Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 13 (25.3.1870)
- Date
- 1870-03-25
- Page
- Seite 131 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Beilage zur ״Gegenwart" Nr. 13. — 131 — Herr Ftkedrlch C i g e n b r o t brachte ein Hoch auf die "Vertreter der Presse, welche durch die Macht der öffentlichen Meinung alle humanen Zwecke befördern! Es folgten «un Toaste auf den Groftn Wicken bürg und dtn Herrn v. W e r t h e i m, welcher in längerer Rede der Verdienste gedachte, welche sich die Taubstummen auf dem Felde der Inbustrie erworben haben, namentlich der Veranstalter des ^Festes, Herr Jaques L ö w, dessen Arbeiten auf der Pariser Ausstellung verdiente Anerkennung gefunden haben. Diesem strebsamen Industriellen galt der Hochruf, der auch auf den eifrigen Präsidenten des Taubstummcn-Vereins, H. S. Löw ausgcbracht wurde. Die gesprochenen Reden verdolmetschte H. Dr. Deutsch ein Sohn des verdienstvollen Direktors deS Taubstummen- Institutes, den anwesenden taubstummen Fcstthcilnehmern, welche mit großer Spannung und mit Theilnahme diesen genauen Interpretationen folgten und voui Dankgcfühle geleitet, diesem beredten Dolmetsch ein begeistertes Hoch brachlen. Gegen Mitternacht schloß erst dieses jeden Menschenfreund eigenthiimlich wehmnthsvoll stimmendes Fest, das allen Theilmehmcrn in der lebhaftesten Erinnerung bleiben wird. X (U{e der Wasili Bar da) aus Bukarest, bei welchem die Polizei dieser Tage hier eine Spielhölle entdeckt, berichtet ein hiesiges Blatt unter Anderem, daß derselbe wegen seiner Agitationen für die Juden zur Zeit der Juden- Hetzen in Rumänien von dort flüchtig werden mußte. Dieser Umstand wird jedoch entschieden in Abrede gestellt. Der Ab reise Barda's aus Bukarest lagen gar keine politischen Molive zu Grunde. Bei dieser Gelegenheit sei auch noch einer Nachricht erwähnt, welche mit den Judenhctzcn in Rumü- Dien in Beziehung stehen dürste. Wie man nämlich aus Braila mittheilt hat die türkische Negierung beschlossen, in Gitschet, d. i. gegenüber von Braila am Ufer der Donau eine Hafenstadt zu erbauen und verkauft den Quadratmeter Grund zu 23 Centimes. Dieser Qrt dürfte den Juden als freie Zufluchtsstätte dienen. Mehr als sechzig israelitische Fa- Milien aus Braila haben sich dort bereits angcsicdelt. X (Zur Charakteristik der Familie Schoch et) erfahren wir noch nachträglich einige interessante Details. Die Eheleute Schocket halten bekanntlich eine Zieh- Tochter, welche, — wie cS allgemein heißt — ein natürliches Kind der Frau Sckochct und eines Geistlichen ist. In diese Ziehtochter waren ihrer Schönheit wegen viele Männer in Hemberg verliebt, darunter ein bereits verheirateter, der sich auch vor allen andern Nebenbuhlern die Gunst der jungen Dame zu verschaffen wußte. Dieser begünstigte Anbeter, der wie erwähnt, verheiratet war, gab nun auf einem Masken- 'balle seiner bestürzten Gattin den Schcidebricf, und erklärte ״vor Gott und Menschen," die Ziehtochtcr der Eheleute -Schocket zu heiraten. Golde-Schachet spielte den einen Zengen, der andere ward bald gesunden. Wenige Wocken später ging die ״Dame" ihrem Manne durch und machte die Be- Tanntschaft eines schmucken Offiziers, dem sie auch nicht lange Stand hielt. Abraham Schachet übergab sic hieraus Dem Grafen N. alo ״Freundin." In Lemberg lebt ein Wn? «derer Ez... der cs in kurzer Zeit zu einem bedeutenden Vermögen und einem stattlichem Hause in der Jcsuitcngasse brachte. Die Frau desselben, Toni Cz.. deren Vergangenheit als eine sehr dunkle geschildert wird, empfand viel Sym pathie für die Familie Sä.ochct, vielleicht deßhalb, weil daö Vorleben der Goldc-Schochct Aehnlichkcit mit den ihrigen hatte. Sic ofscrirtc der Goldc-Lchockct 20.000 fl. für ihren Sohn Moritz Schochct, falls er sich entschließen sollte — ihre Tochter zu heiraten. Golde-Schochct resusirtc stets mit Len Worten: ״Was sich diese Toni Cz. einbitdet — siewill meinen Moritz für die Tochter haben, mein Moritz ist zu was Besserem geboren .. .." Frau Schochct hat sich bitter getäuscht! W-cheamyeiger. im Monate März. 28. Samstag --- 23.Adar 11. Thoraabschn. .110 מסע• 0״ Haftharah בית ישראל Sabbatheing. 