Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 12 (18.3.1870)
- Date
- 1870-03-18
- Page
- Seite 121 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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121 Beilage zur „Gegenwart" -kr. 12. K u n st, T h e a t e r u »d L i t e r a t u r. — lieber MoscheleS dessen Tod am 10. d. M. in Leipzig erfolgte, liegt folgende Biographie vor: Geboren zu Prag am 30. Mai 1794, wurde der frühzeitig für die Mutif Neigung zeigende Knabe von skinem Vater einem israelitischen Kaufmann, der Leitung Friedrich Weber'- übergeben. Sein Talent entwickelte sich mit einer Schnelligkeit, die selbst seine Lehrer zur Bewunderung hinriß. Die weitere musikali» sche Ausbildung erhielt er in Wien. Seine Kuustreisen durch Norddeutschland, Holland, Frankreich und England (in den zwanziger Jahren) waren Triumphzüge; er ließ die meisten Klaviervirtuosen, die sich damals produzierten, durch die Kraft und das Feuer feines Vortrages weit hinter sich. Dazu kam noch die Vorführung seiner eigenen Kompositionen. die durch phantastischen Inhalt, originellen Bau und überraschende Effekte glänzten. Sein seltenes JmprovisationStalent endlich, daS ihm erlaubte, seine Phantasie frei auf dem Klaviere schweifen zu lassen, ohne die Schranken der Kunst zu verletzen, war von hinreißender Wirkung. Nach Deutschland zurückgekehrt, trat er in nähere Verbindung mit Mendelssohn. 1852 folgte er einem Rufe als Professor der Musik an der Londoner Akademie. In dieser Stellung leitete er die berühmten philharmonischen Eoncerte und wirkte segensreich für die Verpflanzung deutscher Kunst und Künstler. Sein großer Jünger und Freund Mendelssohn war es, der ihn 1840 veranlaßte, in die Heimath zurückznkehren und u»t ihm vereint die Leitung des Leipziger EonservaloriumS zu übernehmen. Der hohe Ruf, den diese Anstalt in ganz Europa genießt, ist nicht zum geringsten Theile das Werk des wackeren MoscheleS, der nicht nur em eigenartiger, reichbegabter Künstler, sondern auch ein tüchtiger, seinem Bcruse treu ergebener Lehrer war. kannte Thatsache, daß zwischen den beiden Familien Mastai und Eonsolini die heftigste korsische' Vendetta herrscht. Die Broschüre von Markus Eonsolini, deren Exemplare PiuS IX sorgsam vernichten ließ, war nichtsdestoweniger kein Pamphlet, sondern eine auf authentische Dokumente gestützte > genealogische^Arbeit. Wochenaiyeiger. im Monate März. lt>. Smnfl. — lO.Adar H.!horaabschiiitt W Haph. tarn ICK .12 Cabbatheing. 6 Uhr. 15" Mi». SabbathanSg. 6 Uhr 5o Min. — 17. «dar II. — 18. _ 20. Sonntag 21. Montag 22. Dienst. 23. Mittw. 24. Donnerstag 25. »Freitag 20. sainstag 10. 20. 21. •>•> — 23. „ Dboraabschn. rna 'l Haftharah in-itP' .1'2 Sabbatheing. G Uhr Märkte. 25 Min. Sabbathau-g. 7 Uhr M i 8 c e l l e n. X Der jüdische StaIN IN bau IN Pins IX Der Stifter der christlichen Religion war von jüdischen Eltern geboren und eö beeinträchtigt darum hoffentlich die eventuelle Unfehlbarkeit Sr. Heiligkeit PiuS IX. in keiner Weise, daß in feinen Staminbaum sich etwas „koscheres" Geäder hinein verzweigt, wie aus der folgenden, uns znkonimendeii authentischen genealogischen Notiz erhellt: Die Mastai'S — schreibt man dem „wiener Tagblatt" — sind Juden vom reinsten Blute der Söhne Israels. Diese Thatsache erklärt vielleicht die geheimen Neigungen Pius IX., für die Inden, sowie den rasch bereiten Eifer, mit dem er -- bald nach der Thronbesteigung — die Schrank« n des Ghetto fallen ließ. Die Mastai's verdanken ihren Grafentitel einer Ferretti, der Mutter PiuS des IX, welche Sproß einer alten