Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 7 (11.2.1870)
- Date
- 1870-02-11
- Page
- Seite 71 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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71 Beilage zur ״Gegenwart" Nr. 7. Thora" (wahrscheinlich verstand er darunter da» hebräische Chumesch) befiehlt ihm der Richter. Der Diener ist erst seit einigen Tagen im Hanse und e» ist ihm bi» jetzt vom Rich- 1er noch nie eine andere Aufgabe zu Theil geworden, als die Zeugen oder Inquisiten in'S Bureau zu rufen. Der gute Mann geht daher in den Corridor hinaus und ruft mit star« ker Stimme, so daß er vor Anstrengung ganz roth im Ge« sichte wird: ״Zeugin Thora!— Niemand meldet sich. ״Halt" denkt sich der Diener, ״die Thora ist eine Jnquisitin." Er geht in das Gefüngniß und scheint nach langem Suchen eine Person gefunden zu haben, welche einen dem Worte ״Thora" ähnlich klingenden Namen besitzt; denn als er in das Bn« reau des Untersuchungsrichters zurückkommt, fragt er diesen; ״Entschuldigen Sie, Herr Rath, heißt die Thora nicht mit dem Vornamen Wilhelmine?" X Ueber raschen de An t w o r t. Ein jüdischer Landstreicher stellte sich dem Dr. Raphall in Amerika vor, und bat ihn um eine Unterstützung. Der Doktor, welcher dessen schlechten Charakter kannte, gab ihm fünf Dollar, machte ihm ernste Ermahnungen und vcrabschiedete.ihn. Kurze Zeit darauf, kehrte der Elende zurück und ׳forderte mit ungestümen und aroganten Tone zehn Dollar; da sies aber ihm verweigert wurden, so schrie er, daß, wenn er dieses Geld nicht bekäme, er Christ werde, und war im Begriffe wegzugehen. Der Doktor rief ihn zurück und sagte zu dem Spitzbuben, welcher schon glaubte, das verlangte Geld zu erhalten, auf sehr ernste Weise: ״Ihr drohet, daß wenn ich euch die zehn Dollar nicht gebe, Ihr Christ werdet. Ich würde euch recht gern zwanzig schenken, wenn Ihr im Stan« de wäret, ein guter Christ zu werden; so seid Ihr bis jetzt ein sehr schlechter Jude gewesen." X Vor den Assisen in Wales spielte sich nn« längst eine sehr komische Scene ab. Ein Mann, Namens Pcyton, war des HochverrathS angrklagt. Vom Präsidenten um sein Verbrechen befragt, gestand er dasselbe ein, empfahl sich aber der Gnade und Milde des Gerichtshofes. Die Geschworenen zogen sich zurück, erschienen nach wenigen Augenblicken wieder in dem Gerichtssaale und sprachen ihr ״Nicht« schuldig" aus. Man kann sich denken, wie groß die Verwun« derung des Gerichts und des Publikums war. ״Meine Herren Geschworenen," redete sie der Präsident an, ״haben Sie nicht daeigene Geständniß des Angeklagten gehört? Er erklärt sich selbst für schuldig. Sie aber nennen ihn unschuldig? — ״Herr Präsident" autwortete der Obmann der Gcschworenen, ״wir kennen Peyton von Kindheit an. er ist der größte Lügner im ganzen Kirchspiel." X Woher rS rührt, daß den Männern, denen ihre Frauen untren sind, gesagt wird, eS seien ihnen Hörner oder Geweihe aufgesetzt, wissen wohl nur Wenige. Der oströmische Kaiser Andronicus pflegte den Männern, deren Frauen er seine Gnade zuwandte, zur Entschädigung für den verlorenen Frieden allerlei Privilegien, namentlich auch ein auSgedehn« teS Jagdrecht, zu ertheilen. Als Zeichen dieses Rechtes wurde über ihre HauSthür ein Geweih befestigt. Daher der Ausdruck. X (Ein Witzwort Napoleouö HI.) Der Maler Z. porträtirte den Kaiser und vergaß sich, als er an ihm gar keine physische Arhnlichkeit mit dem Gründer der Dynastie fand, so weit, daß er bemerkte: Sire, Sie haben aber doch gar nichts von Napoleon 1:"— ״Doch" erwiderte Napoleon III., ״ich habe seine Familie." X Historisches über die Stecknadeln. Die allgemein verbreitete Ansicht, daß Stecknadeln eine Erfindung der Neuzeit seien, beruht auf einer Illusion. Man kannte dieselben schon vor länger als 3000 Jahren. Als Beweis dafür dienen 25 