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Die Gegenwart · 1870-06-24 · 26 (24.6.1870) · p. Seite 249

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Journal
Die Gegenwart
Volume
III (1870)
Issue
26 (24.6.1870)
Date
1870-06-24
Page
Seite 249 (sequence 7)
Language
German
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249 — gendein Partei standpunkt oder individuelle Anschauungen sich geltend machen, waS in Bezug auf die Bibel zu vermeiden, gewiß von großer Schwierigkeit ist; der Verfasser stützt seine Behauptungen stetauf ganz klare und unzweideutige Belege. Noch ist rühmend zu erwähnen, daß in den bedeMendern Artikeln von den verschiedenen Charakteren, Begriffen etc. zuerst ein Bild entworfen wird, wie diese in der Bibel selbst sich darstellen,, und sodann auf die historische Entwickelung derselben, die im Talmud, Midraschim etc. auSgedrückt ist, hingewiesen wird. Der Verfasser hat die schwierige Aufgabe, die er sich gestellt, in glänzender Weise gelöst, und esteht «un zu wünschen, daß der Erfolg nicht ausi bleibe und diesetreffliche Werk die ihm gebührende Verbreitung finde. — w — M i 8 c e l l e ii. X »Benjamin d' I-raeli stellt in der neuesten englischen Geschichte eine ähnliche merkwürdige Erscheinung dar, wie seine Zeitgenossen Heinrich Heine in Deutschland und Ludwig Napoleon in Frankreich. Zugleich Dichter und Staatsmann, zeigt er uns ein Janusgesicht, das nach der einen Seite den imperialistischen Politiker, nach der andern den »romantischen Voltaire" erkennen läßt. Seine großen Naturanlagen vorausgesetzt, muß der Haupterklärungsgrund eines so widerspruchsvollen Wesens bei d' Israeli, wie bei Heine, ohne Zweifel in der Thatsache seiner jüdischen Abstammung gesucht werden, und er selbst, obgleich nominell ein Mitglied der englischen Hochkirche, hat durchgängig mit so erstaunlichem Nachdruck auf seinem Judenthmn bestanden und sich als so leidenschaftlichen Vorkämpfer der jüdischen Ansprüche auf Weltherrschaft kundgethan — z. B. tut »Faucold" — daß die Bedeutung dieses RaffentypuS in ihm auch der oberflächlichsten Betrachtung nicht entgehen kann. Der scharfe Verstand, die bilderreiche Phantasie, der schneidende Witz, die zähe Ausdauer, der zudringliche CyniömuS des jüdischen Wesens, dasich dem europäischen Leben gegenüber noch immer als ein Fremdes fühlt, und eben dieser Fremd« artigteit halber keine Scheu empfindet, zügellos mit allen seinen Formen und Ideen zu spielen — dieser Typus seiner Rasse hat auf englischem Boden in d'Jsraeli einen eben so prägnante» Ausdruck gefunden, wie auf deutschem Boden in Heinrich Heine. Doch sein Ehrgeiz und seine Fähigkeiten waren nicht, wie bei dem deutschen Dichter, auf die Laufbahn eines Schriftstellers und den in dieser zu erringenden Einfluß beschränkt. Schon in früher Jugend gefiel er sich in der Vorstellung eine- Regeneratorder modernen Welt, eines mächtigen, genialen Staatsmann-, der vom Schicksal zu der großen Aufgabe berufen sei, die verrotteten Zustände einer zerfallenden Welt von Grund aus zu erneuern, auf dem politisch-socialen LebcnSgebiet eine eben so herrschende Stellung zu gewinnen, wie (um nicht mehr zu sagen) seine StammeSgenossen, die großen jüdischen BanquierS, m der Welt der Finanzen. In dieser zweiten Hauptrichtung seines Charakters zeigt d'Jsraeli sich unverkennbar als den Geistesverwandten Ludwig Napoleons." So schreibt Friedrich AlthauS in seinen »englischen Charakterbildern". X (Ein Heiligthum der Venus) wird von einem Tempel des Gottes Israels verdrängt. Zwischen der Rue de- TournclleS und der Place Royale in Paris auf der Stelle des berühmten Hotel Dargeau, welcheeinst die «wig jugendliche Ninon de