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Die Gegenwart · 1870-03-25 · 13 (25.3.1870) · p. Seite 123

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Journal
Die Gegenwart
Volume
III (1870)
Issue
13 (25.3.1870)
Date
1870-03-25
Page
Seite 123 (sequence 1)
Language
German
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I SR«* «to**irtf*Y Prag r «miiftrig fl. 5.- Halbjährig „ 2L0 vierteljährig,, ISO Mit Poflznsrndnng: «nnzjährig fl. S.50 Hnlbjährig „ 2.75 vierteljährig,, 1.50 Für» Ausland: Ganzjährig 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Inserate »erden dilligst berechnet. Die Gegenwart. Hrgan für die Interessen des Zudenthums. Erscheint allwöchentlich am Freitag. Nebaktla» ,. AHM. sißratian Prng, terg»fl««r».4G-m.^ »«hin alle Ittyi'ifzKjg Geldsendungen richten find. * *• * A Anschriften »erde fronte erdeten. Mn. nussripte werde» bei Nichtverwendung ans Verlange» jedach uufraakirt znritcker stattet. Ur. 13. Prag 85. May 1870. Ul. Jahrgang. - .' Gikladnng zur Erneuerung des Abonnement auf Die Gegenwart" Avonnnnerlts-Breise: Für Prag. Mit Poshusenduug. Ganzjähriges Abonnement fl.5 .fl. 5.50 Halbjähriges dto. * 2.50.„ 2.75 Vierteljähriges" dto. „ 1.30.„ 1.50 Für das Ausland: Ganzjähriges Abonnement 4 Thlr., Halbjähriges 2 Thaler. Die Einladung bezieht sich auf neue Abonnenten und auf jene, welche mit der 1. Nummer dieses Jahrganges vierteljährig abonnirt haben. Die Inden in Lohmen. in. Wir haben bereits im letzten dießbezüglichen Artikel unser Bedauern darüber ausgesprochen, daß man von nationaler Seite in Böhmen so gerne eine Neine Klique aus der hiesigen Judenschaft, eine geringe Anzahl Schreier ülaRaudnitz, TedeSco u. f. w. mit der gesammten jüdischen Bevölkerung Böhmens verwechselt und deren von egoistischen Triebfedern geleitetes Gebühren für den Ausdruck jüdischer Bestrebungen und Anschauungen betrachtet, und trotzdem hat diese Auffaffung unserer böhmischen Mitbürger eine gewisse Begründung für sich. Ein lateinisches Sprichwort sagt: Qul tacet, cönsentire videtur, das heißt: „Wer schweigt, scher * rinzuwilligen" oder „der Schein trügt," wie ein anoW Proverbum lautet, und — trügt namentlich vollständig in diesem Falle. — Wie, wenn dem Schweigenden die Anregung, wie, wenn ihm die Gelegenheit fehlt, sich auszusprechen, wenn er gar eine eigene Scheu trägt, eia Wortheld zu sein, wo es sich um Thaten handelt? Alle diese drei Möglichkeiten treffen aber seltsamer Weise * in der unS beschäftigendeo, hochwichtigen Frage zusammen. Dem eigentlichen Juden in Böhmen, nicht demjenigen, der sein Judenthum im Casino verleugnet und dennoch Ehrenstellen in der Gemeinde übernimmt, dem eigentlichen Juden also hat bisher alle Gelegenheit und jeder Anlaß gefehlt, seine Gesinnung zu manifestiren; wollend oder nicht, mußte er bisher den privilrgirten Schreiern das Feld übcrlaflen, und wird so immer mehr und mehr gewaltsam in eine schiefe Stellung, gegenüber der böhmischen Nation gedrängt und immer mehr verwirrt in der Auffassung der eigenen Situation. Wir müssen eS offen gestehen, daß uns, die wir e« aufrichtig mit dem Judenthum wie mit der nationalen Bewegung in Böhmen meinen, ein solcher Stand der Dinge mit tiefer Betrttbniß erfüllt, und wir erblicken den Ursprung alles liebet« in einer fortgesetzten Reihe von Mißvcrständnißen, in einem Mangel aufrichtigen Entgegenkommens von böhmischer Seite, wie in dem skandalsttchtigen Wühlen unberufener Wortführer auf deutscher Seite. Diese tiefe und innige Betrübniß ist aber nicht die Furcht vor etwaigen Ausschreitungen von böhmischer Seite gegen die Juden, denn diese könnten Niemanden mehr schaden, als der böhmischen Nation selbst; unsere Betrübniß geht vielmehr aus der Ueberzeugung hervor, daß hier immer mehr eine Kluft künstlich erweitert wird, die doch endlich einmal a u s gefüllt werden muß, da wir doch Alle Söhne eines Ba- Feuilleton. Plaudereien (zweite Folge.) IV. Haben Sir schon einen Brief au- Krähwinkel erhalten? Ge« «iß nicht I Ich bitte, sich der Landkarte zu bedienen, dort wo Sie den heißen Sprudel hervorquellen sehen, dort liegt da- Krähwinkel. Nicht etwa, daß Krähwinkel au-Spießbürgern besteht, welche im Sommer so viel verdienen, um im Winter Sinekuren zu haben, bewahre der Himmelt Krähwinkel besteht au» einer winzig kleinen jüdischen völkerfamtil bw'im'Sommer Selb rin-und au-. wechselt, mit alten Kleidern und Nürnberger Trichtern handelt und im Winter sich auf eine Iudrngemeinde hinaufspiclt, die vorerst für die Tobten sorgt, daß fie ein ewige» Nachtquartier haben, dann für die Lebenden, daß sie einen jüdischen Kaplan erhalten. Wa» - thut nun Krähwinkel? Es schreibt einen Conkur« au», verspricht einem Prediger ein gewisse» Fhum, um ihm sein Leben wo mdg. lichst süß zu machen. Sauere Gucken, wie Sie wol wißen, ist auch Compot, Compot soll aber süß sein, und so erhält der modern« Rabbi sauere Gucken. Auf dm Conkur» hin meldck sich eine kleine Schaar mitunter auch unberufmer Rabbiner, die sich durch die Ausschreibung auch berufen zu fühlm glauben, und die Bonnerkung geschieht bi» zur festgesetzten Zeit, au-genommm emeldet ein Protektion» sicherer Nachzügler, dann überschreitet man auch " fit. Damit nicht genug versichert dm «ohlwetse Ge. t nd de» Krähwinkel nur de« Aceeptkten die Nristko.

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