes Werk ist über ,P s y ch o g r a fi e" welches der Wiffenschaft eine neue Richtung anweiset. — In Corfu gibt die Redaktion der ,Famiglia JSraelitica" unter der Leitung des Herrn Rabbiner Flaminico Serva ein israelitischeS ,Jahrbuch" heraus. — ,Historisch-religiöse Abhandlungen" vom Professor S. D. Luzzatto, Padua. 1870. — Diese Abhandlungen sind so wohl für die Geschichte als auch für die Wiffenschaft des JudenthumS sehr wichtig; sie umsoffen die Zeiten der HaSmonäer das Sinedrium, die Essäer, die Samaritaner, die FallaschaS, die Häupter des SinedriumS, der Kampf Schamais und Hillel, das Leben AkibaS und die Anordnung der Mischna sind mit besonderer Meisterschafs kritisch und gelehrt behandelt. Kriegs-Skizzen. * Au» dem preußischen Lager. Das ,Berk. Fr.- u. Anz.- Bl." schreibt: Das von Herrn Martin PerelS Hierselbst uns eingesandte Madrider LooS von 100 Fr. hat bereits durch nachfolgendes Schreiben seine Bestimmung erhalten, indem eS Herr PerelS dem Husar Edel zugesprochen hat, an den cs heute abgesandt ist. — Das Schreiben lautet: ״Frankfurt a. M., 12. August Herr Martin Pe- »els! AuS dem ״Fremdenblatt" habe ich erfahren, daß Sie eine Belohnung für einen besonders tapfern und Heldenmülhigen Soldaten der deutschen Armee, jüdischen Glaubens, bestimmt. Ich erlaube mir Ihnen mitzutheilen, daß im hiesigen Lazareth auf der Pfingstweide ein Husar mosaischer Religion verwundet liegt, welcher sich durch seine Tapferkeit besonders ausgezeichnet! Er ritt nämlich mit seinen Kameraden im Galopp durch ein Dorf in der Nähe von Wörth. Die Häuser waren von französischer Infanterie besetzt, welche auf die durchreitenden Husaren feuerten. Schon war er außerhalb des Dorfes und hatte keine Gefahr mehr zu fürchten, als er umblickte und seinen Lieutenant mitten im Dorfe unter dem Pferde, welches von einer französischen Kugel getroffen war, liegen sah. Die Franzosen waren gerade im Begriffe, sich des Offiziers zu bemächtigen, als der Husar nochmals in den Kugelregen zurückritt und seinen Vorgesetzten herauShicb. Leider erhielt er dabei einen Schuß in das Bein, wodurch er wohl zeitlebens gelähmt bleiben wird, und da er Metzger ist, wobei er, um Vieh zu kaufen, viel unterwegs sein muß, weiß er nicht, wie er später sein Geschäft betreiben kann, um seine Frau und drei Kinder zu ernähren. Der Husar heißt Edel, liegt im Lazareth auf der Pfingstweide und liefert Beweisstücke zur Stelle. Es ist übrigens derselbe tapfere Husar, welcher die Uniform des Generals Douay erbeutete. Hochachtungsvoll Alexander Strauß, Firma: Siegmund Strauß iunior in Frankfurt a. M." * In der Schlacht bei Saarbrücken-Sp!chcrn ist rin Jude der sich auf dem Schlachtfelde durch besondere Bravour hervorgethan zum Lieutenant befördert worden. Derselbe hatte als Jude und Hanoveraner das doppelte Borurthcil zu widerlegen, und es ist ihm wie vielen Anderen in gleicher Lage gelungen. * Bei Gravelotte ist ein Jude vom 2. Grcnadier-Regiment, welches am 18. Abends den letzten Stoß geführt hat, von sechs Kugeln getroffen, und doch durch Gottes Obhut nicht schwer verwundet worden. Er konnte noch zum Berbandplatz gehen, erlitt aber in der Nacht bei einem entstehrndem Alarm noch eine starke Eontusion durch einen Fall. Bei alldem ist sein Zustand ohne Gefahr. * Der bei Wörth gefallene Landwehrlieutenant I a ff e (ein Kaufmann aus der Ostseeprovinz und einer der wenigen jüdischen Landwehroffiziere) hatte gleich im Anfänge de- Gefechtes einen Streifschuß erhalten, nach dessen Besichtiguug ihn der Arzt aufforderte, die Gefechtslinie zu derlassen. Er leistete jedoch dieser Aufforderung keine Folge und fiel eine Stunde später im mörderischen Granatfeuer. * AuS Berlin. 