Die Gegenwart
- Journal
- Die Gegenwart
- Volume
- III (1870)
- Issue
- 6 (4.2.1870)
- Date
- 1870-02-04
- Page
- Seite 60 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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60 Aer verschiedensten Anschauungen und jener Männer, die auf die Kenntniß jener Sprache, auf ihren Entwicklungsgang eineu nicht unbedeutenden Eil fluß genommen haben. Das Werk nicht nur dem Hebraisten rvn unschützbarem Merthe, sondern auch jedem (Gebildeten von nicht geringem Interesse, verdient einen besonderen Platz in der Literatur einzunehmen und der Verfasser gibt mit diesem Werke Proben gründlicher Forschung und eines ungewöhnlichen Fleißes. Wir empfehlen das Werk zur Bereicherung jeder Bibliothek. — M i s c e l l e n. X Zur Gründung einer Professur für hebräische Sprache hat Herr Samuel A. Hitchcock von Ervmfield, Mess״ dem Anderer Seminar und der Amherst Universität je 40,C('0 Doll, überwiesen. X ״Du hast wieder sauber eingekauft!" sagte eine Frau zu ihrem von der Messe heimkehrenden Manne, »eS scheint, du wühlst immer das Schlechteste." — ״Ja wohl." entgegnete er, ״es ist mir schon beim Heirathen so ergangen." X Es ist keine Herzogin. Wenn eine Deme am französischen Hofe dem Könige vorgestellt wurde, und die kurze, dabei hergebrachte llnterhaltung beendet war, küßte der König die Borgestellte, wenn eö eine gewöhnliche Dame von Stande war, auf die eine Wange, f wenn eS aber eine Herzogin oder eine Dame von höherem Range war, auf beide Wangen. Eines Tages wt de dem König Ludwig XVI. die damals wegen ihrer Celö.-Heit bekannte Marquise von Praeontal vorgestellt. Die Marquise hatte nur Anspruch auf einen einzigen Kuß; der König abir ergriffen von ihrer Schönheit dachte, ein zweiter könne in diesem Falle ihm nicht verargt werden. Qhne Uebereilnng und mit auffallen- -> dem Behagen druckte er seine Lippen auf die jugendliche rechte Wange der schönen Marquise. Als er aber Miene machte, auch die linke Wange zu küssen, sprang der Herzog von Atrnont, welcher an diesem Tage den Dienst hatte, mit den Worten heran: ״Es ist keine Herzogin'" und trennte beide Parteien. Die Anwesenden brachen :inwillkühr» lich in ein schallei des Gelächter aus, in welches der König herzlich einsiimmte. X E i n e j ü d i s ch e D a m e besaß ein zwölfjähriges Töchter chen, das sie Jedem, der zu ihr kam, als Wunderkird prülentirte. Die Kleine spielte allerdings mit großer Finget fertigkeit Elavier, indeß war ihre Kunst mehr das Nesnltat des auSgezeichreten Unterrichts den der erste Pianist der Residenz ihr erlheilte, als die Folge bedeutender Naturonlagen. Der Lehrer ließ die Schülerin ein und dasselbe Stück so lange exereiren, bis sie eS virtuos vortrug, dann erst ging er mit ihr an eine neue Studie. Ter guten Mut- 1er behagte diese Methode nicht; sie beklagte sich einst darüber gegen einen fremden Musiker, den sie eingeladen, daS Wunderkind zu hören — und zu loben. ״Mas meinen Sie," sagte sie, ״ist das eine Manier'? Der Mann gibt ihr (der Tochter) drei Stunden per Woche, lasst sie spielen dieselbe Sonate sieben Wochen, daß mir kon mt zu stehen die Pieee aus zwciundzwanzig Thaler, nun frage ich einen Menschen, ob das nicht ist 'ne Prellerei?" X Die G e sa m m tz a hl der Freimaurer im englisch sprechenden Theile von Nordamerika wird aus 455,355 angegeben. X In einem Zirmen Hanse in Eonneetieut starb vor Kurzem Eol Drake, der Entdecker der Erdöl-Quellen im nordwestlichen Pennysylvanien. Der Mann, der mit Energie und Ausdauer den Reichthum so Bieter begründen half, der unserer Nation eine seiner bedeutendsten Erwerbsquellen öffnete, der selbst scheinbar unerschöpfliche Reichthü- «er sammelte, muffte im Armenhaus sterben. X Ein reicher Mann, welcher auf dem Todteubette lag, wurde von einem seiner Freunde befragt, wie er sich sich befinde.? — ״Ach!