Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 23 (3.6.1870)
- Date
- 1870-06-03
- Page
- Seite 225 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/4890378-5433916-5434040--712-4891017- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Vellage zur ״Gegenwart" Xr.23.. Antrag wurde aber MN:jH«D^HArer" und gemäßigterer Seite mit dem Hinwll» auf M Wrlren Staa-grundgesetzen auSgefprochme ,Gleichberechtigung der Konfessionenentgegen« zetteten, diese Auffassung geht veknmthlich dahin, daß nicht bloS der Jude den Christen, sondern auch der Christ den aal hbuatSrru« der Christ den Christen oder der Jude den Juden aussaugen dürfe — eine praktische Geltendmachu..g der konfessionelle« Gleichberechtigung, die auch in der That am häufigsten geübt wird. Nachdem solchermaßen die Partei deparlamentarischen RegreffivsystemS mit ihrem Anttag Fiasko gemacht, trat ein Herr Weber mit einer ganz eutgegengesetzcn Methode, als Apostel der allgemeinen menschlichen und der speziell christ« lichen Liebe aus und machtt sich anheischig, die Juden durch die Liebe auSzurotten. Durch die eheliche wohlgemerkt, um jedem frivolen Mißverständnisse vorzubeugen. Cr beanttage, das ganze Judenthum zu;erheiraten, ,Mau solle warten, bis auch in Oesterreich die Mischehen zwischen Inden und Christen gestattet sein werden, daun sollten so viele wahr« haste und ihrer Religion standhaft ergebene Katholiken und Katholikinnen als möglich sich zu Märtyrern und Märtyrerinnen ihres Glaubenmachen und mit Jüdinnen, respektive; Juden Mischehen Angehen, und als ,unverrückbares Endziel" nicht etwa die Freuden und Leiden der Che betrachten, sondern sich die Bekehrung dejüdischen TheileS zum Katholizismus zur Lebensaufgabe zu machen. Dadurch würde auch, theilweise wenigstens, das den Christen ausgesaugte Geld zur rechtmäßigen Quelle zurückkehren." Die stürmischen Proteste, mit welchen dieser Anttag begrüßt wurde, verhinderten leider den Redner, seine Gedanken weiter zu entwickeln und anzugeben, was zu geschehen habe, wenn der katholische Theil für sein Bekehrung-׳ werk gar keine Aussichten vorfindet. Würde eS ihm alsdann gestattet sein, mit einem katholischen Glaubensgenossen, respektive rmrr Glaubensgenossin durchzugehen, und das ,den Christen auSgcsaugte Geld" des jüdischen TheileS mitzunehmen, um dasselbe zur ,rechtmäßigen Quelle" zurückzubringen? Logisch wäre die Folgerung jedenfalls, aber wie gesagt, der Antragsteller wurde von den Protesten übertönt, welche mit Entrüstung den Gedanken zurückwiesen, daß selbst zur größeren Ehre Gotteein Jude in einer christlichen Familie zugelassen werden und ein katholischer Familienvater ihn als Hausgenossen dulden könne." Nicht die Vorschläge der,Gewalt, nicht die der Liebe hatten also die Meinungen geeinigt und man that, was berathende Versammlungen gewöhnlich thun, wenn sic nicht wissen, was sie thun sollen, man setzte einen Ausschuß nie« der, welcher ^enn nächsten VcreinSabend am 25. Mai den fruchtbaren Gedanken jener PreiSauSschreibung vor die Versammlnng hinstellte. Daneben aber legte der Herr Vereins- Präsident mit rühmenSwcrthcr Opferwilligkeit ״aus Eigenem" die zwanzig Dukaten hin und nun tretet ein in die Schranken, Ihr Denker und Forscher und laßt Euch von den Katholisch.Politischen des neunten Bezirkes in den Tempel des christlichen Nachruhmes einführen. Denn nicht nur die zwan« zig Dukaten sind der Preisschrift bestimmt, sondern auch der Ruhmeskranz, der aus dem Schaufenster