Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 26 (24.6.1870)
- Date
- 1870-06-24
- Page
- Seite 243 (sequence 1)
- Language
- German
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fR«m «tonnivtfttY Prag: •«njitlrig fl. 5 — vlbliitzrig „ 2.5V Atertoljohriß,, 1.SV «1t Poftznfeudnn,: Gaizjabrig fl. 5.5V Halbjährig „ 2.75 vierteljährig,, 1.5V FürS Ausland: (Sanzjährig 4 Thlr. Halbjährig 2 Tb Ir. Julcrate »erde« LU» ligft berechnet. Die Israelitische Wochenschrift für politische, sociale nnd religiöse Interessen. Gegenwart Erscheint an jedem Jreitag- Nebaktis, ». «h»i. »lflrati«» Prag, «ittaogasie«,». 408-1 wohin olle Briese n. «alb feadaage, zn richte, sin». Zuschriften werbe» frone» erbeten. Ma nnskripte »erde, bet Rlcht»rr»e»dung ons Bertonge» jedoch unsronkirt zariicker> llattet. vr. SK. pra, S4. Juni 1870. III. Jahrgang. Einia-nng zur Erneuerung des Abonnement auf „Die Gegenwart^ Abonnements-Greise: Für Prag. MN Poflfusenduug. albjähriges dto. „ 2.50.. 2.75 ierteljährigeS dto. „.1.30.1.50 Für dar Ausland: Halbjähriges 2 Thaler. BST Wir machen die P. T. Herren Abonnenten aufmerksam, daß zur leichtern Einsendung des PränumerationS- BetrageS die Postanweisungen am vortheilhaftesten zu verwenden sind, wozu bloß eine 5 Kreuzer-Marke genügt. - * - —-———— Jur Sil-vng einer kultuellen Partei. Die letzten Wahlen im Nächstenliebe-Vereine haben eS deutlich gezeigt, wa« Einmüthigkeit im Stande ist, wie sie die Reihen einer egoistischen Clique, die zum Unheile der Gemeinde wirthschafiet, durchbrechen und ihre Pläne sogar paralisiren. kann. Hätte stets ein solidarisches Vorgehen einer kompakten Masse stattgefunden, eS wäre der dominircnden Partei der Feuilleton. Einst und Jetzt. (Wiener Sittenbilder von Loui» Sterna»). Unvergeßlicher MoseS l Würdest Du heute dein au»erwl.hlte» Volk in der Residenz erblicken, führwahr I Du würdest rufen: dieses ist mein Volk nichtI Der Feuilletonist ist kein Schwärmer für OrthodoxiSmuS, kein Moral-Prediger, aber immerhin möge man (I ihm verzeihen, wenn er, in des unsterblichen Heine'» cynischer Weife, — dir Zustände scherzend geißelt, welche heute bet den" 3uden der Weltstadt sich vorfinden. Was versteht man unter Fortschritt — Aufklärung-—Zeitgeist? Wir werden diese Ideen von den meisten unserer Stauoueßgeuofsen aus- -efaßtk l Folgen Etc geehrter Leser, und tuStchowdowe Sie schöne Kamm nicht so sehr gewachsen und auch nicht die Mittel in die Hände gespielt worden, mit denen sie allerlei Manöver auSführten, bei denen Einschüchterung und Gespenstergeschichten in« Bordertreffen gesclickt wurden. Nur eine kompakte Masie mit der ehrlichen und unbeugsamen Parole, jedes Unrecht abzuw^hren, kann den Kampf mit einer selbstsüchtigen Gesellschaft aufnehmen, siegreich durchführen uud den Weg zu gesunden Jnstitutioneu bahnen. Man bilde sich ja nicht ein, die am kultuellen Ruder Stehenden, verständen e» besser als jeder andere, das Ruder zu lenken. ES ist dieß eine ganz irrige Anschauung, die von Manchem so fest in sich ausgenommen wurde, der über die einfache Moral, daß sich Niemand im Leben unentbehrlich gemacht hat, noch nicht hinweg ist. Die Gemeinde bedarf einer' vollkommenen Regenerirung und sonach der Eorsolidirung junger, entschlossener Kräfte, die als mächtiger Hebel lebensfähiger Institutionen wirken sollen. Um die Consolidirung zu erreichen, müssen sich die gleich, gesinnten Gemeindemitglicder um das Banner der Consequenz und Ehrlichkeit schaareu, wenn sie mit ihren Vorsätzen durchdringen wollen. Da giebt eS kein Laviren oder Verstecken spielen, um entweder zu zaudern oder nicht gesehen zu werden. Je offener daS Auftreten, je entschiedener der Schritt zur Aktion, desto sicherer das Gelingen. Es ist daher von kaum berechenbarer Wichtigkeit, zum Schutze der Wahrung der Gemeindeals VercinSintrrrffcn, die Bildung einer kultuellen Partei, die jener sich mächtig dankenden Clique da Front macht, wo es gilt die Gemeinde vor Schädigung ihrer In« tcreffen zu schützen. Gelingt e-, daß sich ein fester kompakter Körper gebildet hat, so ist an einem ProSp.rircn in allen Gemeindrangelegenhciten recht zu zweifeln -und die Herrschaft jener Fraktion hat ein Ende. Vefcrin, mir in einem Sabbaih-Morgen in de» Lur-Salon de» Stadt- Parke»! Welch prächtiger Morgen! wie singen dir Bögelchen! wie jubelt der Hain! wie murmelt der Bach! Nnd dort au» einer schattigen Au treten drei Frauengestalten eine Mutter mit 2 Töchter», und schreiten dein prächtigen Cursalo» zu. Sin kleiner Juwelier . Laden wäre komod mit dem Schmucke einzurichten, welchen die Damen auf sich tragen. Lange SchleppNeider au» Seide umhüllen die schlanken Gestalten der Mädchen, welche Schleppe im Schotter de» Parke» so schön arbeite», ol» ob die Commune Wien für diese Xeotoir Verschönerung zahlen würde. Die Häupter der jüngern Dame sind mit einem Haar-Barette im mindesten Gewichte von 5 Pfd. geschmückt, und die Postlllonß-Stifeletten mit den schmalen Etöckelchen, zieren die unvergleichlich schönen Füß. chen l Mit Grazie eilen diese 3 Damen dem ersten Tischchen am Plateau zu uvd setzen sich. Der Lteuer Spaziergänger braucht nicht um Rationalität, Kamen Stand, dieser Familie zu fragen, er sieht selbe an — und kennt sie.