21. wird geschrieben: ,Heute wurde hier mit militärischen Ehren ein Soldat mosaischen Glauben? beerdigt, der wirklich den Heldentodt gestorben ist. Er war bereits in der Schlacht verwundet worden und ein Offizier rieth ihm, sofort auf den Verbandplatz zu eilen. ,Es geht, noch eine Weile so fort," antwortete der Brave, ,noch kann ich hier mehr nützen als auf dem Verbandplatz:" In der nächsten Minute streckte ihn eine zweite Kugel nieder. ES war ein geachteter junger Kaufman RamenS Königvberger,dem heute viele seiner Freunde die letzte Ehre erwiesen. Soldaten vom 2. Garde Regiment, bei dem er IHM sein Jahr ab« gedient hatte, gaben die üblichen Salven über dem Grabe." * Aus dem sran)ösischen Lager. Daß in der französischen Armee viele Offiziere, auch höheren Ranges, israelitischer Eonfeffion dienen, ist jedem unserer Leser bekannt. Von den in den letzten Wochen erfolgten Ernennungen führen wir an: Gabriel Gustav Brisac zum Oberst eines Artillerie-Rezi mentS; Adolph Worms zum BataiUonS-Eoinmandeur in der Mobilgarde. — Der Ober-Rabbiner von Frankreich hat durch Circular alle jüdischen Familien, welche Angehörige in der Armee haben, aufgefordcrt ihm durch die Rabbinate ein Berzcichniß derselben zukommen zn lassen, damit die jüdischen Feldgeistlichen die Namen und Familien Verhältniffe ihrer Glaubensgenossen kennen und eine höchst ersprießliche Thätigkcit und Vermittlung zwischen den Soldaten nnd ihrer Familie cintreten lassen können. Eine Aufforderung des ,GauloiS" besondere Sammlungen u. dgl. unter den JSrae- Uten veranlassen zn wollen, hat der Ober-Rabbiner abgrlehnt. Eine Dame hatte ihm geschrieben: ,Wir brauchen keine jüdische Charpie." Wochenanzeiger. im Monate September 3. Samst. — 7. Elul Thoraabschn. L'VSNr» Has. thara, אנכי אנכי Sabbathcing. 7 U. 3 M. SabbathauSgang . 7 Uhr 40 4. Sonntag — H. (Still 3. Montag ״ •» - 6. Dienst. ״ .10 — 7. Mittw. — 11. , 8. Donnerstag ״ .12 - 0. Freitag ״ .13 10. Samstag — 14. ״ Thoraabschnitt wrn Hafthara סוערה רני עקרה ועניה Sabbathcingang d Uhr 35 Minuten SabbathauSg. 7 Uhr 23 Minuten Markte. Böhmen. 5. Arnau, Väringen, veraun, Böhm -Vrvd, Lngrthan» Geo.gSwalde, (Srafcnrikd, Hirschbteg, Hustnee, Kohljanvwitz, Klmghart^ Kriwlaudow, Leitomischel, Liblin, Lissa, Merklin, Miroliy, Rkubrnalrk. Neubidschow (2 Tage). Nenstadlt (pils Kr.) Pardubitz, Saaz, Traut» Serowip, Skltsch (« Tag« Freiung). Teplitz. 6. Eeiakowih, Eipkl, Z«U. srrtrinitz. Klattau, KönigSbrrg Rm. kvrnhau«, rrdrtsch Ü«ffau, Maleicha». Malschitz, Nrubistritz Rm. Reudck Rm. Pribram (präg. Kr.) Hm. Rakitnip. Glrakonih, Teplitz Rm. 7. Bezno. Vloivitz. Brerno. Trrnowitz. Eisenstadtl, Elbog«״, Sradlitz, Hostomitz. KöiiigarLtz Am. Kopitzln», Kralup, Luditz Rm. Luiche, Postupitz, Tnrnau. Wildftei» Rm. 0. viel»- lchitz, Eastalvwitz, Kayow, Maschau, Miltschin, Mirowitz, Raudnitz, Echönfkld Rm- Taus, Wessrlo ob. b. Lujuip Jörn, Wodaian, Wotitz. 10. Pilgram Rm. Mahren. 6. Vistritz (ig>- Kr.) Rm. Vudivitz, Drrwohost'v, Frat» ling, Gaoa, Jamnitz Rm, Kivbauk (hrad. Kr.) Kuaowib, Mistidotitz, M ödritz Rm. Nedwrditz, Paskau, Prödlip, Raachowan, Rm, LchiUum.

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