de« Mechitaristen- Verlage- oder der Sartori'schen Buchhandlung winkt; denn als Brochürc soll die preisgekrönte Schrift verbreitet werden.! Da man aber schon einmal im Zuge der Judenvertilgnng war und der Appetit während de- Essens kommt, besprach man auch gleich die Vertilgung der Liberalen über« Haupt mit besonderer Berücksichtigung der bcvorstehenden Wahlen, die eS wünschenswerth erscheinen ließen, daß die liberalen Kandidaten vor dem Wahltage abgethan würden, um den katholischen Kandidaten Platz zu machen. Da aber keine weiteren zwanzig Dukaten vorhanden waren und wohl auch die Zeit zu kurz wäre, die 'Wahlstage ebenfalls zum Gegenftmtde tütet PreiSanöschrelbnng zu machen, so wurde den Versammelten daweniger kostspielige und auch immer paratt Mittel empfohlen: ,fie mögen beten, viel beten, da« mit der Herr die Wähler erlenchte." Wenn nur der Herrgott selber »flfte, in welchem Sinne er die Wähler erleuchten solle, aber der Herrgott sogar müßtt in Berlegenhest fern* men, wenn er ci-leithanischer Wähler wäre. Dean höchsten» wüßte er, »er nicht zu wählen — aber wen wählen? Die richtige Beantwortung dieser Frage wäre mehr als zwanzig Dukaten werlh. (.N..D.-A.*) Wochenanzeiger. im Monate 3uni. 4. Samstag --- 5. Sivan עייט Thorabschn. ברדבר Haithara 1 כני ישראלV2S והיה Sabbathcing. 8 Uhr 20 M. SabbathauSg. VN. — 5. Sonntag — 6. Sivan א׳ ושבועות (Pflngstsonnt.) 6. Montag — 7. H נ׳ השבועות tPfingstmontag). 7. Dienst. — 8. 99 8. Mittw. ׳— 8. 99 8. Donnerstag — 10. 99 10. Zceitag — 11. 99 I I. Samst. — 12. 99 Thoraabschn. נשא Haftharä ויהי איש אהד Sabbathcing. S u. 33 M. SabbathauSg. 8 ll. 5 M. Markte. », Böhmen. 7. Braunau. Breznitz, Brodetz, Beür Lholcoor, Doma« schin, Dobruschka, Gostorf, Königsberg Rm. Kornhau-, Lischt»», Matschiß, Natscheradetz, Retolitz Am. Neubistritz Am. Rnibek Rm. Reuen», Newektau, Oberhalb, Oäerjelenj, Petschau, Pribram (präg. Ke.) Rm, Reichend erg W. .(2 Tagcl, Sazau, Gchüttcnhofr». Sedlep, Skutsch. Strobnttz, Teplitz Rm. Unterhaid, Weleschtn, Hebest. 8. Brezno. Hostonutz Iarcmcc. S. Bautzen, Brennnveritschen, Diwischau, Kozlan, Krinetz, Schönsetd Rm Wilimow, Dumberg. 10. Kissejowitz Rm. I I. Pit» gram Rm. Mahren. 7. Bistiiß ögl- Kr. Rm.) Bodenstadt, Daubrawitz, Lgwanowitz, F.icdtand (olm. Kr.), Jrmuitz Rm. Zaromrntz Jchanne«- that, t'autschitz,'Mahelna, R.-ustadt (igt Ar) Rn. Reuritschein D. Nikolsburg (4 Lage), Oswietinian, Pojoritz, Lchatt-u, Leltsch, Toditschau, Zliu Rm. 8. Lulcnberg. Eywanowitz Rm. Reustad: (igf. Kr. ) Olinütz W. Schelletau Rm Z'.in. 0. Schelletau. 11 Brünn R. Schlesien. 7. Bcuilch. Als geboren nachträglich angrmrldet: Mai. 13. Sdmund S. d. H. Nathan Deller Handels!«, a. Sobotin Xeplist RL. 230 — 5. — 1 r>. Alba X. d. WiNwe Maria Anschbach und 3»cob Lk׳ stein a. Raudnitz in Böhmen NC. 8'."»—l. — 21. Gustav 0. d. H. Albert Herrschinann (AeschäftSmann R.C. 1487 —2. — 23. Einaunel v. d. H. Moritz» Werner Haustrcr ans Böhmisch - Lcipa RC. 133—3. Verstorbene im Monate Mai. 22. Margaretha X. der Räthcrin Maria Kodier v. Smichow R(5. 762 — 1.— 23. Moritz 0. des BcrzehrungSstruccaufseher- Simon Raubitschek fremd R.A. 1185—2. 6 Kochen a. Atrophie — 25. Josef Duschner ■abbiner v.Drezan brz. Horazdiowit RL. 785 — 1. 65 3. a. Maratinu-. — Gvtttieb Ellbogen Schneidermeister v. Jung Vunzlau NL 84—5. 76 I. a. Altersschwäche — 27. Heinrich 0. d. H. Jsak Tausfig HaudlungtcommiS fremd 18 I. alt Ertrunken. — David Adam -rankl gewcs. Kfm. v. Prag NA. 1074—2. SS 3. Marat-