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Die Gegenwart · 1870-04-01 · 14 (1.4.1870) · p. Seite 141

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Journal
Die Gegenwart
Volume
III (1870)
Issue
14 (1.4.1870)
Date
1870-04-01
Page
Seite 141 (sequence 9)
Language
German
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I 141 Beilage zur „Gkgenvart" Nr. 14. Grchiono'S: „Gerechter Richter! — merk' Jud'! — o wei- I j«t Richter!“ und ein glänzender Beweis der folgerechten Schreibweise des göttlichen William. — Die Revue des Oeux Mondes vom 15. Mär; bringt eine der interessantesten Studien des Herrn K. Hilübrand über die Rolle der jüdischen Gesellschaft in Berlin im Anfänge dieses Jahrhunderts. — Im Thcatre Vijriqcit wird nächstens Karl 6. vom Halevy wieder aufgcfnhrt werden. M i S c e l l e n. X Der „Thgodnik katolicki," das Organ der Jesuiten : in der Provinz Posen, erzählt, daß zwei Brüder RamenS i* e ni a n, welche, früher Juden, jetzt Kaplüne in der Diözese Lyon sind, in latoinischer Sprache an den Papst und die verscmmelten Konzilsväter eine Petition gerichtet haben, durch welche das Konzil aufgefordert wird, sich des Schicksaks der Inden anzunehmcn und dieselben zum Uebcrtritt in den Schovß der katholischen Kirche aufznfordcrn. Die Mauer, welche rhcdcm Ghetto genannt worden sei, und von welcher die Juden des Mittelalters selbst (?) umgeben und geschützt sein wollten, sei längst gefallen. Das Band des Talmuds, das sie mit ihrer Religion verbunden, sei durch Rationalismus und JndifserentiSmuS zerrissen; es sei daher an der Zeit,-daß das Konzil die Israeliten, die in der heutigen Gesellschaft ein großes Gewicht hätten, unter seine Fittige nehme. MalitivS fügt der „Thgodnik" hinzu: Die Brüder Lcman haben sich trotz jhreS UcbertritteS zum Katholizismus ihrer großen Liebe zu ihren früheren Glaubensgenossen nicht begeben. Sie machen gewaltige Anstrengungen, um dieses harte, eigensinnige und schlimme Volk, wie cS! ein polnischer Poet nennt, zur Bekcnntniß der wahren Re-! ligion hinüberznlrnktn. Eie haben ein Werk über den Messias herauSgegcbcn und korrcspondiren mit dem Redakteur! dcS bedeutenden jüdischen Organs „L'lknivcrS Jsraelite,"! nm ihn zu überzeugen, daß die Juden vergebens auf den Messias warten, der längst gekommen sei. Die Petition der Gebrüder Leman, die voll heißer begeisterter Liebe zu den Kindern Israels ist. wird — so hofft der „Thg. tat." — ohne Zweifel die Herzender heiligen Bäter rühren und zur Gewährung drS darin ausgesprochenen Wunsches bewegen. X Menschenfreundlicher Zug. Einearme israelitische Frau. RamenS S i l b erb erg ans Polen, kam nach Paris mit vier Kindern, nm ihren Mann, der sie verlassen hatte, aufzusuchln. Sie konnte sich nur äußerst kümmerlich, von der geringen Unterstützung, die sie. bekam, erhalten. Ihre Kinder, noch sehr jung, konnten ihr nicht behilflich sein. Endlich kam der Tag, wo sic von allem entblößt war: Sic hatte kein Brod, um es den Kindern zu geben; kein Feuer, um sich zu erwärmen; keine Arbeit, um ein<n Erwerb zu erzielen. Der Hausbesitzer wirft sic. da sie di? Mieihe nicht bezahlen kann, selbst aus ihrer elenden Wohnung. Die arme Frau ist nun mit ihren Kindern obdachlos, dem wahren Elend Preis gegeben. Sic weint und jammert, da e»barmt sich ihrer ein christlicher GewerbSmann, der in der Nachbarschaft wohnt. (137, Vorstadt St. Antoine), dieser armen Familie und nimmt sie bei sich auf. Er ist zwar nicht reich, hat aber Herz. Seine Wohnung ist nicht geräumig; doch findet der Menschenfreund einen Winkel für die neuen Ankömmlinge. Obwohl der Tisch wohl besetzt ist, denn um denselben sitzen Herr?)ung, die Mutter und fünf Kinder, so wird doch Platz für zwölf gemacht, indem man sich ein wenig drängt. Die Kleinen tverden sich schon mit einem Stück Brod begnügen. Da kein Raum für die Betten der Frau S Uberberg i/t, so richtet Herr?)uug, der ein Tischler ist, einen brctternen Verschlag