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Die Gegenwart · 1870-06-10 · 24 (10.6.1870) · p. Seite 233

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Journal
Die Gegenwart
Volume
III (1870)
Issue
24 (10.6.1870)
Date
1870-06-10
Page
Seite 233 (sequence 7)
Language
German
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283 Jahreu hat ihn die von Ihrer Regierung bestätigte Wahl zum Oberhaupt des Bekenntnisseernannt. Seine Erhebung zur Würde eine- Senatorwäre gleichzeitig die Verkün« dignng einegroßen Prinzip- und die Belohnung einer langen, edel und erfolgreich zurückgelegten Laufbahn. Wir legen Eiv. Majestät die Huldigung unserer ticken Ehrfurcht zu Füßeu und verbleiben Dero ergebenste u. s. w. M i s c e l l e n. X (Biografische Skizzen. Nach dem 6orriere israelitico von G. L—t.) I. Abram Jaghel. Dieser berühmte Theolog und Filolog de- 16. Jahrhunderts blühte in Monfelice, eist eine Erfindung,- daß er unter dem Papste Paul V. gelebt, und den Namen Camillo angenommen hat. Ein solcher Jrrthum hat seinen Grund vorzüglich in der Firma „Camillo Jaghelis." die man in der Revision vieler hebräischen Bücher, welche im Anfang de- 17. Jahrhunderts der Zensur der Inquisition untergegeben war, da man mit Recht diesen sehr gelehrten Rabbiner schon für gestorben hielt. Es ist bekannt, daß er der Bcrfasser eines sehr berühmten hebräischen Werkes, unter dem Titel: npS„ "3ia und eineanderen Werkchen "Svi ntP«, ist, welches von den Pflichten und von dem Lobe einer tugendhaften Frau spricht. Diese zwei hebräischen Werke sind in einem reinen und glänzenden Stile verfasst. Mit Klarheit und Be- - stimmtheit, in einer fast immer streng biblischen^ Beredsamkeit und schöner Ordnung setzt der Verfasser darin die israelitische GotteSlchre, in zwar kompendiöser Weise, zum großen Nutzen der Jugend, der daS Werk gewidmet ist, auseinander. DaS erstere Werk wurde vielmal und in verschiedene Sprachen übersetzt. — Die Familie dieses Rabbiners war ursprünglich von Jang, und man findet im bürgerlichen Museum von Bologna einen alten Edelstein mit schöner hebräischen Inschrift, einen Stein, wahrscheinlich von den Begrübnisplätzcn der Israeliten Bologna'« der zum Andenken eines andern Abram Jaghel, gestorben in Bologna, im Jahre d. Welt 5268 d. i. 1508, gewiß der Großvater unseres Verfassers, errichtet wurde. II. Menahem Ben Zerah. Menahem wurde in der Stadt Estella in Spanien, im Königreiche Navarra geboren, wohin sich sein Vater, aus Frankreich (1306verbannt, geflüchtet hatte. Er wurde wunderbarer Weise in der Mitte einer barbarischen Ermordung, in welcher seine unglückliche Familie grausam in dem Gemetzel umkam, welches fanatische Navarrcnser im Jahre 1328 unter die Inden anrichteten, gerettet, als der 8. König von Navarra starb, und wegen seiner Nachfolge ein fürchterlicher Krieg entstand. Er wurde zwischen den ermordeten Eltern gefunden, und in Sicherheit nach Toledo, im Königreiche Kastilien gebracht, wo die äußerst wenigen übergebliebencn EstcUisischen Juden Zuflucht fanden. Hier widmete sich Menahem der jüdischen Theologie, und studirte die Medizin mit gutem Erfolge. Als Lehrer hatte er die aufgeklärtesten Rabbiner, die damaligen Zierden der Tudelkusischcn Akademie, und erwarb sich eine solche Achtung, daß er, obwohl noch sehr jung, zum Präsidenten der genannten Akademie erhoben wurde. Aber die damaligen sehr schwierigen Kriege, welche einen großen Thcil Spaniens beunruhigten, stürzten auch Kastilien, und Toledo wurde der Schauplatz blutiger Schlachten, bei welcher