Lencld'S bewohnte, läßt die städtische Verwaltung eine große Synagoge erbauen. Die Arbeiten dazu haben schon begonnen. Diese- Gebäude, deffen Schiff drei Etagen und Galerien zu beiden Seiten haben soll, wird ein Terrain von mehr al- 1000 Metern im Geviert einneh- «en, und soll 2000 Menschen faffea können. X (Eine Anerkennung der Schuld.) Der verstorbene Pariser Rothschild half einmal einem rathkose» Gläubiger auf die Spur, wie er von seinem Schuldner wenigsteneine Anerkennung der Schuld erlangen könne. Man befand sich im Cercle. Da- Diner war vorüber,ual> mit den angczündeten Zigarren kam darecht behagliche Plaudern. Einer der Gäste erzählte, daß er einem Manne zehntausend Francgeliehen habe und nun weder im Besitze von Nachrichten über den Schuldner noch in dem einer Anerkennung der Schuld sei. »Wo ist ihr Schuldner?" fragte Baron Rothschild. — »Unten in der Türkei, in Konstantinopel", ward geantwortet. — »Davon kömmt man wieder zurück." — »Ja, aber man bleibt auch dort." — »Sie wünschen also eine Anerkennung Ihrer Schuld?" fuhr Rochschild fort. — »Ja. aber wie sie erlangen?" — Dageht ganz leicht. Schreiben Sie ihm." — Ach Gott, dahabe ich oft gethan, aber nie Antwort erhalten." — »Es ist ein Unterschied zwischen Brief und Brief", sagte Rothschild. »Sie müssen schreiben: Lieber Freund, haben Sic doch die Güte, mir bei der ersten Muße, die Jhneit die Türken lassen, die 20.030 Francs zurückzufchicken, welche Sie von mir entlehnt haben." — »Ader er hat sich ja von mir nur zehntausend ausgeliehen!" — „Das ist'S eben",schloß Roihschild mit einem sanften Lächeln. »Entrüstet über solche Insinuation wird er zurück,chrciben: „Sie irren sich, ich schulde Ihne» nur zehntausend Francs — und Sic haben, was Sie wollen: eine Anerkennung der Schuld." Wocheualyeiger. im Monate Juni und Juli. 25. Samst. — 26. Sivan Thoraabschn. rhw Haf. thara pV',1' Sabbathcing. 8 U. 40 M. SabbUhau-g. 0 Uhr 1Ö Minute» 26. Sonnta g 27. Montag 28. Dienst. 29. Mittw. 30. Donnerstag 1. Inli Freitag 2. Samstag 27. sivan 28. » 29. „ 30. „ Neumond. I. TamuS — 3. Thorabschnitt mp Hafthara 128". Sabbatheing. 8 11. 35 M. Sabbathausg. 9 Uhr 5 Minute» Märkte. Böhmen. 27. Arn-dorf, Lldetcinch, Fürstenbruck, Gabel Ke.), Grattliy, HeinrichSgrün Rm Hoiitz, Kaaden (3 Tage), Karladat» Rm. Xirchenbirk Rm Kralowis, Mnony, Neuköniggräp, Neustadt a» d. Meltau, Sadska, Tcplitz, Untenvuldau, Wtldstetn 28 «tichostetnttz, Georgentbal.slritm. Kr ), Hadern R ». Roweniko. 3 I. Bechin. Vielotzead» Chcynow? Cislau Rm. Humpolep, 3>»kau, Rayow, zkaUenplaa. Nassaberg, N.pomuk, Neust Oschitz. Nimdurg. Dpoilchno Ä. Saada» Rm. (eg. Kr), Seltschan. Theresienstadt, Unhoicht. Hamberg. 9. Juli Katharinaberg, Pilgram Rm. ihren 2b. Zlabing« Rm. 27. Battelan, Bitenz, Deutschhanse^ Frankstadl Rm. Hohenstadt Rm. Nnvnip, Dglawan, Paulcam, Polehra^ Schwär,kirchrn, Elawuschin, Zlabing«, Znaim Rm 28. FrantftalN^ Kostl, Oppatan, Znaim (8 Tage). 30. Äuipi(j, vijkupiy, Dalleschetz» Ärijanau W. Zmittau Rm. 2. Juni Krrmsier, Mrdlau. Schlesien. 27. Bülitz (3 Tage), Hotzeaplotz, Ustron, Würbenchaö» 1. Juli Troppau Rm. 2. Hradin. Trauungen im Monate Mai. 3l. H. Juliu» PokomU HandelSm. v. Herzman Mitstep nut Frl. Auguste I. d. HandK». H. Leopold Bondi a. BcandeiS N<L. 846—2. —Juni. 15. ft. Gustav Steuerer HandelSm. von Iuugwoschip mit Fri. Rost T. d. HandelSm. H. Marcut Lobt a. Jcdnip R.G. 846—2. — 16» H. David Pisen Haudeltm. a. Lieben Titw. mit Frl. Rosalia S. d- Handlöm. H Herschman Sobotka v. Prag R.k. 473 — 1. — H. Leopold Reuman HandelSm. v. Neubidschow mit Frl. Ros» T. d. ReligtonSlehrer Joachim «elssch von Prag Reiself^ogogss.

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