her, und theilt die kleine Wohnug in zwei Stockwerke. Auch unterrichtet Herr?)nng den ältesten der Kleinen in seinem Handwerke und freuet sich über dessen Fo»Ische itl. Roch pikanter ist es, daß die armen Kleinen Hrn. 7)ang immerwährend an die religiösen Unterschiede, die er so edel vergessen hat. erinnern : denn sie weigern sich streng religiös erzogen, obwohl sie »mg sind, von allem zu essen, bis sie die schreckliche Rotliwcndigkeit dazu zwingt. Die Gewissensbisse, die sie darüber fühlen und die sie nicht verbergen könne», vermehren sehr den Kninmer deS Herrn;')»ng und seiner Gattin. Dieses Verhältniß dauert bereits vierzehn Tage. Herr?)ii»g ermüdet zwar nicht, aber seine Mittel gestatten nicht, cs sortzusetzen. Die Redaktion der „Itvvuv israelite“, ans welchem Journale diese Mitlhcilnng genommen, fordert, um diesem edlen Manne bald von dieser Last zu befreien, unsere Glaubensgenossen ans, diese arme Familie zu »ntei stützen, crössnel in dieser Hinsicht eine Subskription. Wochenaiyeiger. im Monate April. 2. Sainst. schnitt x-rin 3. Sonntag 4. Montag 7». Dienst. <>. Mjttw. — I. Nisan e*vn 'C Lhoraab. Haphtara ICK nr Sabbathcing. r> Uhr. 37» Min. Sabbathausg. 7 Uhr 1» Mi». 2. Nisan — 3. » 4. „ 7. Donnerstag S. Freitag D. Samstag Haftharah E'lFiX s. „ 5121? Ihoraabschn. xi'»v Sabbathcing. tt Uhr 4.', Min. Sabbathansg. 7 Uhr 20 M. Märkte. Böhmen. >». Altsattel. Voran Am. Delcheuitz, Domalchin, Eise», brod, Horazbioww, -Hoeowitz, Kömgiahos, Känigsverq Nm. Vandokron. Ztcubtslritz Nm Nennet Nm. Nenmart', Prelannch Pribram Km. (präg. Är.,) Selich, Stinvelj», Teplitz Nin. Hbrajlawitz i^ Tage), a. Altbuiizlau, Blowitz, Hokitz Nm. Xaelebad, Älabrau, Vubiy Nm. Manch,agrSy Rm. Nenhan» Nm. N-wekla», Oderlentcii-borf» Pilgram Rai. Niibig. Srzemitz, Stepaumv Nm Wnbsteul Nm 7. Nischip, Brüe Nm. ij'hraft (X Tage,) EiSlitz. <^.mg, Heräletz Nm. Hariv, X'stclrtz a. d. Avier, tzidoritz, Vubitz, Neusteajchitz, Pridrai» (ea>l. Kr.) Nm. Natzbach Nm. R zbaioivitz, Lchluchnau, Schönvach (,gcr. Kr.) Nm. Swojanow Waller», Wotitz. Mahren. 2 Häsling F G. N. ». W. kitta». Zladinz» Nm. Zli» Rm. 4. Daabrawajk Nm. G.n>a Nm. i-olbeostcin, Häsling, 3» groivip, Klovauk Nm. (hrab. Kr.) Nm. Loichitz, Mrakülia Nm Neubors Rm. S »ichowiv, Wall-rchi ch-Äeseritich, Zlabing». b. Vistritz (>g>. Kr.) R>ni. Fuillkt, Gava, Frritz, 3a»»iitz Nm. Klovauk (brav. Kr.), Vitia», N»wSoiy, Nrm ichitz (olm. K-.), Nrnborj. Nniwcssily Nm. P»,ra». Teliich Rm. W Ulachilch Mesrritich. Wi-ow tz N n. >i «rnau, Brü»n Rm. Dalschip Nm. Nnvnitz Nn«. Nug -Vrov Nm U»t,>-Wi,ti» Nn> 7. Äm'pitz. Lvgkawitz Nm. Gwau, Miget, Uag.» Vrod, We gmißlitz. Wlaviov»-. Schlesien 4. Weihwasser, r». Tropplowitz. 6. yreistadt, -Tlversbars - Ri». Skotschau Rm. •C—— ii - ■—-—MS————•****•»WBHBga» Als gebaren nachträglich «»gemeldet: März ln. Ncgj. na T. d. *>. A brabain Soudek a. Kolli» Hansirer N.C. I bK IN. Anguste Friedrich T. d. H. Adolf Kramer Asjekuranzbeanite a. Prosnitz in Mähren. N.C. Ko;i—2. 17. vouis 3. d. H. Jakob Singer a. tSro-inrsentsch (Mähren) (»eschäftS Neisrnder N.H. 77,.', — I. 20. Friedrich 2. d. H. Moritz Rachvd Rauchivaarenhändler a. Prag NC. I I07 2. — Kannlla!. d. »>. Herrinan Pa» Kauf,», v. Prag N.C. 24 ne» Llisabclhslralsc. — Mathilde T. d. H. Mare»» Slatkn Handels,», aus Munzikai Bezirk Schlan N.C. ,H«>— 1. — 22. Dlga!. d. H. Wilhelin Kisch Handlung». komiS v. Prag NC. 233—7». — Crnesline T. d. H Mose» F>- scher Sprachlehrer a. Dobrif N.C. 227—2. — 27». Siegfried S. d. H. Herschnmn Tausiig a. Prag Hansirer NC. 3<»— Trauungen im Monate März. 24. Sicgmund Foinek Kaufmann zu Bärenwald mit Fri. Rosalie l. d. Maren» Poppre a. Wekelsdorf Hotel Xatz. — 27. Michael Keonbcrgee Kausin. v. Prag mit Frl. Pauline t. d. Sanniel D. Alls-ünl a. Prag M'iselsynagogc — Siegmund Sabbath Glaser und t^la»i»ändl v. kabor mit Frl. Mathildr d. Hr. Sal. Mose» Sender» a. Prag Mei,

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