Familie aus Sinigaglia war. Diese Gräfin Ferreiti heirathete den Sohn einegetauften Inden an- Sinigaglia. Markus Eonsolini (nach den Einen der jetzige. Kardinal Eonsolini, nach den Andern dessen Bruder) veröffentlichte kurz vor der Thronbesteigung Pin» IX., eine Broschüre über die jüdische Herkunft der Familie Mastai. Die Mastai's konnten diesem Eonsolini die Entdeckung der Genealogie ihre- Hause» nie verzeihen. Die erste That Pius IX., als er den Thron bestiegen hatte, war die Beseitigung des Msgr. Eonsolini von alle» Ehrenämtern und erst vor drei Jahren entschloß sich Se. Heiligkeit, ihm den Kardinalshnt zu verleihen, den Eonsolini sonst schon vor zwanzig Jahren erhalle» habe» müsste. Im Jahre 1*48 wurde ei» Eonsolin ans offener Strasse in Sinigaglia von einem Schüsse uledergestrnkk- und alle Leute in Sinigaglia und Spalato erzählten sich, daß dieser Schuß — dessen Urheber bis auf den heutigen Tag nicht entdeckt werden konnte — von der Hand eines Mastai gekommen sei. Uebrigen» ist tS eine be> Böhmen. 21. Benelchan (lab. St,.) JÖrrautt, Bochdanep 20 ij\ n, ($»11*1111 'Hin. (ja hu, Dn.'p>», Fi ten.m An. .to'il oeiio witz. ilülinety Königvdera, Uö»iz>av, MiSfchi», 'Jtt'.ibcn»• f, >2 »er», IK»stidtl (bimst, ur.) Podeviad. Pri'aram (ca>l. 8r) :11m. S>»dan (Itiliii. Kr.) Schluckena». Zein». Aielken, U»Iei-c!erek>ve, Ära»»» 2.'. Bucha» Rm Haid, Hronow, Kardaschrctichip. Klaitan. Kollelchowitz. Maleichau, Roivensto, Selich, Zniichoiv, Zniidar. Wona» 23 Bergstad» (lad. Kr.) Boroheadek Hosla» Am. Hostoinl», ('ivochowig, i2»ck, iüische, Milckchau, Mschena Rm. iKenhaiiS Am. Rimvurq, Pilgram Rm. L ltfevan, Stepanow Rm. Weste»' (ob der Lastiie.) 2t. Auhe,ze„, Hader» Rm. jkralowip, Nnimau, Moldauteyn, Randnip, Zaaz. L tiUUen- Hofen, Siraroniy, «nuna, Radu, Tiebefchip. Mahren. 2l. Billowiy, Allenz, Dtiiiaivi,, ch«>, (hrad. ttr.) Ru,, veilowip, Raußnip. Laar Rm. TrediOch Rm. (2 Tage,) > Trielch, Unier Wisternitz, Wiese Znaim Rm. 22. R kolsd, rg Rm. f Prosmch Rin. Rmisiiiip Rin. Saar, H'chtin, Wilowip Rm. fZnaim > (8 Tage ) 23. Dü>»bolz Rm. Holeschau, Deipnik st. G. R. n W. Riwintz | Rm. Snainbrra, Ziraschka» Rm. Unter-Wjeij» R»i. 24. BagkowinRm. Leipnik. Lnaichkau, Treditich, ZiviNau Rm. 23. Weihkllch F. G. R. ' u. W. Ziin. Schlesien. 21. Jägerndorf. Als geboren nachträglich angemridet Mär). 3. Maz S. d. Hn. Israel Anlricht ans Polen Krakau Iehngcbvtenfchreiber RE. 103—5. — 12. Joses Z.d.H. Simon Mautner aus^Inngbunzlau IeitnngSagent N.C. 182 -5. Verstorbene im Monate März. 4. öndmilla Gestrig. Bett- Icriit v. Prag Wlttwc 77 Jahre a. Ärrgistung im k. k. allg. Kraukenhanse. 8. Dein Hr. Heinrich Hochhäuser Kaufin. v. Prag ein Knabe todt geboren. R.L. 21 neu Michaelsgastc — Koppel man FogeS Privatier v. Prag R.L. 435- I. 71 Jahre alt an itrschöpsuiig. 0. Den» Hr. Wolfgang Stein Cchumacher ein Knabe todt geboren R. L. 147—1. — Clgn I. d. H. Rudolf Fuchs a. Prag R.C. 1 o 1 -1. 21 Dige a. Blntierselmng. Webe!» WiNwe d. SchnhinacherS tzazar Perelcs a. Laaz R.C. 173—5. 00 I. alt a. Llingenodei» — lo. Julie Befrändig ledig lagarbeiterin v. Dubcnez 08 3. alt a. Altersschwäche im isr.allg. Krankenhanse — 11. Johanna l. b. Agenten Ümanuel Petschau R.L. 00 l — 1. 12 3. alt a. Herzfehler. — Rolalie Wittwe d. Fabrikante» H. Sropold Ldl. v. Porlheim'v. Prag R.L. 83 — 2. 77 3. a. Luiigenöden» — 12. Anna Hochinan tziglierverschleiherSgaNiii v. Lau» R. L. 177 Karolinenthal 60 3. alt a. tzungentuberknlose. Briefkasten der ALministratiou. UI 'Or M. i» H. Ihr «vonnement ist zu linde. - H rrn S. 'eine Rümmer» erpedirt