8 Uhr 25 Min. Sabbathau-g. 7 Uhr 27. Sonntag --- 24. Adar II. 28. Montag --- 25. ״ 2V. Dienst. --- 28. ״ 30. Mittw. — 27. ״ 31. Donnerstag — 2s. ״ 1. Freitag April — 2״ .׳.׳ 2. Camst. — 1. Uttfan שליח ם׳ ההדש Tlioraceb. schnitt תזריע Haphtara כה אשר ב־אשון Zal'batbeing. 8 Uhr. 35 Mi». LabbathanSg. 7 Uhr 15 Min. Märkte. Böhmen. I. April. Ludnian. 4. Anstig, Bakow, Bensen, Biela, Böhm.-Brod, Lhotzrn, Cbrudim Rin. Dobra», Gabel tbnozl. Kr.)Rm. Gofsegriin, Kaaden (3 Tage,) tkladno, Königinhof Rm. Kreuzberg, «ultena, LandSkron Rin. Lipnitz, -)lendet, Platz, Potschatek, Radnitz, Rozmilal. Mähren. 28. Altitschein, Narrow. Hrozna Lholta Rnt. «lodauk (hrad. Kr.) Rm. Kronau, Littcnschitz. Lomnitz,. Poslawitz, Proßnitz F ». G. Tirnid 29. Lodenstadt F. <K. ». R. Eastawitz, Hrozna-Lhotta, Littau Rm. NikolSburg (4 Tage.) Opvatau, Proßnitz, Telrlch, Weistkirch, Wisowitz Rm. 80. Bodenstadt. Niwnrtz Rm. Unter-Wsetin Rn, 3l. Bogkowih Rm. Ga»a Rm. Schlesien. 28. Hotzenplotz, Königsberg. Als geboren nachträglich angemrtdrt Mär). 1. Anna T. d. H. Leopold Traviiisek Magazineur a. Wottitz R.E. 108—5. 12. Olga 3. d. Jacob Lederer Kcschäftsniann a. Dcntchsrust R.E. I I—5. - Olga I. d. H. Sigmund Popper Handelsmann a. Rnßle N.E. 905—2. Crauungk» im Monate Mär). 9. Josef Koppcrt Handels״,, a. Kaincnitz an der Linde mit Frl. Anna 3. d. H. Moses Heller a. Ripin. t^asth. Tritsch 20. Leopold Kolm täeschästm. a. Sklm znst. Hradck mit Frl. Maria 3. d. RcligionSlehrerö H. Peter Spitz a. H MicSIitz HotelKatz.— Benedikt Klenipcrcr Setzer a. Prag m. Frl. Henriette 3. d. verst. Hcnnau Persek ans Prag Rrnsnnagogr. Jakob Ihorsch a. Wolec Fleischhoaicr Wittiver mit Frl. Klara 3. d. H. Samuel Fanvers rarisiig a. Prag NE. 18. 5. verstorbene im Monate Mär). 13. Der Frau Sara Heller GeschäftsinannSgatti» ein Mädchen tobt geboren RE. 179- 5. Fanni Wittivc nach dein Kanfi». David Mandela ans Reichenbcrg gcb. 3cdcseo in R.E. 371—3. <>'.» I. an Lungcniätmmng. — Elisabeth Pick Trakteursivittive von Ianoivitz in Böhmen R.E. 189—5. 98 I. a. Lnngencntznndiiiig — 14. Isidor S. d.Kuhhättcrs H. Rudolf Lnsiig R.E. 233 5. ln Monate a» Meningitcs. — Simon Marens Lcipen Privatier v. Prag R.E. 59—5. 7 3 I. an Lungenödem. — 15. Bernhard Weil Hausbesitzer von Prag ledig v. Liebe» 3n I. hrightischrr Ricrenentartiing Isr. allg. Krankeiiham'e. >8. Julie d. Md.Eb.Dr. Jakob Schutz v. Prag R.E. 549—1. 42 I. ä. Erschöpfung Esther (äattin d. Kleidcrhändlcrs-Isaias Iacheles.v. Prag R.E. 38 5. 81 I. an 3»bcrk»losc.— Fani Wohriichtow t^cschätlsirau v. Küchle bei Prag 23 I. a. Blutgang. 17 Karoline Lnsiig Fjiidelkmd— 18. Fani Reiäliiiaim Hansircrstoch!er R.E. 71 5 1' , I. 0. Aednia (jilottidis. Britskliften dkl Adilliiiistratioil. Herrn F. in Lr. Ihr Iu'eral aus Tauschwege liuzuschaUcn, dedauern wir nicht eingehen zu lviinr», »nd schicke» Ihnen ei» Eirkular, worin Ihnen da« Rädere »,«geiheilk wird. — Herr» Alfred W. .-Z in Lr. Livor wir daraus eingkbe», wollen Sie »n« gefälligst ei» Probeeremvlar rimchicke». — Herrn F in W. Sie erdalirn dir gewünschten Nummern mit Ausnahme von Nummer 3, die vergriffe» ist. — Herrn G. in Wie». Da« Zurückmrlaiigie, wird heute noch abgefchicki. Mit dem Lereinswesen wollen Sie gef. schon schlühm n»e nur Pikante« liefern. — Herrn R. in L. Haben mit Ledaunn Ihr Unwohlsein vernomme» und wünschen recht baldige Genesung. Blatt wird regelmäßig adgeschickt, aber nur für Sie; Sit verstehe» un« schon.