Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 27 (1.7.1870)
- Date
- 1870-07-01
- Page
- Seite 257 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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l 257 — schild ausverkauft war, wie eine anziehende Theater-Börstellung. Seitdem hielt sich fünfprocentige spanische Anleihe, die gerade so hoch wie die letzte russische emittirt worden war, zwischen 3 — 4 Pfd. St. Prämie, und die Allotirung wird begreiflich sehr sparsam auSfallen, woraus die Moral zu abstrahiren, daß die Zeit der Wunder noch immer nicht ganz vorüber ist. — Das Oberhaus hat die Bill, nach der die Ehe mit der Schwester der verstorbenen Frau erlaubt sei, wiederum, aber nur mit einer Majorität von 4 Stimmen verworfen. — Graf Camondi von Eonstantinopel, der gegenwärtig zu Besuch bei Herr Sassoon dahier ist, hat die Feiertage die Bryanstone Street Synagoge besucht und für dieselbe 1200 fl. gespendet. (Jew. Ehr.) Das Central Eonsistoriuni der deutschen Israeliten in ' Holland hat sich ausgelöst; man hofft, daß diese Uneinigkeit bald anfhören werde. Hr. A. v, Courtgis, französischer Vicckonsul in Adriavopel hat in einem besonderen Schreiben den Rabbiner und Direktor der israelitischen Schule in dieser Stadt, Hrn. Felix Bloch dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten außerordentlich empfohlen. In Bombay wurde vor Kurzem das Sasson Mecha־ n'1s8-Jnstitut eröffnet. Der Grund zu diesem Gebäude wurde vom verstorbenen David Sasson mittelst eines Geschenkes von 6000 Supien angekauft. Nach seinem, im I. 1864 erfolgten Tode subskribirten die Einwohner Bombays zu Ehren des Verstorbenen 40000 Rupien. Die Kosten des Gebäudes beliefen sich auf 145,000 Rupien, deren Rest die Regierung deckte. Das am 26. Mai in New-Vork zum Besten der ruffischen Emigranten veranstaltete Concert hat eine bedeutende Einnahme erzielt. — Bei der hier gelegentlich der Grundsteinlegung des Berg-Sinais-HospitalS stattgefundenen Zeremonie hielt der Bürgermeister der Stadt eine Rede worin er seine besten Gesinnungen auödrückte. — Nach der Frank LcSlie ill. Zeitung sind etwa 70,000 Juden in N e w-Aork und von diesen 70000 sind noch nicht 1000, die arm genannt werden können. Die Mehrzahl besitzt viel Grundcigenthum. (Die Frank Leslie scheint cS mit der Statistik geradc nicht genau zu nehmen׳) In San Jose in Kalifornien trugen zum Bane des neuen israelitischen Tempels eine GcseUschaft anderer Glau» bcnSgcnossen 2000 Lire bei. M i s c e l l e n. X Der AhnenkultuS, so schreibt der beliebte Wiener Feuiletvnist Sigmund Schlesinger in ״N.W.T.-, äußert sich eben in gar mannigfacher Weise. Herr Streicher zum Beispiel, der Klavier-Streicher, hat kürzlich die Pietät für seinen Vater, dvn Jugendfreund Schiller'- mit der Dankbarkeit für die liebevolle Behandlung, welche daS Andenken desselben in dem kleinen Stückchen ״Der Hofballgefunden, zu vereinigen gesucht. Sei eS, daß er in den Zeitungen gelesen, die Anregung zu dem Stücke habe Ludwig August Frankl gegeben, sei eS. daß der Name .Frankl sich ihm durch die vielfachen, in den Journalen dokumcntirten Bezie- Hungen desselben zu dem Schiller-Denkmale, mit dem Begriffe Schiller selbst indentifizirt hatte: genug, wenige Tage nach der Aufführung des ״Hosballgelangte, wie man sich erzählt, an Herrn Dr. Frankl ein schönes Pianoforte au« der Streicher'scheu Fabrik mit einem lebhaft empfundenen Bittet, worin der Schreiber den Vizepräsidenten des Schiller-Komite'S bat, das Instrument annehmcn zu wollen, da er, Streicher, es ohnedem schon lange im Sinne gehabt habe, ״für Schiller etwas zu thnn.