Gelegenheit auch die Juden niedergemotzelt. wurden; sie waren immer die Zielscheibe der Beutegierigen. Nur sehr wenige Juden blieben in der Stadt, wo sie sehr viel von der Belagerung, und von der schrecklichen Theuerung, traurige Folge de? Kriege», zu leiden hatten. Deshalb wurde der gelehrte Rabbiner mit anderen Gefährten von dem sehr frommen und großmüthigen Samuel Abarbanel in Sevilla gerettet. Später jedoch kehrte er nach Reukastilieu und starb ungefähr 86 Jahre alt, in Alcalatte HenareS, wo er Vorsteher der Gemeinde war, eine Stadt, berühmt wegen ihre- Reichthum- und der <9<fc|r» famkeit der dort lebenden Juden. Er ist der Berfaffer eine» ausgezeichneten Werke-, «elcheden Titel führt: nn-ve? pTtt *pr? nr», welcheer de» oben erwähnten sehr gelehrten S. Abarbanel widmete. Diese» Werk, in wenig Händen sich befindend, wird hoch geachtet, und steht bei den alten Ritnalisten in sehr großem Rufe. 1 <E» wurde zuerst iu Ferrara im Jahre 1534 gedruckt, und da»» in Sabbioneta dal Conti ohne Jahreszahl, enthält 261 Blätter in der 4. Aufgabe, aber sehr selten in fünf Abhandlungen : 1. Abhandlung über die Gebete und Segen-sprüch: i» 108 Kapitel. 2. Abhandlung über verbotene und erlaubte Dinge in 63 Kapitel. 3. Avhandlung über die Frauen irr 47 Kapitel. 4. Abhandlung über den Sabbath und andere Feiertage in 125 Kapitel. 5. Abhandlung über Fasten i» 29 Kapitel. Er schließt das Werk mit einer Dissertation über den Messias und das künftige Leben. Bei seiner Arbeit hat er die größten vor ihm lebenden Schriftsteller zu Rathe gezogen, und zwar MaimonidcS, Nachmanide», Aben-E-r» und andere sehr gelehrte Rabbiner, welche damals eine Zierde der Juden Spanienwaren, wo, wie in keinem anderen Lande Europas, so viele wissenschaftliche Gebildete z edlen.— X Die altonaer Nachrichten erzählen: Schätzt man die Aarde Gold in runder Zahl ans 2 Million Pfund Sterling, so würde alles auf der Welt vorhandene Gold, in Barren cingcschmolzen, in einem 24 Fuß im Quadrat großen und 16 Fuß hohen Keller Platz finden. Alle die unermeßlichen Schätze, die Californicn und Australien bereits geliefert haben, könnten in einem eisernen Kasten 9 Fuß Breite und 8 Fuß Höhe unterbracht werden, so klein ist der Gürtel gelbem Metalls, der Völker in Bewegung setzt und die ganze Welt mit Erstaunen erfüllt hat. Der Schatz, welcher von David für den jüdischen Tcmpelbau gesammelt worden sein soll, belief sich auf 8000 Millionen Pfund Sterling. Das Gold womit Salomo das Heiligste überzog, ein Gemach von nur 30 Fuß im Quadrat, kostete mehr als 38 Millionen Pfund Sterling. Wochenalyeizer. im Monate Juni. l l. Sainst. — 12. Sivan Thoraabschn. »Ltt Hafthara TiXP'X '.i'i Sabbathcing. 8 ll. 35 M. SabbathanSg. v 11. 5 M. 12. Sonntag — 13. Sivan l 'l. Montag — 14. „ 14. Dienst. — 15. „ 15. Mittw. — 1«>. „ lf». Donnerstag — 17. „ 17. Freitag — 18. , 18. Samstag l y. Sivan Thorabschnitt Hafthara ’nSIPl Sabbathcing. 8 Uhr 45 M. SabbathauSg. y Uhr Itt Minuten Märkte. Böhmen. H. Amrdeis, Kaum, A>ch, Bm.schiu (Ub. 9t.) Böhm.-Brod, Eheyno«, Ehatusltz «Lernowitz, Ds'orisch. <t,zecha»«» Gistebnitz, Gossengran. Heraletz, Hckmanmcstetz, Hohensurth («r*bw.) Hühnerwasser, Hustnetz, Lolin, Königgräg Rm. 8ibllu, Lobosttz, Lnsche, Merklin, Mühlhausen, Neuhau« Rm. Nieme», Oder-Lerrkw«, Petzt». Postelber«, Poftupitz, Rady (6 Lage). Reichender- (6 Lag«), Schl,»»- wald Rm. Lchünltud, Schweinitz» Sebaftianlder-, SrdUtz. Linlscht. 14. «candei» « d. <2ltx, «abin, Deatschhrod »«. (Kfcsks»

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