Stück antike Nadeln, welche der berühmte Archäologe Mariette vor Kurzem in den unterirdischen Gewölben von Theben gefunden und die nunmehr in einem zierlichen GlaSkästchen einen Platz im Louvre zu Paris, Museum Charles X., erhalten haben. Daniel Webster wurde einst von einem Gläubiger sorgen einer unbedeutenden Schuld gequält. Da schrieb er demselben: ״Wenn man mich pünktlich bezahlte, so könnte auch ich pünktlich sein, lim Ihnen zu zeigen, wie rücksichtSloS man mich zuweilen behandelt, schließe ich eine Note bei. Dieselbe lautet auf 325 Dollar», und wurde vor dreißig Jahren von Ihrem Vater an den meinigen ausgestellt, aber nie eingrlöst. Wie ich aus den Familienpapieren ersehe, hatte Ihr Vater damals da» geliehene Geld dringend nöthig, um für seine zwei Söhne Schulgeld zahlen zu können." Webster hatte diesen Gläubiger zum Schweigen gebracht. X Ein Capitel vom Menschen. — Wir besitzen 105 Knochen und ungefähr 500 Muskeln; die Länge de» Weges, welchen die von uns genossenen Speisen zurückzulegen haben, beträgt 32 Fuß. Das Blut eine» Erwachsenen wiegt ungefähr 30 Pfund oder den fünften Theil deganzen Körpers. Das Herz ist sechs Zoll lang und hält vier Zoll im Durchmesser; eschlägt 70 mal in der Minute, also 30,772,200 Mal jährlich, dabei ergießt sich jedes Mal 2'j Unze oder 656 Pfund Blut stündlich oder 8 Tonnen täglich. Alles Blut unseres Körpers passirt innerhalb dreier Minuten durch nnser Herz. Wir athmen 1200 mal stündlich und nehmen täglich 120,000 Liter Luft ein. Das Gewicht eines männlichen ausgewachsenen Herzens beträgt 3 Pfund 8 Unzen. (Wie schwer oder — wie leicht das wribl.che Herz ist, darüber lässt uns dir Quelle, der dieß entnommen, im Ilngewissen!) Die Haut besteht aus drei Lagen und ist 2000 Quadratzoll groß; jeder Quadratzoll aber enthält 3500 Oeffnungen oder Poren u. s. w. X Im s״Rappel" erzählt Blum eine ganz artige Geschichte. — Ein jnnger, noch unbekannter Autor überschwemmte das Cabinet eines Theater-Direktors mit seinen Mannscripten. Der Direktor, vom Hause aus Wohlwollender Natur, verfehlte niemals, dem jungen Bewerber um die dramatische Muse zu versichern, daß sein Stück gar nicht übel sei, der Stoff aber sei nicht günstig gewählt, der Dialog nicht schlagend genug u. s. w. — Der Autor nahm verdrossen seine Manuscriptc Zurück und machte sich auf's Neue an die Arbeit. Auch mit dieser ging es ebenso, mit der nächsten abermals, uuveränderlich bekam er vom Direktor ausweichende Antworten, bi» er endlich mißtrauisch wurde und sich bei der letzten Manuscript-Rolle überzeugen konnte, daß der Direktor sie nicht einmal geöffnet hatte. Nach cini gen Tagen schickte er dem Direktor wieder eine Nolle zu, mit weißem Papier säuberlich umwickelt und mit einem rothseidenen Bande zugebunden. Als er nach einiger Zeit sich seine Antwort holte, sagte der Direktor: ״Mein Lieber, Ihr Stück ist reizend, ich habe eS mit großem Interesse gelesen, nm so mehr muß ich bedauern, es Ihnen zurückgcben zn müssen, der Stoff" — — ״Ist er zu alt?" fragte der Autor. — ״Nein, im Gegeutheil, die einzige Ausstellung, die ich zu machen habe, ist daß er zu weichlich für mein Theater ist." — ״Das ist merkwürdig," rief der junge Autor aus, indem er das Mauuscript und eine darin eingewickelt gewesene appetitliche Wurst dem verdutzten Direktor entgegenhielt, ״und ich halte doch gerade, damit sie nicht zu weichlich sein solle, eine mit Knoblauch ausgesucht!" Wochkna«)eiger. im Monate Februar. 12. Samstag Eulalia tharah ראתה כן אדם 13. Sonntag Jordan 14. Montag Valentin 15. Dienst. Kaustin 16. Mittiv. Juliana -17. Donnerst. Simon 1H. Freitag Mausuct 1 v. Sanlst. Conrad >. U 11. Adar I.THoraabschnitt.1ת«ו Has. 55 M. 5 מ״ש llhr 25 Min. 12. «dar!. 13. ״ 14. ״ pp סורים 15. ״ pp מושן סורים 16. ״ 17. ״ 18. ״ Lhoraabschnitt כי תשא -vphtara דהי ימים רבים