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Die Gegenwart · 1870-03-18 · 12 (18.3.1870) · p. Seite 113

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Journal
Die Gegenwart
Volume
III (1870)
Issue
12 (18.3.1870)
Date
1870-03-18
Page
Seite 113 (sequence 1)
Language
German
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I Min «bonnirtfür Prag r «»»zjährig fl. 5 — Halbjährig „ 2.5V Vierteljährig,, ISv Mit Postzuskudoug: löaizjährig fl. 5.5V Halbjährig „ 2.75 Vierteljährig,, 1.5v FürS Ausland: Gaazjährig 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Inserate werden billigst berechnet. Die Hrgan sür die Interessen des Iudenthums. Gegenwart Erscheint allwöchentlich am Freitag. Redaktion ,. «b»s. nistratio» Prag, Mit« tergaffeRro. 408—1 wohin alle vriefe n. Geldsendungen z» richten sind. Zuschriften werde franko erbeten. Na» nuskriplr werden bei Nichtvrrwendung ans ' . 'X Perlaagen jedoch unfrankirt zuriicker stattet. Ur. 18. Prag 18. Marz 187V. ///.Jahrgang. GiiMdrmg . zur Erneuernng des Abonnement auf „Die Gegenwart" Abonnements-Greise: Für Prag. Mit Posisusrnduug. Ganzjähriges Abonnement fl.5 .fl. 5.50 Halbjähriges ' dto. „ 2.50.„ 2.75 Vierteljähriges dto. „ 1.30.1.50 Für das Ausland: Ganzjähriges Abonnement 4 Thlr., Halbjähriges 2 Thaler. Die Einladung bezieht sich auf neue Abonnenten nud auf jene, welche mit der 1. Nummer dieses Jahrganges vierteljährig abonnirt haben. Das Lreisrabbinat, eine vormayliche Institution. ES ist in der Thal höchst merkwürdig, daß in unserer Gesetzgebung Alles, was noch irgendwie an mittelalterliche Quälgeister erinnert, bereits überwunden ist, und wenn wir uns der Vergangenheit erinnern, überkommt cS uns wie ein Grauen; jener miseldräthigc AmtSdiener und der gestrenge Feuilleton. Der Purimball. (Schluß) Die anmuthige Esther hat ihre Feuerprobe bestände» und mit ihren» Witze die Kreuz-und Lucrfragc» der sic uuigcbeudci» mitunter geistreichen MaSkcn parirt, ivas bei der vielseitigen Bildung, dir sich Esther trotz der Dürftigkeit ihrer Eltern in klaflischcr Lektüre angeeignet, und bei ihrem aufspruhenden Geiste nicht anders zu erwarten war. Esther war nach jeder Richtung hin vollkommen, so wie ihr äußere- Wesen die vollendetsten Formen nachivicS und sie zu einer wahren orientalischen Schönheit gestaltete, so war lhr inneres Wesen der Sitz der Cauftmuth und Bescheidenheit. Co kam eS, daß fie in dem Ghetto und außerhalb desselben den ge- Herr Direktor, Se. Gnaden der Herr Rath, der gestrenghochnäsige Herr Obcromtmann und alle die unzähligen Schreckgrstalten der bösen alten Zeit mit den Furcht erregenden AmtSgebüuden und ihren Verließen, dahin sind sie. in Schutt Staub und Asche verwandelt, ihr Andenken sei — zu segnen vermögen wir's nicht und fluchen wollen wir nicht. — Von jener Sippe — wer sollte es wohl denken? — reicht noch in unsere gesegnete Zeit der Gewissensfreiheit, in die Zeit der frejen Verfassung ein kleines Regiment herein, wir meinen unsere ehrwürdigen Kreisdragoner, die noch immer das Land unsicher machen und al» Exekution in den Gemeinden erscheinen, um — — cinzukassircn, denn sonst haben sie wahrlich keine Bestimmung. Was war denn aber der Beruf jener chrenwcrthcn Sippschaft?— Eines dieser feinen Männlein sagte mir letzthin: „Wir sind RegicrungSorgane l" klingt rS nicht beinahe, als wollte man sagen: Wir sind Geheime! Denn, so meint jenes verschmitzt orthodoxe Rrbbelchen, uns hat die Regierung eingesetzt, und die wird schon dafür sorgen, daß wir nicht ganz und gar müßig sind; gibtS auch keine Bcnezion-Prüfnngj keine Lchrerdrcssur und dergleichen Dinge mehr, so findet sich schon mitunter noch waS zum Abnutzcn und das muß auSgcbeutct werden. Run aber wissen wir doch, daß nnsere Verfassung, unsere StaatSgrundgesetze allen Kulten freie, selbstständige Verwaltung ihrer religiösen Angelegenheiten verbirgt, die volle Autonomie in dieser Beziehung soll gewährleistet sein; demgemäß fragt sich'S: Wie kommt cs, daß die Kreisrabbinate, die doch zweifelsohne noch in die Kathegorie der Patrimonialbeamtcn, wie: Amtsdicncr, Polizei, Verwalter x. x. gezählt werden müssen, noch heute in ihrem Amte, wenn eS überhaupt noch so genannt werden kann, fortbcstchcn? Wie kommt cs, daß die Regierung im liberal sein »vollenden Oesterreich noch iinmer aus eigener Machtvollkommenheit den .**. Z. zum Seem—■aa—saw—— rechten Ans eines sittlich u»d geistig gebildeten Mädchengenoß, der mitunter auch den Neid in iliren Freundinnen »nach rief. Dabei trug fie stets einen hohen (Send von Srll'ftvkrläugnnng zur Cchan und Gefallsucht wie Kokettheit lagen ihr ferne. Wie sich so die Eonvrrsativn der verkappten Bcrchrer erschöpfte und diese von der Cchärfe deS Witzes Besiegten dem Kampfplätze »pichen, um sich dem lieblichen Auge der geiftvollen Ciegcrin zu entziehen und sich i» den schlecht gedielten 3iiinnrrn zu zerstreue», da schienen sich die Einpfindungen in dein ruhigen Beobachtcr, zu regen, dcsieu elegante MaSke, »vein» man vom Kleide auf den Mann schließen soll, ein respektable- Wefen vcrrietl». Cr schritt in etwas raschem Cchrittc aus Esther z», sein elegantes Auftreten, so »vic die feinen Manieren gaben deutlich z» erkennen. daß man eS hier mit einem den besicrn Ständen angehörigen Manne zu thun habe, der sein Idiom nicht zu verstellen brauchte, weil er fichrr »var, nicht gekannt zu sein. Der so von dem Wesen der liebenswürdigen .Gastsreundin entzückte Mann erbat sich von deinsrlbrn zuvor die Erlaubnis mit

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