״ sagt Jener, in meinem Hause herrscht doppelte Furcht: ich fürchte, daß ich sterbe, und mein Vetter fürchtet, daß ich wieder auskommen werde." X Der Baron v. Abrachte einem Richter ein bedeutendeS Geschenk, damit er seinen Prozeß:günstig entscheiden möchte. Djeser hörte seine Bitte freundlich an, nahm das Geschenk und sagte: ״Herr Baron ich habe Qhren um sie zu hören, Hände, Ihr Geschenk anzunehmen, aber keine Zunge um zu Ihrem Vortheile zu sprechen." X Eine eigenthümliche Art, die Leute zum Fahren zu bewegen, haben die Miethkutscher in St. FranziSko erfunden Wenn sie vor einem Theater oder Coneertlvcal halten, so stellt sich im Augenblick, wo daS Publieum herausströmt, Einer von ihnen mit dem aufgespannten Regenschirm vor die Thür, während ein Anderer aus einer Gießkanne Waffer gießt. Alle Welt denkt, es regnet fürchterlich und ruft nach einem Fiaker, der dann sofort herbeieilt, um dem Publikum die Täuschung nicht merken zu lassen. X Die Statue Rothschild'-. Bekanntlich lag cS bereits bei Errichtung der prachtvollen Personenhalle des wiener NvrdbahnhoseS im Plane, auf dem Vestibül der großen Treppe links in der Halle die Statue des Gründers der Nordbahn, Freiherrn von Rothschild aufzustellen. Die Statue ist jetzt im hiesigen Atelier der Herrn Meißner vollendet worden. Die lebensgroße Figur ist in weißen Cararamm mor auSgesührt und soll der Frack, das sonst .nichtsweniger als für monumentale Darstellung geeignete Kleidungsftück, nicht im Geringsten den künstlerischen Eindruck deS Werkes stören. Wie wir hören, soll die Aufstellung deö Werkes an seinen Bestimmungsort binnen Kurzem erfolgen. X (Eigenthümliche Ueklame).MehrereLondoner Zeitungen haben in der vorigen Woche zwei Tage hintereinander folgende Annonee gebracht: ״Charlin, mein Kleinod! Mein Herz ist gebrochen. Komm, um mich zu sprechen, nach der Thierausstellung. Tu findest mich von 2 Uhr an bei dem Schaufenster des Ladens Nr. 59 im Konzertsaale^ Du wirst mich nicht vergebens warten lassen. Nicht wahr, mein Leben? Ganz die Deinige! Laura." — Das wäre nun weiter nichts Außerordentliches, denn ähnliche Annoneen findet man ja alle Tage in den englischen Zeitungen. ^Aber FolgendeS ist der Kern der Geschichte. Eine große Anzahl von Personen, welche die Anzeige gelesen hatten, gingen mehrere Stunden lang vor dem Schaufenster Nr. 59 auf und ab, »m dem süßen Charlin aufzulauern und seine Laura zu sehen. Aber sie wollten nicht kommen, wie die Brüder im Blaubart. Inzwischen drängte man sich um das Schaufenster Nr. 59, sah sich die hübschen Sachen an — es waren Quineaillcrien — trat in den Laden und kaufte Dies und Jenes. — Und Abends rieb sich der Verkäufer vergnügt die Hände und sagte: ״Der Tag war gut heute. Womit werde ich die Dummköpfe morgen anlrcken?" Wocheimnzeiger. int Monate Februar. 5. Carnst. Agatha ---- 4. Adar I. Thoraabschnitt NV11N — Haphtara ד׳ נתן 6. Sonntag Dorothea 5. ״ 7. Montag Romuald — 6. ״ 8. Dienst, 3oh. v. Matha 7. ״ 9. Mittw. Apollonia 8. ״ 10. Donnerst. Scholafliea — 9. שובבים) ״). 11. Freitag Euphrofine =10. ״ 12. Samstag Lulalia =11. ״ Thoraabschnitt תצוה Haftharah זאתה בן אדם Fvrtsetzutrg in der Beilage.