- Vermuthlich dachte der Sender, daß eö einen Tobten am Vernünftigsten ehren heißt, wenn man einem Gebenden eine Freude mache, und daß Schiller'- Manen > sicher nichtdagegen haben werden, wenn Vudwig August Frankl per procura den Streicher'schen Flügel für ihn in Empfang nimmt. Daß auch Herr Frankl gegen solche Prokuraführung nichteinzuwenden hatte und sie mit bester Äkepräsentation leistete, begreift sich leicht. Also wird mir erzählt und daS Geschichtchcn ist so allerliebst, daß ich es nicht gerne demrntirt sehen möchte. Ebenso die nachstehende Wahlanekdotr, welche, ich gelobe eS. die einzige sein soll, die ich erzähle. Aber sie ist zu kostbar, um unterdrückt zn werden. Am ersten Wahltag, da Herr Kuranda in -cm Wahlsaale erscheint, um seine Stimme abzugrben, eilt ein enthusiastischer Glaubensgenosse, ein schlichtes Männlein von jener Sorte, welche, wie die Wafferburger einen schlechten Styl, aber ein gute» Herz haben, voll bewundernder Referenz auf ihn zu und säuselt: ״Ich gratulire, Herr Doktor, denn man kann schon jetzt gratulircn. Der Brestel, der GiSkra und Ihre Wenigkeit sind sicher!" Der brave Mann wußte offenbar, daß eS sehr höflich ist, ״meine Wenigkeitzu sagen und schloß daraus, daß die gleiche Höflichkeit eS erfordere, den Anderen mit ״Ihre Wenigkeitzu apostrophiren. Um mein Gelöbniß zu halten und von den Wahlen nichtmehr zu reden, thue ich, was nicht viele Wahlkandidaten gethan, ich höre bei Zeiten zu reden aus. Wochenanzeiger. im Monate Juli. 2. Samstag — 3. Iiimuö Iborabschiiitt רוח Hafthara ד*אמר •כזברראל sabbatheing. SU. 37, M. EabbatliauSg. 0 lllir :> Miiinteil 3. Sonntag 4. Jiitmii . 4. Montag ״ .("• — 5. Dienst. ״ .<’« — (». Mittw. ״ .7 — 7. Donnerstag - s. ״ 8. Freitag ״ — v., Samst. — 10. ״ rhoraabschn. הקת Has. ויסהח ד־״גלעדי thara Sabbatheing. 30 .11 א M. Sabbathausg. Mir — Mimiten Märkte. Böhmen. 4. Aberlham, Ternarbitz, Virliichitz, Böhm.-Brod Rm. Loroiin, (ihnldim Rm. (faflau, Eernowitz, <£rjl1n, Duba, Gabt»»;. HainSpach, Hohenmauih Rm. Kaplitz, Klostergrab. Äopibliio, JlufUmi, V«|fau, Vicbrnftrm, Lipnitz, Melnik, Mirowip, Neubisti tz, Pilsen (8 Tage), Pölitz, Protiwin, Prrlautjch, Pribisla», Reichenau (fön JTr.1, RonSperg, Rotschow..Swra1ka, Wescli, ob b ttujnitz, W>nir»brrg, Wotitz Zevüisch, Ztcb 5. Caflou Rm. Dauba, Deullchdrod Rm. Hohenmauih, Jungwoschitz, Köuigdberg Rm. Liebenau, Neub>sir>tz Rm. Neubek Rm Pnbra« Rm. (präg. Kr.), Dptltz Rm. Zbrajlaw tz. 8 Horitz Rm. Lubitz Rm« Seblitz, Smiritz, Tremschitz. Lnhernochin, Wriwarn, ®11b stein Rm. Zasmut. 7. Vrraun. Brüx Rm Gang Rm. Heiatetz F. G. Rm. u. W. Hortz, Komenitz (chiub. K>.) ivöbm Seipa (8 Tage). Üiboritz. Hitschau, Schönbach Rm. (eqrr tkr.) Siahtetz I I Nlisaitrt, Da»tr. Hochstabt, Hostomitz, Komotau, Koniginhos Rm. Vibitz, Pobtdrad, Schlaggenwatb Rm. Schtackrnmerih Rm. Lebletz, Silbe,bcrg. Mähren. 4. Altbrünn (8 Tage), Alltitlchein, Sanom. D-blm, Domstabil, 8reistabt, Friebland lneut. Är.I, Fulnrk, Grob-Meter,«,ch, ft. G. u. Rm. Rettich F G. u. Rm. Kremsier Rm. Kunowiy. Leitowitz, Littenschitz, Olkowch, Otmiitz Rm- Posloivitz. Romerstabl, Schwabnntz, Slanner», E1»ah»>tz Rm. Wtichau Rm Wrahow. .-Zwiltau. 6 ivautich, Bisttitz (igl. Kr.) Rm. Ärünn (Haupiwollmaikl), Groß Met>rilich. Jamnitz Rm. Kel'sL, ripthal, roschitz. Mabe. Neustadl Rm Kchtlbbrrg, Strastnttz, Teltich Rm. 6. krünn Rm. D>׳»ch׳tz Rm. Katar, Roketnitz, 7 Goldenstel». II. Suchlomitz Rm. Kreniiier, Kronau, Otmiitz <5 Tag«-. Roihwasfer, T.iesch, Wtsowitz Rm. Schlesien ' »?;e.t.rz.